syphest

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Servus zusammen,

Vorgestern während der Feierabendrunde hat mich ein offensichtlich Blinder mit BMW X5+Anhänger in den Graben befördert.

Kam mir in einer engen Kurve mit 1/3 seiner Fahrzeugbreite auf meiner Spur entgegen. Mein Ausweichmanöver ist zwar geglückt, allerdings hat der Kurvenradius danach nicht mehr hingehauen und so ging die Fahrt mit ca 50 Sachen in den Graben.

Mir ist glücklicherweise nichts passiert, aber das Moped sieht übel aus. Ein Einschlag auf der linken Seite hat den Motor im Rahmen gedreht; einseitig steht das Gehäuse am Rahmenunterzug an.

Dass ich den Rahmen richten lassen muss, ist klar. Nur hier nun meine Frage: kurze online-Recherche ergab, dass viele Firmen gar keine Richtarbeiten durchführen wollen/können, wenn die Motorhalterungen verschoben oder krumm sind. Ist ja bei mir der Fall. Gibt es dazu Erfahrungen? Trotzdem machbar oder gleich Tauschrahmen suchen?

Danke euch

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Moin Max.
Erstmal gut, wenn Dir nix Schlimmes passiert ist dabei.
So wie das Mopped aussieht, ist das ein wirtschaftlicher Totalschaden.
Aber auch da wird Dir der Michael trybear was zu sagen können.
 
Hallo syphest, sowas braucht niemand. Gut das dir nichts passiert und hoffentlich bleibst du nicht auf dem Schaden sitzen. Solange der Lenkkopf nicht verformt ist, lässt sich der Rahmen sicher richten. Es ist aber viel viel Arbeit, weil der Rahmen vollkommen gestrippt werden muss. Erst dann ist klar, ob es noch geht.

Meinen Rahmen hat Manuel Schad (SWT Sports) gerichtet und in dem Zuge auch verstärkt (nicht nötig, aber ein Aufwasch).

Ein neuer Austauschrahmen (Vorderteil) kostet 2000 €, wenn du noch einen bekommst.
 
(y)Moin Max.
Erstmal gut, wenn Dir nix Schlimmes passiert ist dabei.
So wie das Mopped aussieht, ist das ein wirtschaftlicher Totalschaden.
Aber auch da wird Dir der Michael trybear was zu sagen können.
So aus der Ferne schlecht. Es wird sich wenn der Autofahrer festgestellt schuld ist um einen Haftpflichtschaden handeln. Frage ist ob da ein Wertgutachten für das Fahrzeug besteht. Wenn nicht, ist es wohl so. Die Gebrauchtfahrzeugpreise sind ja ziemlich in den Keller gerauscht :rolleyes: Da wird es wohl auf ein Totalschadengutachten hinnauslaufen, wo Du als Fahrzeugbesitzer ein Vorkaufsrecht zum Restwert hast. Wenn das dann geregelt ist können wir über eine Rahmenreparatur reden.
Vorher brauchst Du einen fachkundigen Sachverständigen. "A" ist Aachen?
Guck mal auf unsere Homepage ( www.bdzs.de ) ob einer meiner Kollegen bei dir in der Nähe ist. Es sind alles Zweiradspezialisten
Hompage nachgetragen...
 
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Ja, hab ich richtig Glück gehabt. Nicht mal einen blauen Fleck…

Der Fahrer des BMW hat das nichtmal gemerkt, auf dem Schaden bleibe ich sitzen.
Ist weiter gefahren, Zeugen gab es auch keine. Und berührt haben wir uns ja auch nicht.

Das Moped komplett zu strippen ist nicht das Thema, da hab ich schon schlimmere Projekte gehabt. Die Alternative zum Richten (lassen) wäre eben, sich einen gebrauchten Rahmen mit Papieren von einem Schlacht-Moped zu besorgen; da gibts ja hin und wieder welche. Nachteil: Eintragungen usw sind dahin…

Dass sich das alles wirtschaftlich nicht lohnt, ist klar. Ich kann mir auch eine andere R80 oder R100 besorgen und die guten Teile umbauen.

Immerhin sind Bremse, Heck, Fußrasten usw alles heile geblieben… Motor läuft auch noch. Bin das Ding nach dem Unfall noch aus dem Graben gefahren und bis in den nächsten Ort gerollt

Edit: Wertgutachten gibts natürlich auch nicht.
 
