BBK ausgebaut

Hier kurz, aus täglicher Praxis, zum Thema Kolbenringposition:

Direkt nach der Erstmontage, also noch bevor die Ringe " eingebrochen " sind ändert sich Ihre Position oft mehr oder weniger, manchmal überhaupt nicht.

Die Erklärung findet sich über ihre, idealer Weise, Labyrinth artigen Anordnung. Das Gas wandert in Richtung Kurbelgehäuse und erzeugt dabei laterale Krafteinwirkungen an den Kolbenringenden.

Ist der Ring dann, im Rahmen der Einfahrzeit, eingebrochen verbleibt er in dieser, dann angenommenen, Position ein Motorleben lang und sichert auf diese Weise eine optimale Abdichtung und minimales Blowby.

Also - Kolben und Ringe, wenn möglich, im Zylinder belassen wenn nicht möglich kann man es drauf ankommen lassen oder lädst die Zylinder frisch honen und verbaut neue Kolbenringe.

Herzlichen Gruß aus Essen,

Dirk

...dem ist nix hinzuzufügen - und mein BBK bleibt drauf bis irgendwas die Demontage nötig macht....

​Gruß - Thomas
 
...Ist der Ring dann, im Rahmen der Einfahrzeit, eingebrochen verbleibt er in dieser, dann angenommenen, Position ein Motorleben lang und sichert auf diese Weise eine optimale Abdichtung und minimales Blowby.

Hallo Dirk,

es ist zwar - ungefähr so wie die Frage nach dem Kühlschranklicht bei geschlossener Tür - weder wichtig noch wirklich beweisbar ohne die Ausgangsbedingungen zu verändern - aber da erlaube ich mir gewisse Zweifel.

Nicht nur, weil ich selbst schon mehrfach feststellen durfte, daß die Ringe (auch wenn sie schon gelaufen waren) nicht mehr so sitzen, wie ich sie eingebaut habe (aber das kann man natürlich nicht feststellen, ohne die Kühlschranktür aufzumachen).

Wenn die Dinger sich aber tatsächlich nicht mehr drehen würden, müsste man m.E. bei "Langläufern" (die ja oft beim Zerlegen "polierte" Laufbahnen ganz ohne Honriefen offenbaren) Laufspuren der Ringstöße finden.

Gruß,
Markus
 
Hallo Markus,

ich denke schon, dass es einen Sinn hat. Jeder Kolbenhersteller, ob Mahle, Kolbenschmidt, Woesner etc. schreibt, dass die Stöße 120° versetzt zu montieren sind. Denn dann ist die Wahrscheinlichkeit doch sehr gering, dass irgendwann die Stöße übereinander stehen und das Blowby und der Ölverbrauch ansteigt. Klar hab ich mir auch schon Gedanken gemacht, wenn ich einen Motor geöffnet habe und gesehen habe, dass die Stöße anders liegen....mein Gedanke war ein schlunziger Monteur.

:&&&: Gruß - Thomas
 
Da mein Fachwissen begrenzt ist, formuliere ich meinen Beitrag mal in Form von Fragen:

Beim Zweitakter werden die Ringe durch eine Kolbennase, am Drehen gehindert, also drehen sich die Ringe wenn keine Nase da ist, oder ?

Wenn die 120° so furchtbar wichtig sind und die Ringe sich drehen, wieso sind an den 4T Kolben nicht auch Nasen die ein Verdrehen verhindern?
 
Ich schmeiss mal eine These in den Raum: Wo hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass alle drei Ringe zu einem Zeitpunkt gleich ausgerichtet sind? Vermutlich nur beim Einbau. Und um dies zu umgehen, gibt es den 120 Grad Versatz-Anleitung des Herstellers.

Hans
 
Wenn die 120° so furchtbar wichtig sind und die Ringe sich drehen, wieso sind an den 4T Kolben nicht auch Nasen die ein Verdrehen verhindern?
Andersrum wird ein Schuh draus. Die 2T Kolben haben einen Pinöppel der den Ringstoss auf einer Stelle fixiert, da der Kolben und auch der Ring bei den Schlitzgesteuerten Zylindern über die Kanäle läuft. Ein Verdrehen würde ein Ausfedern des Ringes und blockieren des Kolbens, bzw. zerbrechen des Ringes bedeuten. Bei den 4T ist die Lauffläche rundum Öffnungsfrei und es spielt keine Rolle wo die Ringenden aufeinander stossen.

schöne Grüsse
Dirk
 
Andersrum wird ein Schuh draus. Die 2T Kolben haben einen Pinöppel der den Ringstoss auf einer Stelle fixiert, da der Kolben und auch der Ring bei den Schlitzgesteuerten Zylindern über die Kanäle läuft. Ein Verdrehen würde ein Ausfedern des Ringes und blockieren des Kolbens, bzw. zerbrechen des Ringes bedeuten. Bei den 4T ist die Lauffläche rundum Öffnungsfrei und es spielt keine Rolle wo die Ringenden aufeinander stossen.

schöne Grüsse
Dirk

Das ist bekannt, auch dass der 2T eine andere Verdichtung hat.
Wollte damit nur sagen, dass es mit dieser Nase ja eine Kleinigkeit wäre die Ringe beim 4T in ihrer Position zu halten, wenn es notwendig wäre.
Deshalb sehe ich das wie Markus und die fehlenden Hohnspuren beim Langläufer sind dann der Beweis dass da immer was in Bewegung ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Fragt man Mahle zum Thema deckt sich die Aussage zu 100 % mit der von mir getroffenen.

