Es folgt: Die Lösung zu meinem Problem
Juchhu, ich kann den Fehler nachweisen. Eigentlich hatte ich schon aufgegeben, aber ich bekam Unterstützung von Achim, auch wenn er es in der Form sicherlich nicht vorhatte.
Was war passiert: Achim hat mir ein schickes Teil zum testen von Hallgeberzündungen zugeschickt. Gut, es war schon letzten Sommer ... Dies wird zwischen dem Zündkabelbaum und dem Zündsteuergerät angeschlossen. Damit werden folgende Funktionen getestet:

Gestern damit mal Versuche gemacht, gar nicht so einfach, die Symptome zuzuordnen. Einige defekte Zündsteuergeräte hat es erfolgreich erkannt. Eine nicht angepasste Bestromungszeit wird damit z.B. nicht erkannt. Auch mein "defektes" Steuergerät funktionierte laut dem Testgerät. Dann der Stresstest: Die Drehzahl des Prüfmotors so weit herunter geregelt, bis endlich eine Anomalie auftrat. Bei ca. 350 1/min blieb eine der drei Status-LED aus. Alle Messungen erfolgten bei 12 Volt, d.h. es sollte den Startvorgang mit einer guten und geladenen Batterie simulieren.
Was besagt diese LED: "Ein gleichmäßiges Leuchten der LED zeigt, dass die erforderliche Spannung an Klemme 1 erreicht wird."
???
Ein gutes Messgerät zwischen Klemme 1 und Masse (31) angeschlossen und die min und max Werte zwischen einem Telefunken und dem defekten Telefunken verglichen. Keine wirkliche Auffälligkeit entdeckt.
Heute dann das gleiche nochmal mit dem Oszi gemacht, hier auch die Stromkurve wieder mit aufgenommen. Jupp, hat etwas gedauert, aber ich kann mit dem Oszi den Fehler nachvollziehen. Habe noch ein weiteres Telefunken hier, auch dort der gleiche Fehler.
Alle Aussagen beziehen sich auf die gelbe Linie, Spannung an Klemme 1 gegen Masse/Minus
Stufe 1: Zündspule wird nicht geladen, an der Spule liegen 12 Volt an
Stufe 2: Zündsteuergerät fängt an die Spule zu laden, Spannung fällt im ersten Moment auf 1,2 Volt ab und steigt dann langsam, die Stromaufnahme in der Spule steigt (siehe grüne Linie)
Stufe 3: Zündsteuergerät begrenzt die Zündspule auf 7,2 A, die Spannung an Klemme 1 steigt auf 8,0 Volt an
Stufe 4: Hallgeber gibt das Signal zur Zündung, der Strom bricht zusammen, an Klemme 1 gibt es eine kurze Spannungsspitze, danach steigt die Spannung an Klemme 1 wieder auf 12 Volt

Und genau im Bereich Stufe 3 und 4 gibt es die auffälligste Veränderung, denn beim defekten Zündsteuergerät steigt bei erreichen der Strombegrenzung die Spannung auf "nur" 7,6 statt 8,0 Volt. Auch das Ausschwingbild nach dem Zünden sieht deutlich anders aus. Interessant: Auf dem Prüfstand zünden beide Zündkerzen, auch akustisch kann man keinen wirklichen Unterschied hören. Die mittlere Stromaufnahme des defekten Zündsteuergerätes ist geringer, aber das defekte Teil wird deutlich heißer!
Nun kommt es: Wird die Drehzahl erhöht, passt sowohl die Spannung als auch die Stromaufnahme nahezu wieder zum guten Teil.
Vermutung:
Irgendetwas zieht die Spannung nach unten, d.h. es wird ein Teil der möglichen Energie über einen Zweig abgeleitet und in Wärme umgesetzt. Hier kommt möglicherweise wieder die oninöse "Gleichlaufschwankung" zum tragen - drum auch der sehr starke Anstieg der Temperatur am Zündsteuergerät.
Warum zünden die Kerzen am Prüfstand bzw. ausserhalb des Motors "zuverlässig", nur der Motor startet sehr unwillg? Hier könnte die hohe Kompression im Zylinder einen Einfluss haben. Dazu müsste ich wieder den Schlauch und den Kompressor durch das Haus tragen - mache ich vielleicht mal im Sommer.
Was zeigen die Messungen: Die Fehler rund um die Zündsteuergeräte sind mannigfaltig, das messen eines Fehlers bedeutet viel Wissen/Erfahrung und einen beträchtlichen Aufwand an Messequipment. D.h. im Zweifel einfach das Steuerteil gegen ein neues tauschen. Denn den Aufwand, den ich hier betrieben habe, sollte man nicht nachmachen.
Hans
Juchhu, ich kann den Fehler nachweisen. Eigentlich hatte ich schon aufgegeben, aber ich bekam Unterstützung von Achim, auch wenn er es in der Form sicherlich nicht vorhatte.
Was war passiert: Achim hat mir ein schickes Teil zum testen von Hallgeberzündungen zugeschickt. Gut, es war schon letzten Sommer ... Dies wird zwischen dem Zündkabelbaum und dem Zündsteuergerät angeschlossen. Damit werden folgende Funktionen getestet:
- Schaltet das Gerät ab, sobald kein Impuls vom Hallgeber kommt ab ? - d.h. Motor aus, Zündung an
- Werden mit Betätigung des Starters Impulse vom Hallgeber erkannt ? (Zündspule wird nicht angesteuert, d.h. Motor "orgelt")
- Motor wird gestartet: Wird die Zündspule versorgt ?

