Was für ein Boxer Motor?

sirwrieden

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Weiß jemand um was für einen Boxer Motor es sich hier handelt?

Gesehen heute auf der Classic Motor Show in Bremen der Verkäufer konnte keine Angaben machen 😔
IMG20260201110609.jpg IMG20260201110630.jpg
 
Das sagt Google Lens dazu:


Das über 100 Jahre alte Stück wurde 2024 für 199,-€ verkauft...
Mehr zahle ich ab sofort für einen massenweise verfügbaren BMW- 2-Ventiler dann wohl auch nicht mehr.
😉

Grüße

Thomas
 
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Der Johnson Zweitakt- Boxer Hilfsmotor mit 140 ccm, gebaut in England, wurde am Gepäckträger des Fahrrads montiert und trieb das Hinterrad über Kette an.
Am Konus vom Kurbelwellenzapfen sitzt normalerweise noch eine Schwungscheibe.

Ergänzung hinzugefügt.
 
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Gemeinsamer Hubzapfen funktioniert am 180°-Zweitakter nur dann, wenn die Ladepumpe extern ist - und nicht das Kurbelgehäuse, wie meist bei Moped- und Motorradmotoren. D.h. ohne eine externe Ladepumpe hat es ein Boxer zu sein, ein Hubzapfen eigens pro Kolben, sonst funktioniert dat Dingen nicht. D.h. es ist dann EIN Pumpenraum, der in BEIDE Zylinder ÜBerströmung macht, und die Kerzen zünden zugleich.

Übrigens waren gestern (3.2.) im Fernsehen Bilder von Drohneneinschlägen in Kiew zu sehen - da war ein Boxer-Zweitakter eines Drohnenantriebs zu sehen. Vermutlich ein iranisch-russisches Konstrukt, in der Größe irgendwas bei 200-300 cc.
Könnte weiter sein, dass sowas demnächst mal in kleinen Mengen auf ebay landet ...
 
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Gemeinsamer Hubzapfen funktioniert am 180°-Zweitakter nur dann, wenn die Ladepumpe extern ist - und nicht das Kurbelgehäuse, wie meist bei Moped- und Motorradmotoren. D.h. ohne eine externe Ladepumpe hat es ein Boxer zu sein, ein Hubzapfen eigens pro Kolben, sonst funktioniert dat Dingen nicht. D.h. es ist dann EIN Pumpenraum, der in BEIDE Zylinder ÜBerströmung macht, und die Kerzen zünden zugleich.
Außerdem ließe sich ein Zweizylinder–180° mit gemeinsamem Hubzapfen höchstens als Antrieb einer Rüttelplatte sinnvoll einsetzen, da weder die Massenkräfte noch die Massenmomente jeglicher Ordnung ausgeglichen wären. :entsetzten:

Gruß
Florian
 
Außerdem ließ sich ein Zweizylinder–180° mit gemeinsamem Hubzapfen höchstens als Antrieb einer Rüttelplatte sinnvoll einsetzen, da weder die Massenkräfte noch die Massenmomente jeglicher Ordnung ausgeglichen wären. :entsetzten:
Im Prinzip richtig.
Verhält sich dann wie ein böse schütteliger Einzylinder von Kolben doppelten Gewichts.
Richtig, ist ziemlich übel.

Doch selbst sowas ließe sich auch wahlweise ausgleichen..., wenn denn man sehr aufwendige Ausgleichswellen für Omega (die originäre Drehzahl) und für 2x Omega für die mit dem Pleuelverhältnis lambda (R zu L) multiplizierte, verringerte zweite Ordnung macht, und für jede Ordnung jeweils zwei gegenläufige Wellen.
Also per Ordnungen jeweils den guten alten Lanchester ... Mit dem geht alles.
Lanchester haben übrigens für die zweite Ordnung heute nahezu alle Vierzylinder drin, als Kassettentrieb in Kombi mit der Ölpumpe oft.

