Ebenso wie @Wolfram2 frage ich mich, welche Vorteile Kopfdichtungen aus Alu oder Kupfer bieten. In der DB ist die Verwendung in Verbindung mit Dichtmasse und die Wiederverwendbarkeit beschrieben.

Diese Eigenschaften unterscheiden sich zur serienmäßigen Weichdichrung:
  • Wiederverwendbar (mit Weichglühen bei etwa der 5. Verwendung)
  • Einmaliges Anziehen der Kopfschrauben (35Nm), kein Nachziehen
  • Anpassen der Verdichtung/Kompression durch die Dicke der Dichtung
  • Bessere Wärmeleitung zwischen Zylinder und Kopf
  • Preis bei BBK geringer gegenüber der weichen Dichtung
  • Erfordern eine sehr gute Dichtfläche, bei Schäden an der Dichtfläche muss mit Dichtmasse ausgeglichen werden
  • Benötigen in der Regel keine Dichtmass bzw ganz wenig beidseitg um die Bohrungen für die Stößelstangen herum

Gibt es weitere Eigenschaften?
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Wärmeübergang Zylinder/Kopf ist besser...ob das nen realen Nutzen hat? Keine Ahnung. Es gibt auch Ventildeckeldichtungen aus Alu...

Grüsse, Hendrik
 
Hallo Kuhtreiber/André, mit der Dicke der Dichtung verändert du die Verdichtung des Motors, aber nicht die Kompression. Wird oft verwechselt.

Gruß Friedel
 
Und dann hab ich auch noch Kompression falsch geschrieben...
Verdichtung ist mit Geometrie berechenbar, Kompression ist messbar. Umgangssprachlich wird es Synonym benutzt. Mit einer Rüttelplatte wird der Boden verdichtet oder komprimiert. Je nachdem, wen man fragt.
Bei dem selben Motor kann durch die Dicke der Dichtung natürlich die Kompression verändert werden. Also beides richtig.
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielleicht sollte man das Wort Verdichtung etwas genauer unter die Lupe nehmen. Ich verstehe im Motorenbereich unter Verdichtung das Verdichtungsverhältnis, z.B. 9,5 zu 1. Wenn man die Dichtung jetzt dünner wählt, erhöht sich das Verdichtungsverhältnis entsprechend. Dickere Dichtung entsprechend umgekehrt.
Was die Kompression dazu sagt, kann man nur vermuten oder messen.

Gruß Friedel
 
Der Kollege aus der Künstlichen Intelligenz sieht die beiden Begriffe durchaus differenziert:

<Beginn Zitat>
Die Begriffe Verdichtung und Kompression werden beim Verbrennungsmotor oft ähnlich verwendet, meinen aber leicht unterschiedliche Dinge:
  • Kompression bezeichnet den Vorgang, bei dem der Kolben nach oben fährt und das Luft-Kraftstoff-Gemisch (beim Ottomotor) oder die Luft (beim Dieselmotor) zusammenpresst. Das geschieht während des Kompressionstakts.
  • Verdichtung beschreibt das Ergebnis dieses Vorgangs, also wie stark das Gas zusammengedrückt wurde. Sie wird meist durch das Verdichtungsverhältnis angegeben.
Das Verdichtungsverhältnis ist das Verhältnis zwischen:
  • dem größten Zylindervolumen (Kolben ganz unten) und
  • dem kleinsten Zylindervolumen (Kolben ganz oben).
Beispiel:
  • Hat ein Motor ein Verdichtungsverhältnis von 10:1, dann wird das Gas auf ein Zehntel seines ursprünglichen Volumens zusammengedrückt.
Kurz zusammengefasst:
  • Kompression = der Vorgang des Zusammenpressens.
  • Verdichtung = der Grad bzw. das Verhältnis, auf das verdichtet wird.
<Ende Zitat>

Kein Grund zum Streiten ;-)

Jochen
 
neben technischen Aspekten: Schau dir mal die Preise für die Zylinderkopfdichtungen für 1043, 1070, usw. an. Da ist so eine potenziell wiederverwendbare Metalldichtung schon eine Alternative. Wobei,... ich gebe es zu, ich hab BBK Zylinderkopfdichtungen schon mehrfach verwendet :entsetzten:
 
Hallo,
Text gefunden in einem anderen Forum

=So, nochmal mein Verständnis bzgl. der Kopfdichtung:

der Zylinder bei unseren luftgekühlten Zweizylindern sollte so kühl wie möglich laufen, um ausreichend Wärme aus dem Kolben abführen zu können und somit die Klemmneigung auf ein minimales Maß zu reduzieren.
Der Zylinderkopf ist bei unseren Motoren deutlich heißer als der Zylinder, da faktisch keine Ölkühlung des Kopfes vorhanden ist. Deswegen die versuchte thermische Trennung mit einer isolierenden Kopfdichtung.=
Das seh ich genauso.
Original ZKD sin bei mir schon mal 250 Mm ohne demontage im Betrieb.
Gruß Vitus
 
neben technischen Aspekten: Schau dir mal die Preise für die Zylinderkopfdichtungen für 1043, 1070, usw. an. Da ist so eine potenziell wiederverwendbare Metalldichtung schon eine Alternative. Wobei,... ich gebe es zu, ich hab BBK Zylinderkopfdichtungen schon mehrfach verwendet :entsetzten:
Und warum sollte man die Aludichtung nicht wiederverwenden können?
 
