Das Ende des Endantriebs

Mich erinnert das irgendwie an die Zwischenwelle bei den Ziegeln.

Die ersten Serien hatten zuwenig Nieten .

Geschraubt hält das dann .

Viele solcher Verbindungen halten nicht durch die Verbindsnieten / Schrauben sondern durch Flächenpressung.
 
... nicht richtig vernietet .... beim Gebrauch des Hammers immer an (verflossene) böse Schwiegermu(e)tter denken, dann klappts auch bei "schwachen Mimosen" :D

Wenn Nieten Nieten nieten

sind Nieten nicht vernietet
weil locker sich von selbst verbietet
schlag die Niete mit schwerem Hammer
so genietet sitzt sie strammer
kraftschlüssig und in Form
hält die Niete ganz enorm

Bei uns in Cuxhaven ist gerade Fleckenmarkt. Ich glaube, da gibt es auch den "Hau den Lukas". Ich gehe da gleich mal hin und übe schon mal :D !
LG :wink1:
Martin
 
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Servus,
Kleine Annekdote anno 2016 irgendwo in Schottland am Loch Lomond...Samstsgs Abend und kein ADAC weit und breit..

Nach einem kurzen Smalltalk mit fünf sehr netten Parkrangern sollte ich noch eine Lektion lernen… nachdem ich erleben konnte, dass das Aus meines Navis mich nicht hindern sollte meine Reise fort zusetzen, stellte ich nach 2 km Fahrt fest, dass es meiner Kuh an Vortrieb mangelt. Der Motor drehte hoch und das Getriebe ließ sich schalten. Mein erster Gedanke an des Gelenk des Kardans war falsch… also Moped abstellen und prüfen was es sein kann. Das Hinterrad ließ sich frei drehen obwohl ein Gang eingelegt war – blöd. Also runter mit dem Rad und schauen was ist….

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Da ich erst zwei Tage vorher neue Reifen drauf gezogen hatte, ließ sich alles problemlos mit dem Bordwerkzeug zerlegen.

Hier war dann der Übeltäter. Die Nieten des Antriebsflansches waren alle gebrochen, so dass dieser sich Richtung Achsgetriebe verflüchtigt hatte und nicht mehr in die Bohrungen eingriff. Klasse und das Samstagabend halb Acht irgendwo in Schottland.


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Nach 5 Minuten kam ein sehr freundlicher Mann auf einem Fahrrad und half mir das Rad in seine kleine Gartenhauswerkstatt zu Transportieren. Wir schlugen die Nieten aus der Nabe und Bohrten die Löcher – an Ermangelung passender Schrauben - auf 6mm auf. Da wir nur 6 Schrauben aufgetrieben hatten, wurde eben nur jede zweite Niete ersetzt, die restlichen greifen ja noch in die Bohrungen und treiben ebenfalls mit an. Es hat gehalten und zuhause habe ich dann die restlichen Nieten auch durch Schrauben ersetzt.

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In dieser Laube konnten wir zu Dritt mein Rad reparieren. Die Frau des Hauses brachte uns noch Orangensaft und wir unterhielten uns noch über dieses schöne Land. Als ich dann fragte, wie ich denn Danke sagen kann für seine Hilfe, erwiderte er nur: „Hab einfach nur Spaß in unserem Land und erinnere dich an uns“. Dann fuhr er mich zum Moped und wartete bis ich alles angebaut hatte.

Es waren 8.8er Schloßschrauben, die dann nach 3 - 4000 km den Geist aufgegeben hatten. Ich habe sie durch 12.9er dann ersetzt und seid 10 Jahren Ruhe. Aber man benötigt eine extralange 10er Nuss samit man die Muttern anziehen kann.

Grus
Der Indianer
 
Mich erinnert das irgendwie an die Zwischenwelle bei den Ziegeln.

Die ersten Serien hatten zuwenig Nieten .

Geschraubt hält das dann .

