AlexM

Einsteiger
Hallo Leute,
ich möchte meine R61 wieder fahren. Stand jetzt wohl so 10 bis 20 Jahre herum und sprang vor ein paar Tagen beim ersten Tritt an :)
Ich habe keine Ahnung, welches Öl ich zuletzt vor Jahrzehnten eingefüllt habe.
Ich habe schon ein bisschen recherchiert und weiß auch schon, dass es ein mild legiertes Classic Einbereichsöl sein sollte.
Bei der Viskosität bin ich mir noch etwas unsicher, ob 40er oder 50er? Oder doch ein unlegiertes Öl?

Viele Grüße
Alex
 
ich möchte meine R61 wieder fahren. Stand jetzt wohl so 10 bis 20 Jahre herum und sprang vor ein paar Tagen beim ersten Tritt an
Einfach Klasse. Stell dir mal vor da hat sich durch die Standzeit Rost gebildet. Das ist nichts ungewöhnliches. Durch das laufen lassen vom Motor sind die Kolbenringe brav durch den Rost gepflügt. Bei den Ventilen kann es ähnlich sein.
Manfred
 
Frag doch mal beim Jochen Pohlmann von Rektol in Korbach an...der macht individuelle Ölberatung für Klassiker anhand von alten Tabellen und Daten und, was vielleicht noch wichtiger ist, er hat echt Freude daran, was er tut. Ihr findet gemeinsam eine Lösung!

Grüsse, Hendrik
 
Einfach Klasse. Stell dir mal vor da hat sich durch die Standzeit Rost gebildet. Das ist nichts ungewöhnliches. Durch das laufen lassen vom Motor sind die Kolbenringe brav durch den Rost gepflügt. Bei den Ventilen kann es ähnlich sein.
Manfred
Als ich mich das erste Mal so Ende der 1980er mit der R61 beschäftigt hatte, stand sie auch schon vorher mindestens 20 Jahre völlig unbenutzt in der Ecke unserer Garage, weil mein Vater sie (zum Glück) nicht verkauft hatte. Da haben wir sie dann auch erstmal nach Prüfen des Ölstandes angekickt. Naja, was soll man machen? Erstmal den Motor zerlegen? Ich bin also neulich (als sie sofort ansprang) eine kleine Runde von vielleicht 3-4 km gefahren und hatte Spaß. Jetzt soll sie neue Öle und Reifen bekommen und ein bisschen gefahren werden.
Danke schonmal für alle Tipps!
 
Ich bin mir nicht sicher, ob man das vergleichen kann....die ollen Rollenboxer haben keine Druckumlaufschmierung und keinen wesentlichen Öldruck im herkömmlichen Sinne...

Grüsse, Hendrik
 
Ich bin mir nicht sicher, ob man das vergleichen kann....die ollen Rollenboxer haben keine Druckumlaufschmierung und keinen wesentlichen Öldruck im herkömmlichen Sinne...
Guter Punkt, daran hab ich nicht gedacht. Ich würde da trotzdem 20W50 SHPD reinschütten. Die Brühe nimmt mehr Dreck auf, als alles was ich vorher verwendet habe.
 
Druckumlaufschmierung brauchen die Kolbenringe auch nicht. Ich habe aber schon mehrer Mopeds + Autos gesehen die so eingefahren wurden.
Die Zylinder sahen Klasse aus
Manfred
 
Ich empfehle Dir kurz noch mal warm laufen lassen und dann noch die Ölwanne abschrauben und Dir das alte Öl ansehen.

Wegen Öl könntest Du auch bei Wagner oder dem Elefantentreiber nachfragen.

Gruß

Mario
 
Deswegen habe ich ja geschrieben, im eigentlichen Sinne, mit viel Öldruck, Gleitlagern, Überdruck, Bypass etc...

Das da ne kleine Pumpe den edlen Schmierstoff son bisschen Richtung Kurbelwelle transportiert, ist schon klar (und ja, bei den späteren Rollenboxermodellen aus Richtung Zylinder).

Grüsse, Hendrik
 
Jedenfalls unlegiertes Öl das die schmutzigen Schwebestoffe in Schlammhülsen,Grobfilter, Ölwanne und dergleichen absetzt welche dann von Zeit zu Zeit gereinigt werden sollten.

Ein legiertes Öl das den Dreck in Schwebe hält würde diesen ständig durch die Schmierstellen im Motor transportieren.
 
Moin,
von anderen Oldtimern mit Oldtimern hört man gerne diese Aussage :

wenn der Motor komplett neu aufgebaut und dabei alles innen gereinigt worden ist kann man auch moderne Mehrbereichsöle mit Additiven, die den Motorschmutz in Schwebe halten, verwenden.
Ist der Motor schon lange nicht mehr aufgemacht worden und befindet sich der alte Schmodder noch darin, sollte man besser nur ein Einbereichsöl der in der Betriebsanleitung vorgeschriebenen Viskosität verwenden. Diese Öle lösen den abgelagerten Schmutz nicht an und halten ihn vor allem nicht in Schwebe und damit in Umlauf.
Sonst ist damit zu rechnen, dass sich der Schmodder löst und dadurch eventuell Ölbohrungen verstopft werden können.

