Das ganze ist ja nun relativ weit vom Thema abgekommen und ich habe wirklich lange überlegt ob ich etwas schreibe.
Das ein oder andere möchte ich so aber nicht stehen lassen.
Zum einen zum Honen. Da scheint jeder irgendwie etwas zu wissen, ich mache es täglich beruflich. Ich habe mich schon vor Jahren auf die Bearbeitung mit beschichteten Zylinder spezialisiert. Damals in den 90ern galten die als nicht reparabel. Gerade Hartchrome stellte ein großes Problem da und macht es noch.
Mit den passenden und teuren Diamantwerkzeugen ist das jedoch alles machbar.
Um auf Rolf S seine Aussage zurück zu kommen, das was Du sagst ist so nicht richtig, oder nicht richtig dargestellt.
Man muss zwei Dinge erst einmal grundlegend unterscheiden. Zum einen ein beschichteten Zylinder, zum andern ein Gusszylinder oder wie bei BMW ein Verbundzylinder Alu mit Gussbuchse.
Rolf seine Aussage ist in sofern richtig, als das man nie und nimmer einen Gusszylinder respektive Verbundzylinder, "aufgehont" bekommt bis auf das nächste Maß und dieser Zylindrisch wird. Hier ist es so das feingebohrt werden muss um die Form Zylindrisch/Rund wieder herzustellen.
Dieses liegt einfach an dem hohen verschleiß den der Zylinder hat. Die Honale hat sogenannte Führungsschuhe mit denen sie auf der Lauffläche der Zylinderwandung läuft und entgegengesetzt die eigentlichen Honsteine. Wenn die Lauffläche jetzt völlig ausgelaufen ist, was bei Guss schnell der Fall ist, dann ist auch keine Führung mehr da. Das Ergebniss wird nie wieder Maßgenau.
Anders verhällt es sich bei beschichteten Zylindern. Hier beträgt der Verschleiß wenige 11/1000-1/100mm und das im Schwepunkt an den Wendepunkten der Ringe, also UT und OT und natürlich wird es auch ein wenig unrund gerade bei liegenden Zylindern. Das alte VW Käfer Problem, aber das ist maginal bei beschichteten Zylindern.
Diese sind jedoch durch nachhonen instandsetzbar und das Ergebnis wird 90-100%ig je nach Ausgangsbasis. Die Zylinderform ist ja auch noch als solches zu mehr als 90% gegeben.
Heute ist genau dieses Verfahren Standart. Im Crossbereich, bei Hochleistungszwei und Viertacktern werden turnusmäßig die Kolben getauscht und die Zylinder gehont.
KTM 250 4t alle 30 Std. Sämtliche Rotax 123/124 Motoren alle 8000KM usw. usw. Das Verschleißteil ist heute der Kolben. Die Ringnuten, Die Ringe welche der Enormen Leistung kaum noch dauerhaft standhalten. Ich möchte es nicht verkomplizieren und verständlich und einfach schreiben. Also gehe ich nicht auf jedes Fzel ein.
Fakt ist heute folgendes: Zylinder werden zur Instandsetzung in 90% der Fälle in 1/100 Schritten aufgehont und ein entsprechender Übermaßkolben verwendet.
Ich probier mal ein Link, in dem die Stufen bei einer 250er Kawa die ich gerade gemacht habe, gut zu sehen sind.
http://geiwiz.de/index2.php?linkid=...z_m=&jahr_se=2008&site_se=Kawasaki&ausgabe=OK
Dort siht man schön das Grundmaß 66,34mm bis hin zu 66,37mm.
Hier mal Honalen, denn auch dort gibt es Unterschiede.
Ganz links ein Typ AN in verstellbar mit Diasun Leisten z.B. für BMW Zylinder. Daneben P28 Typen mit verschiedensten Steinen als auch verschiedensten Führungsschuhen für verschiedene Oberflächen. Nur um mal einen Preis zu nenen. So eine bestückte AN Ahle kostet so um 3500 Euro so ein P28 Teil mit Diamantleisten schnell zwischen 1500-3500€ je nach größe. Schön zu sehen sind die breiten Führungsschuhe, als auch die Schleifleiste.
