Probleme beim schnellen Gasgeben

Oh je, arme Nockenwelle und Stößel. 🫣

Diese sind bei derart niedriger Drehzahl durch die geringere Beschleunigung des schweren Ventiltriebs und dadurch höheren Drücken an den Nockenspitzen der Welle auch mehr dem Verschleiß ausgesetzt.

Wie es dann wohl mit dem Öldruck bei 700 U/min aussieht? 🤔
Unter 1000 U/min würde ich nicht einstellen.

Aber mach wie Du glaubst, ist ja dein Motorrad. 😉
 
In der Bedienungsanleitung stehen 800 U/min. Ich denke, dass haben BMW-Ingenieure als sinnvollen Wert erachtet. Der Motor klingt auch sehr gut bei der Drehzahl. Würde er nicht rundlaufen, würde ich das Standgas anheben. Bei zu niedrigem Ölddruck sollte doch die Lampe leuchten. Oder?
 
Die BMW-Ingenieure haben auch für die Einzylindermodelle eine Frühzündung von 42 Grad als sinnvoll erachtet. Fährt aber heute niemand mehr. Die Zeiten ändern sich, die Benzinzusammensetzung auch.
Das, was Jimcat schreibt gilt aber schon seit den 50ern als gesicherte Erkenntnis, speziell, dass Rennmotoren die meisten Schäden im Standgas erleiden.
 
[...] steht bei meiner R100R das "Z" jetzt ab 3300 U/min einigermaßen fest. "F" gibt es bei meiner nicht. [...]
Der Buchstabe wurde im Laufe der Zeit ausgetauscht. "S" definiert den Zündzeitpunkt beim Standgas, "Z" bzw. "F" den bei höherer Drehzahl.

[...] Bei zu niedrigem Ölddruck sollte doch die Lampe leuchten. Oder? [...]
Jein. Der Öldruckschalter ist kein drehzahlabhängiger sondern ein druckabhängiger Sensor. Die zugehörige Lampe dient als Warnlampe und nicht als Siegel für die Güte des Öldrucks.

Gruß Bernhard
 
Beim Ventile einstellen sah ich das auch da schon richtig viel Öl an den Ventilen ankommt
Das mag sein. Aber wie sieht es mit den Kurbelwellenlager aus? Die sollen doch auf einem Ölpolster laufen. Ist das Polster nicht da läuft die KW mit wenig Öl Metall auf Metall.
Manfred
 
Der Hersteller wird die Standgasangaben sicherlich mit ausreichend Polster für den kritischen Bereich angegeben haben, was das Erlöschen der Druckfunzel bereits bei Anlassdrehzahl ja zeigt.
Dass 1-200 Umderehungen Mehrdrehzahl nun den Motor vor dem sicheren Lagertod bewahrt, halte ich doch für sehr unwahrscheinlich.

Aber jeder hat natürlich seine eigene Philosophie.
 
Die BMW-Ingenieure haben auch für die Einzylindermodelle eine Frühzündung von 42 Grad als sinnvoll erachtet. Fährt aber heute niemand mehr. Die Zeiten ändern sich, die Benzinzusammensetzung auch.
Das, was Jimcat schreibt gilt aber schon seit den 50ern als gesicherte Erkenntnis, speziell, dass Rennmotoren die meisten Schäden im Standgas erleiden.
Grundsätzlich lasse ich Fahrzeuge möglichst wenig im Standgas laufen, egal ob Traktor, Auto oder Motorrad. Denn alle Motoren leiden im Standgas, belasten die Umwelt und die Brieftasche. Auch bei von mir aus 1100 Umdrehungen würde der Motor da leiden. Rennmotoren sind da sicher nochmal eine ganz andere Kategorie. Die R100R ist ja eher eine "gedrosselte" Variante, mit nur 60 PS bei 1000 cm³.
Das Motorrad sowie die Bedienungsanleitung sind aber von 1996. Dann haben sie die Erkenntnisse aus den 50ern nicht berücksichtigt. Ich werde aber sicherheitshalber mal auf 900 Umdrehungen hochgehen. Danke für die Hinweise.
 
Ach Jens, mach doch was Du willst.
Ist doch sinnlos hier gutgemeinte Ratschläge zu geben.