Du könntest Deinen Rahmen aber vermessen lassen. Vielleicht sind nur die Motorhalter mit den Unterzügen etwas verschoben. Vermessungsstützpunkte mit dem Megamax-System findest du hier: www.scheibner.de

Da gibts 2 in der Nähe: Screenshot_20260726_142338_Firefox.jpgScreenshot_20260726_142331_Firefox.jpg
 
Hier bei 7:15 bis zum Einspannen in die Richtbank siehst du meinen Unfallrahmen. Die Gabelbrücken und das Rad waren übrigens noch in Ordnung, die Steckachse aber so krumm wie anfangs gezeigt. Das Video ist aus verschiedenen Geschichten zusammengeschnitten.

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Ich habe sehr gute Erfahrungen mit der Instandsetzung meines Rahmens (25/2) mit der Firma MOKO in Huglfing, Herr Leis.
Alle BMW-Werkszeichnungen vorhanden, und es werden nur Zweiräder gemacht, auch Rennfahrwerke.
Da könntest du (ist eh notwendig) mit dem gestrippten Rahmen vorbeikommen. Oder schicken.

Ist etwa 100 km / 1 Autostunde von Augsburg, im Schongau.

Jan
 
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Komplettfahrzeug ohne Aus oder Abbau von Einzelteilen ( ist für die Vermessung nicht nötig) um 300,- . Nackichter Rahmen 150,-

Antwort bezieht sich auf die Kostenanfrage von WolframScreenshot_20260726_145357_Photos.jpg
 
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hallo syphest,

Rahmen richten sollte kein Problem sein, habe meinen auch schon etwas richten lassen müssen. HPN ist dafür zu empfehlen, die sind für sowas komplett ausgestatttet, da sie ihre verstärkten Rahmen nach den Schweißarbeiten sowieso ausrichten müssen.
schwieriger wirds, wenn die Lagersitze der Lenkkopflager verformt sind - da wäre ein gebrauchter Rahmen ev. günstiger.
viel Erfolg Paul
 
Die Fa. HPN bietet sowas auch an. Die haben schon Rahmen gerichtet, die waren krumm wie 'ne Wurst.
solche Sprüche helfen nun wirklich nicht weiter, da völlig GaGa

Hab vor Jahren einen Unfallrahmen zu den Gebrüdern Stüdemann gebracht. Mir wurde folgender Ablauf erklärt. Sie schicken den Rahmen nach Berlin zu BMW. Der wird zuerst einmal komplett vermessen. Es gibt für jeden Verzug ein Maximal Mass, damit werden die ermittelten Masse meines Rahmens verglichen. Liegt mein Rahmen innerhalb der angegebenen Toleranzen wird er gerichtet. Liegt er ausserhalb wandert er direkt in den Schrott, und ich bekomme ein Angebot für einen Austauschramen.

gruss peter
 
... Liegt mein Rahmen innerhalb der angegebenen Toleranzen wird er gerichtet. ...

Blödsinn... innerhalb der Toleranzen braucht nichts gerichtet werden, ist er weiterverwendbar. Gerichtet wird wenn Toleranzen überschritten werden. Da ist erstmal nix Schrott :rolleyes:
Gemeint war wohl, daß der Rahmen innerhalb der Toleranzen liegt, bis zu denen noch ein Richten erlaubt ist. Oder gibt es diese Grenzen nicht?
 
Nein, gibt keine definierten Grenzen. Die Grenzen des Machbaren bestimmt der Richtbetrieb. Er trägt alleinig die Verantwortung für die abgelieferte Arbeit und bestätigt dies mit seiner Unterschrift auf dem Messprotokoll oder der Richturkunde. Jedenfalls ist es bei mir so. Meine Arbeiten sind danach jederzeit mit einem geeigneten anerkannten Messsystem kontrollier- und nachvollziehbar.
 
Nein, gibt keine definierten Grenzen. Die Grenzen des Machbaren bestimmt der Richtbetrieb. Er trägt alleinig die Verantwortung für die abgelieferte Arbeit und bestätigt dies mit seiner Unterschrift auf dem Messprotokoll oder der Richturkunde. Jedenfalls ist es bei mir so. Meine Arbeiten sind danach jederzeit mit einem geeigneten anerkannten Messsystem kontrollier- und nachvollziehbar.
Vielen Dank für die erschöpfende Auskunft!
 
