Hallo zusammen,
nachdem ich eben meinen Thread zum Leerlaufproblem gestartet habe, muss ich leider direkt ein zweites Thema eröffnen. Es geht um mein 5-Gang-Getriebe bzw. den Bereich der Kupplung/Ausrückmechanismus.
Die Vorgeschichte:
Ich habe die R65 (Typ 248, Bj. 1981, ca. 35 tkm) im letzten Herbst aus Rentnerhand gekauft. Das Motorrad stand extrem lange und wurde in den letzten 20 Jahren nur ca. 200 km pro Jahr zum TÜV bewegt. Beim großen Service nach dem Kauf habe ich das Getriebeöl abgelassen: Es hatte die typische milchige Cappuccino-Farbe (starke Wasseremulsion). Wie lange das Wasser/die Emulsion im Getriebe stand, weiß ich leider nicht. Die Tachowellen-Tülle war rissig und wurde von mir bereits erneuert und mit Fett und Kabelbinder gegen Wasser gesichert. Befüllt wurde das Getriebe mit 1.000 ml 85W-140 GL5. Es war kein nennenswerter Metallabrieb am Magneten zu finden, lediglich minimaler feiner schwarzer Schlamm.
Das Problem bei der Testfahrt:
Seit dem Kauf und dem ersten Ölwechsel bin ich mit dem Motorrad insgesamt knapp 1.100 Kilometer gefahren. Heute habe ich zur Vergaserabstimmung insgesamt rund 300 Kilometer am Stück abgespult. Da ich den Motor heute heiß fahren wollte, habe ich die Gänge schön ausgefahren. Auf den letzten Kilometern fiel mir bei Bergabfahrten im reinen Schiebebetrieb ein periodisches, metallisch klackendes Geräusch auf. Es lässt sich während der Fahrt extrem schwer lokalisieren. Es tritt für ein paar Sekunden auf, verschwindet wieder und kommt dann wieder. Unter Last (beim Beschleunigen oder Halten der Geschwindigkeit) ist nichts zu hören.
Diagnose auf dem Hauptständer (inkl. Video):
Zuhause habe ich die Maschine auf den Hauptständer gestellt, den Motor ausgeschaltet und das Hinterrad von Hand gleichmäßig durchgedreht:
Video (35 Sekunden)
Kupplungszug ist neu, das Lager des Ausrückhebels hinten am Getriebe wurde von mir gereinigt und frisch gefettet. Am Getriebe selbst habe ich ein Schauglas montiert und den Schaltwellen-Simmerring gewechselt, da dieser leicht feucht war.
Eigentlich wollte ich in den nächsten Tagen mein Standgas richtig abstimmen (siehe mein anderer Thread). Das wird aber vermutlich nicht klappen, da ich dazu das Motorrad ja jedes Mal wieder richtig heißfahren müsste. Das möchte ich jetzt jedoch zwingend vermeiden, um keinen weiteren, kapitalen Schaden am Getriebe zu riskieren.
Was meint ihr zu dem Geräusch im Video und dem periodischen Klacken im Schiebebetrieb? Kündigt sich hier ein Getriebeschaden an? Nächste Woche habe ich Urlaub und könnte das Getriebe zumindest ausbauen, um der Ursache besser auf den Grund zu gehen.
Viele Grüße und danke für eure Unterstützung!
nachdem ich eben meinen Thread zum Leerlaufproblem gestartet habe, muss ich leider direkt ein zweites Thema eröffnen. Es geht um mein 5-Gang-Getriebe bzw. den Bereich der Kupplung/Ausrückmechanismus.
