BBK ausgebaut

Jetzt weiß ich natürlich nicht, wen Du da gefragt hast ;).

Ich habe es gelesen - in Zusammenhang mit einem Porsche Motor.

Am Rande - ist Dir bekannt, daß bei einem, recht aktuellen, Großserienmotor eine Arretierung verwendet wurde um die Positionierung des Kolbenrings zu gewährleisten ?

Das finde ich einen interessanten, und in diesem Zusammenhang, beachtenswerten Ansatz.

Herzlichen Gruß aus Essen,

Dirk
 
Moin,

Hallo Jörg,
...

Das Einbrechen der Kolbenringe ist im Motorenbau ein stehender Begriff der den Vorgang auch recht treffend beschreibt.

herzlichen Gruß aus Essen,

Dirk

Die mir vorliegende kleine Auswahl deutscher Fachliteratur zum Thema ist da anderer Meinung und auch eine kurze Netzrecherche konnte deine Aussage nicht belegen.

Aber wenn dem so ist, nehme ich meinen Nachsatz bezüglichdes techn. Englisch natürlich zurück.

Viel interessanter wäre aber ohnehinn eine Stellungnahme zur offensichtlichen Diskrepanz zwischen deiner Meinung und der angeblichen Aussage von 'wem auch immer' bei MAHLE und dem zitierten, von eben jener Firma herausgegebenen Buch. Wobei sich die Aussage im zitierten Artikel mit dem bereits erwähnten SAE Papier deckt. (Auf ein entsprechendes Zitat verzichte ich jetzt weil ich das Teil a) nur auf englisch und b) nur auf Papier habe und es abtippen müßte.)

Grüße,
Jörg.
 
Viel interessanter wäre aber ohnehinn eine Stellungnahme zur offensichtlichen Diskrepanz zwischen deiner Meinung und der angeblichen Aussage von 'wem auch immer' bei MAHLE und dem zitierten, von eben jener Firma herausgegebenen Buch. Wobei sich die Aussage im zitierten Artikel mit dem bereits erwähnten SAE Papier deckt. (Auf ein entsprechendes Zitat verzichte ich jetzt weil ich das Teil a) nur auf englisch und b) nur auf Papier habe und es abtippen müßte.)

Grüße,
Jörg.

Und zwar zack zack so wie hier im Glashaus sitzend gefordert :D

http://forum.2-ventiler.de/vbboard/...eplacement-Kit&p=625863&viewfull=1#post625863
 
Durch das anhonen der laufläche wird die Oberfläche rauer.Dadurch können sich die ringe besser einlaufen.


mein iPhone spielt mir immer einen Streich bei der worterkennung ist mir mittlerweile egal

grüsse peter

Danke für die Begründung, Peter.

Wenn ich gewusst hätte, dass du vom EiFon aus posten musst, wäre meine Kritik weniger patzig ausgefallen.

Nix für ungut,
Rick
 
Am Rande - ist Dir bekannt, daß bei einem, recht aktuellen, Großserienmotor eine Arretierung verwendet wurde um die Positionierung des Kolbenrings zu gewährleisten ?

Ohne je so ein Ding in den Fingern gehabt zu haben, _glaube_ ich zumindest, daß man da gar nicht bei den Zuffenhausernern suchen muß (da _weiß_ ich, daß die auf Kolbenring-Verdrehsicherungen ein Patent haben): irgendwas in meinem Hinterkopf sagt mir, daß auch BMW beim Ziegelstein den 2. Verdichtungsring am Drehen - und damit den Motor am "Start-Bläuen" - hindert?
 
Ohne je so ein Ding in den Fingern gehabt zu haben, _glaube_ ich zumindest, daß man da gar nicht bei den Zuffenhausernern suchen muß (da _weiß_ ich, daß die auf Kolbenring-Verdrehsicherungen ein Patent haben): irgendwas in meinem Hinterkopf sagt mir, daß auch BMW beim Ziegelstein den 2. Verdichtungsring am Drehen - und damit den Motor am "Start-Bläuen" - hindert?



hatten....das Patent ist nicht mehr in Kraft. Könnte man, da es vor Ablauf der Patentlaufzeit zurückgenommen wurde, wohl auch als technisch nicht besonders wertvoll einstufen....
 
