LaurenzH

Einsteiger
Hallo Boxergemeinde,

nach einem langen Kampf mit dem Umbau meiner Kupplung auf hydraulische Betätigung dachte ich mir, ich gebe meine Erfahrungen mal weiter. Vielleicht hilft es dem einen oder anderen, der vor einem ähnlichen Umbau steht.

Zur Hintergrundgeschichte:
Ich bin derzeit dabei, meine BMW R100 RS zum Café Racer umzubauen. (Originalitätsfetischisten können an dieser Stelle gerne weiterscrollen. 😄)

Dabei wollte ich auch die Kupplung auf hydraulische Betätigung umrüsten. Die Idee war eigentlich simpel: Bowdenzug raus, hydraulischen Kupplungsgeber montieren, Leitung verlegen und unten, wo normalerweise der Bowdenzug eingehängt wird, einen universellen Kupplungsnehmerzylinder montieren. Dafür habe ich mir sogar einen speziellen Halter aus Edelstahl gefertigt (siehe Bilder).

Ohne Pumpe lag ich für das Material bei gerade einmal bei ca. 35 €.

Alles montiert, befüllt und getestet – und dann kam die Ernüchterung: Der Nehmerzylinder machte gerade einmal 7 mm Hub.

An diesem Punkt habe ich dann auch gelernt, dass die Angabe bei einer Radialpumpe 17,5 × 22 nicht bedeutet, dass die Pumpe einen Kolbendurchmesser von 17,5 mm und 22 mm Hub hat. Die 22 mm geben vielmehr den Abstand des Kolbens zur Drehachse des Hebels an. Der tatsächliche Kolbenhub lag bei meiner Pumpe nur bei etwa 7 mm.

Damit hatte ich natürlich viel zu wenig Volumen. Für die benötigten knapp 20 mm Hub am Kupplungsmechanismus hätte ich einen deutlich größeren Nehmerzylinder benötigt – theoretisch etwa 10 mm Kolbendurchmesser. Einen passenden Zylinder, der mit dem von meiner Pumpe geförderten Volumen diese 15-20 mm schafft, konnte ich allerdings nicht finden.

Eine neue Pumpe kaufen wollte ich ebenfalls nicht, schließlich war sie das teuerste Teil des gesamten Umbaus.

Dann bin ich auf die Lösung von SWT gestoßen, bei der der Nehmerzylinder direkt am Getriebe montiert wird. Genau das, was ich eigentlich gesucht hatte. Also habe ich SWT kurz angeschrieben und gefragt, ob das System auch mit einer 17,5-mm-Pumpe funktioniert bzw. ob eine entsprechende Anpassung möglich wäre. Leider habe ich darauf keine Antwort bekommen.

So komplex kann das ja nicht sein, dachte ich mir … also ab an die Drehbank. 😅

Den Zylinder, den ich bereits hatte, habe ich so abgedreht, dass noch etwa 10 mm Hub zur Verfügung stehen, und anschließend ein M22 × 1,5-Gewinde auf das Gehäuse geschnitten. Am Kolben habe ich zusätzlich einen kleinen Absatz gedreht, um dort eine Feder einsetzen zu können. Dadurch wird das Ausrücklager im Getriebe dauerhaft leicht vorgespannt.

Das Druckstück im Getriebe musste ich ebenfalls noch um ein paar Millimeter ausdrehen, damit ausreichend Platz für das Zylindergehäuse vorhanden ist.

Anschließend noch die Halteplatte und Gegenplatte gefertigt, alles montiert und entlüftet. Schon wieder zu wenig Weg!! Also woran hats gelegen? Zu viel Leerweg. Der Zylinder steht an der Druckplatte an. Ich bekomme den Koben nicht näher ran. Die Lösung: Das Ausdruckstück näher an den Kolben bringen.
Alles wieder zerlegt, Distanz Plättchen gedreht (am letzten Bild sieht man wie es sich in der Feder versteckt), wieder alles zusammen und entlüftet – und siehe da: Es funktioniert perfekt.

Über das M22-Gewinde lässt sich der Abstand bzw. die Position des Zylinders sehr fein einstellen. Als ich das passende Maß gefunden hab, hab ich entsprechend danach ein Distanzring gedreht.

Kostenmäßig ist die Lösung auf jeden Fall deutlich günstiger, als komplett auf das SWT-System umzurüsten. Dafür hat mich der Umbau allerdings ordentlich Zeit und Nerven gekostet, auch wenn es sich so ganz einfach anhört. war viel try and error😅

Trotzdem bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die Kupplung funktioniert sauber und der Umbau ist jetzt deutlich kompakter gelöst als meine ursprüngliche Variante mit dem Zylinder am ehemaligen Bowdenzuganschluss.