Die Vorgeschichte:
Ich habe die R65 (Typ 248, Bj. 1981, ca. 35 tkm) im letzten Herbst aus Rentnerhand gekauft. Das Motorrad stand extrem lange und wurde in den letzten 20 Jahren nur ca. 200 km pro Jahr zum TÜV bewegt. Beim großen Service nach dem Kauf habe ich das Getriebeöl abgelassen: Es hatte die typische milchige Cappuccino-Farbe (starke Wasseremulsion). Wie lange das Wasser/die Emulsion im Getriebe stand, weiß ich leider nicht. Die Tachowellen-Tülle war rissig und wurde von mir bereits erneuert und mit Fett und Kabelbinder gegen Wasser gesichert. Befüllt wurde das Getriebe mit 1.000 ml 85W-140 GL5. Es war kein nennenswerter Metallabrieb am Magneten zu finden, lediglich minimaler feiner schwarzer Schlamm.
Das Problem bei der Testfahrt:
Seit dem Kauf und dem ersten Ölwechsel bin ich mit dem Motorrad insgesamt knapp 1.100 Kilometer gefahren. Heute habe ich zur Vergaserabstimmung insgesamt rund 300 Kilometer am Stück abgespult. Da ich den Motor heute heiß fahren wollte, habe ich die Gänge schön ausgefahren. Auf den letzten Kilometern fiel mir bei Bergabfahrten im reinen Schiebebetrieb ein periodisches, metallisch klackendes Geräusch auf. Es lässt sich während der Fahrt extrem schwer lokalisieren. Es tritt für ein paar Sekunden auf, verschwindet wieder und kommt dann wieder. Unter Last (beim Beschleunigen oder Halten der Geschwindigkeit) ist nichts zu hören.
Diagnose auf dem Hauptständer (inkl. Video):
Zuhause habe ich die Maschine auf den Hauptständer gestellt, den Motor ausgeschaltet und das Hinterrad von Hand gleichmäßig durchgedreht:
- Getriebe in Neutralstellung (kein Gang eingelegt): HAG, Kardan und Getriebe drehen unauffällig. Keinerlei Fremdgeräusche oder spürbares, mechanisches Spiel.
- Mit eingelegtem 1. Gang: Hier ist beim Hin- und Herdrehen des Rades ein sehr deutliches, hartes Klacken zu hören. Mir ist bewusst, dass ein gewisses Grund-Klacken im Antriebsstrang (Zahnflankenspiel/Ruckdämpfer) normal ist, wenn man den Motor über das Hinterrad gegen die Kompression dreht. Aber dieses Geräusch ist definitiv lauter als gewohnt und klingt ungesund metallisch. Ich kenne das "normale Geräusch" wenn ich den Motor mittels Hinterrad in OT drehen will.
- Gezogene Kupplung (weiterhin mit eingelegtem 1. Gang): Wenn ich beim Drehen des Rades die Kupplung ziehe, verändert sich das Klacken minimal in der Frequenz/Klangfarbe, bleibt aber im Kern als hartes Klacken bestehen. Das Geräusch kommt aus dem Bereich des Getriebegehäuses oder der Kupplung.
Video (35 Sekunden)
Kupplungszug ist neu, das Lager des Ausrückhebels hinten am Getriebe wurde von mir gereinigt und frisch gefettet. Am Getriebe selbst habe ich ein Schauglas montiert und den Schaltwellen-Simmerring gewechselt, da dieser leicht feucht war.
Eigentlich wollte ich in den nächsten Tagen mein Standgas richtig abstimmen (siehe mein anderer Thread). Das wird aber vermutlich nicht klappen, da ich dazu das Motorrad ja jedes Mal wieder richtig heißfahren müsste. Das möchte ich jetzt jedoch zwingend vermeiden, um keinen weiteren, kapitalen Schaden am Getriebe zu riskieren.
Was meint ihr zu dem Geräusch im Video und dem periodischen Klacken im Schiebebetrieb? Kündigt sich hier ein Getriebeschaden an? Nächste Woche habe ich Urlaub und könnte das Getriebe zumindest ausbauen, um der Ursache besser auf den Grund zu gehen.
Viele Grüße und danke für eure Unterstützung!