Hallo Jörn,

Du bist erfinderisch, schönes Eigenbau-Werkzeug!

Bei der Reibscheibe würde ich mir den Zustand der Verzahnung anschauen. Wenn die Verzahnung o.k. ist, mit dem Spezialfett von Sachs oder mit Molykote Gn vorsichtig schmieren und wieder einbauen. Mit den 0,6 mm Reibbelag kann man noch lange fahren. Fasllls man kein Kupplungsverschleißer ist.

Den Kurbelwellendichtring würde ich nicht anrühren, so lange der dicht ist.

Bei der Ölpumpebin ich der gleichen Meinung wie Florian.
 
Hej Jörg.

Schöne Beschreibung.
Ich selbst bin eher eine Weiterverwender und würde wahrscheinlich auch die Scheibe noch verwenden. Ist die Niete nicht im Neuzustand bei 0,5 mm?

Egal, was du tauscht: An den Kontaktflächen der Feder (da wo die federnd rutscht) und an die Verzahnung der Kupplungsscheibe etwas Kupplungsfett auftragen. Ersteres verringert die Handkraft, zweites ist erforderlich. Nicht zu viel, nur ein sehr dünner Film.
 
Heute habe ich die Kupplung an meiner BMW R65 ausgebaut, um den Bereich der Kupplungsglocke zu reinigen und zu prüfen, ob Kurbelwellendichtring sowie Ölpumpe undicht sind.

Zunächst habe ich mir aus vorhandenen Restmaterialien eine Vorrichtung gebaut, um die Kurbelwelle gegen axiales Verrutschen zu sichern. Inspiriert habe ich mich hier im Forum. Basis war ein Reststück einer 12 mm Multiplexplatte. In diese habe ich die drei Bohrungen im Lochkreis des Stators eingebracht sowie mittig eine Bohrung gesetzt und dort von unten eine M8-Einschlagmutter eingehauen.
Zusätzlich habe ich ca. 15 cm lange Stücke einer M5-Gewindestange zugeschnitten und diese anstelle der Lichtmaschinenschrauben eingeschraubt. Auf diese Gewindestangen habe ich Abstandshalter aus einem kleinen Alurohr aufgesetzt, damit die Holzplatte ausreichend Abstand zum optischen Pickup der Sachs-Zündung hat.
In die zentrale Kurbelwellenschraube habe ich eine Unterlegscheibe eingelegt, um den Innensechskant beim Verspannen mit der M8-Schraube nicht zu beschädigen. Die Fixierung der Platte erfolgt über Rändelmuttern auf den Gewindestangen. Hier hätten auch normale Muttern genügt, aber so kann man alles schön von Hand festschrauben.

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Für die Demontage der Schwungscheibe habe ich mir nach Vorlage aus dem Forum zusätzlich ein Gegenhaltewerkzeug angefertigt. Dieses besteht aus einem Reststück 6 mm Flachstahl, das ich ausgeflext, gebohrt und passend gefeilt habe.

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Vor dem Zerlegen habe ich die Einbaulage der Kupplungskomponenten mit einem Lackstift markiert. Anschließend habe ich jeweils drei der sechs Schrauben entfernt und durch längere M7-Schrauben mit Muttern ersetzt. Dadurch konnte ich die verbleibenden Schrauben gefahrlos lösen und anschließend die Tellerfeder kontrolliert entspannen.

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Beim Zerlegen ist mir aufgefallen, dass die Führungsstifte des Kupplungsdeckels leicht angerostet waren. Die Kupplung ließ sich daher nicht ohne weiteres trennen und musste vorsichtig mit einem Schraubendreher auseinandergehebelt werden.
Die Kupplungskomponenten zeigen insgesamt starke Verschmutzungen und Rostansatz. Ich habe Bilder der jeweiligen Komponenten unmittelbar nach dem Ausbau gemacht. Auf den Fotos sind die Teile daher noch nicht gereinigt.

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Die gemessene Belagstärke der Kupplungsscheibe beträgt im ausgebauten Zustand 4,9 mm. Die Nieten liegen zwischen 0,6 und 0,5 mm unter dem Belag. Das kommt mir vom Gefühl her ein bisschen knapp vor, sodass ich die Belagscheibe wechseln werde, um nicht in ein paar tausend Kilometern wieder alles auseinanderbauen zu müssen.

