Bei R45/65 Motoren reißt das Auslassventil häufiger ab, weil der Schaft "nur" 7 mm dick ist und zeitweise auch noch 0,15 mm Spiel vorgegeben war. Die R45 wird dazu häufig "ausgemolken", weil es sonst nicht richtig vorwärts geht.
Das
war meine R65LS mit dem 7R-Kit; und gerissen ist das Einlassventil, dessen Teller sich unter dem Auslassventil verklemmte und die Kombi dann den Kolben perforierte....
Zylinder ist noch nicht gezogen; am oberen Zylinderrand sehe ich 2 Kerben in der Wand:

Bin mir noch nicht im Klaren, ob der Zylinder damit auch Schrott ist...
Die Ventilschaftdicke ist übrigens eher nicht das Problem, die S1000RR-Ventile sind noch dünner oder gleich dick. Ich meine, Andy Schwietzer hat's in seinen Boxer-Büchern geschrieben, jedenfalls war die originale Materialkombi von Schaft/Teller schlecht gewählt. Die wurde später geändert. Eventuell auch noch das Fügeverfahren, um die beiden Teile zu verbinden.
Jedenfalls sind die Ventile, die man ab 1988/89 bekam, standfester. In meiner R45 werkeln die seit 70TKm und die wurden zwangsweise ordentlich mit Drehzahlen gefahren.
Tatsächlich habe ich erwartet, dass mich so etwas bei der R45 ereilt, aber die schnurrt unbeirrt.
Bei der R65 hatte ich das nicht auf dem Schirm. Als ich die vor Jahren erwarb, hatte ich die Köpfe begutachten lassen, vor allem wg. Sitzringe für Bleifreibetrieb. Die waren angeblich verbaut.
Zur Zeit der 80iger-Jahremodelle hieß es, dass BMW serienmäßig keine Bleifreisitzringe verbaut habe. Als ich die Auskunft bekam, es wären welche drin, dachte ich, dass schon mal die Sitzringe erneuert wurden und ging einfach davon aus, dass das auch für die Ventile zutraf. Aber vielleicht war das bloß Wunschdenken....
Jedenfalls hab' ich beim 7R-Einbau keinen Gedanken an die Köpfe verschwendet. Hätte ich wohl besser mal machen lassen sollen, bevor ich den Dampfkessel anheizte...
Tja, blöd gelaufen...