Bei der Montage wird grundsätzlich versetzt montiert, (ich weiß nicht wie oft ich das schon gelesen habe). Blowby, Ölverbrauch, wie auch immer wird damit möglichst gering gehalten. Bewegung der Kolbenringe in der Nut ist sicher da und vielleicht auch gewünscht. Die Wahrscheinlichkeit, dass dann irgendwann aber alle 3 Stöße übereinanderliegen ist dann doch sehr gering.
Und darum geht es - der Labyrintheffekt soll am direkten Durchdrücken hindern.
Mein BBK hat jetzt ca. 20000 km gelaufen, gemächlich im Urlaub, zügig über Passstraßen, am Drehzahllimit im Kreis. Kolbenringe verdreht montiert hat sich bis heute (außer während der ersten 1-2000 km) der Ölverbrauch auf 0,1-0,2 Liter auf 1000km eingependelt.
Meine zweite 2v Kuh neu aufgebaut mit Zylindern/Kolbenlaufleistung von ca. 100000 km. Neue Kolbenringe gespendet (versetzt montiert und die Lauffläche "handschmirgelgehont") begnügt sich mit der gleichen Menge, vielleicht sogar ein bisschen weniger bei jetzt knapp 10tsd km nach Montage.

Ich mach dat weiter so, so!

Es grüßt der Thomas ....
 
Moin Thomas (nicht Peter),

was verstehst du unter "handschmirgelgehont"?
Vor meinem geistigen Auge entstehen bei dieser Wortschöpfung unschöne Bilder, die ich gern korrigieren würde :D

Grüße
Rick
 
Moin,

Bewegung der Kolbenringe in der Nut ist sicher da und vielleicht auch gewünscht.

Aber ganz sicher ist das so. :gfreu:

90%, wenn ich mich richtig erinnere, des Anpressdrucks der Kolbenringe an die Zylinderwände geht nämlich nicht auf das Konto der Vorspannung der Kolbenringe beim Einsetzen in die Laufbuchse, sondern auf den Druck der Verbrennungsgase.

Dieser Gasdruck in der Nut drückt die Ringe nach außen, also gegen die Zylinderwand. Deshalb führt das Verkoken der Nuten, die den K-Ring festklemmen, zu Kompressionsverlust und Ölverbrauch, weil eben dann das Gas die Ringe nicht mehr an die Zylinderwand drücken kann.

Wenn der Ring sich nicht drehen würde, würde das heiße Gas immer an derselben Stelle durch den Ringstoß pfeifen, was zu thermischer Überlastung der Zylinderwand an eben dieser Stelle führen würde. Aber dazu hat Markus das Nötige ja schon einen Kilometer weiter oben geschreiben. ;)
 
Was den befürchteten "Öldurchlaß" im Stand (der zweifellos da ist) und die "traditonelle 120°-Positionierung" der Ringe angeht, noch ein kleines Rechenkunststückchen, das die Beziehungen vielleicht ein wenig ins Verhältnis setzt und zeigt, warum ich das, wie ganz am Anfang schon gesagt, für eine Diskussion "ums Kühlschranklicht" (oder um des Kaisers Bart) halte:

BMW gibt im Werkstatthandbuch für das Stoßspiel der Ringe zwei Werte an: 0,3 mm im Neuzustand, max. 0,5 mm Verschleißmaß.

Ein Ringstoß läßt mithin ein "Loch" zwischen 1,2 mm² und 2 mm² offen.

Eine ebensolche Verschleißmaß-Angabe findet sich auch für das Flankenspiel der Ringe: 0,05 min, 0,082 max.

Das ist natürlich viel weniger und wird leicht Richtung "gar nix" interpretiert, trotzdem läßt dieses Flankenspiel (weil's ja schließlich einmal rund um den Kolben rumgeht) das "Ölfenster-Loch" maximal zwischen 7,3 und 12 mm² offenstehen.

Fazit: eigentlich völlig wurscht, wo die Ringstöße stehen, durch den "Flankenspalt" paßt (jedenfalls im drucklosen Zustand, wo das Öl Richtung Brennraum sabbern kann) sowieso mehr durch (auch wenn's natürlich nicht ganz stimmt, weil die Ringe beim Abstellen nicht genau in der Mitte der Nut stehen bleiben werden und zusätzlich ncoh solche Dinge wie Kapillarwirkung und Schwerkraft eine Rolle spielen).
 
