rhea

Einsteiger
Hallo liebe 2-Ventilergemeinde,
ich habe mir letztes Jahr eine R100R ('91) gekauft die rein äußerlich relativ gut da stand. Bis auf die maroden Stößelstangendichtungen an denen ein Schwitzen zu sehen war und ebenfalls Spuren von Öl hinten an der Ölwanne sah sonst alles sehr gut aus. Diesen Winter habe ich nun mit dem Tausch der Dichtungen etc beim Motor begonnen. Je mehr ich allerdings zerlegt habe, umso mehr Probleme sind zu Tage gefördert worden. Ich habe nun eigentlich den kompletten Motor zerlegt, einzig die Kurbelwelle samt Pleuel ist noch eingebaut.

Was mir nun Bauchschmerzen macht, ist die Ölpumpe. Wie auf Bild 2970 zu sehen, sieht man ein leichtes Schwitzen unten am Deckel. Beim Lösen der Schrauben waren die unteren auch sehr lose und nicht mit dem gefühlt notwendigen Drehmoment angezogen. Auf Bild 2999 sieht man Laufspuren der Ölpumpe auf dem Deckel, ein paar davon sind mit dem Fingernadel auch fühlbar. Nun zum Außenrotor, der hat leider auch ganz schöne Laufspuren, wie auf Bild 2996 zu sehen, diese sind ebenfalls gut mit dem Fingernagel zu spüren. Interessanterweise weißt aber gut 1/4 der Fläche ein anderes Abnutzungsbild auf. Wenn ich nun den Sitz mit dem Finger abtaste habe ich im hinteren Bereich der Lagerbuchse einen leicht abschüssigen konischen Verlauf, das sich mit dem Spuren auf Bild 2996 erklären lässt. Ist das so normal?

Die Bilder 2997 und 2998 zeigen die Stirnseite des äußeren Rotors zur Kurbelgehäuseseite respektive Getriebeseite. Die Bilder 3001 und 3002 zeigen die Spuren am Gehäuse. Auch diese sind leicht fühlbar, auch wenn nicht so gravierend wie an der Ölpumpe selber.

Das Fehlerbild wirft bei mir einige Fragen auf: Wie kann das passieren? Muss die Lagerbuchse ausgedreht und neu eingepresst werden, oder kann ich mit einer neuen Ölpumpe weiterfahren? Muss eventuell noch mehr auf Fehler überprüft werden?

Falls ich euch noch weitere Infos/Bilder schuldig bin, gebt gerne Bescheid.

Viele Grüße
rhea

IMG_2970.jpg IMG_2999.jpg IMG_2996.jpg IMG_2997.jpg IMG_2998.jpg IMG_3001.jpg IMG_3002.jpg
 
Solche Riefen kommen durch Fremdkörper im Ölkreislauf. Die Pumpe saugt das Öl an. Das hat nur das Schaumsieb davor. Das Öl geht durch den Motor und erst dann in den Filter.
Wenn z.B. die Stößel ausbrechen, gehen die Späne erst mal durch den Motor, So wie bei meiner R100.
Die Lauf-Spuren im Deckel, Gehäuse würde ich ignorieren und den Rotor für das eigene Gewissen neu machen.

So sah meine Pumpe aus. Da sind nur der Deckel und der Rotor neu gekommen.

20180629_211650.jpg
 
Also, ich muss ehrlich sagen: Ich sehe auf den Bildern jetzt nichts weltbewegendes...Ja, die Ölpumpe ist gelaufen und ab und zu ist da mal ein Partikelchen durch...aber von kritisch weit entfernt. Zumal die ohnehin, wenn man Gerüchten Glauben schenken mag, völlig überdimensioniert ist (Druck/Förderleistung)...Wie gesagt, Beurteilung anhand der Bilder.

Lieben Gruß, Hendrik
 
Wie sehen denn deine Stössel aus?