Eins war mir noch aufgestoßen. Der Schneiden druck hat nichts, aber auch garnichts mit dem Ergebniss zu tun, sondert steuert mehr oder weniger den Verschleiß an Steinen und ob diese in Schnitt kommen oder nicht.
Was wollte ich noch? Ach ja Felxhonen, Honbürsten, oder ganz im Keller Schleifpapier usw.
Da muss ich sagen, mann kann etwas vernünftig machen, man kann es lassen, oder eben so machen. Das Kriterium "läuft seit x Kilometern" ist wenig aussagekräftig. Ich habe hier täglich die Sachen auf dem Tisch, wo es nicht funktioniert hat. Das schreibt keiner!
Wer meint, so ein NikaSil Zylinder unterliegt keinem Verschleiß, den kann ich dann einladen mal vorbei zu kommen und mal eine kleine Vorführung machen. Vieleicht sollte ich so etwas mal in Angriff nehmen?
All diese Nachhonsysteme sind wirklich Sachen für das tiefste Russland wenn der Verschub mal wieder im Winter und Matsch steckengeblieben ist. Die Flexhonbürste für NikAsil ist bei 100% Maßhaltigkeit noch am besten vertretbar um das Schleifbild wieder herzustellen. Ist die Form nicht gegen, ist das murks, weil sie sich immer schön den Vertiefungen anpasst und weiter ausschleift!
Und genau das soll ja gerade bein honen wieder hergestellt werden und nicht weiter vertieft.
Neue Ringe, neuer Kolben, alter Zylinder unbearbeitet ist wie:
motornomad schrieb:
Moin Marco
Nach dem Duschen ziehe ich die gebrauchte Unterhose übern Kopf, mit dem Bremsstreifen nach vorn.
Beste grüße
rick
Im ernst, das honen hat ja nun zwei Aufgaben. Das Wiederherstellen einer bestimmten Geometrie ABER auch das Herstellen einer gewissen Rautiefe. Es ist nun so, dass die Kolbenringe auf einem Ölfilm laufen sollen. Was bei Guss immer super funktioniert hat nebst eingebauten Notlaufeigenschaften des Materials GG. Bei Alu hat man anfangs gedacht "So glatt wie möglich" nur das trägt keinen Ölfilm! NikaSil ist nicht wie hier geschrieben hart wie Diamant, sondern ziemlich weich. Jetzt dürfte die Überraschung groß sein. aber bröseln wir es mal auseinander. Nickel Silizium....NikaSil.
Das funktioniert so: Es wird galvanisch eine Nickelschicht als Trägermaterial aufgebracht in dem Silizium eingelagert wird. Af dem Silziumkarbiden läuft dann später der Kolbenring. In der Praxis hat ja nur der Ring Kontackt zur Zylinderwand.
Silizium ist knüppelhart, aber sein Träger Nickel nicht. Das sorgt in der Praxis für eine hevorragendes Schliffbild (Kreuzschliff) mit hervoragenden Eigenschaften. Zum einen können sich auf den Spitzen der Schliffberge dem Sizium hervorragend die Ringe einlaufen und die Oberfläche beider! Anpassen, als das unten im Nickeltal das Öl ruht und für einen tragfähigen Film soge trägt.
Baut man nur neu Ringe ohne honen ein ist A die Maßhaltigkeit nicht gegeben B Die Ringe und Zylinder laufen nicht oder nur schwer ein C der Ölfilm verschlechtert sich D Die Wärmeableitung duch nicht oder später eingelaufene Ringe ist schlechter E es kann zu Verglasungen führen.
Was Ihr macht und was schon immer funktioniert hat, ist das eine, wie man es richtig macht kann man ja trotzdem mal schreiben.
Wer noch ein Überblick haben möchte kann mal
http://zweirad-wiebusch.de/ unter Zylinderbeschichtung lesen. Wer mal fragen hat oder Probleme, kann mich anrufen.
Eigentlich wollte ich noch was zu der Kolbenbolzenlagerung des BBK sprechen, weil ich jemand kenne der das mitentwicklt hat. Aber ich muss jetzt was tun auch lese ich das nicht mehr durch und ihr müsst mit den Rechtschreibfehlern leben. Schönen Tag wünsche ich allen.
Gruß Marco