Dschembe

Blümchenpflücker
Liebe Gemeinde,

die Stößeldichtungen meiner R80G/S fangen an, undicht zu werden.
Da schwitzt also nicht nur Öl heraus, es sifft schon ganz leicht.
Habe die Dinger, original BMW-Ersatzteile, vor ca. 10 Jahren eingebaut, jetzt haben sich wohl die Weichmacher aus den Gummis verabschiedet. OK, 10 Jahre sind ein langer Zeitraum, trotzdem habe ich aktuell keine Lust den Motor mal wieder aufzumachen.

Ein Bekannter von mir, leidenschaftlicher Oldtimerfahrer und -schrauber, empfahl mir das Lecweg-Zeug, das angeblich Gummidichtungen wieder auffrischen und auch aufquellen lassen soll.

Was haltet Ihr von diesem Zeug? Hat jemand Erfahrungen damit?
Oder halt doch neue Gummis einbauen?
 
Hallo Joachim,

bin gerade am überlegen. Darf das Mittel denn überhaupt in Motoröl angewendet werden, wo es ja quasi zwangsläufig in die Brennräume gelangt?

In einem Differential habe ich das schon mal mehr oder weniger erfolgreich eingesetzt. Eine Endlösung war es nicht. Möchte das aber auch nicht verallgemeinern. Hängt ja auch immer davon ab, wie weit die Dichtringe schon geschädigt sind.

In Deinem Fall würde ich die Stoßstangenschutzrohre mit neuen Dichtungen versehen.
 
Hallo Wolfram,

vielen Dank für die schnelle Antwort.
Das ist tatsächlich die Frage, ob man das Mittel ins Motoröl schütten kann, oder lieber für Getriebe oder Hydrauliklenkung am Auto verwenden soll. Oder ist das nur eine temporäre Murkslösung?
Dann gibt es halt doch neue Gummis, bevor ich den Motor schrotte.
 
Natürlich darf das im Motoröl angewendet werden, dafür ist es ja gemacht. Grade bei den Stösseldichtungen könnte es sogar kurzen Erfolg bringen, da die ja tatsächlich aus Gummi sind und wieder leicht quellen. (Im Gegensatz zu anderen Dichtsystemen wie PTFE/FKM oder etwas ähnliches, die sich von dem Mittel unbeeindruckt zeigen.

Gerüchten zufolge soll der Stoff, der darin wirkt, Dibutylmaleinat sein, das kann man auch einzeln kaufen und dem Öl beimischen, beispielsweise hier: KLICK

Grüße, Hendrik
 
Da schwitzt also nicht nur Öl heraus, es sifft schon ganz leicht.
Habe die Dinger, original BMW-Ersatzteile, vor ca. 10 Jahren eingebaut, jetzt haben sich wohl die Weichmacher aus den Gummis verabschiedet. OK, 10 Jahre sind ein langer Zeitraum, trotzdem habe ich aktuell keine Lust den Motor mal wieder aufzumachen.

Wenn es schon "sifft", würde ich an so einer leicht zugänglichen Stelle die Stößelgummis wechseln und nicht mit obskuren Mittelchen experimentieren die vielleicht kurzfristig Besserung bringen. Wenn überhaupt.

Wenn wirklich die Weichmacher raus sind, können die Stößelgummis auch reißen da nutzt dann auch kein Lecweg. Und die Erfahrung zeigt: Das passiert dann, wenn man es am wenigsten brauchen kann.

Ansonsten wundert mich der Defekt nach 10 Jahren. Ich würde eher 20-30 Jahre ansetzen, aber bei den Gummiteilen hat sich bekanntlich über die Jahre die Standfestigkeit zum Schlechten geändert. Waren das originale BMW Teile? Weil: Speziell bei den Stößelgummis wurden in diesem Forum immer wieder Probleme mit Teilen aus dem Zubehör berichtet.

Gruß
Marcus
 
Vielen Dank für die Antworten !

@Marcus,
ich habe tatsächlich die originalen BMW-Dichtungen verbaut, keine Teile aus dem Zubehörmarkt. Und ich hatte sie trocken, also ohne Dichtmittel montiert. Nur ein bisschen Fett verwendet.
Möglicherweise wurden früher andere Weichmacher in den Gummis verwendet.

By the way: Wenn ich zum Tausch den Zylinder mit montiertem Kopf so ziehe, dass ich die Gummis tauschen kann, bekomme ich dann auch die Stößel selbst auch herausgezogen, um sie auf Pitting zu überprüfen?
Wenn ich schon mal dabei bin.
Sonst bestelle ich lieber gleich noch neue Kopfdichtungen.
 
Bei der Methode mit "montiertem Kopf" sparst du dir doch nur zwei Schrauben auf jeder Seite. Das lohnt sich ja nicht wirklich und macht die Sache nur komplizierter.
Was sich lohnt ist, die Zylinder nur soweit zu ziehen, dass die Kolbenringe im Zylinder bleiben und nur der Kolbenbolzen rausschaut. Zum (empfehlenswerten) Wechsel der Fußdichtung kannst Du den Kolbenbolzen so ausbauen und den Zylinder samt Kolben abnehmen. Außerdem könntest Du die Position der Stößelstangenschutzrohre prüfen. Wenn die zu tief eingeschlagen sind wird es dort schnell undicht.