Jetzt weiß ich natürlich nicht, wen Du da gefragt hast ;).

Falls Du Zugriff auf das "SAE paper 930796" hast: da steht die ganze Wissenschaft der Kolbenringrotation drin. Ist aber - wie's Kühlschranklicht - nicht so wichtig.
 
Moin,

ich erlaub mir mal ein paar Sätze aus

"Kolben und motorische Erprobung", Herausgeber: MAHLE GmbH,
1. Auflage, Stuttgart 2011, Seite 87
Springer Vieweg Verlag
ISBN 978-3-8348-9832-6

zu zitieren:

5.5.3. Temperatureinfluß auf die Kolbenringe

Wird die maximal erträgliche Temperatur in der Kolbenringpartie überschritten ...
Die thermisch bedingte chemische Zersetzung des Schmieröls kann ferner Verkokung im Nutgrund verursachen.
...
Außerdem behindern sie die Kolbenringe in ihrer Eigenbewegung und blockieren sie eventuell sogar vollständig. Insbesondere die Drehbewegung der Kolbenringe in den Kolbenringnuten ist jedoch für die Funktion wichtig. Durch diese Rotation wird sichergestellt, dass sich der Ringstoß, durch den stets geringe Mengen Verbrennungsgase in den Kurbelraum strömen, nicht ständig an der selben Stelle befindet. Üben die Kolbenringe über längere Zeit keine Drehbewegung aus, können vorbeiströmende heiße Verbrennungsgase im Bereich des Ringstoßes sowohl die Kolbenringnut als auch die Zylinderlauffläche schädigen. Auch der Schmierölfilm in diesem Bereich wird gestört und kann als Folge zu einem Ring-/Kolbenfresser und Motorschaden führen.

...

Grüße Jörg.

P.S.
Ich habe einen meiner BBK Motoren im letzten Jahr 6mal zerlegt, weil ich den Zylinderfuß nicht dicht bekommen habe. (Ursache war letztendlich eine nicht mehr plane Fläche am Block)
Dabei habe ich sowohl den Ölabstreifring als auch den obersten Kolbenring jedes mal in anderer Position vorgefunden. (Kolben nicht aus dem Zylinder gezogen, daher keine Aussage zum zweiten Ring möglich.)
Laufleistung des Satzes: 42 tkm beim ersten und knappe 50 tkm beim letzten Zerlegen.

Nachtrag:
Kolbenringe 'brechen" meiner Meinung nach nicht "ein" - die "laufen ein". Soll aber wohl ein stehender Befgriff im Maschinenbau sein. Siehe weiter unten im Fred.
 
Zuletzt bearbeitet:
Jetzt weiß ich natürlich nicht, wen Du da gefragt hast ;).

Falls Du Zugriff auf das "SAE paper 930796" hast: da steht die ganze Wissenschaft der Kolbenringrotation drin. Ist aber - wie's Kühlschranklicht - nicht so wichtig.

... sagt Pierburg Kolbenschmidt. Die sollten es eigentlich wissen. :wink1:

Moin,

ich erlaub mir mal ein paar Sätze aus

"Kolben und motorische Erprobung", Herausgeber: MAHLE GmbH,
1. Auflage, Stuttgart 2011, Seite 87
Springer Vieweg Verlag
ISBN 978-3-8348-9832-6

zu zitieren:



Oben genanntes Buch, Seite 87.

Grüße Jörg.

P.S.
Ich habe einen meiner BBK Motoren im letzten Jahr 6mal zerlegt, weil ich den Zylinderfuß nicht dicht bekommen habe. (Ursache war letztendlich eine nicht mehr plane Fläche am Block)
Dabei habe ich sowohl den Ölabstreifring als auch den obersten Kolbenring jedes mal in anderer Position vorgefunden. (Kolben nicht aus dem Zylinder gezogen, daher keine Aussage zum zweiten Ring möglich.)
Laufleistung des Satzes: 42 tkm beim ersten und knappe 50 tkm beim letzten Zerlegen.

Nachtrag:
Kolbenringe 'brechen" nicht "ein" - die "laufen ein". Technisches Englisch: mangelhaft.


Entweder sind diese Quellen schon gaaaaaaaaaanz lange überholt, oder die Verfasser hatten keine Ahnung, wetten :aetsch:
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Grund für die Fixierung beim Zweitakter dürfte wohl eher an den Überströmkanälen liegen. Wenn sich dort ein Kolbenringende verkeilt ist Schluss mit lustig.
 
