Moin,

Es ist jetzt ziemlich genau zehn Jahre her, dass ich diesem Forum beigetreten bin. Nach längerer Motorradabstinenz hatte ich wieder Lust auf zwei Räder und mir mit dem wohlwollenden Segen meiner besseren Hälfte eine 87er R 80 RT zugelegt.

Da ich schon in meiner Jugend großen Spaß daran hatte, Dinge auseinanderzuschrauben, die eigentlich noch funktionierten, und meine damalige Honda MT8 entsprechend umgebaut hatte, war natürlich klar: Die olle RT bleibt nicht lange im Originalzustand.

Hier im Forum habe ich damals jede Menge Unterstützung, Tipps und vor allem unglaublich viel Wohlwollen erfahren. Dafür noch einmal ein dickes Dankeschön! Nebenbei sind viele nette Bekanntschaften entstanden, und ich durfte seitdem, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, so ziemlich jedes Forumstreffen mitnehmen. Was als Motorradprojekt begann, wurde also auch zu einer ziemlich geselligen Angelegenheit.

Die Zeiten haben sich inzwischen geändert. Der große Umbau-Boom scheint etwas abzuflauen, dafür trifft man in der Szene echte Motorradenthusiasten mit Benzin im Blut, Öl unter den Fingernägeln und vermutlich mindestens einem unfertigen Projekt in der Garage.

Warum erzähle ich euch das alles?

Ganz einfach: Es geht wieder los! Meine amerikanischen Alteisen-Projekte sind so gut wie abgeschlossen. Bevor mir noch langweilig wird oder ich versehentlich anfange, Dinge im Haushalt zu reparieren, ist es höchste Zeit, meinem Beemer wieder etwas Liebe zukommen zu lassen.

Auf den hochgeladenen Bildern könnt ihr die Evolution der letzten zehn Jahre verfolgen. Angefangen hat alles als Roadster. Im Laufe der Zeit kamen zunächst eine Habermann- und später eine Laverda-Verkleidung dazu. Mein Geschmack hat sich also nicht unbedingt in Richtung Originalzustand entwickelt.

Nun steht für diesen Winter die nächste und damit vorletzte Evolutionsstufe an. Vorletzte deshalb, weil man sich bei solchen Projekten bekanntlich niemals endgültig festlegen sollte.

Die bisherigen Verkleidungen waren mehr oder weniger Halbschalen. Diesmal soll es eine Vollverkleidung von einer Jawa 350 werden. Und natürlich passt erst einmal so gut wie gar nichts. Es wird also reichlich angepasst, ausgeschnitten und verändert werden müssen. Anschrauben, fertig, Bier auf – schön wär's!

Ich habe die Montage der Jawa-Verkleidung mithilfe von KI simuliert. Das Ergebnis zeigt zumindest, wohin die Reise gehen soll. Ob ich das in der Realität genauso hinbekomme, steht allerdings noch in den Sternen. Die KI muss schließlich auch nicht mit der Flex in der Hand in der Garage stehen und erklären, warum das gerade abgeschnittene Stück eigentlich noch gebraucht worden wäre. 😉

Zusätzlich soll der aktuell montierte ES-Tank von Honda einem ES-Tank von Yamaha weichen. Beide sind sich recht ähnlich, allerdings ist der Yamaha-Tank schmaler und dürfte dadurch besser mit meiner Sitzbank abschließen. Natürlich unterscheiden sich auch die Halterungen, sodass hier ebenfalls wieder einiges an Bastelarbeit wartet.

Das Projekt wird sich über den Winter ziehen. Wenn ich euch mit meinen Basteleien nicht zu sehr langweile, werde ich regelmäßig unregelmäßig über den Fortschritt berichten – immer dann, wenn etwas funktioniert hat oder ich dringend moralische Unterstützung brauche.

Kommentare sind ausdrücklich erwünscht! Lob, Kritik und konstruktive Vorschläge sind ebenso willkommen wie die obligatorischen Hinweise, dass man so etwas früher ganz anders gemacht hätte.

Und natürlich darf auch die Langstreckentauglichkeit hinterfragt werden. Das Teil ist kein Cruiser, und 500 Kilometer am Stück sind durchaus eine Herausforderung für Fahrer, Sitzfleisch und Leidensfähigkeit. Aber Langstreckentauglichkeit steht nicht auf meiner Anforderungsliste. Wenn es doch einmal eine längere Tour wird, lässt sich das damit durchaus bewerkstelligen – man muss eben wollen und darf zwischendurch auch mal eine Pause machen.

In diesem Sinne: Der Winter kann kommen, die Flex ist geschärft und der Beemer wartet auf seine nächste Persönlichkeitsstörung!

Cheers
Peter

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