Gestern damit mal Versuche gemacht, gar nicht so einfach, die Symptome zuzuordnen. Einige defekte Zündsteuergeräte hat es erfolgreich erkannt. Eine nicht angepasste Bestromungszeit wird damit z.B. nicht erkannt. Auch mein "defektes" Steuergerät funktionierte laut dem Testgerät. Dann der Stresstest: Die Drehzahl des Prüfmotors so weit herunter geregelt, bis endlich eine Anomalie auftrat. Bei ca. 350 1/min blieb eine der drei Status-LED aus. Alle Messungen erfolgten bei 12 Volt, d.h. es sollte den Startvorgang mit einer guten und geladenen Batterie simulieren.
Was besagt diese LED: "Ein gleichmäßiges Leuchten der LED zeigt, dass die erforderliche Spannung an Klemme 1 erreicht wird."
???
Ein gutes Messgerät zwischen Klemme 1 und Masse (31) angeschlossen und die min und max Werte zwischen einem Telefunken und dem defekten Telefunken verglichen. Keine wirkliche Auffälligkeit entdeckt.
Heute dann das gleiche nochmal mit dem Oszi gemacht, hier auch die Stromkurve wieder mit aufgenommen. Jupp, hat etwas gedauert, aber ich kann mit dem Oszi den Fehler nachvollziehen. Habe noch ein weiteres Telefunken hier, auch dort der gleiche Fehler.
Alle Aussagen beziehen sich auf die gelbe Linie, Spannung an Klemme 1 gegen Masse/Minus
Stufe 1: Zündspule wird nicht geladen, an der Spule liegen 12 Volt an
Stufe 2: Zündsteuergerät fängt an die Spule zu laden, Spannung fällt im ersten Moment auf 1,2 Volt ab und steigt dann langsam, die Stromaufnahme in der Spule steigt (siehe grüne Linie)
Stufe 3: Zündsteuergerät begrenzt die Zündspule auf 7,2 A, die Spannung an Klemme 1 steigt auf 8,0 Volt an
Stufe 4: Hallgeber gibt das Signal zur Zündung, der Strom bricht zusammen, an Klemme 1 gibt es eine kurze Spannungsspitze, danach steigt die Spannung an Klemme 1 wieder auf 12 Volt

Und genau im Bereich Stufe 3 und 4 gibt es die auffälligste Veränderung, denn beim defekten Zündsteuergerät steigt bei erreichen der Strombegrenzung die Spannung auf "nur" 7,6 statt 8,0 Volt. Auch das Ausschwingbild nach dem Zünden sieht deutlich anders aus. Interessant: Auf dem Prüfstand zünden beide Zündkerzen, auch akustisch kann man keinen wirklichen Unterschied hören. Die mittlere Stromaufnahme des defekten Zündsteuergerätes ist geringer, aber das defekte Teil wird deutlich heißer!
Nun kommt es: Wird die Drehzahl erhöht, passt sowohl die Spannung als auch die Stromaufnahme nahezu wieder zum guten Teil.
Vermutung:
Irgendetwas zieht die Spannung nach unten, d.h. es wird ein Teil der möglichen Energie über einen Zweig abgeleitet und in Wärme umgesetzt. Hier kommt möglicherweise wieder die oninöse "Gleichlaufschwankung" zum tragen - drum auch der sehr starke Anstieg der Temperatur am Zündsteuergerät.
Warum zünden die Kerzen am Prüfstand bzw. ausserhalb des Motors "zuverlässig", nur der Motor startet sehr unwillg? Hier könnte die hohe Kompression im Zylinder einen Einfluss haben. Dazu müsste ich wieder den Schlauch und den Kompressor durch das Haus tragen - mache ich vielleicht mal im Sommer.
Was zeigen die Messungen: Die Fehler rund um die Zündsteuergeräte sind mannigfaltig, das messen eines Fehlers bedeutet viel Wissen/Erfahrung und einen beträchtlichen Aufwand an Messequipment. D.h. im Zweifel einfach das Steuerteil gegen ein neues tauschen. Denn den Aufwand, den ich hier betrieben habe, sollte man nicht nachmachen.
Hans
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