LKL 47 Ohm vs. Silent Hektik Regler mit 33 Ohm

funpur

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Niederösterreich - Weinviertel
Hallo Gemeinde,

Meine Monolever, BJ 1985 habe ich vor Jahren mit einem Acewell-Tacho MA-085 ausgestattet, und um die Vorerregung der LiMa zu gewährlisten, mit einem Widerstand von 47 Ohm ausgestattet. Wenn ich jetzt den originalen Regler mit dem Regler von Silent Hektik (Wegfall der Diodenplatte - SILENT HEKTIK Automotive Hard- & Software - LiMa Kontroller - Regler mit Gleichrichter für BMW 2V Boxer mit Bosch Lichtmaschine) austauschen möchte, steht in der SH Anleitung, dass ein 33 Ohm Widerstand verbaut werden soll.
Das kann ich nicht nachvollziehen, denn wenn ich die originale LKL verbaut hätte, würde ja auch keine Widerstand verbaut werden. Warum die unterschiedlichen Ohm-Werte?

Danke für Euren Input :nixw:

LG, Chris
 
Hallo Chris, ich habe im letzten Jahr auch zu diesem Thema recherchiert, als ich das Serieninstrument meiner /6 gegen ein elektronisches Zubehörteil getauscht habe. Soweit ich herausbekommen habe gibt es nicht genau den einen richtigen Widerstandswert für die Vorerregung. Deshalb düfte es egal sein, ob Du einen mit 47 oder 33 Ohm verwendest. Ich würde mit dem vorhandenen Widerstand ausprobieren, ob die LiMa lädt und den dann drin lassen. Es kann dabei ja nichts kaputt gehen.
Viele Grüße,
Stephan
 
Warum die unterschiedlichen Ohm-Werte?
Die Bosch-Lichtmaschine unserer 2v-BMW ist fremderregt, d.h. der Rotor ist kein Permanentmagnet, sondern sein Magnetfeld wird über eine (Erreger-)stromdurchflossene Spule aufgebaut. Im Betrieb wird dieser Erregerstrom über die Klemme D+ der Diodenplatte geliefert (die Erregerleistung wird von der Lichtmaschine selbst geliefert). "Voll erregt" sind das fast 4 Ampere Erregerstrom (siehe z.B. diese Darstellung :db:)

Im Stand (keine Erzeugung el. Energie in der Lima) kommt aus D+ aber nichts raus, also kein Magnetfeld und damit keine Induktion (und Energieerzeugung*)! Daher liegt die LKL zwischen der Batteriespannung (Klemme B+ 15) und Klemme D+. Im Ruhezustand fließt durch sie der initiale Erregerstrom für die Lichtmaschine (mit dem Effekt, dass die LKL leuchtet). Bei einer Glühlampe von 3W Nennleistung (@12V) sind das ca. 250 mA. Ein Ersatzwiderstand müsste daher etwa 48 Ohm haben. Der nächstliegende Normwert ist 47 Ohm.

Nimmt man einen Widerstand mit 33 Ohm, ist der initiale Erregerstrom etwas höher (ca. 360 mA). Kann man machen, bringt aber praktisch nur wenig. Warum? Der Erregerstrom wird nur innerhalb der Startphase (i.d.R. unter einer Sekunde) allein durch die LKL bzw. den Ersatzwiderstand geliefert. Sobald die Statorwicklung Ausgangsspannung und -leistung liefert, kommt aus dem Ausgang D+ der Diodenplatte deutlich mehr Strom (und Erregerleistung) und die LKL ist "abgemeldet" (und erlischt). Man hat also im Betrieb nur für Millisekunden etwas davon. Andererseits ist die Verlustleistung bei stehendem Motor und eingeschalteter Zündung höher (4,3W bei 33 Ohm ggü. ca. 3W bei 47 Ohm).

* Manche Limas laufen auch ohne initialen Erregerstrom an, weil der Rotor noch ein schwaches Restmagnetfeld hat. Sicher ist das aber nicht!
 
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Je geringer der Widerstand desto höher der Strom und die Leistung. Mit 33ohm (ca. 4,3watt) wird es also heißer als mit 47ohm (3watt). Der Widerstand muss die Leistung verkraften.
 
Der Widerstand ist tatsächlich relativ!!! egal. Alte Guzzis mit der gleichen Lima laufen mit einer 1,2Watt Glühlampe, was über 100 Ohm bedeutet.
Hi

Ja das wäre vielleicht auch mal eine Aufgabe hier für Hans mit seinem Lichtmaschinen Prüfstand:
Eine Tabelle mit verschiedenen Vorwiderständen der Lichtmaschine und dem Ladebeginn dabei.
Aber mir steht es nicht zu so etwas zu erwarten, aber eine nette Sache wär das schon.

mfg GS_man
 
Habe ich schon gemacht, muss den Beitrag mal hier suchen. Fazit, der Ladeerstart (nicht Ladebeginn) verschiebt sich um ca. 200 1/min.

Hans
 
Hallo Hans

Ich muss mal so dumm fragen was ist der Unterschied zwischen Ladebegin und Laderstart?

mfg GS_man
 
Wenn ich Hans korrekt verstehe, meint er mit Ladestart die Drehzahl, bei der die von Null anlaufende Lima erstmalig so viel Leistung abgibt, dass die weitere Erregung über den Hilfsausgang D+ sicher gestellt ist. Der Ladebeginn wäre dann die Drehzahl, bei der die Ausgangsspannung an B+ die Akkuspannung übersteigt und Ladestrom in den Akku fließt.
 
