„Schalthebelbruch" – wer hatte das auch schon?

Munga64

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27. Jan. 2011
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Reichelsheim/Odw
Hallo Gemeinde,

aus gegebenem Anlass:

Da es im Moment wohl vermehrt zu Brüchen an den Schalthebeln kommt, mache ich hier mal einen Beitrag auf, um die Fälle und Bilder zu sammeln.

Ich selbst fahre einen Q-Tech-Schalthebel, und meiner ist mittlerweile schon zweimal gebrochen – allerdings an zwei unterschiedlichen Stellen.

Einmal direkt an der Stelle, an der der Schalthebel an der Drehlagerung angeschweißt ist. Also genau dort, wo es bei einigen von euch ebenfalls schon passiert ist.

Beim zweiten Mal ist mir die Aufnahme der Kugel abgebrochen, an der die Schaltstange eingehängt wird.

Wenn einem so etwas unterwegs passiert, wird das Weiterkommen natürlich ziemlich mühsam. 🙈

Bei meiner letzten Reise hatte ich zum Glück einen Ersatzschalthebel dabei und konnte deshalb weiterfahren.

Und bevor hier etwas falsch verstanden wird:
Das soll ausdrücklich kein Beitrag sein, um den Zubehör-Schalthebel der Fa. Q-Tech schlechtzumachen oder grundsätzlich etwas daran zu bemängeln!

Wie man hier schon lesen konnte und wie ich es aus eigener Erfahrung kenne, bekommt so ein Schalthebel während seines Motorradlebens ordentlich was auf die Mütze.

Bei mir kommt noch reichlich Enduro-Einsatz dazu. Ich möchte gar nicht wissen, wie oft ich das Teil bei Sprüngen und sonstigen Aktionen schon ordentlich getreten und belastet habe. 😄

Da darf so ein Stück Metall irgendwann vielleicht auch mal müde werden.

Mich interessiert einfach, wie häufig und an welchen Stellen diese Brüche tatsächlich auftreten.

Also: Wenn ihr ebenfalls einen gebrochenen Schalthebel hattet, stellt eure Erfahrungen und Bilder gerne hier mit rein.

Hier schon mal die gesammelten Bilder aus dem Forum.

Grüße
Uwe

Bild vom FrankH:
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Bild von MartinA-GS, Martin:
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Bilder von Uli W.
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Bilder Uli W, Repariert:
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Hier meine Bilder, Defekt und Repariert:
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Lasst uns alle an euren Erfahrungen teilhaben.

Vielleicht hilft die Sammlung ja dem einen oder anderen weiter, seinen Schalthebel vorab einmal etwas genauer in Augenschein zu nehmen und mögliche Schwachstellen rechtzeitig zu erkennen.

Danke euch!

Grüße
Uwe
 
Hier noch ein weiterer Fall von Wolfe B.:

Diesmal handelt es sich um einen originalen Serienschalthebel, der nach rund 30 Jahren und über 200.000 km gebrochen ist.

Der Schalthebel konnte damals vor Ort in Österreich wieder geschweißt werden. 👍

Danke Wolfe fürs Teilen – genau solche Erfahrungen gehören hier mit in die Sammlung.

Grüße
Uwe

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Grüße
Uwe
 
Ja supi,
Also meiner hat 8 Jahre gehalten, obwohl ich in der Zeit nur 17 Tkm mit dem Gespann gefahren bin. Und keine Sprünge und bis auf den Col de Parpaillon kein Gelände.
(Bild weiter oben)
Grüße MartinA-GS
 
Über 150.000 mit dem Q-Tech-Rollenhebel unterwegs.
Ohne Befund.
wenn er nochmal solange hält, dann bin ich vermutl. in der großen Kiste oder kleinen Urne. (Entscheidung ist noch nicht getroffen)
Ralf
 
Bei genauer Betrachtung haben viele Orginale einen Riss. Geht trotzdem noch recht lange. Allerdings sind die aus „ normal stahl „
Edelstahl sieht zwar nett aus, taugt aber in dem Fall überhaupt nichts. Hat keine streckgrenze und ist spröde.
 
Mein orig. Schalthebel meiner G/S hat mit ca. 90.000 km und vielleicht 12 Jahren die Grätsche gemacht.
Der Bruch war auch genau an der Aufnahme zur Lagerung.

Nach der (Feld-) Reparatur an einer Tanke mit Werkstatt war das Auge der Aufnahme aber leider etwas verzogen, sodaß Schalten (rauf und runter) nur mit Nachdruck funktionierte.
Der Schalthebel kehrte von alleine nicht mehr in seine Ruhelage zurück.

Aber die Fahrt nach Hause war immerhin möglich.