Viele Grüße
Stephan
 
Bei der Methode mit "montiertem Kopf" sparst du dir doch nur zwei Schrauben auf jeder Seite. Das lohnt sich ja nicht wirklich und macht die Sache nur komplizierter.

Du sparst die Ausgabe für die Kopfdichtungen.


Was sich lohnt ist, die Zylinder nur soweit zu ziehen, dass die Kolbenringe im Zylinder bleiben und nur der Kolbenbolzen rausschaut. Zum (empfehlenswerten) Wechsel der Fußdichtung kannst Du den Kolbenbolzen so ausbauen und den Zylinder samt Kolben abnehmen. Außerdem könntest Du die Position der Stößelstangenschutzrohre prüfen. Wenn die zu tief eingeschlagen sind wird es dort schnell undicht.

Genau so würde ich es machen.
Was wird denn komplizierter, wenn man den Zylinderkopf nicht vom Zylinder trennt?
 
....By the way: Wenn ich zum Tausch den Zylinder mit montiertem Kopf so ziehe, dass ich die Gummis tauschen kann, bekomme ich dann auch die Stößel selbst auch herausgezogen, um sie auf Pitting zu überprüfen?
Ja, das geht mit einem starken Magneten. Habe ich selbst gemacht
Sonst bestelle ich lieber gleich noch neue Kopfdichtungen.
Wenn du die Zylinder mit oder ohne Köpfen nur soweit zieht, dass der Kolben drin bleibt, kannst du die Fußdichtung nicht wechseln. Auch das kann mit Sauerei enden. Ich habe die alten O-Ringe drin gelassen und zusätzlich mit Curil T2 gedichtet. Seitdem hab ich einen kleinen Drecksaum am Zylinderfuß.
 
Finger weg von Leckweg oder Leckomio oder wie auch immer. Das kann zum Zusetzen von feinen Kanälen in allen möglichen Bereichen führen.
Ob ein "Aufweichen" eines undichten Stößelgummis sinnvoll ist? Nur soviel dazu: die Stößelgumminachfertigungsaktion im Einzylinderforum zielte auf HÄRTERE Gummis!
Wenn überhaupt kannst du einen gefahrlosen Versuch mit schwarzem Loctite machen. Vorher gut säubern und entfetten und dann drüber schmieren. Wenn es nicht klappt kannst du es einfach mit der Messingbürste abschrubben.
 
Hallo zusammen,

vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Kann mir jetzt ein gutes Bild machen:
Also: Es kommt keine zusätzliche Pampe, kein Lecweg, Leckomio o.ä. ins Motoröl.
Werde den jeweiligen Zylinder mit Kopf bei OT so weit ziehen, dass ich die Gummis tauschen kann und dabei auch die Stößel zur Begutachtung mit einem Magneten ziehen. Höchstwahrscheinlich werde ich dann gleich Wank-Stößel einbauen.
Die Zylinderfußdichtung und die oberen beiden O-Ringe bleiben, als Dichtmittel wird ganz vorsichtig 3Bond HT-Silikon aufgetragen.
Und wenn sich dann am Zylinderfuß ein kleiner Drecksaum bildet, ist es Zeit zum Putzen.
Jetzt muss ich nur noch auf die Teile und schlechtes Wetter warten.....
 
Hallo zusammen,

vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Kann mir jetzt ein gutes Bild machen:
Also: Es kommt keine zusätzliche Pampe, kein Lecweg, Leckomio o.ä. ins Motoröl.
Werde den jeweiligen Zylinder mit Kopf bei OT so weit ziehen, dass ich die Gummis tauschen kann und dabei auch die Stößel zur Begutachtung mit einem Magneten ziehen. Höchstwahrscheinlich werde ich dann gleich Wank-Stößel einbauen.
Die Zylinderfußdichtung und die oberen beiden O-Ringe bleiben, als Dichtmittel wird ganz vorsichtig 3Bond HT-Silikon aufgetragen.
Und wenn sich dann am Zylinderfuß ein kleiner Drecksaum bildet, ist es Zeit zum Putzen.
Jetzt muss ich nur noch auf die Teile und schlechtes Wetter warten.....
Das ist das Beste was du tun kannst. Wetermachen!
 
Hallo,

die Dichtungen an den Stößelrohren zu wechsel ist kein Hexenwerk. Selbst die Kolben müßen nicht gezogen werden.

Gruß
Walter
 
... ich hab' das Zeug an einer R90/6 und an einer Yamaha ausprobiert.
In beiden Fällen erfolglos ...

Viele Grüße Michael
 
bei einem Autogetriebe ließ sich die Antriebswelle nicht ziehen, um den Dichtring zu wechseln. Da habe ich dann Lecwec verwendet und siehe da, es hat funktioniert.
Gruß Gerd