Hans
du hast die Kurbelwelle gesichert ....
Die Stößel sehen hervorragend aus. Dort ist kein Pitting zu sehen, nur minimale "Verfärbung", dass sie eben in Benutzung sind. Der Motor hat vermutlich 76.000km auf dem Buckel.
Ist die Kurbelwelle gegen verrutschen gesichert ?

Zwecks der Kurbelwelle: nein diese ist nicht gesichert? Geht es um die Anlaufscheiben um das Axialspiel einzustellen die von ihren Stiften rutschen können?

Solche Riefen kommen durch Fremdkörper im Ölkreislauf. Die Pumpe saugt das Öl an. Das hat nur das Schaumsieb davor. Das Öl geht durch den Motor und erst dann in den Filter.
Wenn z.B. die Stößel ausbrechen, gehen die Späne erst mal durch den Motor, So wie bei meiner R100.
Die Lauf-Spuren im Deckel, Gehäuse würde ich ignorieren und den Rotor für das eigene Gewissen neu machen.

So sah meine Pumpe aus. Da sind nur der Deckel und der Rotor neu gekommen.

Anhang anzeigen 397073
Was mir bei der Demontage aufgefallen ist, dass eine Menge Dichtmasse im Motor war. Unten an der Buchse vom Zylinder die im Korbelgehäuse sitzt, sowie an den Stößelstangengummisitzen:
IMG_2995.jpg
Das kommt mir viel zu viel vor, aber vielleicht liege ich da auch falsch. Aber die Unmengen an Dichtmasse können sich natürlich gelöst haben, da diese an vielen Stellen hing, und anschließend durch den Motor genudelt worden sein?
 
Zwecks der Kurbelwelle: nein diese ist nicht gesichert? Geht es um die Anlaufscheiben um das Axialspiel einzustellen die von ihren Stiften rutschen können?
jupp

Die Stößel sehen hervorragend aus. Dort ist kein Pitting zu sehen, nur minimale "Verfärbung", dass sie eben in Benutzung sind. Der Motor hat vermutlich 76.000km auf dem Buckel.
Dann würde ich den Vorrednern nachmachen (also nix) und alles wieder sorgsam zusammenbauen.

Hans
 
...Zumal die ohnehin, wenn man Gerüchten Glauben schenken mag, völlig überdimensioniert ist (Druck/Förderleistung)...Wie gesagt, Beurteilung anhand der Bilder.
Auch mit deutlich ausgeprägterem Riefen war meine Ölpumpe nicht irgendwie auffällig. Ölpumpenrotor erneuert, Deckel auf 400er Papier abgezogen und weiter verwendet. Ursache war eindeutig Pitting der Stößel. Die von rhea gezeigte Pumpe würde ich weiter verwenden. Deckel vorsichtshalber auf Verzug prüfen.

Statt aushärtender Dichtmasse habe ich am Zylinderfuß den O-Ring und zusätzlich Curil T2 (nicht aushärtend) benutzt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

die Riefen sind ja sehr wahrscheinlich von Eisenwerkstoffen.
Da könnte doch ein Magnet in der Ölwanne helfen, die die Späne vor der Ölpumpe schon abfangen.
Solche Magnete findet man z.B. häufiger in Getrieben.

Grüße
Oliver
 
Hallo reha,

willkommen im Forum.
Hallo Gummikuhfan. Vielen Dank, freue mich hier zu sein :-)
jupp


Dann würde ich den Vorrednern nachmachen (also nix) und alles wieder sorgsam zusammenbauen.

Hans
Leider habe ich mich da vor dem kompletten Zerlegen nicht 100%ig informiert und das Fixieren der Kurbelwelle nicht auf dem Schirm gehabt. Die hintere Anlaufscheibe sieht man ohne Probleme von der Kupplungsseite. Die vordere Anlaufscheibe sieht man von der Ölwannenseite bzw. den Zylinderfußaufnahmen. Aus den Perspektiven kann man erkennen, dass sie noch bündig sitzen. Wenn ich richtig informiert bin, sind bei älteren Modellen das einfache Stifte die diese Anlaufscheiben fixieren. Bei mir sieht das nach Schwerspannstiften aus, welche die Anlaufscheiben fest fixieren sollten?!

