hg_filder

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Teammitglied
Hallo in die Runde,
mir wurde über den VFV ein Kontakt zu einem älteren Herren aufgemacht, der ein Problem mit einer Honda CB72 und seiner LiMa bzw. seinem Akku hat. Da er keinerlei digitalen Dienste nutzt, verkehren wir via Telefon und Brief. Old Fashion, aber sehr nett.

Das Problem ist, dass der Akku immer wieder "hops" geht, d.h. vermutlich durch Überspannung den Batterietod stirbt. Da kaum noch Blei-Säure Akkus angeboten werden, wird auch in diesem Fall eine Gel-, vermutlich eine Blei-Fliess-Batterie genutzt. Ich habe mir daraufhin den Schaltplan (kam per Post) angesehen, musste aber feststellen, dass ich ihn auf Anhieb nicht verstanden habe. LINK zum Plan

Die LiMa besteht aus drei Spulen, so dass es eine Drehstrom-LiMa sein könnte. Dagegen spricht ein normaler Brückengleichrichter. Des weiteren geht eine Spule zum Gleichrichter, zwei weiter zum "Lichtschalter". Weder Zündschloss noch Lichtschalter sind von der internen Verschaltung dokumentiert. Im Netz finden sich dann Kommentare wie "mit Licht werden die LiMa umgeschaltet". Im ersten Anlauf dachte ich, dass die beiden weiteren Spulen rein für das Fahr/Fernlicht zuständig sind (wie bei alten Rollern oder Mofas), jedoch gab es keinen elektrischen Rückweg, auch waren die drei Spulen an einer Seite komplett verbunden.
Des Rätsels Lösung ist erst ersichtlich, wenn man alle Kontakte und deren Verbindung aufgeschrieben werden -> dann wird erst ersichtlich, dass die zwei weiteren Spulen über separate Kontakte mit den dritten Spule verbunden werden (Parallell-Schaltung der drei Spulen), wenn das Fahrlicht eingeschaltet wird. Das macht Sinn, denn die LiMa hat keinen Regler.

Da ich vermutlich nicht der einzige bin, der auf die Idee den Gleichrichter durch eine Gleichrichter/Reglereinheit ersetzen möchte (in dem Zuge die Parallelschaltung permanent zu verbinden, d.h. den Lichtschalter zu umgehen): Kennt jemand das Problem und hat vielleicht einen Vorschlag für diesen Regler? Ich habe mal die Honda-Foren etwas durchsucht, habe aber vermutlich nicht die richtigen Suchbegriffe eingetragen (in englisch ebenfalls versucht). Mein Problem ist, dass ich von der LiM keine Kenndaten gefunden habe, d.h. außer dass es sich um eine Wechselspannungs-LiMa mit drei Wicklungen (kein Drehstrom d.h. alles drei Spulen sind Phasengleich) mit 12 Volt handelt.

Wer eine Idee hat, immer her damit. Vielleicht meldet sich ja Frank (Franky88), denn er hat wohl mit Japanern viele Berührungspunkte.

Hans
 
Um zur Dimensionierung zu kommen, würde ich mal abschätzen.
Was alles beim Licht einschalten aktiviert wird, addieren und davon die Hälfte ist etwa die Leistung pro Spule (denke, die sind gleich groß?).
 
Ich habe mal alle unnötigen Verbindungen entfernt, dann kann man gut sehen, dass das drei parallel geschaltete Spulen sind, wenn gelb und rosa verbunden werden. Wenn getrennt, dann nur die rechte Spule. Da es nur ein Brückengleichrichter ist, dürfen die Phasen der einzelnen Spulen nicht versetzt angeordnet sein, d.h. phasengleicher Wechselstrom.


CB Wiring hg.webp
 
Also Mega, was hier so parat ist. Das Problem mit der nichtregelbaren LiMa an Japanern scheint bekannt zu sein (war ja meine Vermutung), habe einen super Link von einem Foristen bekommen. Darin wird genau das beschrieben (und das in Deutsch), was ich aus dem Schaltplan gelesen haben. Das beste ist, dass die Lösung runde 20 Euro kostet -> was will man mehr



und


und das Teil



Einziger Wermutstropfen: Das Teil regelt bei 14,4 Volt ab .. Mal sehen, was der Akku ab kann


Hans
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Hans,

generell weißt Du viel mehr, als wir hier aus Deinen veröffentlichten Daten. Wir kennen weder den Besitzer noch den Zustand seines Mopeds und was Er damit vorhat etc. Pauschal: Ich hatte bereits schon des öfteren davon gehört, daß es bei so alten Maschinen (alle Hersteller, nicht nur bei Honda) zu einem verstärkten Ausfall der Selen-Gleichrichter kommt und die Batterie deshalb nur noch minimal geladen wird. Zur ersten groben Einschätzung müßte man zunächst einmal einen Fragen-Katalog beantworten...

