Moin aus dem Norden,

bin gerade dabei meine Vergaser der R100 GS zu überholen. Machten zuvor keine Probleme, waren aber deutlich verschmutzt und nach dem Zerlegen stellte ich u. a. fest, dass sich am / um den Zerstäuber auch recht viel Schmutz (feine Sandpartikelchen) angesammelt hatte. Nach Ultraschallbad wollte ich nun alles zusammenbauen und stellte fest, dass der Schwimmer meines ersten zerlegten Vergasers (der andere kommt anschl. dran) auf einer Feinwaage 13,0 Gamm wiegt, also lt. Datenbank (Sollgewicht 11,4 - 12,6 Gramm) zu schwer. Kein Problem, so dachte ich, da ich mir im Dezember vergangenen Jahres vorsorglich neue Schwimmer gekauft hatte.
Als ich diese auf die Waage legte stellte ich fest, dass beide ein Gewicht von jeweils 13,5 Gramm haben! Ein Umtausch dürfte wohl aufgrund der Zeitspanne seit des Kaufs eher schwierig werden. Frage mich auch, ob dies überhaupt grundsätzlich möglich wäre, eine Bezugnahme auf unsere Datenbank muss der Händler ja nicht unbedingt akzeptieren.
Nun stellt sich mir die Frage, ob ich den alten Schwimmer (sofern er gleich viel wiegen sollte wie der des anderen Vergasers) wieder verbauen sollte, oder ob auch eine vorsichtige "Erleichterung" mittels feinen Sandpapiers praktikabel wäre.
Habt ihr diesbzügliche Erfahrungen, Tipps?

Besten Gruß,

Stephan
 
Zuletzt bearbeitet:
Erleichtern?
Es geht um das spezifische Gewicht, nicht das absolute.
Wenn Du Material irgendwo abnimmst, bleibt er genauso tief im Benzin eingetaucht wie vorher,
außer Du nimmst Material an der Oberseite ab, welche nicht im Benzin eingetaucht ist.
Du kannst aber auch den Benzinstand mit der Blechzunge korrigieren, sollte er zu hoch sein.
Das ist das einzig wichtige Kriterium in diesem Zusammenhang.
 
Okay, daraus entnehme ich, dass das Gewicht der Schwimmer entgegen der Angaben in der Datenbank relativ irrelevant ist.
Die Korrekturmaßnahme mittels Verbiegen der Blechzunge ist mir bekannt,
vielen Dank für den Hinweis.

mfG,
Stephan
 
setzt dich mal mit dem Färt von Red Baron zusammen. Der kann die genau erklären warum das Gewicht der Schwimmer im Rahmen der Werksvorgabe sein soll. Hat er mir auch mal erklärt, habe ich aber wieder vergessen, da wir passende eingebaut haben und alles funtioniert.
Grundtenor war soweit erinnerlich, dass, wenn die Schwimmer schwerer werden und der Benzinstand angepasst wird, der Vergaser in bestimmten Situationen nicht mehr arbeitet, wie er soll.
 
In der idealen Welt sollte der Schwimmer öffnen, wenn seine Oberseite parallel zur Vergaserkante ist.

Das ist zwar ein bisschen wischiwaschi, passt aber als Grundeinstellung.

Wichtiger finde ich den Benzinstand in der Schwimmerkammer, welcher abhängig vom Adlerauge des Schraubers beim Justieren und dem Schwimmergewicht unterschiedlich ausfällt.

Ohne in die Datenbank geschaut zu haben, gehe ich davon aus, daß der Benzinstand in mm von der Oberkante Schwimmerkammer dort irgendwo benannt ist.

Es ist mir unbekannt, daß der Schwimmer je nach Tauchtiefe unterschiedlich arbeitet, das Ventil ist ja recht beweglich mit diesem verbunden.

Bei Vergasern mit seitlicher Schwimmerkammer muss das Gewicht des Schwimmers stimmen bzw. angepasst werden, da man hier keine Verstellmöglichkeit hat.
Ist aber hier nicht relevant.
 
Moin,
...nicht mehr arbeitet, wie wie er soll :
das Schwimmerkammerbenzinniveau ist zu hoch, weil der (Nicht-mehr-gut-)Schwimmer das Nadelventil am Spritzulauf wegen zu geringer Auftriebskraft zu spät oder gar nicht mehr schliesst und der Vergaser ein viel zu fettes Gemisch liefert und im schlimmsten Fall bei zufällig geöffnetem Einlassventil den betroffenen Zylinder flutet und durch Versickerung an den Kolbenringen vorbei das Motoröl mit Benzin verdünnt wird, falls es zu allem Überfluss auch noch vergessen wurde die Benzinhähne zu schliessen.

Ein Nachbiegen der Schwimmerlasche ist keine Lösung , da die Auftriebskraft = Schwimmvermögen dadurch nicht verbessert wird.