Viele solcher Verbindungen halten nicht durch die Verbindsnieten / Schrauben sondern durch Flächenpressung.
:fuenfe: genau, ob Niete oder Schraube : durch die Flächenpressung in Längsrichtung der Niete/Schraube wirkend soll die Kraft übertragen werden und nicht durch seitliche Scherkräfte . Ein anderes Beispiel sind die HV-Verschraubungen im Stahlbau. Die sind auch für Flächenpressungen gemacht und nicht für Scherkräfte.

Bei den Nietverbindungen kommt die Flächenpressung nur zustande, wenn die Niete fest sitzt und dadurch Vorspannung und damit Flächenpressung erzeugt wird. Ist die Nietverbindung zu schwach, schief und rissig geschlagen worden, wird sie durch die Scherkräfte wegen fehlender, ausreichender Flächenpressung zerstört.
Das geht bei sich bewegenden Teilen durch die Lastwechsel wie hier bei dem Hinterrad mal beschleunigend, mal abbremsend schneller als bei einem rein statisch belasteten Bauteil.

LG :wink1:
Martin
 
Wieso sollte der Mitnehmer Anlauffarben haben? Anlauffarben sieht man außerdem nur an einer blanken Oberfläche.
Wenn der Mitnehmer locker war wurde der nur nicht richtig vernietet.
Beides mal liegst du falsch, Wed. Mit dem Antrieb vom Indianer, habe ich das jetzt schon viermal so gesehen. Die dachten bestimmt alle: die anderen sind halt Nieten.
 
Moin,
bei den /5 Rädern waren es 5mm Nieten, ab /6 dann 6mm.
Auch da gab es 2 Sorten L= 22 und L=25mm.

Unser Indianer hatte den Bildern oben zufolge die 5mm Zahnstocher und deshalb auf 6mm aufgebohrt.
Hat BMW ja selbst gemerkt, dass 5mm zu schwach sind für die Mehrleistung von 50PS der R 75/5 aufgestockt auf die 67 PS der R 90S.

Einflussreich ist auch die Fahrweise : /5 Rad mit 7-Rock usw. Tuning und ordentlich zuckender Gashand beschleunigt den Schadenseintritt, der einem gemütlichen Fahrer vielleicht nie passieren wird.
LG :wink1:
Martin
 
Naja, die Alu-q jat denke ich mit den Freeflows, Mikunis und diverser Kleingkeiten doch etwas mehr Leistung als Serie. Diese dann auch im Soziusbetrueb mit ca 20.000km im Jahr auch ständig abgegriffen.
Aber erweiter mal die 5mm am Flansch auf 6mm. Der ist sowas von hart. Das ging nur mit den Feilen der Kettensäge.

Aber die Schrauben halten.

Gruß
Der Indianer
 
Das ist leider mal wieder einer dieser viele Beiträge wo so unsäglich vieles verallgemeinert wird.

Es ist nämlich ein Riesen Unterschied ob wir über /5 und frühe /6 mit dem /5 Mitnehmer mit 5mm Nieten oder spätere /6 und /7 Naben mit 6 mm sprechen.
 
Im Korinthenkacketmodus könnte man jetzt argumentieren, dass die Nieten eine spielfreie und formschlüssige Verbindung herstellen, welches bei Normschrauben nicht geht, nur bei Passschrauben, wofür die Bohrungen meines Erachtens genauer sein müssten.
Bleiben wir mal beim Mittnehmer und Nabe ab /6, die Bohrung ist exakt 6,4mm

Ich hab mich für 1/4" UHF Ami-Schrauben entschieden, von dem Zulieferer Zodiak. sie entsprechen der Güte 10.9. Das ist natürlich keine Passchrauben Verbindung, aber auf ein My kommt es hier zu Glück nicht an. Auf dem Bild 1 #7 sieht man eine 3mm Alu Distanzscheibe. die Schrauben passen so gut die haben auch noch die Aufgabe der Zentrierung übernommen. Nur die Muttern musste ich mir anfertigen lassen, weil einfach zu eng.

gruss peter

Zodiak Schrauben .JPG Hut und Stopmutter.JPG
 
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Moin zuzsammen,
die Filme bei "Youtube/ Onkel M" finde ich interessant.
Workshop BMW Hinterachsgetriebe/Kardanantrieb Motorrad Teil 1,2,3 am Beispiel des HiAG's einer R 60/6.

