R80 G/S startet kalt nur widerwillig

Tandil

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10. Aug. 2026
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Hallo,

der Titel sagt eigentlich schon alles.

Nach dem ich nun wochenlang mit der R80 G/S völlig problemlos gefahren bin, springt sie seit ein paar Tagen kalt nur noch widerwillig an.

"Früher" ging sie mit zwei Tritten per Kickstarter sehr zuverlässig an, entsprechend noch schneller mit dem Anlasser.

Jetzt ist an den Kicker nicht zu denken.
Mit dem E Starter springt sie kurz an und geht sofort wieder aus.
Nachfolgend muss man leiern, dann hustet sie zusammen mit dem E Starter auf einem Zylindern hust hust hust hust und springt dann aber doch auf beiden an.

Warm null Probleme, der Starterknopf ist noch nicht einmal richtig gedrückt da läuft sie schon.
Warm reicht auch ein Tritt mit dem Kicker.

Zum Starten öffne ich den Choke auf der ersten Raste. Auch ganz auf, zweite Raste, bringt keine Verbesserung tendenziell eher Verschlechterung.

Ist sie einmal an fährt sie wie immer.

Wo fängt msn da an der bmw am ehesten mit suchen an?

Vielen Dank für eure Hilfe!
 
Die Seilzüge für die Startvergaser bewegen sich ?
Nicht dass dort nach all den Jahren etwas gerissen, bzw. in dem Verteiler unter dem Tank gebrochen ist.

Schönen Gruß
Christian
 
Da hilft nur, strukturiert durchschauen.

Erst die einfachen Sachen.
- Züge und Bewegung der Choke kontrollieren, geht der Choke wirklich ganz zu?
- Züge und Bewegung der Drosselklappe kontrollieren
- Kerzenstecker rechts/links tauschen und schauen, ob der Fehler wandert. Ggfs auch Kerzen tauschen oder neu machen
- Sichtprüfung Spule und Zündgeschirr
- Sichtprüfung 12v Kontakte dazu
- Benzinstand in den Schwimmerkammern kontrollieren
- Zündzeitpunkt kontrollieren, vielleicht auch das Ventilspiel. Nur sicherheitshalber.
- Nebenluft kontrollieren (Bremsenreiniger)
- Luftfilter sauber?
- Vergaser anschauen, also Sichtprüfung.

Vielleicht noch andere Dinge.
Wenn das nix bringt geht es an die komplexere Suche, mit mehr Aufwand.

Vergaser, Vergaserdichtungen, Zündanlage. Reihenfolge nach BBelieben. Das geht dann schon eher in die Richtung der Anleitungen, zB "Fehlersuche Zündanlage" und "Vergaserrevision".

Nach dem Fehlerbild erscheint aber, wie bereits von den Kollegen geschrieben, Startvergasersystem oder Zündanlage sehr wahrscheinlich.
 
Wenn der Choke locker/ undicht ist, bekommt die Dame mächtig viel Sprit und qualmt wie ein alter Diesel.
Das sollte dann eher ein Problem im warmen Zustand sein, als im kalten.
Sollten also beide Chokehebel synchron voll auf gehen, würde ich bei Kerze-Stecker-Kabel-Zündspule suchen.
Im aktuell kaltfeuchten Wetter treten kleine Elektromacken deutlich zu Tage.
 
Zuletzt bearbeitet:
Steuergerät. Punkt.
Am einfachsten zu kontrollieren/auszutauschen, bevor man sich mit einer Phantomfehlersuche noch den einen oder anderen Wurm in Vergaser etc...baut.

Gruss, Hendrik
 
Danke schon mal für eure Antworten.

Das Elektrikgerümpel soll eh über Winter neu, dann werde ich das vorziehen.

Die Chokes werden gleichmäßig gezogen.
Die Rückstellung ist aber eher schleppend, da fehlt vermutlich Fett im Verteiler und Öl in den Zügen.

Die Schwimmerkammer hatte ich eben noch ab.
Trotz Drahtgewebeeinsatz im Benzinhahn fanden sich feine Brösel in der Wanne. Die habe ich ausgekippt.
Die Startdüsen herausgeschraubt und durchgepustet.

