ktmpieter

Teilnehmer
Hallo,
Bei der R75 meines Freundes ist nach ca. 2 Stunden Fahrt die Batterie leer.
Das Motorrad springt dann allerdings noch mit dem Kickstarter an und er kommt dann auch ohne Licht noch zurück nach Hause.
Im Moment ist er im Urlaub, aber sobald er wieder zu Hause ist, möchte ich für die Fehlersuche vorbereitet sein.
Meine Vorgensweise wäre erst mal folgende:
Batterie ausbauen, vollladen, dann am Lastwiderstand entladen und prüfen, wie lange die Batterie bei Nennspannung hält.
Der Lastwiderstand hat 2,2 Ohm und wird mit 6 Ampere locker fertig.
Sollte die Batterie schwächeln, kommt eine neue rein und wir sehen weiter.
Sollte die Batterie in Ordnung sein, kommt sie wieder rein, ich starte das Motorrad und messe, ob die Spannung an der Batterie sich beim Gasgeben erhöht.
Wie hoch muß die Ladespannung dann gehen?
Was kann ich weiterhin prüfen oder an Teilen sinnvollerweise austauschen, um das Problem aus der Welt zu schaffen?

Mehrere namhafte Multimeter stehen zur Verfügung.
Eins der Multimeter(analog) hat einen Messbereich für Strom bis 30A.

Vielen Dank schon mal für eure Unterstützung und viele Grüße von

Klaus
 
Die Idee mit dem Batterietest würde ich nicht machen, vermutlich hat deine LiMa einen weg.


und


Teiletausch geht natürlich auch, dazu benötigst aber einen Stator, einen Rotor, einen Regler, eine Diodenplatte und einen Kabelbaum, die Ladekontrolleuchte nicht vergessen.

Hans
 
Vielleicht erstmal die Ruhespannung bei "Zündung aus" messen, eventuell eingebaut nachladen. Dann den Motor zum Laufen bringen und schauen, ob sich die gemessene Spannung an den Polen bei "Drehzahl rauf" erhöht auf über 14 Volt...
Vielleicht steht ja auch auf der Batterie das Einbaudatum. Ab einem gewissen Alter würde ich da nicht lange mit dem Ersatz zögern.
 
Den Entladetest habe ich einstmals mit einer Abblendbirne gemacht. Also Entladen mit ungefähr 5 A. Voltmeter war angeschlossen. Die Spannung war lange oberhalb von 12V und ist gegen Ende der Kapazität ziemlich schnell abgefallen. Genau diesen Moment durch Beobachtung der Spannung erwischen zu wollen ist müßiger, als ich gedacht hatte. Würde ich ohne separate Abschaltelektronik nicht nochmal machen wollen.

Gruß Bernhard
 
Vielen Dank für eure Hilfe.
Die Batterie ist knapp 2 Jahre alt!
Ich werde die Vorgehensweise durcharbeiten, dann sehen wir weiter.

Beste Grüße von

Klaus
 
Moin Klaus,

prüfe mal, ob und bei welcher Drehzahl die Ladekontrollleuchte ausgeht.
Ggf. könnte auch eine defekte Diodenplatte die Ursache sein.


Gruß
Carsten
 
Ich hatte das auch mal bei meiner /5. Es war die Diodenplatte. Die Batterie lädt dann nicht mehr, obwohl die Ladekontrollleuchte aus bleibt. Zündung und Licht saugen während der Fahrt die Batterie leer. Machst du das Licht aus, fährt sie noch eine Weile und geht auch mit Kickstarter an. Irgendwann ist die Batterie aber ganz leer. Dann gibt es auch keinen Zündfunken mehr. Als Erstes die Ladespannung an den Batteriepolen messen.
 
Ich hatte das auch mal bei meiner /5. Es war die Diodenplatte. Die Batterie lädt dann nicht mehr, obwohl die Ladekontrollleuchte aus bleibt …
Bei meiner defekten Diodenplatte blieb die Ladekontrollleuchte an.
Dadurch merkte ich es rechtzeitig und konnte ohne Licht noch 80 km nachhause fahren.
 
Hier wird schon wieder wild spekuliert ohne dass irgendwas bekannt ist.
Arbeite den Plan, den dir Hans oben an die Hand gibt, stur und gewissenhaft ab.
Du wirst den/die Fehler finden . versprochen! Auch eine defekte Batterie.
 
