Wenn man die Ventile zum Überprüfen raus hat und die Führungen für gut befunden hat kann man durchaus die Ventile einschleifen. Viel Material wird da ja nich weg genommen...
Deswegen haben normgerechte Ventile (ich hab' unsere nie gemessen, ist auch nicht ganz einfach, bin aber sicher, daß er da ist) einen Vorhaltewinkel von ein paar Bogenminuten, der dafür sorgt, daß die Sitzfläche erst unter Belastung flächig aufliegt (der Ventilspalt "klafft" also ohne Belastung vom Brennraum weg ein wenig auf).
Dieser Vorhaltewinkel sorgt dafür, daß die Sitzflächen von Sitzring und Ventil sich unter Druck - wenn der Ventilteller sich durchbiegt - ohne große Reibung einfach nur "aneinander anschmiegen".
Wenn du den Vorhaltewinkel wegschleifst, so daß die Sitze "schön flächig" tragen, "kippt" der Ventilteller bei Verbrennungsdruck über den Sitzring, beide Flächen reiben aneinander und können dadurch Verschweißen (man hat aus dem Sitzkegel einen selbsthemmenden Kegel gemacht - s. Fräsmaschine).
Resultat: beim nächsten Öffnen zieht's u.U. den Sitzring mit raus oder der Ventilteller reißt gleich ganz ab.
Das muß nicht gleich und zwingend passieren, letztendlich hat man aber im Glauben, seinem Motor was gutes zu tun, nur ein paar zehntausend km (unnötigen) Verschleiß eingebaut.
Gruß,
Markus
Dann stellt sich mir jedoch die Frage, warum selbst erfahrene Mechaniker-Profis nach Sitzerneuerung bzw. -schleifen die Teile nochmals läppen ?
Sind das denn alles Deppen oder wie hat man das zu verstehen ???
Luggi wenn Du die Bilder fremder Webseiten hier veröffentlichst, hast Du hoffentlich die Erlaubiss dafür?!
Gruß Marco
Es ist sicher viele Jahre her, da wurde der Ventilsitz mit zwei Winkeln so gefrässt, dass eine Kante in Ventilsitzmitte stand, die dann mit Einschleifen auf die richtige Breite gebracht wurde.

...aber hier wurden Fragen beantwortet, die waren noch garnicht gestellt.
Finde ich immer wieder interessant.

Die Frage hätte auch lauten können: "ich würde gerne ein Loch in meinen linken Zylinder bohren, womit soll ich schmieren?".
Hättest Du dann "mit Spiritus" als zielführende Antwort gelten lassen?
Hallo Markus,Wenn du den Vorhaltewinkel wegschleifst, so daß die Sitze "schön flächig" tragen, "kippt" der Ventilteller bei Verbrennungsdruck über den Sitzring, beide Flächen reiben aneinander und können dadurch Verschweißen (man hat aus dem Sitzkegel einen selbsthemmenden Kegel gemacht - s. Fräsmaschine).
Resultat: beim nächsten Öffnen zieht's u.U. den Sitzring mit raus oder der Ventilteller reißt gleich ganz ab.
Hallo Markus,
vielen Dank für diesen lehrreichen Ausflug in die moderne(re) Motorentechnik.
Aber bevor ich (neben Deinem geschätzten Fachwissen) nicht mindestens eine zweite Quelle für das Vorhandensein eines „Vorhaltewinkels” an unseren Uralt-Motoren habe, mag ich an die zerstörerische Wirkung des Ventileinschleifens noch nicht glauben.
Gruß,
Florian
