wulf_b

Teilnehmer
Hallo zusammen,
nachdem urlaubsbedingt der Zusammenbau unserer 60/5 sich verzögerte (siehe Thread Anlasser/Zahnkranz), glaubten wir nun alle Teile zusammenzuhaben: eine Schwungscheibe mit sehr guten Zahnkranz, eine ebenfalls sehr gute neue gebrauchte Kurbelwelle und einen von mir komplett überholten Boschanlasser. Während unseres Urlaubes hatten wir die Firma Wüdo gebeten, den Motor wieder zusammenzusetzen und dabei ihn auf weitere Schäden zu checken.

Nun das Ergebnis: Zylinder starke Rostspuren, Ventile verschlissen, Ölpumpe verschlissen, Zylinderköpfe Vorschäden, Steuerkette verschlissen etc. Man bietet an, Zylinder und Köpfe neu auf 1000 ccm³ aufzurüsten. Abgesehen davon, dass solch eine Überholung den Wert des eher Vintagemäßigen Motorrades meines Sohns (von uns vor Jahren als Schrottmaschine gekauft und Stück für Stück mit Alteilen, allerdings neuer Rahmenlackierung zum Gebrauchsmotorrad hergerichtet) übersteigt, fragen wir uns nach Alternativen. Zumal die über 60 PS der 1000er Aufrüstung ja auch gebremst werden müssen. Und der Verbrauch moderat bleiben soll.

Was würdet Ihr uns raten? Originalzylinder honen, neuer Kolben oder suchen nach Originalzylinder oder suchen nach neuen Köpfen (auf den ersten Blick schwierig) oder doch moderne nikasilbeschichtete Nachbauzylinder? Wenn ja, welche und mit wieviel Kubik?

LG und danke schon mal für eure Einschätzungen

Wulf und Till
 
Hi,
als meine 600er verschlissen waren, habe ich beschichtete 800er genommen, weil die günstiger waren als zwei neue Kolben und Schleifen der Zylinder.
(Heute würde ich bei 600 bleiben, versteht aber niemand)
Bei 800ccm kannst du Köpfe und Vergaser behalten und die Leistung steigt auf knapp 50PS, Da kann sogar noch die Trommelbremse vorn bleiben.
Wenn der Motor bei Wüdo ist, die wissen wie man die Zylinder und Köpfe bearbeiten muss.

Gruß
Willy
 
..oder doch moderne nikasilbeschichtete Nachbauzylinder? Wenn ja, welche und mit wieviel Kubik?
800er Nikasil mit angepassten 600er köpfen - fahren einige hier mit herum. Nach dem gleichen Prinzip - größerer Hubraum aber kleine Köpfe, Vergaser und zahme Nocke hat BMW die R65 Monolever mit 27 PS gebaut. Gute 800er Zylinder mit Kolben kosten weniger als 200 € pro Satz
 
800er Nikasil mit angepassten 600er köpfen - fahren einige hier mit herum. Nach dem gleichen Prinzip - größerer Hubraum aber kleine Köpfe, Vergaser und zahme Nocke hat BMW die R65 Monolever mit 27 PS gebaut. Gute 800er Zylinder mit Kolben kosten weniger als 200 € pro Satz

Hallo, danke für Eure ersten Einschätzungen! Konsenz bei euch dreien, wenn neue Zylinder, dann nicht 1000er sondern allenfalls 800er. Willy, warum würdest du aus heutiger Sicht bei den Original 600er bleiben? Ist es, weil Till dann den H-Status behält, den Wert seines Motorrades erhält, Stichwort Originalität, und mehr Leistung sich mit der schwachen Vorderradbremse nicht verträgt?
Was ist übrigens mit dem Verbrauch?
LG - Wulf
 
Ich fahre eine /5, die schon in den 80er auf 800cm³ aufgerüstet wurde. Ich finde, das Motorrad kommt mit der Leistung gut klar, der 600er Endantrieb ist wahrscheinlich der Zivilste. Ich hatte anfangs den originalen 500er Endantrieb und die Kiste war eine Landstraßensau, sehr toll, aber auf Langstrecke unangenehm. Jetzt hab ich den 750er Endantrieb drin und finde ihn fast etwas zu lang, aber er ist ok und auf Langstrecke ist der Motor ruhiger unterwegs.
Die Bremsen kommen mit den 50PS gut klar.
 