Langsam nimmt der Umbau also Gestalt an.

Als Nächstes wartet schon die nächste Odyssee: USD-Gabel und TÜV-Eintragung in Österreich.

Falls jemand damit bereits Erfahrungen gesammelt hat oder Tipps für den Umbau bzw. die Eintragung hat, würde ich mich natürlich sehr darüber freuen. Vielleicht kann ich mir damit die eine oder andere Stunde Frust ersparen. 😄

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Zuletzt bearbeitet:
Na, deine fertige Lösung macht doch einen wertigeren Eindruck als die Lösung "im Seil". Ich hatte mit dem Gedanken auch schon gespielt, aber wieder verworfen, da ich mit billigen ChinaZylindern keine dauerhafte Lösung gefunden hatte. Sie gingen einfach zu schnell undicht.

Und das mit dem /6 Getriebe geht schon nicht mehr, wenn du einen Leichten Schwung drin hast.

Bin gespannt auf deinen weiteren Verlauf. Lass mal Bilder von der Kiste sehn.

Gruß
der Indianer
 
Soweit ich mich erinnere wird bei dem SWT Nehmerzylinder ein 10mm Kolben empfohlen. Ich habe ihn mit einer Radial 12,5mm Pumpe verbaut und das funktionierte auf Anhieb, und das seit über 7 Jahren. Plug 'n' Play wie man es sich wünscht.
 
Hallo,
sehr schön gemacht, aber wo liegt der Vorteil in der Hydraulik?
Ok, mehr Bauteile und die Möglichkeit der Ölleckage. Betätigungskräfte verringern sich hoffentlich dadurch.
Ich habe bei mir eine Kupplungsarmatur einer CZ250 verbaut und selber einen neuen Zug angefertigt. Gefühlt habe ich damit eine Halbierung der Betätigungskraft erreicht.
Ich finde simpler und leichter geht es nicht.
Gruß Ralf
 
...aber wo liegt der Vorteil in der Hydraulik?
..und die Möglichkeit der Ölleckage.

Verdammt, daran habe ich noch gar nicht gedacht. Werde schnellstens zurück rüsten und auch meine hydraulisch betätigte Vorderradbremse auf Trommel mit Seilzug ändern, nicht dass die mal undicht wird.

/Ironie off

Muss immer alles einen Sinn haben? Vielleicht reicht der Spaß am Basteln?
 
Als meine hydraulische Kupplung streikte, war ich in Bardonecchia in eine kleine Werkstatt. Der Inhaber war sehr hilfsbereit und wir hatten dann noch zusammen entlüftet.
Ohne die hydraulische Kupplung hätte ich dieses Erlebnis nicht bekommen. Möchte auf die Kupplung nicht mehr verzichten, auch wenn die Betätigungskraft nicht auf die Hälfte reduziert wurde.
 
Ja ich hab ein 14mm Nehmerzylinder verbaut. Das ist quasi das selbe Verhältnis wie 12,5 zu 10mm (~5% Differenz) und wie gesagt. Nachdem ich alles eingestellt hatte und überall die richtigen Maße hatte funktioniert es wunderbar.

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Haha jaja. Die Freude am basteln ist sicher Hauptgrund. Siehe Digitales kombi instrument. (Auf den letzen Bildern) das war auch nur aus Freude am tüfteln. Haben wir keine Österreichischer hier die schon mal ein USD Gabelumbau eingetragen haben?
 
Zuletzt bearbeitet:
Jop. Oberfläche ist selber programmiert. Gehäuse aus Alu und der Edelstahlring sind auch selber gedreht. Sensoren und Schalter speise ich in ein Arduino ein und steuere damit Licht Starter Zündung usw. Keyless go ist ebenfalls an board. Die daten sende ich über uart an das Display. Nächste Stufe wäre noch es kompatibel zu android auto zu machen. Aber da reicht ein Arduino nicht mehr...
 
