Nichtraucher

Urgestein
Ich fange mal von vorn an, obwohl ich schon mal vor einigen Jahren drüber geschrieben habe.
Ne Weile her, so in etwa war es aber.....;)


Als ich die /6 übernahm, besaß sie die bekannt schlechte Einscheibenbremse, da ich schon immer die Trommelbremse in der /5 und der 60/6 gut leiden konnte stand fest, ich brauche eine Trommelbremse vorn. Relativ schnell war ein Rad gefunden, der Reifen steinalt aber unbenutzt, der Verkäufer hat direkt nach dem Kauf auf eine Scheibenbremse umgerüstet.
Die Speichen waren trotzdem schön schäbbich, wohl aufgrund der Lagerung. Da ich zu der Zeit wegen einer anderen Sache beim TÜV vorstellig werden musste und es just an diesem Tag in Strömen regnete hatte ich gewisse Bedenken weil ja jeder weiß dass so ein alter Reifen unfahrbar ist. Doch oh Wunder, selbst einige Testbremsungen konnten mich davon nicht überzeugen, alles prima und ich kam heil wieder heim.

Da ging der Reifen natürlich in die Tonne und ich habe das Rad neu eingespeicht, dann einen Conti RB2, passend zum K112 hinten, gewählt.

Nun wieder zurück zur Bremse, die Trommel, sorgfältig eingestellt, übertraf nicht nur die Doppelscheibe sondern auch meine Erwartungen!

Leider wollte es das Schicksal dass die BMW fahrfertig vor der Garage stand, als meine Frau den Wunsch äußerte, mich zu begleiten. BMW wieder rein, Honda raus wollte ich nicht also ab dafür. Ging erst prima, die Bremswirkung auch mit zwei Personen sehr zufrieden stellend, denn zusammen sind wir vom Gewicht her kurz vor dem Maximum dass die BMW tragen darf.

Also, wir rollten zunächst über das flache Land und wollten uns dann der Möhne (Stausee) zuwenden um dort ein Eis zu uns zu nehmen. Dazu mussten wir die B1 überqueren und ich bremste die BMW an der B1 in einer Steigung stehend ab. Dann ging es zwei oder drei Meter rückwärts ehe ich wie ein Wilder am Bremshebel zerrend die Kiste halten konnte.
Allein sicher keine Sache aber wenn hinten drauf, höchst überrascht von dem was grad geschah, jemand zappelt, wirds komisch, da legt man nicht mal schnell einen Gang ein und hält die Sache mit Motor und Kupplung. Wir fahren seit 1970 zusammen Zweirad aber rückwärts zu rollen war ihr halt neu.

Gut, in diesem Augenblick beschloss ich eine Doppelscheibe einzubauen. Natürlich mit neuen, optisch ansprechenden Bauteilen, also neuen Scheiben. Gleichzeitig das übliche Programm mit neuen Speichen und neuem Reifen.

Ich wusste, irgendwo im Keller in einer Kiste lungert noch eine Scheibe, eine Bremsscheibe meine ich natürlich, herum die darauf wartet irgendeine neue Verwendung zu finden.

Also den Raum auf links gedreht und als alles ordentlich neu sortiert war, etliches in die Tonnen wanderte, fand ich sie. Direkt neben der Tür hing sie auf einem Nagel an der Wand....:rolleyes:

OK, Leitungen besorgt, ein Verteiler und eine Hohlschraube für zwei Leitungen fand sich auch in einer Schachtel, darum war alles recht schnell zusammen gefummelt. Leider blieb es, nach pingeliger Einstellung, bei einem Kurztest.
Die Bremswirkung besser als mit der Einscheibe, in etwa mit der Doppelscheibe meiner Four vergleichbar. Also nix dolles....

Dann bemerkte ich die unterschiedlichen Lochungen und das ging ja gar nicht!


Nun eben richtig.

Die Scheiben habe ich bei Luise gekauft, ich glaube 2€ teurer als direkt bei Siebenrock aber dafür bekam ich sie sofort. Noch schnell die beiden Bremszangen und die Pumpe überholt, in die Bohrung des Bremslichtschalters* die eine, in die reguläre Bohrung der Einzelscheibe die andere Leitung geschraubt, alles eingestellt und es funktionierte halbwegs zufriedenstellend. Leider klang es beim bremsen so als würden die Klötze die Scheiben abrasieren, was mich nicht zufrieden stellte. Ich habe dann nochmal neue Klötze gekauft, bei Luise, mineralisch und dann passte es zunächst.
(*Hatte ja den Schalter von der Trommel oben am Lenker)

Leider begann eine Scheibe zu schlagen und die Bremse pulsierte unangenehm. Scheibe wieder abgebaut, ab nach Luise, eine neue gekauft und die verzogene einschicken lassen.
Sie kam zurück, wäre innerhalb der Toleranz aber Luise zeigte sich kulant und ich bekam den Kaufpreis wieder zurück.

Nun nochmals alles eingestellt und ich hatte eine Bremse wie noch nie an einer BMW. Ich habs probiert, trotz recht weichem Druckpunkt ein stehendes Vorderrad bei 100Km/h mit einem Finger machbar.
So habe ich mir angewöhnt nur mit zwei Fingern am Hebel zu bremsen und mir trotzdem ein ABS, (was ich eigentlich ablehne) gewünscht.

Was nicht mehr funktionierte was die schnelle Umstellung von der mäßigen Honda und der an sich ordentlichen Suzuki Bremse auf die Wirkung der BMW Doppelscheibe.
Einige Schreckmomente mit kurzzeitig stehendem Vorderrad weiter, aber auch weil meine Frau seitdem nicht mehr mitgefahren ist, (dass sie mit 65 lieber im Cabrio fährt, kann ich akzeptieren) kam der Rückbau auf die Trommel.

Um es noch kurz und sachlich zusammen zu führen,

neuer Bremszug
Einscheibenbremspumpe unterm Tank
mineralische Klötze und die Siebenrock Scheiben fügten sich zu einer äußerst giftigen Bremsanlage zusammen.


Natürlich weiß ich dass andere 2V Fahrer andere Erfahrungen gemacht haben aber bei mir ist es halt so wie geschrieben.

Da fällt mir grad ein dass die Frage nach dem Gabelstabi aufkam. Das Schutzblech ist in dem Bereich verstärkt, da biegt sich nichts.

Gruß

Willy

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