Morgen fahre ich zwar mit dem Auto zur Arbeit statt der bmw, aber da beide nebeneinander stehen werde ich morgen früh mal testweise starten.

Da das Steuergerät verdächtig zu sein scheint:
Was tut das, dass nur ein Zylinder ein Funke bekommt und der zweite ersatzlos entfällt?
 
... Die Rückstellung ist aber eher schleppend, da fehlt vermutlich Fett im Verteiler und Öl in den Zügen. ...

In die Zugverteiler gehört kein Fett. Ich würde die trocken lassen.


... Da das Steuergerät verdächtig zu sein scheint:
Was tut das, dass nur ein Zylinder ein Funke bekommt und der zweite ersatzlos entfällt?

Wenn ein Zylinder läuft, kann das Steuergerät nicht defekt sein. Da würde sich mein Verdacht auf Zündleitung, Kerzenstecker und Zündkerze richten und natürlich auf den Vergaser der Seite, die eben nicht läuft.
 
Da das Steuergerät verdächtig zu sein scheint:
Was tut das, dass nur ein Zylinder ein Funke bekommt und der zweite ersatzlos entfällt?

Zu 100% habe ich das nicht nachweisen können, aber es scheint so, als ob das Steuergerät jede 2 KW-Umdrehung nicht genügend Zündenergie durchlässt. Das gemeine ist, dass selbst auf dem Oszi alles OK aussieht (auf dem Prüfstand) bzw. bei ausgebauten Zündkerzen alles bestens aussieht. Nur mit einem ganz genauen Blick auf den Oszi kann man es erkennen.

Hier gibt es viel zu lesen (auf der letzten Seite die Lösung)



Wenn ein Zylinder läuft, kann das Steuergerät nicht defekt sein.

s.o., leider ja, es kann defekt sein.

Hans
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Tandil,

hast Du Zugriff auf einen 2er Golf? Das Zündmodul ist pinkompatibel zu dem der BMW und in 2 Minuten zu Testzwecken ausgebaut.
 
Gibt noch einen kleinen Test, wenn es der gleiche Fehler ist, wie bei mir: Das Zündsteuergerät wird beim Starten unheimlich warm/heiss.

Hans
 
Guten Morgen,

der Beitragseröffner schreibt von einer G/S.
@Kutreiber hat ja schon auf eine Sichtprüfung der Zündspule hingewiesen. Könnte es sein, dass da noch die alte graue Zündspule drin ist, die bekanntlich stückweise aussteigt?
Ansonsten würde ich auch auf das ZSG tippen.
 
Das Steuergerät gibt es von Hella etc für kleine Marie bei unserem Achim (Northpower), da lohnt die Suche nach einem Gebrauchtteil nicht.
Sollte es widererwarten nicht das Steuergerät sein, was ich nicht glaube, hast du Ersatz für den Fall der Fälle, denn der kommt zu 100%.

An die Zündspule glaube ich nicht, denn wenn sie mal läuft, läuft es ja offensichtlich gut. Eine defekte Spule würde eher im Betrieb pö a pä ihren Dienst quittieren.
 
Wenn sie kalt im Sommer gut auf der 1.Chokestufe angesprungen ist hätte man die Vergaser nochmals einstellen müssen.
So ist es zumindest bei meiner G/S, die springt bei Sommer oder Winter nur auf der 2.Chokestufe an.

Die Temperaturen sind nun kühler, ich würde die Vergaser nochmals einstellen. Zündzeitpunkt bitte auch nochmals checken.
 
Was lassen die sich denn neues einfallen? Entweder sie funktionieren oder eben nicht. Risse werden im Betrieb durch Temperatur größer und die Spule quittiert ihren Dienst oder es läuft eben beschi..en. Gleiches passiert bei Regen oder ganz hoher Luftfeuchtigkeit.
Diese Probleme existieren seit 100 Jahren, groß was anderes kenne ich nicht.
 