Also, als einer der seit gut 40 Jahren seine 90S stetig am umbauen ist, zur Optimierung. Die Teile die noch original /6 sind kann ich an einer Hand aufzählen. Es gibt bei der Q so viel zu verbessern, wenn man nicht unbedingt ein originalheimer ist. Sollte ich alles was ich umgebaut habe hier aufschreiben würde ich locker über eine Stunde am PC sitzen. Die Kupplungsbetätigung war für mich nie eine Überlegung wert. Bei der /6 Kupplung war BMW noch in der Versuchsphase, erst mit der neuen Kupplung (Alu Hebel) war sie optimal. Auf die hab ich natürlich umgebaut. Allerdings hatte ich erst mit der ERB-Reibscheibe die maximale Satisfaktion (BBK mit ca. 85-90PS). einige Umbauer haben sogar eine stärkere Tellerfeder der 4-V verbaut. Das ist aber gar nicht nötig. Butterweiche Betätigung, sie packt richtig gut zu, und was natürlich auch wichtig ist, sie trennt sehr gut.

gruss peter
 
Hi Laurenz,
anfänglich hatte der Nehmerzylinder den Kupplungshebel zu ziehen.
In der zweiten Stufe nimmst du den gleichen Zylinder (?) um die Kupplung direkt mit Druck zu beaufschlagen.
Ist das jetzt ein anderer Nehmer oder sind die beiseitig zu verwenden.
Wernn's dir nicht zuviel Mühe ist, bitte um Aufklärung.
Nachdem ich zum wiederholten Male Sehnenscheidenentzündung im linken Handgelenk habe mutmassllich wegen der schwergängigen Kupplung an meiner 75/6 mit schwerem Schwung, muss ich hier was unternehmen.
Besten Dank vorab
Peter
 
Ja genau. Selber Zylinder. Die Betätigungskraft hängt ja nicht nur von der hydraulischen Übersetzung, sondern auch vom Hebel Abstand der Pumpe ab. Ich hatte auch noch einen 2 Nehmer Zylinder mit 19mm gekauft, aber dann e nicht verwendet. Wie oben FrankH geschrieben hat verwendet swt ein 10mm Nehmerzylinder mit einer 12,5mm Pumpe. Das ist dem was ich jetzt habe sehr ähnlich. (17,5mm Pumpe mit 14mm Nehmerzylinder ~5% Differenz zu swt)

Ich würde nicht behaupten das die Kupplung "viel" leichter geht. Schlussendlich entspricht die potentielle Energie der Kupplungsfeder, die der Fingerkraft mal Kupplungshebelabstand. Egal ob mechanisch oder hydraulisch. Ich finde aber sie "fühlt" sich besser an und lässt sich besser dosieren.
Lg
 
Nachdem ich zum wiederholten Male Sehnenscheidenentzündung im linken Handgelenk habe mutmassllich wegen der schwergängigen Kupplung an meiner 75/6 mit schwerem Schwung, muss ich hier was unternehmen.
Hallo Peter,
als mechanische Lösung gibt es da zum einen die "Umlenkrolle", die nach Aussagen im Bekanntenkreis wohl recht gut funktioniert.
Ich habe das Problem bei meinen beiden /6 gelöst, indem ich den originalen BMW-Kupplungshebel durch einen der Firma Domino/Tommaselli ersetzt habe, der u.a. an Moto Guzzis verbaut wird. Die gibt es mit unterschiedlichen Hebelübersetzungen. Dazu muss man aber die originale Griffeinheit so modifizieren, dass nur noch die Einheit mit den Schaltern übrig bleibt. Bei Interesse kann ich Dir Bilder schicken.
Viele Grüße,
Stephan
 
Moin,
Sehnenscheidenentzündung hört sich nicht gut an, auskurieren und erst dann wieder Moppedfahren.?(
Zum Thema Kupplungsbetätigungskräfte. Bei meinem ehemaligen Gespannen, alle schwerer Schwung 50 PS, haben sich Bekannte, die auch mal Gespann ausprobieren wollten, immer gewundert, wie wenig Kraft sie zum Betätigen der Kupplung aufwenden mussten. Bei ihren 2Vs musste ich oft mehr Handkraft aufwenden. Das Einzige was ich immer mache, ist den Bowdenzug und die Hülle vor der Montage zu ölen.
Wenn es tatsächlich leichter gehen soll dann würde ich die Umlenkrolle montieren. Halbierung der Kraft.
 
Umlenkrolle halbiert die Kraft, bdingt aber eigentlich auch mehr Weg am Hebel - scheint manchmal diffizil in der Einstellung bis nahezu unmöglich zu sein. Ich werde -aber erst im Winter- den Weg des Vorredners Stephan beschreiten. Also Umlenkrolle und anderer Hebel.
Sehnenscheide: dicker Salbenverband-Schmerzmittel-tape - so geht das schon!
Gruss, Peter