larsmhh

Teilnehmer
Hallo!
Ich heiße Lars, lese hier sonst eher mit, als dass ich viel schreibe.
Aber ich habe mit meiner R80 G/S ein Problem, mit dem ich nicht wirklich weiterkomme.
Vielleicht hat jemand ja genau so etwas schon erlebt und weiß, in welche Richtung ich weiter "ermittteln" sollte.
Ich habe eine "Frankenstein" R80 G/S.
Geboren wurde sie 1983 als R80 ST, dann irgendwann mit dem Siebenrock 1000er Satz auf eine R100 umgebaut.
Im weiteren Verlauf wurde sie dann zu einer G/S umgebaut und auch genutzt.
Nach einem Kabelbrand stand sie dann Jahre herum, um letztlich auf Ebay verramscht zu werden.
Der Käufer erkrankte dann, so dass auch er das Motorrad nicht wieder auf die Straße brachte und nach weiteren Jahren in der Garage habe ich das Motorrad dann im letzten Jahr gekauft.
Mit einem erneuerten Kabelbaum, neuen Ölen, frischem Sprit, einer Vergaserrevision, einer neuen Zündspule, Diodenplatte und einem neuen Zündschloss habe ich sie dann im letzten Herbst durch den TÜV gebracht. Mängelfrei :)
In diesem Jahr bin ich allerdings noch nicht wirklich viel gefahren.
Irgendwie war der Wurm drin, immer wieder waren es Kleinigkeiten, die das Fahren verzögerten.
Die Zündung hatte sich deutlich verstellt - obwohl ich den Hallgeber habe revidieren lassen. Zündung neu eingestellt, dann lief sie wieder.
Und eine große Sache: Der Motor klapperte auf der rechten Seite deutlich, obwohl das Ventilspiel richtig eingestellt war.
Ich habe festgestellt, dass die Zylinderkopfdichtung falsch herum eingebaut war. Die Stößelstangen schliffen an den halbmondartig in den Kanal hineinragenden Dichtungen. Ich habe beidseits die Zylinder entfernt, die Kolben jedoch drin gelassen.
Neue Zylinderfußdichtung, neue Zylinderkopfdichtung, neue O-Ringe...
Ich dachte, jetzt wäre das Klappern weg.
Rechts klapperte es aber weiter.
Trotzdem fuhr die G/S super. Reichlich Power, guter Durchzug.
Jetzt fällt der rechte Zylinder aus oder will nicht richtig mitlaufen.
Ich wollte am Wochenende den Motor starten und sie prang schun unwillig an, schüttelte sich extrem und hatte kaum Leistung. Schon beim Gaswegnehmen ging sie aus. Ohne Choke läuft sie fast gar nicht, ich kann sie kaum am Laufen halten.
Ich dachte erneut an die Zündung: Die steht aber richtig. Im Standgas auf S, bei 3000 U/Min auf Z, so wie es soll.
Neue Zündkerzen - keine Änderung. Zündkabel getauscht - keine Änderung. Ventilspiel kontrolliert: alles i.O.
Stößelstangen nochmals kontrolliert: Alles OK.
Kompression getestet: Links 7,0 Bar, rechts 7,5 Bar - vielleicht ein bisschen mau, aber wenigstens ähnlich.
Schwimmerstände kontrolliert: alles OK.
Nach 3 Minuten Motrlauf hat die linke Seite ca. 140 °C am Zylinder, die rechte ca. 90°C.
Auch der linke Krümmer ist mit 250°C etwa doppelt so warm wie der rechte 120°C.
Es klingt, als kämpfe die rechte Seite darum, mitzulaufen, aber der Motor läuft wie ein Sack Nüsse.
Ich habe keine Ahnung, was ich noch machen kann - oder was ich kontrollieren sollte.

Hat jemand von Euch eine Idee?
Ich freue mich über jeden Vorschlag/Hinweis/Idee.

Vielen Dank und beste Grüße,

Lars :)
 
Moin Lars,
zu der fehlenden Leistung, du hast ein Vergaser Problem! Wie ist der Sprit stand in den Schwimmerkammern? Wie sehen die Standgasdüsen aus. Ist der Vergaseranschluss dicht?
Blas die Vergaser mal mit Druckluft durch, kontrollier die Membrane, schau dir die Spritleitungen an, reinige das Sieb im Tank am Benzinhahn...


Gruß
Kai
 
... Trotzdem fuhr die G/S super. Reichlich Power, guter Durchzug.

Jetzt fällt der rechte Zylinder aus oder will nicht richtig mitlaufen. ...
Hallo Lars,

hast Du zwischen diesen beiden Zuständen irgendetwas am Motorrad geändert, geschraubt?

Und ja, schau mal nach den Membranen der Vergaser, wie von Kai vorgeschlagen. Wenn dort ein großer Riß ist, kann das zu den Symptonen führen.
 
Hallo Lars, Kompressionsdruckmessungen sind generell nicht sehr aussagekräftig. Deine Ergebnisse lesen sich, als wären die Vergaser montiert gewesen oder Anlasser bzw. Batterie sehr schwach. Der Zündauslöser und das Steuergerät kann es nicht sein - bedient beide Seiten. Durch den Tausch der Zündkabel hast du Probleme mit dem Zündgeschirr ausgeschlossen.

Bleibt Vergaser, wie Kai schrieb. Oder aber eine Problem beim Gaswechsel (Ventileinstellung oder Dichtheit). Damit könnte auch das Klappern zusammenhängen. Ich würde eine Druckverlustmessung im Zündungs OT durchführen lassen - die ist aussagekräftiger als Kompressionsdruck.
 
Kompression getestet: Links 7,0 Bar, rechts 7,5 Bar - vielleicht ein bisschen mau, aber wenigstens ähnlich.
Vermutlich ist das ein Messfehler, muss ohne Vergaser gemacht werden (und möglichst warm). Ich würde zusätzlich eine Dichtprüfung machen, hat nahezu jede Werkstatt. Wohnst leider zu weit weg von mir, sonst wäre das mal schnell gemacht.

Ventile, Zündung und Vergaser einstellen
Seite 20 und 21

Wenn da dann alles so weit OK ist, würde ich an anderer Stelle weitersuchen.

Hans