Boxerbabe

Teilnehmer
Guten Morgen 🙋🏻‍♀️
Ich weiß, dass es dazu schon einige Beiträge gibt, habe aber keinen gefunden, der mir die Frage beantworten konnte.
Gab es ab einem bestimmten Baujahr nach 1988 schon ab Werk gehärtete Ventilsitze?
Ich habe eine R100GS Bj 1990 und habe mich gefragt, ob es sinnvoll ist Bleizusatz zu fahren oder, ob es eventuell schon ab Werk eine Änderung gab, dass das nicht nötig ist.
Danke schonmal für alle Antworten 😊
 
Keine Ahnung - aber ich fahr in allen meinen BMWs (R25/3, Baujahr 54 bis zur "80/5" (ursprünglich R50/5, nun mit Nicasil"set")) mit bleifreiem Sprit und ohne irgendwelche Zusätze. Geschadet hat das bisher keinem Motor.
Das sind halt nur meine Erfahrungen - ob die "bleifreien Sitze" erforderlich sind können die Spezialisten hier im Forum diskutieren.

Grusz

Bernd
 
Ich fahre eine 81er G/S deren Ventilsitze ab Werk noch nicht bleifrei tauglich waren.
Die Änderung erfolgte 1984 auch für nachfolgende Modelle, aus meiner Erinnnerung.
Habe aber ab Einführung des bleifreien Spritt
diesen auch immer ohne Schäden getankt.
 
Ohne da jetzt genau nachzuforschen, die BMWs wurden mit den gleichen Teilen im Motor in die
USA geliefert. Dort wurden die schon in den 70er Jahren bleifrei betankt.

Deine R100GS kannst Du jedenfalls getrost bleifrei fahren

Grüße
MB
 
Da schrieb mal in einem Käferforum ein Auskenner, dass alte Motoren, die in ihrer Jugend schon reichlich Blei gesehen hätten, damit schon weitenteils safe seien gegen den unverbleiten Sprit. Ab da verzichtete ich auf die Zusatzstöffchen im alten Käfer, 32 Jahre bei uns, bei jedem dritten Tanken fast einen Zehner draufzudonnern. (Diese Zusatzchemismen sind wohl auch nicht "ohne"...)
Schadenfrei auf weiteren 80.000 km. Auch keinerlei Veränderung des Ventilspiels 0.1 / 0.1.

Ich habe hier einen Satz gebrauchte BMW-Köpfe für 750er und 800er Motoren, auch ohne abgesetzte Ringe. In der Annahme, dass bei denen das Gleiche zutrifft (... haben schon ausreichend verbleiten Sprit gesehen in ihrer Jugend...) werde ich die Köpfe auch "so" montieren - und das Ventilspiel in kurzen Abständen dann begucken. Werden die Köpfe allerdings mal überholt, dann sollen sie die Ringe bekommen.
 
Wie die Vorschreiber schon geschrieben haben: Die R80/100GS war von Produktionsbeginn an "Bleifreitauglich". Sie haben auch die Auslassventile mit 30 Grad Sitzwinkel, die m.W. mit den Paralever Boxern kamen.

Ergänzend: Den Ventilen sollte man bei den 2V Boxern in mehrerlei Hinsicht Aufmerksamkeit schenken. Die Bleifreitauglichkeit der Ventilsitze ist da nur ein Teilaspekt. Oft ist das Spiel der Ventile in den Führungen zu groß. Man merkt das an hohem Ölverbrauch (die BMW 2V-Boxer haben keine Ventilschaftabdichtungen) und gelben/braunen Ablagerungen an der Ölseite des Zylinderkopfs im Bereich um die Ventile. Manche sagen, dass die 30 Grad Ventilsitze den Verschleiß begünstigen, weil die das Ventil schlechter zentrieren als 45 Grad Sitze. Jedenfalls gibt es durchaus Fälle, in denen schon weit unter 100 TKM Führungen verschlissen waren (hatte ich selbst auch an einer GS). Ich lasse dann auch die Sitze und Ventile auf 45 Grad zu ändern. Es gibt Spezialisten, die das gut und mit viel Erfahrung machen (z.B. Wank in Nattenhausen oder hier im Forum der Rolf ). Wenn man das Spiel in den Ventilführungen ignoriert, nimmt man das Risiko eines Ventilabrisses in Kauf. Nicht ganz häufig, aber wenn es passiert, mit vielen Kollateralschäden.

Gruß
Marcus
 
Mal grundsätzlich : BMW hat in keinen R2V Boxer "harte" Ventilsitzringe eingebaut. Das wäre bei den gepanzerten Ventilen sicher kritisch.
einlass