Es wird klar, dass man im Falle der Notwendigkeit ausdistanzieren zu müssen, keinesfalls mal eben mit 2 Stunden auskommt, da jedes Mal der Deckel wieder herunter muss um das Tragbild prüfen zu können.

Obwohl bei Onkel M nichts dergleichen zu tun war, sind die Videos sehr aufschlussreich und können hilfreich sein für denjenigen, der diese Arbeit gerne selber machen möchte.
Ich werde meinen alten 11/34er 3,09er Antrieb auf jeden Fall aufarbeiten da es kaum noch Teile gibt und man gut daran tut, sowas auf Reserve liegen zu haben.
Einen Film zum Vernieten des Hinterradzahnkranzes habe ich noch nicht gefunden. Vielleicht finde ich den auch noch !
LG :wink1:
Martin
 
so, heute habe ich auch noch das professionelle Nietwerkzeug leihweise von WED erhalten was mal wieder beweist, wie toll hier diese verschworene Kuhgemeinde zusammenhält !!!

Ich habe hier auch schon mal Werkzeug verliehen und wurde nicht enttäuscht.

Diese Art von Zusammenhalt findet man bei anderen Foren/Motorradmarken wohl eher selten. Scheint wohl eine Spezialität der Q-Gemeinde zu sein :respekt:.

Ich habe den alten Antrieb zerlegt und mal einige Bilder gemacht, wie weit die alte Verzahnung nach 51 Jahren und 250.000km weggeschlagen ist :
etwa 2/3 der Zahnflankenbreite ist nach und nach weggehämmert worden .

Es wurde höchste Zeit sich darum zu kümmern.
LG :wink1:
Martin

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Klasse, danke für‘s teilen, Martin!
Wie sieht die Kegel-Tellerradverzahnung aus?

Viel Erfolg beim Nieten, kannst ja mal berichten an der Tonenburg.
Gruss, Frank
 
weiter geht's :
an den Nietwerkzeugen sieht man die Anschrägung, die sich beim nieten an das konisch zulaufende Zahnkranzgehäuse anschmiegt.
Auf einem Bild sieht man den kleinen Druckring und die grosse Passscheibe.
Der Druckring kann bleiben, die Passscheibe muss eventuell neu ausgemessen werden, falls sich die Geometrie durch den neu an das Tellerrad anzuschweissenden Zahnkranz axial verändert.

Ich werde den Antrieb überholen (lassen - alten Zahnkranz abdrehen, neuen in exakt gleicher, axialer Position einschweissen ) und bin froh, dann ein sofort einsatzbereites HiAG in Reserve zu haben !

Am Sa ist Niettermin. Jemand hilft mir zum Glück, denn alleine ist das ganze Gedöns kaum zu handhaben. 5 x Schrauben mit Rundmutter ( wegen Einbauenge an der Zahnkranzflanke ) fixieren und zentrieren den Zahnkranz beim nieten. 5 Nieten geschlagen und die Schrauben werden entfernt und durch 5 weitere 6mm Nieten ersetzt.
LG :wink1:
Martin
 
Moin Frank,
die Paarung Tellerrad und Ritzel ist ohne Bedenken weiter benutzbar. Auch das Anschlussstück zur Kardanwellenglocke und die Verzahnung dort sind wie neu und einwandfrei weiter verwertbar.
Einzig die Antriebsverzahnung des Hinterrades und die des antreibenden Tellerrades sind die Leidtragenden endloser Kilometer :D.

Das Lager des Ritzels ist hier durch einen mit Körnerschlag gesicherten Stift axial fixiert. Später gab es eine Lösung mit Stift, der einen Schlitzkopf hatte.
LG :wink1:
Martin

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ja, bestimmt. Hat aber alles keine Eile, da ich ja den überholten Antrieb mit 3,0er Übersetzung einbaue. Das alte 3,09er geht ins Regal ....
LG :wink1:
Martin
 
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