Akku geht immer wieder hopps...
Das ist relativ: wieviel mal denn in den vergangenen 60 Jahren?
Wie oft fährt Er denn und wie lange um den Akku am Leben zu erhalten? Die LiMa's der damaligen Zeit waren nur knapp dimensioniert und überhaupt nicht ausgelegt für das Fahren mit Licht auch am Tag. Benutzt Er in langen Stillstandszeiten ein Erhaltungsladung-Ladegerät oder klemmt Er den Akku ab?

Windungswurm: Kann Er sich selbst helfen und mit einem Meßgerät umgehen zur Fehler-Diagnose? Alle Kabelverbindungen in Ordnung (Übergangswiderstände, Kriechströme etc.)?

Ist Er der Typ von "alles muß Original sein" (in dem Zusammenhang z.B. eines evtl. Austausch's des Selen-Gleichrichters in der richtigen Farbe) ? Ernst gemeint, ich kenne einige Leute...

Ist Er bereit u.U. im unsichtbaren Bereich techn. Veränderungen vorzunehmen: ich denke da z.B. an Power-Dynamo Lösungen wie z.B. Kombi's Lima*/elektron. Zündungen etc. / Im Durchschnitt haben diese Kombis incl. Neuem Polrad von Haus aus um die 100 Watt (ausreichend um mit einer H4-Lampe zu fahren (nur wenn Er das möchte). Da kann man mal schmökern bei Vape und Co...
Könnte Er in solch einem Fall selbst umverdrahten?

Di siehst also: da ist schon einiges zusammengekommen...

Übrigens: Dein eingestellter Brückengleichrichter om #7 ist genau bei den meisten o.a. Kombis dabei..

LG Uwe
 
generell weißt Du viel mehr, als wir hier aus Deinen veröffentlichten Daten.
Nicht unbedingt, ich versuche es aber mal

Wir kennen weder den Besitzer noch den Zustand seines Mopeds und was Er damit vorhat etc.
Neben echten alten Motorrädern fährt er diesen Joungtimer über den Sommer, ist von 04 bis 10 angemeldet

Pauschal: Ich hatte bereits schon des öfteren davon gehört, daß es bei so alten Maschinen (alle Hersteller, nicht nur bei Honda) zu einem verstärkten Ausfall der Selen-Gleichrichter kommt und die Batterie deshalb nur noch minimal geladen wird.
Das ist nicht das Problem, d.h. die LiMa lädt auf jeden Fall

Akku geht immer wieder hopps...
Das ist relativ: wieviel mal denn in den vergangenen 60 Jahren?
Erst in den letzten Jahren, scheint mit dem Einsatz von Gel-Batterien im Zusammenhang zu stehen. D.h. der Akku startet zuverlässig den Motor über einen längeren Zeitraum und plötzlich „tod“. Diagnose des Batteriehändlers: Tod durch Überspannung, ausgekocht (Elektrolyt ausgetreten)

Wie oft fährt Er denn und wie lange um den Akku am Leben zu erhalten? Die LiMa's der damaligen Zeit waren nur knapp dimensioniert und überhaupt nicht ausgelegt für das Fahren mit Licht auch am Tag. Benutzt Er in langen Stillstandszeiten ein Erhaltungsladung-Ladegerät oder klemmt Er den Akku ab?
Geh mal von Fahrten ab und zu aus, aber die Fahrten sind lang genug, dass der Akku aufgeladen wird. Fahrten immer mit Licht. Stiilstand im Winter mit Ausbau, nach dem Winter kurz aufladen und starten.

Windungswurm: Kann Er sich selbst helfen und mit einem Meßgerät umgehen zur Fehler-Diagnose? Alle Kabelverbindungen in Ordnung (Übergangswiderstände, Kriechströme etc.)?
Würde ich bei Überspannung eher nicht vermuten, wie geschrieben, kein Regler verbaut. Leider keine Messung der Spannung vorhanden, erst im April wieder möglich.