Die Schwimmer müssen neu. Ob Hohlkörper- oder Schaumstoffschwimmer ist Geschmackssache. Ich mag nur noch die Hohlkörperschwimmer (s.o.)
LG :wink1:
Martin
 
das ganz oben auch das Gewicht von neuen/unbenutzen Schwimmern (wo gekauft?) gemessen wurde und von der Datenbankangabe abweicht habt Ihr aber gelesen?
 
Jep, gelesen.
Die neuen Schwimmer haben eine Soll-Toleranz von +-5% oder 1,2gr.
Ohne das Volumen zu kennen, wird der Schwimmer bei einem halben Gramm mehr auch nicht absaufen, also gleich schwer oder schwerer als Benzin sein.
Er wird etwas tiefer eintauchen als vorgesehen, also den Benzinstand in der Schwimmerkammer erhöhen.
Dieses kann man mit der Zunge ausgleichen.
Oder sich einen neuen, leichteren Schwimmer kaufen, wie man es halt möchte.

Die zu schweren Schwimmer kann man reklamieren, 24 Monate Garantie gibt es für Privatkäufe.

Von den Hohlkörperschwimmern aus Blech ist man irgendwann mal weggegangen, weil die auch gerne mal vollaufen, wenn undicht.
Irgendwas ist halt immer.
 
Hi,
zunächst einmal vielen Dank für die vielen Hinweise und Anregungen. Habe jetzt den zweiten Vergaser "fertig" und der Schwimmer des zweiten Vergasers wiegt auch exakt 13,0 Gramm. Da die Vergaser vorher trotzdem beide im Bereich des Zerstäubers richtig "versifft" waren merkwürigerweise gut liefen, habe ich die alten Schwimmer wieder eingebaut. Die vor knapp einem halben Jahr bei einem bekannten BMW-Zubehör-Händler für immerhin ca. 52 € gekauften Schwimmer werde ich reklamieren.
Hinzu kommt noch, dass erst gestern gelieferte Vergasermembrane (Billigkauf aus dem Netz) einen ca. 2 mm zu geringen Durchmesser aufweisen,
also gleich retour....
Ersatzteile zu kaufen macht echt keinen Spaß mehr. Aus China kommt ja mittlerweile eigentlich alles und ein höherer Preis, den ich grundsätzlich für Qualität auch bereit bin zu zahlen, sagt leider auch nichts mehr aus, s. Schwimmer und meine Erfahrungen bei sehr vielen PKW-Teilen.

Wünsche allen ein schönes Wochenende
und etwas höhere Temperaturen,

Stephan
 
Dieser Datenbankeintrag ist Dir bekannt?
 
Ein bisschen stöbern in der wirklich umfassenden Datenbank und im WHB der /7 offenbarte nur die zwar einfache, aber ungenaue Methode mit dem Ausrichten des Schwimmers ohne Berücksichtigung des Benzinniveaus.
Es geht auch anders, hier ein Beispiel am Solex BFR 30, welcher wie der Bing mit einem Gelenkschwimmer versehen ist.
Hier wird der Benzinstand bei waagerechter Lage mit 2-3mm unter Oberkante des Düsenträgers definiert.

Deshalb die Frage in die Runde: Hat jemand mal das Benzinniveau im optimalen Zustand erfasst?

In diesem Zusammenhang noch ein Auszug aus einem Bing Dokument in der Datenbank:

Entspricht das Tank-oder Benzinhahnsieb von BMW dieser Anforderung?

IMG_6931.jpeg
 
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Vom Taucher zum Schwimmer: Ich hatte auch mal einen zu schweren Schaumschwimmer.
Versuchsweis habe ich ihn mal über den Winter über einen Heizkörper gehängt.
(Nicht gerade im Wohnzimmer. ;-) )
Im Frühjahr hatte er wieder sein Sollgewicht.
 
Hi Tam92,
ja dieser Beitrag ist mir bekannt und deshalb kaufte ich vor einiger Zeit auch diese Membranen. Sie sind jedoch vom Material merklich dicker als die originalen Membranen und funktionierten bei einem anderen Vergaser (meiner R100 CS) nicht, d. h. der Kolben des Vergasers glitt sehr langsam "runter". Habe dort zwar noch die "alten" Kolbenfedern verbaut, doch funktionierten sie mit den originalen Membranen einwandfrei.
Deshalb möchte ich die "Volvo-Membranen" auch nicht in meinen GS Vergasern verbauen.
 
Ich hatte mir beide Typen bei JPA Vergaserservice gekauft und konnte keinen Dickenunterschied zu den vorher verbauten, alten Membranen mit der Mikrometerschraube messen.
Funktionieren tun sie auch einwandfrei.
Vielleicht gibt es verschiedene Hersteller?