Hallo,

die Ladeleistung der /5 war schon immer recht knapp ausgelegt. Zunächst die Überprüfung die LIMA Anlage nach Anleitung.
Sollte die Diodenplatte defekt sein, so kann eine neue Diodenplatte erforderlich werden. Das 4. Kabel von der LIMA zur Diodenplatte ist bei der /5 nicht vorhanden. Dort gehen nur 3 Kabel von der LIMA zur Diodenplatte.

Gruß
Walter
 
Hallo,
Ich bin seit 10.00h dabei die vollgeladene Batterie mit einem 2,2 Ohm Lastwiderstand zu entladen.
Es handelt sich um eine 12 Volt Gelbatterie mit 19 Ah.
Die Startspannung bei angeschlossenem Lastwiderstand betrug 13,38 Volt, es flossen 6A.
Um 11.00h betrug bei gleicher Situation die Spannung noch 12,23 Volt, es flossen noch 5,5 A.
Um 11.30h betrug die Spannung noch 12 Volt, auch bei 5,5A.

Wie lange soll ich die Entladung noch fortsetzen!
Wie ist eure Meinung über die Batterie?

IMG_1665.jpeg IMG_1666.jpeg
 
Hallo,
Ich habe den Batterietest nach 3 Stunden und 15 Minuten beendet.
Nach 2 Stunden Entladezeit hatte die Batterie noch 11,7 Volt bei 4,8A.
Zum Schluß ( nach 3 Stunden) hatte die Batterie noch 7,2 Volt bei 3A.
Wie schätzt ihr die Batterie ein?
Ist sie noch in Ordnung?

Vielen Dank und schöne Grüße von

Klaus
 
Ich denke, jetzt ist die Batterie durch extreme Tiefentladung (7,2V) zumindest geschädigt.
Ich verweise auf Beitrag #2 von Hans mit der Fehlersuchanleitung. Da führt kein Weg dran vorbei.

Gruß aus PAF
Gerd
 
Hallo,
Ich dachte, wenn man eine gesunde Batterie mit 19 Ah für 3 Stunden mit 6A maximal belastet, dann müßte die das doch aushalten.
Es sei denn, sie war schon vorher nicht in Ordnung!

Viele Grüße von

Klaus
 
Deine Batterie hatte nach 2 Stunden noch 11,8 V. Das bedeutet, sie war zu dem Zeitpunkt leer. In der dritten Stunde haste deine Batterie hübsch tiefentladen und ihr mehr Schaden als Nutzen zugefügt. In den ersten zwei Stunden hast du ca. 11 Ah rausgesaugt, also hast du jetzt eine Batterie mit maximal noch 11 Ah. Ob die auch liefern kann, wenn der Anlasser viel mehr Strom zieht, ist eine andere Frage. Für den Fahrbetrieb reicht das.

Bau das Ding wieder ein und prüfe so, wie in #2 vorgeschlagen. Die Anleitung ist unabhängig von der Restkapazität einer Batterie. Sie sollte nur tun. Wenn dann alles wieder schön lädt und leuchtet und blinkt und hupt und dann tut der Anlasser nicht richtig, dann ist es die Batterie.

Gruß Bernhard
 
Hallo,
Ich dachte, wenn man eine gesunde Batterie mit 19 Ah für 3 Stunden mit 6A maximal belastet, dann müßte die das doch aushalten.
Es sei denn, sie war schon vorher nicht in Ordnung!

Viele Grüße von

Klaus-B
Die Kapazitätsangabe bezieht sich auf einen 20stündigen Entladevorgang (so war das zumindest früher angegeben).
Dabei nicht einen 20 Ah-Akku 5 Stunden mit 4A belasten, sondern mit 1A über 20 Stunden.
Alles Andere ist Superstress bzw. Akkumeuchelei!
 
Hallo Bernhard,
Bedeutet das denn nicht auch im Umkehrschluß, daß die Batterie vorher nur mit 11Ah geladen war?
Bevor ich mit dem Entladevorgang begonnen hatte, zeigte mein Ladegerät (Ctek), daß die Batterie voll ist.

Viele Grüße von

Klaus
 
Du kannst nicht die volle Kapazität einer Starterbatterie nutzen. Ihr Zweck ist anders als z.B. bei einer Solarbatterie, kurz eine hohe Leistung zu bringen, wohingegen z.B. Solarbatterie lange Zeit geringere Ströme liefern soll. Von einer Starterbatterie lässt sich pi mal Daumen die Hälfte der Kapazität nutzen ohne Schaden zu nehmen.

Du hast deine Batterie tiefentladen und jetzt eine mögliche Fehlerquelle mehr, selbst wenn du sie nochmal geladen bekommst, gut hat ihr das nicht getan.