Gemeint war wohl, daß der Rahmen innerhalb der Toleranzen liegt, bis zu denen noch ein Richten erlaubt ist. Oder gibt es diese Grenzen nicht?
Ja, genau so, wenigstens du hast mich verstanden.
Bei BMW gab (gibt?) es Grenzwerte bis zu denen der Ramen gerichtet wird. Das im #18 geschriebene hab ich genau so erlebt und nicht erfunden. Ich mach hier keine Märchenstunde. Von der Logik her ist das für mich verständlich, alles hat doch irgendwie seine Grenzen.

gruss peter
 
Bei BMW gab (gibt?) es Grenzwerte bis zu denen der Ramen gerichtet wird.
Das mag von BMW so gehandhabt worden sein.
Nach meiner Erfahrung dient das aber eher dem Haftungsausschluß und weniger der technischen Notwendigkeit. (solange da kein Knoten drin ist)
Jedenfalls beim hier genutzten Stahlrahmen. Den richtet HPN - und die hatten längere Zeit einen KBA-Herstellerstatus - auch in ziemlich verbogenen und gestauchten Unfallzustand. So erlebt.
Ist auch kein riesiger Aufschrei nötig, wir reden hier von leicht verbessertem Baustahl.
Bei einem Alurahmen sehe ich da deutlich engere Grenzen. Wie trybear schon schrieb, haftet da der Richtbetrieb.
 
Ja, genau so, wenigstens du hast mich verstanden.
Bei BMW gab (gibt?) es Grenzwerte bis zu denen der Ramen gerichtet wird. Das im #18 geschriebene hab ich genau so erlebt und nicht erfunden. Ich mach hier keine Märchenstunde. Von der Logik her ist das für mich verständlich, alles hat doch irgendwie seine Grenzen. ...
Hallo Peter,

hätte jetzt auch gedacht, daß es Grenzwerte gibt, bei deren Überschreitung ein Richten nicht mehr erlaubt ist. Michael schreibt in seinem Beitrag #21, daß es solche Grenzwerte nicht gibt, zumindest für den Rahmenrichter außerhalb des BMW-Konzerns und seiner Werkstätten.

Ist ja beides denkbar und möglich. Ein Rahmenrichter wird sich auch genau überlegen, bis zu welcher Verformung er noch an einen Schaden drangeht. Schließlich muß auch der für seine Arbeit haften.
 
Ne kleine Anmerkung: Der Abstand zwischen Kettenkastendeckel und Rahmen ist auf der rechten Seite schon ab Werk kleiner als links. Sieht also möglicherweise schlimmer aus als es ist.
 
Danke euch für die Auskünfte! Wenn ich die Muße gefunden hab, das Projekt anzugehen, werde ich das Moped erstmal komplett strippen und den Rahmen ggf zu HPN schicken.

Mein Plan war eigentlich, ihn richten zu lassen und die Verstärkungen selbst einzuschweißen. Da man danach aber ggf. nochmals richten muss, lass ich das vielleicht alles bei HPN machen. Vermutlich werden die aber ewige Wartezeiten haben…

Eins nach dem Anderen

Danke auf jeden Fall für alle Tipps, es scheint Hoffnung zu geben!
 
und die Verstärkungen selbst einzuschweißen
hallo syphest,
das bitte nicht selber machen, das geht höchstwahrscheinlich in die Hose, das ist denen vorbehalten, die Zulassung und Gutachten haben.
Bei der Abnahme meines HPN-Rahmens durfte ich etwas interessantes miterleben: vor mir war ein Kandidat, der einen Rahmen selbst verstärkt (geschweißt) hatte, er hat den `fertigen´ Rahmen im Transporter dem TÜV zur Begutachtung gebracht. der Blaukittel hat die Gelegenheit genutzt, daß ich mit dem HPN-Rahmen daneben stand, ließ mich den Tank abbauen und hat dem Kollegen alles erklärt: warum die Verstärkungen so und nicht anders gestaltet sind, die Schweißnähte so verlaufen und nicht anders . . . und zu guter Letzt die eingeschlagenen Prüfzeichen des Ausführenden.
der Rahmen, auf den der unglückselige Kollege anfangs noch so stolz war, war nur noch zum Zerkleinern mit der Flex, aber wenigstens hat er eingesehen, daß er da was ziemlich falsch gemacht hat.
nach dem Schweißen muß auf jeden Fall spannungsarm geglüht werden und danach wird (nochmals) warm gerichtet. was anschließend auch gemacht werden kann: Rahmen strahlen und Pulverbeschichten.
viel Erfolg Paul