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Nach Sicherung des Schwungrads mit dem selbstgebauten Gegenhalter konnte ich dieses problemlos demontieren. Der Bereich der Kupplungsglocke hinter der Kupplungsscheibe war insbesondere im äußeren Umfang deutlich mit Öl und schwarzem Abrieb verschmutzt, was vermutlich durch die Rotation der Kupplung dorthin geschleudert wurde.
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Der Bereich hinter dem Schwungrad – insbesondere rund um Kurbelwelle und Ölpumpe – wirkt hingegen trocken. Vermutlich ist das ganze Öl durch den undichten Wellendichtring an der Getriebeeingangswelle auf die Kupplung gelangt und wurde dann nach außen geschleudert.

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Vor diesem Hintergrund stellt sich mir die Frage, ob es sinnvoll ist, bei dieser Gelegenheit jetzt Kurbelwellendichtring und Ölpumpendichtring vorsorglich zu ersetzen, oder ob hier im Sinne von „never change a running system“ von einem Eingriff abzusehen ist.

Aufgrund der Bildanzahl-Beschränkung lade ich die Bilder der gereinigten Kupplungskomponenten im nächsten Beitrag hoch.

Viele Grüße
Jörn
Habe mal wegen der Getriebeüberholung die Kupplung kontrolliert und einem sehr erfahrenen Werkstattmeister hingelegt.
Der meinte alles wieder rein, aber die Feder immer neu.
 
Hallo Jörn,

Du bist erfinderisch, schönes Eigenbau-Werkzeug!

Moin, er schrieb dass er sich durch eine Vorlage in der Datenbank hat inspirieren lassen. Diese Vorlage unterscheidet sich im Wesentlichen von seiner Konstruktion durch die Verwendung einer ALU- statt Multiplex-Platte und ... ist eine "Erfindung" von mir :pfeif:.

Mit den 0,6 mm Reibbelag kann man noch lange fahren. Fasllls man kein Kupplungsverschleißer ist.

Dieses Maß ist annähernd Neuzustand - weiterverwenden.

Den Kurbelwellendichtring würde ich nicht anrühren, so lange der dicht ist.

Bei der Ölpumpebin ich der gleichen Meinung wie Florian.

:applaus::applaus::applaus:
 
Vielen Dank für die Rückmeldungen.

Ich kann erst wieder am Wochenende am Motorrad schrauben und werde mir dann den Zustand der Ölpumpe anschauen sowie die entsprechenden Spiele dort messen.

Dann werde ich mir überlegen, ob bzw. wie ich mit den Komponenten der Kupplung und dem Kurbelwellendichtring weiter (ver)fahren werde.

Viele Grüße
Jörn
 
Moin, er schrieb dass er sich durch eine Vorlage in der Datenbank hat inspirieren lassen. Diese Vorlage unterscheidet sich im Wesentlichen von seiner Konstruktion durch die Verwendung einer ALU- statt Multiplex-Platte und ... ist eine "Erfindung" von mir :pfeif:.
Wenn dem so ist, dann ist das eben so. Dann stammt die Idee für das fast identische Werkzeug, das ich vor Kurzem hier aus dem Forum erdtanden habe, eventuell auch aus Deiner Feder. Ist sauber aus Kunststoff gefertigt und vermutlich CNC gefräst.

Dann bist Du, lieber Werner, eben erfinderisch. ;)
 
Heute habe ich mir die Ölpumpe angeschaut.

Folgende Maße habe ich mittels Fühlerlehren, Haarlineal oder Bügelmessschraube gemessen. Die Fühlerlehren habe ich in den Abstufungen 0,05 / 0,10 / 0,15 / 0,20 mm. Zwischen Außenrotor und Gehäuse ging die 0,10 mm leicht rein, die 0,15 mm jedoch nur schwer bis garnicht. In den Spalt zwischen den Rotoren ging die 0,05 mm leicht rein und die 0,10 mm eher schwer.