.... und somit die Klemmneigung auf ein minimales Maß zu reduzieren.
Ist das tatsächlich ein Problem? Dann müssten die Zylinder mit Nikasil- gegenüber Graugussbuchse den größten Unterschied machen.
Der Zylinderkopf ist bei unseren Motoren deutlich heißer als der Zylinder, da faktisch keine Ölkühlung des Kopfes vorhanden ist.
Deshalb verschleißen die Ventilsitze, Führungen und Ventile ja auch recht stark.

Meine 800er Zylinder, Kolben und Ringe haben problemlos 220 tkm gehalten, die Köpfe mussten bei 100 tkm bereits einmal überholt werden.
 
Text gefunden in einem anderen Forum

=So, nochmal mein Verständnis bzgl. der Kopfdichtung:
der Zylinder bei unseren luftgekühlten Zweizylindern sollte so kühl wie möglich laufen, um ausreichend Wärme aus dem Kolben abführen zu können und somit die Klemmneigung auf ein minimales Maß zu reduzieren.
Der Zylinderkopf ist bei unseren Motoren deutlich heißer als der Zylinder, da faktisch keine Ölkühlung des Kopfes vorhanden ist. Deswegen die versuchte thermische Trennung mit einer isolierenden Kopfdichtung.=
Genau SO verbreiten sich falsche Aussagen. Und je öfter das kopiert und verteilt wird, desto eher wird ein robot/KI diese Textpassage aufnehmen und als wahr verbreiten. Darauf stützen sich dann alle, die meinen, "das Netz lügt nicht".

Ich kann meine obige Bitte gar nicht häufig genug wiederholen. :rolleyes:.
 
Das mit der thermischen Trennung halte ich für Unfug.
Die "normale" Dichtung ist einfach billiger und benötigt weniger Pressdruck um abzudichten.
Natürlich nur meine Meinung.

Nur nebenbei bemerkt, für meine kleine MZ gab es keine, die soll ohne Dichtung dicht sein, weil sie es aber nicht war habe ich aus einer Baumarktaluplatte eine Dichtung geschnitten, hält seit Jahren, klar, kein hoch belasteter BMW Zylinder, zuverlässig dicht.

Gruß
Willy
 
Alu Dichtungen haben den "Vorteil", dass die Dinger schnell durchblasen, da nämlich nur die Dichtmasse dichtet und nicht ddas Alu selber- weil zu hart. Total vorteilhaft ist auch, dass aus diesem Grund die ganze Dichtung sorgfältig mit Dichtmasse bedeckt sein muss um dicht zu sein, man aber gleichzeitig aufpassen muss nicht zu viel aufzutragen um die ölführenden Stösselbohrungen nicht zu verstopfen. Besonders "vorteilhaft" bei höher verdichteten Motoren.
Ich finde die Dinger fürchterlich, seit Jahren wieder hoch zufrieden mit den schön weichen original Kopfdichtungen!
Gruss, Jan
 
Da sieht man es wieder. Nur Spezialisten können mit der Alu-Dichtung was anfangen
Dünn eingeschmiert werden nur beidseitig die beiden Bohrungen für die Stößelstangen. Der Rest bleibt unberührt. Kommt da bei dir irgendwie Öl durch sind die Dichtflächen krumm. Alu 99,5 zu hart? Nie und nimmer. Die vom Israel hatten damals (vor 4 Jahren oder so) ein anderes Alu das um einiges härter war.
Manfred
 