Mit der Theorie hierzu, Maschinendynamik, lassen sich übrigens praktisch alle Zylinderzahlen und krumme Abstände und "falsche" V-Winkel allesamt ausgleichen - wie gesagt, mit Aufwand ... Man gleicht die rotativen und oszillierenden Gewichtskräfte aus - was man i.d.R. nicht (noch nicht...) macht, sind Ausgleiche von Verbrennungskräften. Kann man auch..., wenn denn man das will. Schwierigkeit hier sind die nicht-kontinuierlich Last fahrenden Maschinen, wie KFZ-Antriebe - wie willst du ausgleichen, wenn Leerlauf ist versus Halblast versus Vollast ...

Wilde Sachen waren da mal vergangenheitlich so "Dinger" wie der britische Dreizylinder-Boxer. In der Mitte der dicke Zylinder, davor und dahinter gegenüber die zwei kleineren Zylinder mit Kolben halben Gewichtes und halben Hubraums.

Nur, bei DEM Aufwand kann man auch gleich gescheite Mehrzylinder bauen ...

(...ich hatte einen herrlichen Prof für Verbrennungsmaschinen, für Maschinendynamik, und privat auch Musikus - er war zuvor Entwicklungsingenieur bei der Kruppschen Lastkraftwagenfabrik. Der hatte unfassbare Stories drauf, was man mit Maschinendynamik alles anstellen kann.)
 
Hallo Bernd,
besten Dank für diesen Ausflug in eine mögliche konstruktive Ausführung – ich als Mechaniker lerne da immer gerne dazu! )(-:
Aber mal im Ernst: Wieviele Ausgleichswellen vermutest Du in dieser Konstruktion?

Nix für ungut und gute Nacht
Florian
 
Es gab auch mal einen 2T Boxer von BMW. :pfeif:

BMW entwickelte 1947 ein Motorrad mit der Bezeichnung R10 mit einem Zweitakt Boxermotor, Einlasssteuerung über Plattendrehschieber, Hubraum120 ccm und 5 PS, Dreiganggetriebe oberhalb des Kurbelgehäuses, Kardanantrieb zum Hinterrad.
Fahrwerk, Telegabel mit zentraler Schraubfeder vor dem Lenkkopf, Geradewegfederung hinten und kleinen 16"Rädern.
Die beiden Zylinder waren relativ weit hinten angeordnet und lagen hinter den Fahrerfußrasten
Das Ganze sah auch einigermaßen skurill aus. ;)
Es blieb aber beim Prototyp und wurde nicht weiter verfolgt.

Foto zum Hochladen finde ich keines, ist aber im BMW Buch von Stefan Knittel zu finden.
 
Wieviele Ausgleichswellen vermutest Du in dieser Konstruktion?
Hallo Florian,

na null.
:kue:
Das ist ja ein absolut minimales Ding.
Den ganzen Ausgleichswellen-Zinnober, von dem ich schrieb, hatte man als Theorie weitenteils in den 20ern, 30ern schon fertig, aber machte man praktisch i.d.R. erst weit nach dem WK 2 - wohingegen mir dieses Motörchen doch uralt scheint.

(Und als ich jung war, um 1975, kam das erste Moped damit - die 750er Zweizylinder-Yamaha - deren erster Viertakter - mit den sich längenden Ketten...)

A guat's Nächtele.
Bernd
 
Ein besonderer und interessanter Motor. Er hat keine axiale Verschiebung der Zylinder, zumindest kann ich keine erkennen. Er hat also wahrscheinlich spezielle Pleuelstangen. Der Vergaser ist sehr asymmetrisch auf einem Zylinder angebracht. Beide Zylinder zünden gleichzeitig und die Abgase kämpfen im U-förmigen Auspuffrohr miteinander. Und trotz alledem hat es funktioniert. Von den Zweitakt-Boxermotoren gefällt mir der IFA BK 350 sehr gut.
1919+Johnson+Motor+Wheel+motor.JPG
 
Unfassbar interessante, leistungsbefähigte OHV-Motorenbaureihe.
Schade, dass es nach Aufgekauftwordensein Mitte der 60er dort nicht mehr weiterging.

Raetselmotor03.jpg
 
Jopp. Panhard.
Das sollen sogar noch - bis zuletzt? - Sackzylinder gewesen sein, also Zylinder und Kopf am Stück, ohne Zylinderkopfdichtung.
Teils erstaunlich, was für Panhards mittlerweile wieder bezahlt wird. Quasi die Ente "in schnell", mit den Techniken aus dem Flugzeugbau, alles leicht zu machen.
 
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