Willy, warum würdest du aus heutiger Sicht bei den Original 600er bleiben?
Die 60/6 gehörte einem Freund und stand seit Ewigkeiten bei mir unter. Da er als Mediziner wenig Zeit und wenig Lust hatte sich mit der Technik zu befassen, das Motorrad auch nur ganz selten mal fuhr, habe ich mich all die Jahre darum gekümmert und bin alle zwei Jahre damit zur HU, habe anschließend eine kleine Runde angehängt. Als wir 1997 von Hörde nach Massen zogen musste sie mit weil der Besitzer nicht erreichbar war.
Sie hat dutzende Maschinen bei mir kommen und gehen sehen, darunter etliche 2V aber immer wenn ich sie fuhr erfüllte mich eine tiefe Zufriedenheit. Viel Schwungmasse, sehr überschaubare Leistung, ein sehr sanfter Charakter.
Ich müsste nachsehen aber ich meine 2014 war es als ich sie mal wieder zur HU fuhr und danach eine Tour mit meiner R100R Mystic machte. 1000ccm und die 60PS vermittelten, auch wenn das Motorrad alles besser konnte, nicht das Fahrvergnügen der 600er. Irgendwie passte da alles viel besser.

Ich beschloss mir eine 600er zu kaufen, teilte meinem Freund aber mit, er möge seine Maschine abholen oder sie mir verkaufen und die Papiere bringen. Einige Tage später waren die Papiere in meinem Briefkasten und ein Zettel dabei mit den Worten, "Sie ist Deine".

Ich kniete mich nun tiefer in das Motorrad und weil es klapperte nahm ich die Zylinder ab, ersetzte die Lagerschalen und weil die 600er Zylinder verschlissen waren, habe ich beschichtete 800er genommen, weil die günstiger waren als zwei neue Kolben und Schleifen der Zylinder.
Sie hat nun ordentlich Druck so dass die Originalübersetzung furchtbar hektisch war, mit einer längeren (11:34) ist es etwas besser aber der Motor kämen, auch wenn es keiner glaubt, mit einer 11:33 prima zurecht und wäre für mich angenehmer zu fahren.

So, etwas viel Text aber kurz kann ich nur selten ;)

Gruß
Willy
 
Willi, Du schaffst es einen wuschig zu machen.
Thema Übersetzung.
Vergleich der Werte
    • 33:11 (oder 33/11):
      • Geteilt: \(33 \div 11 = \mathbf{3,00}\)
      • Die Kardanwelle dreht sich 3,0-mal für eine Radumdrehung. [1, 2]
    • 34:11 (oder 34/11):
      • Geteilt: \(34 \div 11 \approx \mathbf{3,09}\)
      • Die Kardanwelle dreht sich ca. 3,09-mal für eine Radumdrehung. [1]

Bedeutung für das Fahren
    • 33:11 (länger): Bessere Endgeschwindigkeit, niedrigere Drehzahl auf der Landstraße oder Autobahn, aber weniger Anzugskraft am Berg.
    • Manfred
 
Hi Manfred,
ich sags mal anders.
Wer in bergiger Gegend wohnt und abseits von Autobahnen gern flott unterwegs ist, sollte die 11:37 behalten. Gegen eine aktuelle 500er kommt man damit nicht an aber das Ding geht ordentlich los, man muss nur fleißig im Getriebe rühren weil es ruckzuck durch die Gänge dreht.
Auch wer oft mit voller Beladung unterwegs ist, wird damit gut zurecht kommen.

Im Flachland halte ich die 11:34 für eine guten Kompromiss. Wir sind oft zu zweit gefahren (Grenzlastig) und ich bin mit der Leistung eigentlich zufrieden. Kommt immer noch gut aus dem Stand, nur auf der Autobahn ist bei etwas über 5000 U/min Feierabend, aufrecht sitzend, versteht sich. Passt aber ganz genau zur Leistungsmessung auf der Rolle. Spielt aber für mich keine Rolle weil ich praktisch nie Autobahn fahre.
Bei einer Schaltdrehzahl von 4000 U/min kommt meine alte CB750 beim beschleunigen nicht mit.

Im Flachland und wenn man eher träge, (wenn ich sanft schreibe grinsen wieder einige) unterwegs ist, wie ich es mit der BMW am liebsten bin und bei einer "Reisegeschwindigkeit" on 70-90Km/h unterwegs ist, würde ich die 11:32, zur Not 11:33, als perfekt ansehen.

Aber es geht ja um Zylinder. Der Unterschied 600 auf 800 ist, wie schon geschrieben wurde, sehr deutlich.

Gruß
Willy