Hallo Claus,
da Du in diesem Thema ja zu hause bist: wie sieht es mit der Unfallsicherheit aus, wenn ein Motorrad z.B. im Innenraum eines Transporters mitgenommen wird und nach den gültigen Regeln der Ladungssicherung verzurrt ist.
Oder anders gefragt: wie muß ein Motorrad gesichert sein, damit man im Falle eines Falles nicht vom eigenen Motorrad erschlagen wird.
Moin Wolfram,
Das fängt schon damit an, dass ich nicht weiss wasfür einen Kastenwagen du hast.
Geschlossene Stahltrennwand?
Ausgerüstet mit Ladungssicherungsösen?
Welche maximale Belastung weisen die Ladungssichrungsösen auf?
An welcher Stelle auf der Ladefläche sind diese angebracht?
Letztendlich, immer Diagonalzurren, wenn Trennwand vorhanden, dann mit dem Vorderrad an die Trennwand (auf die Gewichtsverteilung achten, Stützlast, Achslasten sind die Stichworte )
Der Winkel Alpha (Boden bis Ladungssicherungselement), empfehle ich 45 Grad. Ein größerer Winkel zurrt eher nieder, bildet eine geringere Gegenhaltekraft aus.
Der Winkel Beta ( Draufsicht, seitliche Bodenkante bis Ladungssicherungselement), empfehle ich 45 Grad. Wenn kleiner, dann mehr in Fahrtrichtung, weniger zur Seite. Wenn größer, dann weniger in Fahrtrichtung, mehr zur Seite.
45 Grad ist ein bischen die Eierlegende Wollmilchsau, sichert gut in alle Richtungen, zieht die Ladung auf die Ladefläche (kein Niederzurren, nur Niederhalten, damit die Reibkraft erhalten bleibt, die Ladung nicht abheben kann).
Wer Lust hat.
Überschlägige Rechnung.
Maximale Belastung , LC, Gurt 500daN (gerader Zug, z.B. Winkel Alpha und Beta 0), da der Winkel Alpha und Beta 45 Grad ist, muss das gute alte Kräfteparalellogram bemüht werden. Winkel Cosinus, Winkel Sinus hilft. Bei 45 Grad (sin 45, cos 45 = 0,7). 0,7 x 0,7 = 0,49, also 0,5.
500 x 0,5 = 250 daN Haltekraft pro Gurt, einfach geführt.
Achtung, was halten die Ladungssicherungsösen? Wenn weniger 250daN, dann gilt dieser Wert (sofern im Winkel Kräfte eingeleitet werden dürfen, Bedinungsanleitung Zurrösenhersteller)
Zu allen Seiten sichern immer zwei Gurte, also 500daN Gesamthaltekraft in jede Richtung.
Die Reibkraft ist teil der Ladungssicherung, wenn dafür gesorgt wird, das die Ladung nicht abheben (Bodenwellen, Ein und Ausfedern) kann.
Reifen Reibbeiwert nehme ich 0,5 an.
Bei der Sicherung des Motorrades heißt das, die Bremsen sind blockiert!
Reibbkraft einfach gerechnet, Masse x Reibbeiwert, genaugenommen Gewichtskraft x Reibbeiwert.
Moppedgewicht 250 kg/daN
250 x 0,5 = 125 daN Reibkraft als Ladungssicherungsanteil, der Rest geht in je zwei die Gurte.
Wenn an die Frontwand gestellt, dann kann diese rechnerisch berücksigt werden, sofern die Werte von Fahrzeughersteller bekannt sind. Achtung, der Wert der Fahrzeughersteller bezieht sich auf eine definierte Fläche. Oft, gesamte Fahrzeugbreite, zweidrittel Höhe.
In Fahrtrichtung ist von einer negativen Beschleunigung von 1g auszugehen, also wirken bei einer Vollbremsung 250daN Trägheitskraft.
Setlich wirken 0,5g, aber das Motorrad ist kippgefährdet, also volles Gewicht.
Nach hinten wirken 0,5g. Die Ladungssicherung ist eigentlich durch die Reibkraft erfüllt.
Die Lösung in Zeichnung 2 ist zu vermeiden, da zwei Gurte in einer Ladungssicherungsöse befestigt sind.