[...]
Wenn ein Zylinder läuft, kann das Steuergerät nicht defekt sein. Da würde sich mein Verdacht auf Zündleitung, Kerzenstecker und Zündkerze richten und natürlich auf den Vergaser der Seite, die eben nicht läuft.
Oh doch, genau dies. Elektroniken gehen nicht immer einfach nur kaputt, sie können in ihrer Funktion auch nachlassen. Dann schafft es eines Tages ein Zylinder gerade noch so und der andere nicht mehr.

Gruß Bernhard
 
Hallo,
nach meiner Erfahrungen mit der Elektrik würde ich das Ausschlussverfahren wählen.
Erst mal das Billigste, das Zündgeschirr wechseln, dann das Steuergerät und wenn es dann noch nicht funzt würde ich mir eine Testspule leihen.
Ich hatte in den letzten 35 Jahren schon einige exotische Fehler an Zweiventilern, die ich aufgrund der Symptome nur schlecht eingrenzen konnte.
Da hilft nur nach und nach eingrenzen.
.... und ja, auch "unkaputtbare" Zündspulen können kapriziös sein...

Gruß
Kai
 
Das Einzige, was ich an einer Spule durch Messung feststellen kann ist, dass sie definitiv defekt ist ( wenn eine der beiden Spulen von den Soll-Werten extrem abweicht oder gar einen unendlichen Widerstand besitzt).

Wenn die Werte aber stimmen, heißt dies im Umkehrschluss aber leider noch lange nicht, dass diese Spule wirklich das macht was sie auch soll.

Deswegen tausche ich Spulen (testweise und wenn möglich) gerne als aller Erstes.


Schönen Gruß
Christian
 
So,
Heute früh lief sie per E Starter problemlos an.
Was auch sonst:rolleyes:

Jetzt habe ich eben den Tank abgenommen und fleißig mit dem Inbusschlüssel geguckt:

Zündspule: Bosch 0 221 500 200
Steuergerät: Bosch 0 227 100 113
Lima-Regler: Wehrle E 1051 B/14V

Alle Anschlüsse von Zündspule, Lima-Regler und die Masseanschlüsse habe ich mit dem Dremel mit Messingbürste gesäubert und mit Kupferpaste wieder zusammengesetzt.

Die Choke-Züge werde ich mit samt Verteiler erneuern. Da ist alles etwas ungepflegt in die Jahre gekommen :pfeif:
 
und mit Kupferpaste wieder zusammengesetzt
Ganz schlechte Idee.

Kupferpaste besteht meist aus Kupferpartikeln in einem Fett oder Öl. Während das Kupfer selbst leitfähig ist, ist das Trägermittel (das Fett) ein Isolator. Wenn die Paste zu dick aufgetragen wird, kann sie die Kontaktflächen voneinander isolieren, anstatt die Leitung zu verbessern. Zudem kann Kupfer in Verbindung mit anderen Metallen (wie Aluminium) zu galvanischer Korrosion führen, was die Verbindung langfristig zerstört.

Gruß
Florian
 
Zündspule: Bosch 0 221 500 200
Steuergerät: Bosch 0 227 100 113
OK, die alte graue Zündspule - mal ersetzen, die wird irgendwann Ärger machen. In dem Zuge bitte auch das Zündsteuergerät, denn die Serie kann mit niederohmigen Spulen eher schlecht umgehen.

Falls du für den Ersatz Tipps brauchst, melden.

Hans
 
... Wenn die Paste zu dick aufgetragen wird, kann sie die Kontaktflächen voneinander isolieren, anstatt die Leitung zu verbessern. ...
Das wird immer wieder behauptet, stimmt aber so nicht. Wenn der Kontaktdruck ausreichend ist, d.h. bei einem neuwertigen Stecker, kommt es zu einem Metall-Metall-Kontakt. Das Fett wird raus gedrückt.

Allerdings würde ich keine Kupferpaste verwenden, sondern ein elektrisch neutrales Fett, z.B. technische Vaseline oder das Polschutzfett von Bosch. Das verhindert auch eine Oxidation des Kupfers und macht die Kontaktstelle langzeitstabil.
 
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