Unabhängig von der Rotation der Ringe: wenn man die Krümmung der Kolben im Bereich sehr kurzer Längen vernachlässigt, ist das "Loch" welches die Kolbenringe freilassen ein Rechteck mit der Kantenlänge 0,3mm (Stoßspiel) und 0,03mm (halbes Laufspiel und der Arbeitsannahme, daß der Kolben exakt mittig in der Bohrung läuft was er sicher nicht tut). Die Fläche dieses Rechteckes ist dann 0,009qmm und nicht bis zu 2qmm. Es sind nicht einmal 2qmm, wenn Du einen 75/5 Kolben in einen 80/7 Zylinder einsetzen würdest (was natürlich aus vielen Gründen nicht gut wäre).

Spannende Diskussion.

Zum Thema 'Honschleifen':
Ich habe mal einen offen in der Werkstatt rumliegenden Zylinder einer 75/5 gehabt. Der hatte natürlich Flugrost. Den habe ich mit Schleifvlies und Öl wacker entfernt. Danach den Zylinder gemessen, er hatte rund +0,03mm (=0,09mm Laufspiel bei 81.94 Kolben). Sein Kumpel auf der anderen Seite (war nicht ausgebaut und hatte keinen Flugrost) war rund 1/100mm enger (Laufspiel 8/100mm). Beides also völlig im grünen Bereich. Mit neuen Kolbenringen eingebaut, läuft heute noch unauffällig.
 
Unabhängig von der Rotation der Ringe: wenn man die Krümmung der Kolben im Bereich sehr kurzer Längen vernachlässigt, ist das "Loch" welches die Kolbenringe freilassen ein Rechteck mit der Kantenlänge 0,3mm (Stoßspiel) und 0,03mm (halbes Laufspiel und der Arbeitsannahme, daß der Kolben exakt mittig in der Bohrung läuft was er sicher nicht tut). Die Fläche dieses Rechteckes ist dann 0,009qmm und nicht bis zu 2qmm. Es sind nicht einmal 2qmm, wenn Du einen 75/5 Kolben in einen 80/7 Zylinder einsetzen würdest (was natürlich aus vielen Gründen nicht gut wäre).

Natürlich hast Du recht, solch "unwichtige Details" habe ich zur Vereinfachung einfach mal weggelassen ;).
An der Schlußfolgerung ändert das aber nix (bzw. macht sie nur "noch schlüssiger".
 
Hallo Hans,

Nikasilbeschichtungen sind oft deutlich dicker als nur wenige 1/100 mm.

Sie werden ja schon im Laufe der Zylinderproduktion gehont und es ist tatsächlich so, daß man Sie, z.B. bei einer Motorrevision, mit den entsprechenden Honleisten, nachbearbeiten kann und sollte.

Mit herzlichen Grüßen,

Dirk

Hallo, mal einige Fragen, wenn ich noch Maßhaltige Zylinder habe, könnte man die Flexhonen?
Da noch Kolben von geringer Laufleistung vorhanden sind,- diese dann mit neuen Ko.-Ringen versehen und dann verwenden.
Falls dies möglich ist, sollten noch die Köpfe gemacht werden, was ist dann aber mit dem " neuen" Druck der auf die Kurbelwellenlager geht.
Viele sagen, dann sind sie bald defekt, andere,
die K.-Wellenlager sollten mit den Serienzylinder 200.000km halten.
Danke für die Info, Gruß Beem. ;)
 
Moin Thomas (nicht Peter),

was verstehst du unter "handschmirgelgehont"?
Vor meinem geistigen Auge entstehen bei dieser Wortschöpfung unschöne Bilder, die ich gern korrigieren würde :D