"Der Grund für die Fixierung beim Zweitakter dürfte wohl eher an den Überströmkanälen liegen. "

Das dürfte nicht so, das isses..
 
Verschleißt ein Zylinder nicht oval oder übertrieben ausgedrückt eiförmig?Dann passen sich die kolbenringe dieser Form an und bleiben an ihrem Platz.Wenn man jetzt die Kolben zieht und mit den alten Ringen wieder montiert pfeift es schön in die ölwanne
 
Der Grund für die Fixierung beim Zweitakter dürfte wohl eher an den Überströmkanälen liegen. Wenn sich dort ein Kolbenringende verkeilt ist Schluss mit lustig.

"Der Grund für die Fixierung beim Zweitakter dürfte wohl eher an den Überströmkanälen liegen. "

Das dürfte nicht so, das isses..


Das ist und war mir bekannt !

Ich habe das nur als Beispiel angeführt, dass es mit einfachsten Mitteln möglich ist einen Kolbenring in einer festgelegten Position zu halten
- wenn das so furchtbar wichtig wäre -
 
Verschleißt ein Zylinder nicht oval oder übertrieben ausgedrückt eiförmig?Dann passen sich die kolbenringe dieser Form an und bleiben an ihrem Platz.Wenn man jetzt die Kolben zieht und mit den alten Ringen wieder montiert pfeift es schön in die ölwanne

Nicht unbedingt.

Ich habe zweimal die Kolben meiner GS draussen gehabt, und beidemal die Kolben mit den Ringen wieder eingebaut (auf 335tkm). Kompression ist gut, Ölverbrauch ca. 0,15Ltr./1000km

Ich denke, dass es an der Härte der Nikasilbeschichtung liegt (nix eierig). Das Zeug ist nur wenig weicher als Diamant.
Wenn die Zylinder-Wände ungleichmäßigen Abrieb hätten (= oval wären), würde an den Stellen mit stärkerem Verschleiss die Hohnspuren abgerieben werden. Genau das ist aber nicht der Fall, wie man beim Ansehen der Zylinderwände sehen kann.

PS - Ich ziehe die Kolben nur dann aus den Zylindern, wenn es zwingend ist. Spart auch Arbeit.
 
Moin,

ich erlaub mir mal ein paar Sätze aus

"Kolben und motorische Erprobung", Herausgeber: MAHLE GmbH,
1. Auflage, Stuttgart 2011, Seite 87
Springer Vieweg Verlag
ISBN 978-3-8348-9832-6

zu zitieren:



Grüße Jörg.

P.S.
Ich habe einen meiner BBK Motoren im letzten Jahr 6mal zerlegt, weil ich den Zylinderfuß nicht dicht bekommen habe. (Ursache war letztendlich eine nicht mehr plane Fläche am Block)
Dabei habe ich sowohl den Ölabstreifring als auch den obersten Kolbenring jedes mal in anderer Position vorgefunden. (Kolben nicht aus dem Zylinder gezogen, daher keine Aussage zum zweiten Ring möglich.)
Laufleistung des Satzes: 42 tkm beim ersten und knappe 50 tkm beim letzten Zerlegen.

Nachtrag:
Kolbenringe 'brechen" nicht "ein" - die "laufen ein". Technisches Englisch: mangelhaft.

Moin zusammen - Besserwissermodus :oberl: an: Das "Einbrechen" (im englischen übrigens break in genannt) ist ein offizieller Begriff aus dem Maschinenbau, umgangssprachlich "einlaufen" genannt!
Und auch Nikasil oder andere harte Beschichtungen werden bei Verwendung von neuen Kolben "angehohnt" - es reicht auch aus die Oberfläche mit Schmirgelleinen leicht anzurauhen - natürlich NICHT in Hubrichtung!

Schönen Tag noch - Thomas
 
Zuletzt bearbeitet:
@Peter - nimm das nicht so ernst....

Gruß - Thomas (der Wochenendmönchengladbacher, nicht wegen Fußball)
 
Moin Peter,

entschuldige, wenn ich dir zu nahe getreten bin.
Ein Statement wie deines ohne Begründung fand ich persönlich wenig hilfreich.
Es wäre schön, wenn du diese nachreichen würdest.
Ohne Hohn, mit Interesse am Honen.
;)

Grüße
Rick
 
Durch das anhonen der laufläche wird die Oberfläche rauer.Dadurch können sich die ringe besser einlaufen.


mein iPhone spielt mir immer einen Streich bei der worterkennung ist mir mittlerweile egal

grüsse peter
 
Moin,


Nachtrag:
Kolbenringe 'brechen" nicht "ein" - die "laufen ein". Technisches Englisch: mangelhaft.

Hallo Jörg,

das ist so nicht richtig - und ob die Anglizisme dem germanen Sprachgebrauch folgte oder umgekehrt kann ich gar nicht sagen.

Das Einbrechen der Kolbenringe ist im Motorenbau ein stehender Begriff der den Vorgang auch recht treffend beschreibt.

herzlichen Gruß aus Essen,

Dirk
 
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