Schönen Gruß

Christian
 
Bei genauer Betrachtung haben viele Orginale einen Riss. Geht trotzdem noch recht lange. Allerdings sind die aus „ normal stahl „
Edelstahl sieht zwar nett aus, taugt aber in dem Fall überhaupt nichts. Hat keine streckgrenze und ist spröde.
Eine kleine Korrektur sei erlaubt:
Es gibt keinen Normalstahl. Hier ist wohl ein gemeint, das ein allgemeiner Baustahl verbaut wurde.
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird „Edelstahl“ mit einer korrosionsfesten Stahlsorte verbunden.
Was nicht richtig ist. Ein Stahl gilt als „edel“, wenn er einen besonders niedrigem Phosphor- und Schwefelgehalt von je max. 0,025 Massen-% hat. Es gibt sehr viele Sorten unlegierter und legierter Edelstähle mit unterschiedlichsten chemischen Zusammensetzungen.
Rostfrei wird ein Stahl erst ab einem Chromgehalt von ~11%.
Ein Edelstahl rostfrei wie z. B der allseits bekannte V2A ist außerordentlich verformbar und überhaupt nicht spröde.

Die Fehlerquelle an der Fußraste sehe ich anhand der Bilder nicht im verwendeten Grundwerkstoff sondern eher in der nicht optimalen Schweißverbindung.
 
Die Fehlerquelle an der Fußraste sehe ich anhand der Bilder nicht im verwendeten Grundwerkstoff sondern eher in der nicht optimalen Schweißverbindung.

Sehe ich auch so. Wobei wir hier von bis jetzt 4 Fällen sprechen von insgesamt wie vielen? Ich sehe es jedenfalls nicht so als wären die Q-Tech Schalthebel bruchgefährdet.
 
Sehe ich auch so. Wobei wir hier von bis jetzt 4 Fällen sprechen von insgesamt wie vielen? Ich sehe es jedenfalls nicht so als wären die Q-Tech Schalthebel bruchgefährdet.

Wenn ich mich nicht verzählt habe, ist nur einer von vier gebrochenen Schalthebel aus dem Hause Q-Tech.

Edit korrigiert auf zwei Q-Tech Hebel!
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin Bernd,
du hast dich leider verzählt.
Schau dir mal Beitrag #1 genau an.;)

Ich bringe vermutlich nicht genug Körpergewicht mit um den V2A Schalthebel an meiner GS abzutreten.:nixw:
 
Aber was ist jetzt mit der "Streckgrenze"? Wenn schon sonne Prunkvokabel ausgepackt wird, hätte ich es auch gern bewiesen. Soll ja objektiv bleiben hier. ;;-)
 
Zuletzt bearbeitet:
Leichte Übung. Besorg dir ein Stück Draht und verdrille es wie die Maurer beim eisenbinden. 1 mal Stahl , 1 mal Edelstahl zum vergleichen. Und du weißt nach dem ersten Versuch was ich meine. Noch so ne Behauptung. Öffne mal eine Stamm angezogene Schraube/ Mutter. Eventuell mehrmals. Bei normalstahl problemlos. Bei v2a 🤷‍♂️
 
Auch "V2A" Schrauben lassen sich problemlos beliebig oft anziehen und wieder lösen. Wenn irgend so ein Pfuscher vergessen hat vorher Anti Seize Paste aufs Gewinde zu schmieren wird allerdings schwierig. Diese Stähle neigen zum fressen. Ich hab länger im Rohrbau in der chem. Industrie gearbeitet und sehr viel Chrom-Nickel Stähle verarbeitet. Aber das sind nur meine Erfahrungen. Bei mir fressen die Schrauben nicht! :---)
 
Bei der notwendigen Betätigungskraft für einen Gangwechsel sollte es eigentlich gar nicht zum Bruch kommen.
So aus dem Gedächtnis heraus ist der Hebel nur auf einem Stahlbolzen gelagert, ohne Buchse aus Gleitmaterial.
Vielleicht führt hier Dreck und Korrosion zu einer gewissen Schwergängigkeit, welche die Betätigungskräfte über die Dauerfestigkeit des Hebels hinaus steigen lassen.
Die /7 haben an der Hebellagerung noch einen Schmiernippel, der Hebel ist ein Schmiedeteil.
 
... So aus dem Gedächtnis heraus ist der Hebel nur auf einem Stahlbolzen gelagert, ohne Buchse aus Gleitmaterial. ...
Macht doch mal ein Bild von der Innenseite der Lagerung.

Bei der G/S ist hier eine Buchse aus Lagermetall eingepreßt, die über rautenförmige Vertiefungen verfügt. Ich würde das jetzt mal als Taschen für einen Fettvorrat ansehen. Dies trägt sicherlich positiv zur Lebensdauer der des originalen Schalthebels bei.
 