MaßSOLL laut WHBSOLL laut Heuslergemessen
Spiel Außenrotor/Motorgehäuse0,15 - 0,29 mm0,10 - 0,17 mmzwischen 0,10 - 0,15 mm
Spalt Innenrotor/Außenrotor0,12 - 0,20 mm0,12 - 0,20 mmzwischen 0,05 - 0,10 mm
Axialspiel (Rotor bis Deckel)0,025 - 0,070 mm0,025 - 0,070 mmAußenrotor: 0,05 mm
Innenrotor: < 0,05 mm
Höhe Außenrotor14 mm - 0,015 / -0,04514 mm - 0,015 / -0,04513,95 mm
Höhe Innenrotor 14 mm - 0,015 / -0,04514 mm - 0,015 / -0,04513,98 mm
Einlauftiefe Deckel (maximal)0,05 mm- < 0,05 mm

Ich habe bereits die Variante der Ölpumpe mit den zwei Flachstellen am Innenrotor verbaut.

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Der Deckel der Ölpumpe hat minimale blanke Stellen. Diese kann ich mit dem Fingernagel aber nicht fühlen.

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Die Seite, welche in Richtung der Kupplung zeigt, hat minimale konzentrische Laufspuren.

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Ebenso die Seite, welche in Richtung des Motors zeigt.

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Das Gehäuse im Motor sieht gut aus.

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Die Laufflächen zwischen Außenrotor/Motorgehäuse sowie Außenrotor/Innenrotor sehen gut aus.

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Die Laufflächen des Innenrotors sind ebenfalls ohne Riefen oder Abplatzungen.

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Insgesamt macht die Ölpumpe aufgrund der optischen Erscheinung sowie der Maße einen guten Eindruck, sodass ich diese weiterverwenden würde. O-Ring kommt natürlich neu. Müssen bei der Montage die 4 M6-Schrauben ersetzt werden oder kann ich diese wiederverwenden?

Bezüglich der Kupplung hatten die metallenen Reibflächen des Deckels und der Druckplatte bei der Betrachtung in schrägem Licht leichte Spiegelungen gezeigt. Ich habe die Flächen von Hand mit rotem Scotch-Brite Schleifvlies bearbeitet. Dadurch sollte ich kein Material abgetragen haben, aber die Flächen spiegeln jetzt nicht mehr sondern haben einen gleichmäßigeren matten Glanz. Mit dem Finger fühlen sie sich immer noch glatt, aber minimal rauer als zuvor an.

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Zusammenfassend aus meinen Feststellungen und den Rückmeldungen aus dem Forum, habe ich folgende Vorgehensweise geplant:
  • Den Kurbelwellendichtring erneuere ich, da ich jetzt gut drankomme und der alte Ring vermutlich schon 45 Jahre auf dem Buckel hat
  • Die gereinigten Kupplungskomponenten nutze ich bis zur Verschleißgrenze weiter und erneuere dann in 5k - 10k Kilometern (was vermutlich ein paar Jahre dauern wird) den Deckel, die Reibscheibe, die Feder und die Druckplatte. Bislang hatte ich keinerlei Probleme mit der Kupplung bemerkt, sodass eine weitere Nutzung nach umfassender Reinigung vertretbar sein dürfte.
  • Falls keine gravierenden Einsprüche auftauchen, würde ich die Ölpumpe ebenfalls weiternutzen. Den O-Ring erneuere ich selbstverständlich.

Viele Grüße
Jörn
 
  • Den Kurbelwellendichtring erneuere ich, da ich jetzt gut drankomme und der alte Ring vermutlich schon 45 Jahre auf dem Buckel hat

(y)

  • Die gereinigten Kupplungskomponenten nutze ich bis zur Verschleißgrenze weiter und erneuere dann in 5k - 10k Kilometern (was vermutlich ein paar Jahre dauern wird) den Deckel, die Reibscheibe, die Feder und die Druckplatte. Bislang hatte ich keinerlei Probleme mit der Kupplung bemerkt, sodass eine weitere Nutzung nach umfassender Reinigung vertretbar sein dürfte.

Die 5- 10k Kilometer sind m.E. zu pessimistisch angesetzt; das hält länger.

  • Falls keine gravierenden Einsprüche auftauchen, würde ich die Ölpumpe ebenfalls weiternutzen. Den O-Ring erneuere ich selbstverständlich.

(y)