Ist Er der Typ von "alles muß Original sein" (in dem Zusammenhang z.B. eines evtl. Austausch's des Selen-Gleichrichters in der richtigen Farbe) ? Ernst gemeint, ich kenne einige Leute...
Kein Thema, er ist für eine moderne Gleichrichter/Regler Kombi zu haben, hatte ja bei mir nach einem passenden Regler gefragt. Original ist kein Regler verbaut.

n: ich denke da z.B. an Power-Dynamo Lösungen
Das wäre der Schritt, wenn keine kleine Lösung gehen würde

Könnte Er in solch einem Fall selbst umverdrahten?
Ja, ist auf jeden Fall sehr fähig

Was ich noch weis: Sobald eine stärkere Leuchte, auch schon eine Bilux, eingebaut wird, bleibt er mit dem Motorrad liegen, Akku schwach.

Meine Vermutung ist, dass das ganze System, dass ja etwas tricki ist, mit der modernen Batterie nicht zurecht kommt. Eine ungeregelte LiMa finde ich etwas suspekt, d.h. ich kann gut verstehen, dass er ein geregeltes System haben will.
Fährt er ohne Licht, ist alles in Ordnung. Eine weitere Möglichkeit wäre, die Last etwas zu erhöhen, z.B. eine weitere kleine Leuchte. Ist aber ehrlich auch keine Lösung, vor allem, brennt die durch, passiert die gleiche Sache wieder.

Da der vorliegende Fall auch in Foren beschrieben wird, wie hier im oben verlinkten Suzuki Forum und dort ebenfalls nach Lösungen gesucht wurde, würde ich denen nun mal folgen, zumal mir deren Lösungsansatz für mich technisch nachvollziehbar ist.

Hans
 
Ok, wenn es am Gleichrichter liegt, wäre das vorerst die kostengünstigste und vom relativ geringen Arbeitsaufwand her wahrscheinlich die beste Lösung. "Ich" würde nach erfolgtem Einbau zunächst am Anfang mit angeklemmtem Meßgerät wegfahren um die Ladespannung während der ganzen Fahrt im Auge zu behalten.
Evtl. stärkere LiMa? Ich kam darauf weil mein Schwager (sehr großer Pedant) so ein "Originaler" ist und mich ins Staunen versetzte als Er mir sagte, daß die 35W-Funzel in seiner 50er Kreidler zu wenig ist und Er aus Sicherheitsgründen auch Blinker wünschte. Ich erklärte Ihm daß es Mitte der 70er die sogenannte "Ulo-Box" für die Blinker gab die jedoch schon damals mit den NiCd-Zellen mehr schlecht als recht funktionierte. Nun: nach abwägen von Vor- und Nachteilen verblieben wir so, daß wir eine 7Ah- Gel-Batterie und eine Vape*-Anlage orderten und ich die komplette Verkabelung übernahm.
Die *Vape gibt es in vielen Ausführungen in 6- und 12V für Gleich- und Wechselstrom und elektron. Zündung und ist ganz Easy zu installieren... (komplette *Vape-Einheit um die 230 €).

Hier Unsere beiden 50er: Die (mit H4-Lampe und Blinker) Orange Kreidler Bj-71ist Ihm und die Rote Hercules Bj-70 mir. (genauso wie sie dasteht hatte ich sie 1970 Neu gekauft). Beide Maschinen kosteten damals in etwa das gleiche. Ich fragte meinen damaligen Nachbarn (das war die Zündapp Ikone Otto der mit seinem KS601-Gespann und seiner Frau Erna über 1Mio-km damit fuhren) welche "Er" nehmen würde: "die Hercules"... Warum: die hat nicht diesen Presstahlrahmen sondern einen Soliden Rohrrahmen mit Unterzügen ---> die sind nur geschraubt ---> egal, bessere Statik... Da war ich als 16-jähriger heilfroh, hatte doch die Kreidler damals noch die 5,3 PS und die Hercules schon den Nicasil-Zylinder mit 6,25 PS...

Hercules und Kreidler_Kornsand 1v5_20250619.jpgHercules und Kreidler_Kornsand 3v5_20250619.jpg Hercules und Kreidler_Kornsand 5v5_20250619 .jpg