Bei der G/S ist hier eine Buchse aus Lagermetall eingepreßt, die über rautenförmige Vertiefungen verfügt. Ich würde das jetzt mal als Taschen für einen Fettvorrat ansehen. Dies trägt sicherlich positiv zur Lebensdauer der des originalen Schalthebels bei.

Die Bronzebuchse lässt sich sogar tauschen, gibt's am Tresen für 17 €
Zusammen mit einer neuen Schraube für weitere 20 € sollte das für ein leichtgängigen aber wabbelfreien Hebel sorgen.

Das war es mir bisher nicht wert, aber
irgendwann möchte ich das gerne tun, denn das wabbelige meines Originalhebels mit seinen knapp 140 tkm stört mich.
Was schon für deutlich leichteres Schalten sorgte, war das gründliche Auswaschen der Kugelpfannen und montieren mit reichlich frischem Fett.

Was ist denn der Vorteil der Nachbau gegenüber dem originalen?
 
Den (originalen) GS Schalthebel habe ich während ~300tkm noch nicht kaputt bekommen. Man kann die Lagerbuchse auspressen und durch zwei Nadellager ersetzen, dazwischen passt dann noch ein Schmiernippel ;).
Aktuell habe ich einen modifizieren Alu Hebel der 1100S, der hat serienmäßig schon eine Schaltrolle.
Auch wenn's irgendwie Off Topic ist...:D
 
Aber was ist jetzt mit der "Streckgrenze"? Wenn schon sonne Prunkvokabel ausgepackt wird, hätte ich es auch gern bewiesen. Soll ja objektiv bleiben hier. ;;-)Streckgrenze ist die Grenze bei eine Belastung, bei der die elastische Verformung in eine plastische Verformung übergeht.

Aber was ist jetzt mit der "Streckgrenze"? Wenn schon sonne Prunkvokabel ausgepackt wird, hätte ich es auch gern bewiesen. Soll ja objektiv bleiben hier. ;;-)
Ich bin jetzt kein Oberlehrer aber ein wenig in der Werkstoffprüfung kundig und versuche eine Erklärung:
Streckgrenze ist die Grenze, bei der ein Werkstoff bei eine Belastung von einer elastische Verformung in eine plastische Verformung übergeht.
Die Streckgrenze ist ein technischer Wert in N/mm2 und wird im Zugversuch ermittelt. Dabei wird eine Probe unter Zugbelastung bis zum Bruch belastet. Bei vielen unlegierten Stählen z. B. lässt sich die Streckgrenze anhand des aufgezeichneten Kraft-Dehungs-Diagramms ablesen. Bei legierten Stählen oder wenn sie z. B. vergütet wurden wird mangels natürlicher Streckgrenze die 0,2%-Dehngrenze als anerkannte Bezugsgröße gemessen.
Ein prima Beispiel sind die Stehbolzen, welche die Zylinder unserer Weidetierchen ans Gehäuse pressen. Die eingesetzte Stahlsorte ist mir unbekannt, es dürfte sich vermutlich um einen niedrig legierten Vergütunsgstahl handeln. Das Anzugsmoment dieser Schrauben ist so deklariert, das diese nach Entlastung wieder in die Ausganggangslänge zurückfedern. Die Belastung liegt hier unterhalb der Sreckgrenze, also im elastischen Bereich. Du kannst die Dinger viel mal fest- und abschrauben. Sie nehmen durch ihre Elastizität die dynamischen Belastung im Zylinder problemlos auf.
Mutierst du allerdings kurz zum Hulk und gibst dem Anker so richtig Saures, so wird durch die hohe anliegende Zugkraft die Streckgrenze überschritten, somit der elastische Bereich verlassen und eine plastische Verformung tritt ein. wennˋs ganz blöde läuft, kommt mit einem leisen Knack ein von ganz fest zu ganz lose und brauchst nen neuen Stehbolzen. Dann hast hast du glorreich die Zugfestigkeit überschritten.
 
In meinem Fundus ein Bild entdeckt mit dem originalen Schalthebel (die Rolle wurde nachträglich geändert) und dem aktuell montierten.
Ich möchte nicht zu weit OT gehen, aber vielleicht passt es hier in die Sammlung dazu. Toitoitoi - von einem Bruch bin ich verschont geblieben und bleibe es noch hoffentlich sehr lange.

Man sieht auf dem Bildle ganz schön, wie wenig Schweissnaht eigentlich vorhanden ist. Da bin ich grad froh über das viele Fleisch, was mein aktuell montierter am Knochen hat. Ausserdem sieht er m.E. viel wertiger aus.IMG_20201116_154006.jpg
 
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