Die Kapazität der Batterie ist vermutlich nicht dein Problem gewesen, denn wenn die Lima richtig läd, ist der Ladestrom höher als der Verbrauch, sonst wäre ja nach längeren Fahrten die Batterie leer….

Selbst wenn die Batterie platt ist, wenn sie einmal läuft, dann läuft sie….

Meist liefert die Lima, bzw. Laderegler um 14,4 Volt. Auf jeden Fall sollte die gemessene Spannung bei laufendem Motor höher sein als wenn der Motor nicht läuft.
 
Hallo Bernhard,
Bedeutet das denn nicht auch im Umkehrschluß, daß die Batterie vorher nur mit 11Ah geladen war?
Bevor ich mit dem Entladevorgang begonnen hatte, zeigte mein Ladegerät (Ctek), daß die Batterie voll ist.

Viele Grüße von

Klaus
Nein, das Ctek macht das schon richtig so. Stell dir vor, die Batterie wäre ein Wassereimer und die gespeicherte Energie wäre das Wasser. Den Eimer kann man jetzt randvoll machen (laden) oder leerlaufen lassen (entladen). Die Alterung wirkt sich so aus, dass der Eimer im Laufe der Zeit schrumpft. Dann ist voll immer noch voll und leer immer noch leer, aber es passt nicht mehr so viel rein.

Sprich, im Neuzustand hatte die Batterie eine Kapazität von vielleicht 18 Ah, jetzt kann sie nur noch 11 Ah speichern. Aber beide Male hat das Ctek sie vollständig gefüllt. Im Gegensatz zum Eimer ist eine Batterie allerdings weitaus komplexer. Aber als Beispiel sollte es reichen.

Gruß Bernhard
 
Hallo,
Ich dachte, wenn man eine gesunde Batterie mit 19 Ah für 3 Stunden mit 6A maximal belastet, dann müßte die das doch aushalten.
Es sei denn, sie war schon vorher nicht in Ordnung!

Viele Grüße von

Klaus
Hi,
Mach bitte keine weiteren Experimente. Vermutlich heute Abend komme ich dazu, dir ein paar Anweisungen zu geben. Du hast aber sehr sicher ein anderes elektrisches Problem.

Hans
 
Die anderen haben dir ja schon zu deinem Experiment etwas geschrieben. Ich denke, es wird etwas Lehrgeld gekostet haben.

Wenn man wirklich den Akku einschätzen möchte, so kann man folgendes machen:

  • Akku voll laden, voll ist, wenn nur noch 50 bis 100 mA fliessen
  • Akku eine Stunde stehen lassen
  • Akku messen und Spannung aufschreiben (sollte > 12,4 Volt sein)
  • Nach weiteren 24 Stunden wieder messen und aufschreiben (Wert sollte mit obigem identisch sein)
  • Nach weiteren 24 Stunden nochmals messen
  • Ist der Wert von der ersten Messung um 0,2 Volt abgefallen sein, hat es der Akku demnächst hinter sich

Mein Akku von 2011 mit 18 Ah hat nach 5 Monaten 12,6 Volt

Werte eines Akkus: 12,6 perfekt, 12,4 OK, 12,2 schlecht, 12 und weniger - defekt

Nach den 48 Stunden ein Spannungsmessgerät anschliessen. Motor starten, am besten ohne Choke, so dass er schlecht anspringt. Beim Starten auf das Messgerät schauen: Geht die Spannung auf
  • 11 Volt runter - perfekt
  • 10 Volt - OK
  • < 10 Volt - Akku hat die beste Zeit hinter sich oder der Anlasser benötigt eine Revision
Hans
ps alle Werte oben beziehen sich auf eine AGM- oder Blei-Akku und sind als Näherungswert zu sehen. Lifepo haben etwas höhere Werte
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Hans,
Ich bin heute am späten Nachmittag bei meinem Motorradfreund gewesen.
Wir haben die Batterie eingebaut.
Sie hat 12,8 Volt, auch nach mehrmaligem Starten hat sie die Spannung gehalten.
Beim Anlassvorgang ging sie nie unter 11 Volt.
Die Batterie ist damit wohl nicht das Problem.
Während des Motorlaufs mit Licht ging die Spannung an der Batterie dann allmählich immer weiter runter. Nach ca. 15 min hatte die Batterie im Leerlauf noch 12,5 Volt.
Bei Drehzahlerhöhung auf 3000- 3500 UpM ging die Spannung allerdings nur auf 12,6 Volt hoch.

Soweit der momentane Status und allerbesten Dank für deine obigen Ausführungen zur Batterie.

Viele Grüße von

Klaus