Grüße
Rick


Verhohnepiepeln nennt man das eine oder andere - man muss sich nicht allem annehmen, bis vor einiger Zeit kannte ich auch nur "hohnen", und das kommt wohl von Hohner aus dem Quetschkommodenkabinett - ja, jetzt werd ich albern.
aber zum handschmirgelhonen...das muss man sich dann so vorstellen, mit Klobürste und Schmirgel - nicht unbedingt so zu empfehlen:

http://www.youtube.com/watch?v=hR3xSxqTNEY

....einen spaßigen Abend noch - Gruß Thomas
 
Hi beem - die "handschmirgelgehonten" Zylinder sitzen auf dem damals ca. 100000km gelaufenen Motor. Ich hab die Pleuellager nachgeschaut und keine augenscheinlichen Auffälligkeiten entdeckt - einfach wieder zusammengebaut. Läuft seit März 2012 einwandfrei.

gruß thomas
 
:], hört sich bis hier hin gut an. Pleuellager und anderes kommen natürlich neu, Flexhonen lass ich machen.
Gruß Beem. ;)
 
Sind die Laufleistungem hoch - also z.B. 100.000 km und mehr ergeben sich am Umkehrpunkt der Kolbenringe in OT und UT Vertiefungen in der Lauffläche und die sollten dann besser mit klassischen Honleisten egalisiert werden.

Herzlichen Gruß aus Essen,

Dirk

issn das fürn gemurksemmmm. wenn da schon vertiefungen sind, kannste von ausgehen das die runde zylinderform nicht mehr gegeben ist. honen ist eine spanlose formgebung und du kriegst damit keine runde zylinderform mehr hin soviel druck kannste nicht auf die honsteine geben, da platzt der zylinder. das loch wird zu gross. geschweige von der winkligkeit. da hilft nur sauberes und winkliges bohren auf übermass um 0,04mm und den rest honen. also so machen das fachwerkstätten hier in der hauptstadt, da ist das loch rund und winklig.

super mega gruss ausse hauptstadt.

rolf s.
 
Moin,

auch wenn wir inzwischen meilenweit vom eigentlichen Thema weg sind:

@ Rolf S. aus B.:
Seit wann bitte ist honen ein spanloses Verfahren?
Warum soll ich mit einer passenden Honahle und geeigneten Parametern (insbesondere Umkehrpunkte des Werkzeugs) 'Bäuche' in der Laufbahn nicht beseitigen können?
Außerdem dient das Honen ja wohl neben der Verbesserung der tribologischen Eigenschaften in erster Linie zur Verbesserung der Rundheit.

@Edelweiss:
Ich warte noch immer auf eine Stellungnahme. mmmm

Grüße Jörg.
 
Zuletzt bearbeitet:
Manchmal glaube ich, das hier alle die Weisheit mit dem Löffel gefressen haben (meine Omma hätte gesagt, mit dem Schaumlöffel), keiner gönnt dem anderen die Butter auf dem Brot! Philosofiert wird hier wirklich seitenlang auf höchstem Niveau um den schon hier zitierten Bart eines ehemaligen Versicherungsvertreters.:---)
 
Moin,

auch wenn wir inzwischen meilenweit vom eigentlichen Thema weg sind:

@ Rolf S. aus B.:
Seit wann bitte ist honen ein spanloses Verfahren?
Warum soll ich mit einer passenden Honahle und geeigneten Parametern (insbesondere Umkehrpunkte des Werkzeugs) 'Bäuche' in der Laufbahn nicht beseitigen können?
Außerdem dient das Honen ja wohl neben der Verbesserung der tribologischen Eigenschaften in erster Linie zur Verbesserung der Rundheit.



Grüße Jörg.
ich habs probiert, wenn die "bäuche" weg sind ist das loch ca. 0.1mm grösser.
weiss jetzt nicht was bei dir eine passende honahle ist. bei einer sunnen honmaschine hast du honsteine mit unterschiedlichen körnungen.
und du bekommst nur durch honen den kreisformfehler nicht ganz weg. geschweige von der winkligkeit. der honkopf läuft der bohrung nach.
 
Manchmal glaube ich, das hier alle die Weisheit mit dem Löffel gefressen haben (meine Omma hätte gesagt, mit dem Schaumlöffel), keiner gönnt dem anderen die Butter auf dem Brot! Philosofiert wird hier wirklich seitenlang auf höchstem Niveau um den schon hier zitierten Bart eines ehemaligen Versicherungsvertreters.:---)

weiss jetzt nicht was du hast. aber läuft doch fachlich ganz gut..... würde es erfahrungsaustausch nennen.....
 