Auf Teufel komm raus Wärme abführen zu wollen, egal wohin, kann aber auch nach hinten losgehen. Es ist gut, sich EIGENE Gedanken zu machen.
Wer etwa auf die Idee kommt, bei einer Einzylinder-BMW den Vergaser als Wärmetauscher zu benutzen, und ihn ohne die "Pertinax"-Dichtung montiert, wird kochendes Benzin erleben. So blöd wird aber wohl keiner sein, obwohl...
Ebenso mit der Auspuffdichtung: massive Kupferdichtringe heizen in den Kopf zurück, lieber gefüllte "Asbestringe" nehmen, die behindern den Wärmeübergang im positiven Sinne und lassen die Hitze dort, wo sie hingehört, im Krümmer.
Ich selbst fahre eine Alu-Ventildeckeldichtung (Tipp aus dem Forum). Beim Einzylinder prima, bei den Boxern fängt es halt an zu tropfen. Der Temperaturzuwachs in den Ventildeckelchen ist wirklich enorm, sodass man gut auf die Peripherie achten sollte, z.B. auf einen Regler, der am Rahmen über dem Zylinderkopf sitzt .
Übergroße Ölwannen, als ob man einen BoT-Renner bewegen würde, lassen das Öl erst sehr spät warm werden, die maximale Öltemperatur wird aber trotzdem erreicht! Vielleicht doch lieber mit Ölkühler und Thermostat arbeiten?
Das Verdichtungsverhältnis ist ja ein netter Rechenwert, sagt aber nichts über die erreichte Kompression aus. Undichte Ventile oder ausgelutschte Zylinder / abgenutzte Kolbenringe bleiben unberücksichtigt. Aber mit solchen Motor-Grotten fährt ja bei uns keiner herum. Oder?
 
Zwischen Kopf und Zylinder, da waren etliche Motoren mit Alu Dichtungen, habe ich in 55 Jahren keine Dichtmasse verwendet. Auch ein 450ccm Einzylinder Diesel, in dem die angesaugte Luft wahrscheinlich deutlich stärker komprimiert* wird als in unseren BMW Zylindern, war ohne Zugabe von Dichtmasse, nur mit einer Aludichtung, dicht.
*Kann man doch so schreiben ohne dass die Begrifflichkeiten zu Irritationen führen ?

Nur in den Anfängen beim Mofa, da wurde Curil für so ziemlich alles verwendet :rolleyes: aber man lernte ja ständig nach der geht, geht nicht Methode, dazu.

Gruß
Willy
 
Moin zusammen.

Zur Erläuterung der Temperaturen:
Kolben und Zylinder sind im Verbrennungsmotor eher unkritisch, was deren Temperaturhaushalt angeht. Von da muß also keine Wärme „weg“.
Die Abwärme der Verbrennung erhitzt am meisten den Zylinderkopf. Dort vornehmlich alles, was mit den Verbrennungsabgasen in Berührung kommt.
Vornehmlich also das AL-Ventil und den Bereich um den Auslaßkanal herum.
Das AL-Ventil wird deswegen aus hochwarmfestem Stahl (Nimonic, Inocel etc) gefertigt, bei hochbelasteten Motoren auch schon mal als Hohlventil mit Natriumfüllung. Dies senkt durch das „shaken“ die Temperatur um bis zu dreistellige Werte.
Beim klassischen luftgekühlten Boxer ist wichtig eine genügend lange Verweildauer des Ventils auf seinem Sitz, damit es die Wärme an diesen nachfolgend an das Alu des Kopfes weitergeben kann.
Eine ausreichende Sitzbreite ist dazu auch nicht vernachlässigbar.
Nach der Krümmung ist im Al-Kanal eine Kante angebracht, bis zu der das Krümmerrohr hinein geschoben werden kann. Das ist absolut essentiell für die korrekte Wärmeabfuhr, da ansonsten das Abgas direkt den AL-Kanal erhitzt. Also muß der richtige Sitz des Krümmers stets kontrolliert werden.
Krümmer und Auslaßseite liegen naturgemäß voll im Fahrtwind, so dass eine gute Kühlung dieses Bereiches gewährleistet ist.
Soweit zur Auslegung des Motors seitens der Ingenieure.

Zur ZK-Dichtung:
Die serienmäßige funktioniert. In jeder Hinsicht. Punkt.

„Ändern und bessern sind zweierlei !
ist ein Merksatz über meiner Werkbank. Ja, man kann die Seriendichtung durch eine aus Alu oder Kupfer ersetzen.
Ja, es kann sein, daß dadurch ein Teil der Wärme vom Kopf auf den Zylinder übertragen wird.
Ich weiß es nicht und hab es nicht vermessen, abgesehen vom aufwendigen Equipment was mir zu korrekten Messungen fehlt. (Und nein, ein IR-Thermometer reicht dazu nicht)
Die Dichtwirkung des Originals ist zweifelsfrei besser, der dazu notwendige Anpressdruck geringer. Wichtig ist der letzte Punkt, insbesondere aufgrund der problematischen Verankerung der Zylinderhaltebolzen im Gehäuse.

Welches meiner Probleme löst das ?
ist eine weitere Frage, die ich mir immer stelle und anrege, sich diese zum Thema alternativer ZK-Dichtung zu stellen, bevor man zur Tat schreitet.
Und da fällt mir als belastbares Argument wenig bis gar nichts ein, lediglich Kostengründe können da gelten.
Nachteile sind offensichtlich und hier bereits ausreichend dargestellt.

Für Interessierte empfehle ich entsprechende Motorenbau-Fachliteratur (vielfach Vieweg Verlag), die bei ausreichender Beschäftigung erschöpfende Auskunft geben kann.