Die Lösung:
Hofe hat mir nach meiner Skizze die benötigten Dichungen aus 1,5mm Alublech gefertigt.
Passen perfekt!
Ich habe mal die Montageschritte mit der Knipse festgehalten und erkläre hier mal diese etwas ungewöhnliche Art der Zylinderfußabdichtung.
Die von BMW vorgesehenen O-Ringe zur Abdichtung am Zylinderfuß habe ich hier auch verwendet. Dabei können die kleinen Ringe nur zwischen Zylinderfuß und Aludichtung ihre Wirkung entfalten.
Als Dichtmasse habe ich hier anstelle des sonst gerne von mir verwendeten HT-Silikons "Dirko-HT" eine HT-Flächendichtung auf Acrylbasis die unter Luftabschluss (anaerob) aushärtet. Die Handelsbezeichnung ist Loctite 510.
Dabei war für mich entscheidend, dass die Masse eben nur unter Luftabschluss härtet, somit kann ein eventueller Überschuss nicht den Ölkanal zu den Kipphebeln dichtsetzen, wie es bei Silikon passieren kann.
Hier die Dichtfläche des Zylinderfußes mit O-Ringen an den oberen Stehbolzenbohrungen. Die Dichtmasse ist gut zu erkennen. Der Kolben steckt schon bis zum Kolbenbolzenauge im Zylinder.
Danach folgt die Aludichtung und der große O-Ring
Jetzt kommt die zweite Schicht Dichtmasse, anschließend schiebe ich den Kolbenbolzen schon bis zum Innenrand der Öffnung in den Kolben.
Das Ganze schiebe ich auf die Stehbolzen, fädele das Pleuel in den Kolben ein und schiebe dann den Kolbenbolzen komplett durch. Neuen Sicherungsring nicht vergessen.
Jetzt schiebe ich den Zylinder ans Motorgehäuse, montiere den Zylinderkopf mit Dichtung, Stößelstangen, Kipphebel und die Kopfmuttern folgen. Dabei kann ich mir Zeit lassen, da die Dichtmasse ja erst unter Luftabschluss aushärtet.
Nach anziehen der Kopfmuttern mit dem Drehmomentschlüssel sieht das dann am Motorgehäuse so aus:
Der sichtbare Dichtmasseüberschuss härtet nicht aus, man kann ihn wegwischen oder einfach bei der nächsten Motorwäsche mit abwaschen.
Die Dichtmasse soll nun gerne 24 Stunden ruhen, bevor man den Motor startet. Allerdings schreibt Loctite im Arbeitsblatt, dass auch schon von Anfang an eine Dichtwirkung besteht. Ungeduldige naturen, so wie ich, können also gleich schonmal den Motor starten.
Das habe ich natürlich auch gemacht: Läuft, ist dicht und das Klappern ist verschwunden.