Das ganze ist ja nun relativ weit vom Thema abgekommen und ich habe wirklich lange überlegt ob ich etwas schreibe.
Das ein oder andere möchte ich so aber nicht stehen lassen.

Zum einen zum Honen. Da scheint jeder irgendwie etwas zu wissen, ich mache es täglich beruflich. Ich habe mich schon vor Jahren auf die Bearbeitung mit beschichteten Zylinder spezialisiert. Damals in den 90ern galten die als nicht reparabel. Gerade Hartchrome stellte ein großes Problem da und macht es noch.
Mit den passenden und teuren Diamantwerkzeugen ist das jedoch alles machbar.

Um auf Rolf S seine Aussage zurück zu kommen, das was Du sagst ist so nicht richtig, oder nicht richtig dargestellt.

Man muss zwei Dinge erst einmal grundlegend unterscheiden. Zum einen ein beschichteten Zylinder, zum andern ein Gusszylinder oder wie bei BMW ein Verbundzylinder Alu mit Gussbuchse.

Rolf seine Aussage ist in sofern richtig, als das man nie und nimmer einen Gusszylinder respektive Verbundzylinder, "aufgehont" bekommt bis auf das nächste Maß und dieser Zylindrisch wird. Hier ist es so das feingebohrt werden muss um die Form Zylindrisch/Rund wieder herzustellen.
Dieses liegt einfach an dem hohen verschleiß den der Zylinder hat. Die Honale hat sogenannte Führungsschuhe mit denen sie auf der Lauffläche der Zylinderwandung läuft und entgegengesetzt die eigentlichen Honsteine. Wenn die Lauffläche jetzt völlig ausgelaufen ist, was bei Guss schnell der Fall ist, dann ist auch keine Führung mehr da. Das Ergebniss wird nie wieder Maßgenau.

Anders verhällt es sich bei beschichteten Zylindern. Hier beträgt der Verschleiß wenige 11/1000-1/100mm und das im Schwepunkt an den Wendepunkten der Ringe, also UT und OT und natürlich wird es auch ein wenig unrund gerade bei liegenden Zylindern. Das alte VW Käfer Problem, aber das ist maginal bei beschichteten Zylindern.
Diese sind jedoch durch nachhonen instandsetzbar und das Ergebnis wird 90-100%ig je nach Ausgangsbasis. Die Zylinderform ist ja auch noch als solches zu mehr als 90% gegeben.

Heute ist genau dieses Verfahren Standart. Im Crossbereich, bei Hochleistungszwei und Viertacktern werden turnusmäßig die Kolben getauscht und die Zylinder gehont.
KTM 250 4t alle 30 Std. Sämtliche Rotax 123/124 Motoren alle 8000KM usw. usw. Das Verschleißteil ist heute der Kolben. Die Ringnuten, Die Ringe welche der Enormen Leistung kaum noch dauerhaft standhalten. Ich möchte es nicht verkomplizieren und verständlich und einfach schreiben. Also gehe ich nicht auf jedes Fzel ein.
Fakt ist heute folgendes: Zylinder werden zur Instandsetzung in 90% der Fälle in 1/100 Schritten aufgehont und ein entsprechender Übermaßkolben verwendet.
Ich probier mal ein Link, in dem die Stufen bei einer 250er Kawa die ich gerade gemacht habe, gut zu sehen sind.

http://geiwiz.de/index2.php?linkid=...z_m=&jahr_se=2008&site_se=Kawasaki&ausgabe=OK

Dort siht man schön das Grundmaß 66,34mm bis hin zu 66,37mm.

Hier mal Honalen, denn auch dort gibt es Unterschiede.

Foto.jpg

Ganz links ein Typ AN in verstellbar mit Diasun Leisten z.B. für BMW Zylinder. Daneben P28 Typen mit verschiedensten Steinen als auch verschiedensten Führungsschuhen für verschiedene Oberflächen. Nur um mal einen Preis zu nenen. So eine bestückte AN Ahle kostet so um 3500 Euro so ein P28 Teil mit Diamantleisten schnell zwischen 1500-3500€ je nach größe. Schön zu sehen sind die breiten Führungsschuhe, als auch die Schleifleiste.

