Gabelfeder /5 Länge

bayernlusche

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25. Sep. 2014
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Ich habe neue Gabelfedern bei BMW gekauft (31 421 231 358).
Im Unterschied zu den Eingebauten beträgt die Länge der neuen Federn jedoch 570mm (gelbe Farbmarkierung mit mehr Wicklungen).
Die alten sind knapp 550 lang (weiße Markierung).
Gibt es die Originalen nicht mehr?
 
Offensichtlich sind diese Druckfedern für die R90s vorgesehen.
Möchte eigentlich nicht auf das weiche Einfedern der/5er verzichten. Ist der Unterschied sehr deutlich bzw. härter?
 
..Möchte eigentlich nicht auf das weiche Einfedern der/5er verzichten. Ist der Unterschied sehr deutlich bzw. härter?

Hallo Joachim, eine länger Feder erhöht die Vorspannung und reduziert den Negativ-Federweg, d.h. das Motorrad sinkt weniger tief ein. Das ist vergleichbar mit dem Vorspannen der Federbeine hinten.

Die Federrate wird durch Drahtdicke und Steigung der Wicklung beeinflusst. Wenn diese bei beiden Federtypen vergleichbar sind, wird die Federung ähnlich ansprechen.

Das Motorrad wird aber in Ruhelage vorn höher auf der Straße stehen.

/Frank
 
So wie ich es verstehe ist die Theorie ein bißchen komplexer. Die Parameter bei der Feder sind Material, Drahtstärke, Anzahl der Windungen, Länge der Feder, Verteilung der Windungen und abgeflacht / abgeschnitten am Ende. Wenn man letzteres mal rausnimmt, und das Material als konstant in den Eigenschaften annimmt, bekommst man folgende Änderungen, wenn man EINEN Parameter ändert und alle anderen als unverändert annimmt:
- Drahtstärke: die Feder wird härter, d.h. es wird mehr Kraft benötigt, die Feder zu komprimieren, wenn die Drahtstärke erhöht wird.
- Anzahl der Windungen: mit zunehmender Anzahl der Windungen wird die Feder einfacher zusammenzudrücken, und der mögliche Gesamtfederweg wird erhöht, weil die Bewegung pro Windung abnimmt. Allerdings ist natürlich die Kompression zunehmend begrenzt, wenn die die Lagen aufeinanderprallen.
- Mit der Länge der Feder wird lediglich die Nullage eingestellt, d.h. eine verlängerte Feder (auch zum Beispiel durch ein Klötzchen dazwischen) wird nicht härter, aber das Front-End des Motorrades kommt höher (solange, bis die Mimik auf Anschlag geht, dann steigt die Federvorspannung und die Kraft steigt an, die benötigt wird, um ein erstes Ansprechen der Feder zu bewirken. Aber auch dann ist die Feder nicht härter).
- Über die Verteilung der Windungen kann ich ein lineares Verhalten oder eine Progressivität einstellen: In Bereichen mit engen Windungen geht der Teil früh 'auf Block', und dann Reduziert sich der wirksame Teil der Feder auf einen Teilbereich, und damit nimmt die Härte der Feder zu.

In der Praxis bedeutet das Hochstellen der hinteren Dämpfer eine Vorspannung, gleichbedeutend mit einer Verlängerung der Feder. In dem Fall ist die Kraft, die benötigt wird, um ein Ansprechen der Feder zu bekommen, höher. Im Soziusbetrieb ist ja auch die Gewichtskraft der Personen, die auf die Feder wirken, höher. Die Feder wird dadurch aber nciht härter, sondern die Bock kommt IM BELASTETEN ZUSTAND einfach etwas höher. Unbelastet natürlich nicht, weil es hinten einen früh einsetzenden Höhenanschlag durch den Stoßdämpfer konstruktiv bedingt gibt.

Lange Rede, kurzer Sinn: hol Dir eine Wilbers progressiv gewickelte feder, damit hast Du bei Deiner 2V die beste Mischung aus Ansprechverhalten, Härte und Position. Ich habe die überall drin...
 
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- Anzahl der Windungen: mit zunehmender Anzahl der Windungen wird die Feder einfacher zusammenzudrücken, und der mögliche Gesamtfederweg wird erhöht, weil die Bewegung pro Windung abnimmt. Allerdings ist natürlich die Kompression zunehmend begrenzt, wenn die die Lagen aufeinanderprallen.
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Lange Rede, kurzer Sinn: hol Dir eine Wilbers progressiv gewickelte feder, damit hast Du bei Deiner 2V die beste Mischung aus Ansprechverhalten, Härte und Position. Ich habe die überall drin...

Das muss man etwas genauer betrachten:
Mehr Wicklungen pro Längeneinheit machen die Feder weicher und reduzieren den möglichen Federweg - weil die Blocklänge größer wird.
Federweg = Gesamtlänge - Blocklänge

Durchgehene Federn anstelle einer Feder und einer langen Distanzhülse (GS-Modelle) erhöhen den möglichen, aber nicht unbedingt den nutzbaren Federweg.

Blind empfehlen würde ich keine Zubehörfeder .... Ausprobieren und Rückgabemöglichkeit vereinbaren.

/Frank
 
Das muss man etwas genauer betrachten:
Mehr Wicklungen pro Längeneinheit machen die Feder weicher und reduzieren den möglichen Federweg - weil die Blocklänge größer wird.
Federweg = Gesamtlänge - Blocklänge
/Frank

Das ist natürlich richtig, ich habe das nicht gut beschrieben, gemeint war: Längere Feder mit mehr Windungen anstatt kürzere Feder mit Vorspannungshülse ergibt einen größeren möglichen Federweg. So hast Du es ebenfalls beschrieben :fuenfe:


Ich habe übrigens keine Zubehörfeder 'blind' empfohlen, sondern - wie geschrieben - habe ich die ausprobiert und bin damit sehr zufrieden. Vor allem der Effekt, daß das Motorrad mit einer (alten) Originalfeder bis auf Kirmesmopedniveau zusammensackt, wenn man es vom Ständer nimmt, ist deutlich verbessert. Das könnte aber auch mit einer neuen Originalfeder besser sein - habe ich nie ausprobiert.

Ich verwende ürbigens (nach einem halben Dutzend Tests mit anderen Ölen) Fuchs Silikolene SAE 5 in den /5/6/7 Gabeln, das liefert (subjektiv wahrgenommen) die besten Ergebnisse (für mich als nicht-Winterfahrer).
 
.....Ich habe übrigens keine Zubehörfeder 'blind' empfohlen, sondern - wie geschrieben - habe ich die ausprobiert und bin damit sehr zufrieden. ....
Ich verwende ürbigens (nach einem halben Dutzend Tests mit anderen Ölen) Fuchs Silikolene SAE 5 in den /5/6/7 Gabeln, das liefert (subjektiv wahrgenommen) die besten Ergebnisse (für mich als nicht-Winterfahrer).

Das mit blind empfehlen war so gemeint, wie ich es geschrieben habe - ich würde es aus persönlicher Erfahrung http://forum.2-ventiler.de/vbboard/...th-Wilbers-etc&p=724437&viewfull=1#post724437 nicht tun. Ich glaube gern dass Du zufrieden bist :fuenfe:.
 
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