1768404823370.png


Hallo,

die Riefen sind ja sehr wahrscheinlich von Eisenwerkstoffen.
Da könnte doch ein Magnet in der Ölwanne helfen, die die Späne vor der Ölpumpe schon abfangen.
Solche Magnete findet man z.B. häufiger in Getrieben.

Grüße
Oliver
Im Öl konnte ich nichts erkennen, muss aber nicht heißen, dass bei den Ölwechseln davor mal etwas mit drin war. Einzig auf dem Ölsieb habe ich Dichtmasse gefunden. Eine Ölablassschraube mit Magnet wurde aber bereits geordert und beim Zusammenbauen Einsatz finden.

Grüße rhea
 
Leider habe ich mich da vor dem kompletten Zerlegen nicht 100%ig informiert und das Fixieren der Kurbelwelle nicht auf dem Schirm gehabt. Die hintere Anlaufscheibe sieht man ohne Probleme von der Kupplungsseite. Die vordere Anlaufscheibe sieht man von der Ölwannenseite bzw. den Zylinderfußaufnahmen. Aus den Perspektiven kann man erkennen, dass sie noch bündig sitzen. Wenn ich richtig informiert bin, sind bei älteren Modellen das einfache Stifte die diese Anlaufscheiben fixieren. Bei mir sieht das nach Schwerspannstiften aus, welche die Anlaufscheiben fest fixieren sollten?!
Es gibt einen ganz einfachen Test: Schwungscheibe montieren und die Schrauben von Hand anziehen (bis sie greifen, d.h. kurz vor "fest"). Dann den Motor drehen. Lässt er sich drehen, die Schrauben handfest anziehen. Wieder Motor drehen. Wenn gut, dann die Schrauben mit dem richtigen Drehmoment fest ziehen - danach sollte alles funktionieren.

Gibt es einen Punkt, an dem sich der Motor nicht drehen lässt: Alles lösen und Motor zerlegen. Leider. Wenn die Schrauben nicht allzu fest angezogen wurden, sollten die Schäden verschmerzbar sein (Markierungspunkte an den Anlaufscheiben). Falls doch, sollten sie ersetzt werden.


Hans
 
Leider habe ich mich da vor dem kompletten Zerlegen nicht 100%ig informiert und das Fixieren der Kurbelwelle nicht auf dem Schirm gehabt. Die hintere Anlaufscheibe sieht man ohne Probleme von der Kupplungsseite. Die vordere Anlaufscheibe sieht man von der Ölwannenseite bzw. den Zylinderfußaufnahmen. Aus den Perspektiven kann man erkennen, dass sie noch bündig sitzen. Wenn ich richtig informiert bin, sind bei älteren Modellen das einfache Stifte die diese Anlaufscheiben fixieren. Bei mir sieht das nach Schwerspannstiften aus, welche die Anlaufscheiben fest fixieren sollten?!

Wenn die Anlaufscheibe noch da sitzt wo sie sein soll, dann jetzt unbedingt die KW sichern - was nicht passiert ist kann noch kommen und das wäre dann doppelt ärgerlich.

LG
Rainer
 
Hallo liebe 2-Ventilergemeinde,
.... Muss die Lagerbuchse ausgedreht und neu eingepresst werden, oder kann ich mit einer neuen Ölpumpe weiterfahren?

Ist das den wirklich keinem der Vorschreiberlinge aufgefallen?

Es gibt keine "Lagerbuchse" - zumindest nicht im Serienzustand. Der Außenrotor der Ölpumpe läuft direkt im Alu des Kurbelgehäuses.

Erst wenn Letzteres an dieser Stelle nicht weiterverwendungsfähig verschlissen ist kann man es durch Aufspindeln und Einsetzen einer Lagerbuchse "retten".

Ansonsten: Was den Zustand der Pumpenbauteile und ihrer Weiterverwendung betrifft kann ich mich den Vorschreibern nue anschließen.