Eins war mir noch aufgestoßen. Der Schneiden druck hat nichts, aber auch garnichts mit dem Ergebniss zu tun, sondert steuert mehr oder weniger den Verschleiß an Steinen und ob diese in Schnitt kommen oder nicht.

Was wollte ich noch? Ach ja Felxhonen, Honbürsten, oder ganz im Keller Schleifpapier usw.
Da muss ich sagen, mann kann etwas vernünftig machen, man kann es lassen, oder eben so machen. Das Kriterium "läuft seit x Kilometern" ist wenig aussagekräftig. Ich habe hier täglich die Sachen auf dem Tisch, wo es nicht funktioniert hat. Das schreibt keiner!

Wer meint, so ein NikaSil Zylinder unterliegt keinem Verschleiß, den kann ich dann einladen mal vorbei zu kommen und mal eine kleine Vorführung machen. Vieleicht sollte ich so etwas mal in Angriff nehmen?
All diese Nachhonsysteme sind wirklich Sachen für das tiefste Russland wenn der Verschub mal wieder im Winter und Matsch steckengeblieben ist. Die Flexhonbürste für NikAsil ist bei 100% Maßhaltigkeit noch am besten vertretbar um das Schleifbild wieder herzustellen. Ist die Form nicht gegen, ist das murks, weil sie sich immer schön den Vertiefungen anpasst und weiter ausschleift!
Und genau das soll ja gerade bein honen wieder hergestellt werden und nicht weiter vertieft.

Neue Ringe, neuer Kolben, alter Zylinder unbearbeitet ist wie:

motornomad schrieb:
Moin Marco

Nach dem Duschen ziehe ich die gebrauchte Unterhose übern Kopf, mit dem Bremsstreifen nach vorn.
Beste grüße
rick

Im ernst, das honen hat ja nun zwei Aufgaben. Das Wiederherstellen einer bestimmten Geometrie ABER auch das Herstellen einer gewissen Rautiefe. Es ist nun so, dass die Kolbenringe auf einem Ölfilm laufen sollen. Was bei Guss immer super funktioniert hat nebst eingebauten Notlaufeigenschaften des Materials GG. Bei Alu hat man anfangs gedacht "So glatt wie möglich" nur das trägt keinen Ölfilm! NikaSil ist nicht wie hier geschrieben hart wie Diamant, sondern ziemlich weich. Jetzt dürfte die Überraschung groß sein. aber bröseln wir es mal auseinander. Nickel Silizium....NikaSil.
Das funktioniert so: Es wird galvanisch eine Nickelschicht als Trägermaterial aufgebracht in dem Silizium eingelagert wird. Af dem Silziumkarbiden läuft dann später der Kolbenring. In der Praxis hat ja nur der Ring Kontackt zur Zylinderwand.
Silizium ist knüppelhart, aber sein Träger Nickel nicht. Das sorgt in der Praxis für eine hevorragendes Schliffbild (Kreuzschliff) mit hervoragenden Eigenschaften. Zum einen können sich auf den Spitzen der Schliffberge dem Sizium hervorragend die Ringe einlaufen und die Oberfläche beider! Anpassen, als das unten im Nickeltal das Öl ruht und für einen tragfähigen Film soge trägt.
Baut man nur neu Ringe ohne honen ein ist A die Maßhaltigkeit nicht gegeben B Die Ringe und Zylinder laufen nicht oder nur schwer ein C der Ölfilm verschlechtert sich D Die Wärmeableitung duch nicht oder später eingelaufene Ringe ist schlechter E es kann zu Verglasungen führen.
Was Ihr macht und was schon immer funktioniert hat, ist das eine, wie man es richtig macht kann man ja trotzdem mal schreiben.
Wer noch ein Überblick haben möchte kann mal http://zweirad-wiebusch.de/ unter Zylinderbeschichtung lesen. Wer mal fragen hat oder Probleme, kann mich anrufen.

Eigentlich wollte ich noch was zu der Kolbenbolzenlagerung des BBK sprechen, weil ich jemand kenne der das mitentwicklt hat. Aber ich muss jetzt was tun auch lese ich das nicht mehr durch und ihr müsst mit den Rechtschreibfehlern leben. Schönen Tag wünsche ich allen.

Gruß Marco
 
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