LKL 47 Ohm vs. Silent Hektik Regler mit 33 Ohm

funpur

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02. Okt. 2016
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Niederösterreich - Weinviertel
Hallo Gemeinde,

Meine Monolever, BJ 1985 habe ich vor Jahren mit einem Acewell-Tacho MA-085 ausgestattet, und um die Vorerregung der LiMa zu gewährlisten, mit einem Widerstand von 47 Ohm ausgestattet. Wenn ich jetzt den originalen Regler mit dem Regler von Silent Hektik (Wegfall der Diodenplatte - SILENT HEKTIK Automotive Hard- & Software - LiMa Kontroller - Regler mit Gleichrichter für BMW 2V Boxer mit Bosch Lichtmaschine) austauschen möchte, steht in der SH Anleitung, dass ein 33 Ohm Widerstand verbaut werden soll.
Das kann ich nicht nachvollziehen, denn wenn ich die originale LKL verbaut hätte, würde ja auch keine Widerstand verbaut werden. Warum die unterschiedlichen Ohm-Werte?

Danke für Euren Input :nixw:

LG, Chris
 
Hallo Chris, ich habe im letzten Jahr auch zu diesem Thema recherchiert, als ich das Serieninstrument meiner /6 gegen ein elektronisches Zubehörteil getauscht habe. Soweit ich herausbekommen habe gibt es nicht genau den einen richtigen Widerstandswert für die Vorerregung. Deshalb düfte es egal sein, ob Du einen mit 47 oder 33 Ohm verwendest. Ich würde mit dem vorhandenen Widerstand ausprobieren, ob die LiMa lädt und den dann drin lassen. Es kann dabei ja nichts kaputt gehen.
Viele Grüße,
Stephan
 
Warum die unterschiedlichen Ohm-Werte?
Die Bosch-Lichtmaschine unserer 2v-BMW ist fremderregt, d.h. der Rotor ist kein Permanentmagnet, sondern sein Magnetfeld wird über eine (Erreger-)stromdurchflossene Spule aufgebaut. Im Betrieb wird dieser Erregerstrom über die Klemme D+ der Diodenplatte geliefert (die Erregerleistung wird von der Lichtmaschine selbst geliefert). "Voll erregt" sind das fast 4 Ampere Erregerstrom (siehe z.B. diese Darstellung :db:)

Im Stand (keine Erzeugung el. Energie in der Lima) kommt aus D+ aber nichts raus, also kein Magnetfeld und damit keine Induktion (und Energieerzeugung*)! Daher liegt die LKL zwischen der Batteriespannung (Klemme B+ 15) und Klemme D+. Im Ruhezustand fließt durch sie der initiale Erregerstrom für die Lichtmaschine (mit dem Effekt, dass die LKL leuchtet). Bei einer Glühlampe von 3W Nennleistung (@12V) sind das ca. 250 mA. Ein Ersatzwiderstand müsste daher etwa 48 Ohm haben. Der nächstliegende Normwert ist 47 Ohm.

Nimmt man einen Widerstand mit 33 Ohm, ist der initiale Erregerstrom etwas höher (ca. 360 mA). Kann man machen, bringt aber praktisch nur wenig. Warum? Der Erregerstrom wird nur innerhalb der Startphase (i.d.R. unter einer Sekunde) allein durch die LKL bzw. den Ersatzwiderstand geliefert. Sobald die Statorwicklung Ausgangsspannung und -leistung liefert, kommt aus dem Ausgang D+ der Diodenplatte deutlich mehr Strom (und Erregerleistung) und die LKL ist "abgemeldet" (und erlischt). Man hat also im Betrieb nur für Millisekunden etwas davon. Andererseits ist die Verlustleistung bei stehendem Motor und eingeschalteter Zündung höher (4,3W bei 33 Ohm ggü. ca. 3W bei 47 Ohm).

* Manche Limas laufen auch ohne initialen Erregerstrom an, weil der Rotor noch ein schwaches Restmagnetfeld hat. Sicher ist das aber nicht!
 
Zuletzt bearbeitet:
Je geringer der Widerstand desto höher der Strom und die Leistung. Mit 33ohm (ca. 4,3watt) wird es also heißer als mit 47ohm (3watt). Der Widerstand muss die Leistung verkraften.
 
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