So, wieder am Schreibtisch

Es ging damals darum, wie hoch maximal der Widerstand sein darf, das noch gerade eine Starterregung aufbauen zu können. Unterhalb der 47 Ohm habe ich keine Messungen, aber es dürfte sich kaum gegenüber der 47 Ohm bemerkbar machen, denn dann begrenzen Stator und Rotor den Beginn maßgeblich.

GEN-005-008-3018-LKL-Widerstand.jpg

was ist der Unterschied zwischen Ladebegin und Laderstart?

47 Ohm, nur relevant für den Start, nach Anlauf hat der Widerstand keinen Einfluss mehr

Beim Stator -005: Ladestart 1.400 1/min, Ladebeginn nach Ladestart mit 13,8 V bei 1.300 1/min (LKL ist aus)
Beim Stator -008: Ladestart 1.000 1/min, Ladebeginn nach Ladestart mit 13,8 V bei 1.100 1/min (LKL ist aus)

Hans
 
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Ob 30 oder 50 Ohm ist vollkommen egal; ich habe 40 Ohm genommen. Im folgenden Video sieht man genau, wie das funktioniert. Es geht zwar um meine Kawasaki H1 500, aber für die BMW-Modelle ab /5 geht das ganz genauso!

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Gruß
Frank
 
Es geht zwar um meine Kawasaki H1 500, aber für die BMW-Modelle ab /5 geht das ganz genauso!
Nö, das Reglerprinzip unterscheidet sich schon deutlich.

Noch was: Im Text sprichst du von 8 Gleichrichterdioden, auf dem Bild sind richtigerweise 11 Gleichrichterdioden aufgezeigt. Da die Bosch-LiMa selbsterregt ist, bennötigst du 6 Dioden für die Gleichspannungserzeugung zwischen B- und B+, 6 Dioden für den Hilfskreis B- und D+, wobei sich der Kreis die B- Dioden mit dem Hauptkreis teilt und 2 weitere für die Y-Dioden. Macht in Summe 11 Dioden (6 große B+/B+, drei mittlere D+ und zwei kleine Y Dioden).

Noch ein weiterer Fehler, den du ändern solltest:

ca. Minute 1.21: Das Bild zeigt eine minusgeregelte LiMa, d.h. auch deine Pfeile sind, wenn es die technische Stromrichtung anzeigen soll, in falscher ausgerichtet.

Siehe auch Bildchen 2:32: oben minusgeregelt: der "Schalter" sitzt zwischen DF und D-, unten plusgeregelt: der "Schalter" sitzt zwischen D+ und DF

Wie kann man sich das herleiten: Immer in Richtung Plus nach Minus schauen, d.h. sitzt der Regler vor der Spule/Rotor und die Spule/Rotor hat einen direkten Anschluß nach Masse/D-, dann ist es ein plusgeregeltes System, d.h. sitzt der Regler nach der Spule/Rotor und die Spule/Rotor hat einen direkten Anschluß nach D+, dann ist es ein minusgeregeltes System.

Das Bosch-System ist plusgeregelt, wenn deine Zeichnung die der Kawa ist, dann ist diese minusgeregelt. Die folgende Zeichnung bei 2:48 verdeutlicht das sehr schön für die BMW: D+ -> Regler D+ -> Regler"Schalter" -> Regler DF -> Rotor DF -> D-. Einziger Fehler im Bildchen: Es fehlt der Masseanschluß D-/B- an der Zeichnung.

Hans
 
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Im Übrigen ist dieser Regler REG8 von Elektronik Sachse, den ich verwende, u.a. „ für BMW mit Bosch Lima“ und Moto Guzzis vorgesehen, wenn du dir mal die Mühe machen möchtest, auf deren Internetseite nachzuschauen (Reiter „Kompatibilität“).
Natürlich sind Regler- und Lima-Prinzip identisch….sonst würde es ja nicht bei meiner blöden Kawa gehen.

An der R100RS habe ich die Original-Bosch-Lösung, allerdings mit dem Behördenregler. Da es seit vielen Jahren funktioniert, habe ich es bis jetzt so gelassen, ansonsten käme besagter REG8 rein, der die Diodenplatte samt Regler ersetzt.
 
Im Übrigen ist dieser Regler REG8 von Elektronik Sachse, den ich verwende, u.a. „ für BMW mit Bosch Lima“ und Moto Guzzis vorgesehen, wenn du dir mal die Mühe machen möchtest, auf deren Internetseite nachzuschauen (Reiter „Kompatibilität“).
Habe ich auch nicht bezweifelt, also nicht bewusst. Jede 3-Phasen Lima, die mit 120 Grad Phasenversatz arbeitet, kann darüber betrieben werden.

Ich hatte geschrieben, dass sich das Reglerprinzig, was du für die Kawa aufgezeigt hat, deutlich dem der Bosch unterscheidet.

Hans
 
Hallo Hans,
Ja, das frühere Reglerprinzip der H1 ist etwas anders als das der BMWs. Ansich ist die Kawa-Schaltung nicht blöd: Die Vorerregung des Läufers wird über einen festen Widerstand, der mit am Reglergehäuse sitzt, gemacht, und die Ladekontrollleuchte ist wirklich nur noch reine Kontrolle. Aber inzwischen ist das Bordnetz nach meinem Umbau mehr oder weniger identisch zur BMW ab /5. Allerdings ohne Ladekontrollleuchte, sondern mit festem Widerstand und Kontrolle der Spannung über ein Voltmeter im Bordnetz - was ich eh besser finde.

Einigen wir uns darauf, dass der Elektronik Sachse Regler REG8 an den BMWs und an der Kawa H1 funktioniert - so war eigentlich mein Hinweis „… geht genauso bei BMW“ gemeint. Wir haben wohl etwas aneinander vorbeigeredet.

Gruß
Frank
 
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