Mein ältestes Fahrzeug ist eine NSU Konsul II von 1953. Die soll gem. BA mit SAE 50 Einbereichsöl im Sommer und SAE 30 im Winter gefahren werden.
Ich hatte den Motor komplett auf und machte alles bis in die kleinsten Ecken sauber. Seitdem fahre ich problemlos - wie in allen anderen Möppis - auch der R 90/6 - 20W-50 mineralisches, mild legiertes Mehrbereichsöl vom Billiganbieter Mannol besonders günstig erhältlich in der ökonomischen Familienpackung zu 20 L :D .
Die Konsul hat jetzt mehr als 10.000km ohne Schäden durch eventuell nicht passendes Öl abgespult.
Hätte es in den 50ern bereits weit verbreitet Mehrbereichsöle gegeben, hätte NSU der Konsul wahrscheinlich auch Mehrbereichsöl verordnet.
LG :wink1:
Martin
 
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Jedenfalls unlegiertes Öl das die schmutzigen Schwebestoffe in Schlammhülsen,Grobfilter, Ölwanne und dergleichen absetzt welche dann von Zeit zu Zeit gereinigt werden sollten.

Ein legiertes Öl das den Dreck in Schwebe hält würde diesen ständig durch die Schmierstellen im Motor transportieren.
.... jaja und synthetisches löst den ganzen Dreck vom mineralischen Öl und dann geht der Motor kaputt. Diese "altgläubigen" Weisheiten sind ja so laaangweilig. Wenn nur einmal jemand einen schlüssigen Beweis dafür hätte.

Klar muss man einmal den ganzen abgelösten Schlamm der Jahrzehnte ablassen. Aber dann ist der Motor sauber und setzt auch keinen neuen Dreck mehr an.
 
Moin Frank,
nein Frank.
Der Gubbel sitzt oft hartnäckig in irgendwelchen Ecken fest und wird dort auch hart.
Beispiel : die Schlammhülsen in den Kurbelwangen einer NSU Standard oder Spezialmax. Das Zeugs ist so hart, dass man Mühe hat, den verkokten Schmodder mit einem passenden Werkzeug rauszuprökeln.
.... jaja und synthetisches löst den ganzen Dreck vom mineralischen Öl und dann geht der Motor kaputt. Diese "altgläubigen" Weisheiten sind ja so laaangweilig. Wenn nur einmal jemand einen schlüssigen Beweis dafür hätte.

Klar muss man einmal den ganzen abgelösten Schlamm der Jahrzehnte ablassen. Aber dann ist der Motor sauber und setzt auch keinen neuen Dreck mehr an.

Letztes Jahr hatte ich einen Heinkel Tourist 4T-Motor ganz auseinander. Der Motor hat keine Ölpumpe und schleudert das Schmiermittel einfach überall herum. Da fand ich auch feste Drecknester im Motorgehäuse, obwohl ich das Öl beim Kauf gewechselt hatte.
Ich habe kein Problem mit zeitgemässem Mehrbereichsöl (s.o.), weil ich immer erst "aufgeräumt" habe. Ein oder mehrere Ölwechsel allein reichen nicht um den Motor innen sauber zu bekommen.
Besser aufmachen und Hausputz :D ....
LG :wink1:
Martin
 
.... jaja und synthetisches löst den ganzen Dreck vom mineralischen Öl und dann geht der Motor kaputt. Diese "altgläubigen" Weisheiten sind ja so laaangweilig. Wenn nur einmal jemand einen schlüssigen Beweis dafür hätte.

Klar muss man einmal den ganzen abgelösten Schlamm der Jahrzehnte ablassen. Aber dann ist der Motor sauber und setzt auch keinen neuen Dreck mehr an.
Schon mal so einen alten Trümmer auseinander gebaut? Oder KI Erfahrung?
 
OK, also Ölwanne abnehmen. Das werden ja vermutlich 4-8 Schrauben sein? Gibts eigentlich irgendwo die Anzugsmomente für so einen alten Hobel und zB die Schrauben an der Ölwanne?
 
Ich für meinen Teil benutze in MEINEN Rollenlagermotoren auch legiertes Öl, diese sind allerdings auch neu aufgebaut und die brave 250er hat sogar nen Papierfilter. Nach einem Gespräch mit dem oben genannten Menschen sind wir zu dem Schluss gekommen, das die Vorteile insbesonders im Bereich Kolbensauberkeit/Ringzone etc...die etwaigen Nachteile ("Schmutz bleibt im Umlauf, alter Dreck wird gelöst") übertreffen. (Und ich schreibe das mit Absicht in Anführungszeichen...so, wie man sich das gern vorstellt, also das legiertes Öl ein krasses Lösungsmittel ist, ganze Dreckplatten lösen sich und verstopfen den Motor, etc...ist es nämlich nicht).

Ich kann mich erinnern, irgendwann war im Einzylinderforum mal eine regelrechte Furcht vor Additiven, ein Mensch meinte, den heiligen Gral in Form von unadditiviertem Kompressoröl gefunden zu haben...er hat dann nach einer gewissen Betriebsdauer Fotos seines Motors gepostet und sich doch umentschieden ;)

PS: Anzusgsmoment: Bei Korkdichtung mit viel Gefühl, bei Papierdichtung 8-10nm...also viel Gefühl :D

Grüße, Hendrik
 
wahrscheinlich nicht, denn so richtig gute Werkstattanleitungen gab es z.B. bei NSU erst ab etwa Mitte der 50er Jahre.
Bis dahin gehörte das zum Ausbildungswissen der Mechaniker.
Aber ....
Drehmomenttabelle googeln : Drehmoment abhängig vom Schraubendurchmesser, der Gewindesteigung und der Schraubenfestigkeitsklasse.

Die sind allgemein gültig wobei ich die Schrauben der Ölwanne einfach mit Gefühl in mehreren Schritten anziehen würde - mit der Ratsche ohne Drehmoment. Dann fahren oder einfach nur den Motor warmlaufen lassen und nochmal auf Festsitz prüfen, evt. nachziehen. Fertig.
LG :wink1:
Martin