Bin nun hier raus aus dem Thema.
Selbstverständlich berücksichtige ich jedwede Ratschläge und bin auch dankbar dafür, da ich erst seit drei Jahren an BMW's schraube. Schließlich habe ich hier viele wertvolle Tipps erhalten, mit denen ich am Ende mein Problem lösen konnte. Allerdings habe ich auch eine eigene Meinung, eigene Erfahrungen, da ich seit 45 Jahren an Motorrädern schraube und eigenes Wissen als Ingenieur.
 
Der Hersteller wird die Standgasangaben sicherlich mit ausreichend Polster für den kritischen Bereich angegeben haben, was das Erlöschen der Druckfunzel bereits bei Anlassdrehzahl ja zeigt.
Dass 1-200 Umderehungen Mehrdrehzahl nun den Motor vor dem sicheren Lagertod bewahrt, halte ich doch für sehr unwahrscheinlich.

Aber jeder hat natürlich seine eigene Philosophie.
So ähnlich sehe ich das auch.
 
Meine 75/5 kann niedriger eingestellt werden als meine R100 GS.
Trotzdem liefert auch die ältere Dame bei etwas erhöhter Standgasdrehzahl bessere Abgaswerte, was ich bei der jährlichen Untersuchung immer schwarz auf weiß bekomme.
Aber viele sehen ja keinen Zusammenhang zwischen einem niedrigen CO-Wert und einem gut laufenden Motor... eher im Gegenteil.
 
Der Buchstabe wurde im Laufe der Zeit ausgetauscht. "S" definiert den Zündzeitpunkt beim Standgas, "Z" bzw. "F" den bei höherer Drehzahl.


Jein. Der Öldruckschalter ist kein drehzahlabhängiger sondern ein druckabhängiger Sensor. Die zugehörige Lampe dient als Warnlampe und nicht als Siegel für die Güte des Öldrucks.

Gruß Bernhard
Das stimmt, ich hatte es gerade nachgelesen. Er schaltet erst bei sehr niedrigem Druck die Warnlampe an. Die geht aber auch bei 400 Umdrehungen schon aus. Danke.

Gruß Jens
 
Meine 75/5 kann niedriger eingestellt werden als meine R100 GS.
Trotzdem liefert auch die ältere Dame bei etwas erhöhter Standgasdrehzahl bessere Abgaswerte, was ich bei der jährlichen Untersuchung immer schwarz auf weiß bekomme.
Aber viele sehen ja keinen Zusammenhang zwischen einem niedrigen CO-Wert und einem gut laufenden Motor... eher im Gegenteil.
Die Verbrennung ist sicher effektiver bei etwas höherer Drehzahl. Die 75/5 hat wohl mehr Schwungmasse als die GS?
Ein Freund von mir stellt das Standgas immer nach CO-Wert ein. Ich verlasse mich da vermutlich eher altmodisch auf mein Gehör. Wenn sie rund läuft, bin ich zufrieden. Das synchronisieren ging, warum auch immer, bei niedrigem Standgas am exaktesten. Meine R65LS habe ich in den gut drei Jahren noch gar nicht synchronisiert. Ich hab nur die Kerzen und die Benzinschläuche gewechselt, die Schwimmerkammer gereinigt und dann lief sie. Aber nachdem ich gesehen habe was an der R100R alles im argen war, werde ich mir sie im Winter auch nochmal vornehmen.
 
Wenn man nur moderne Motorräder (Drive by Wire, mit Motorsteuergerät) gewohnt ist, und diesbezüglich keinerlei motorische Erfahrung beim Gas geben hat, wundert mich hier gar nichts. Genau wie beschrieben verhalten sich CV-Vergaser (Constant Velocity). Wahrscheinlich hätte es mit Schiebervergasern nicht nur "gebrummt", der TE währe auf der Nase gelegen.

gruss peter
An der R80 G/S hier kann man in jeden Fahrzustand den Hahn voll aufdrehen und sie beschleunigt völlig problemlos.

Hier hier gibt es viele Dörfer mit durchweg 30 km/h.
Die fahre ich im 3. Gang mit etwa 1500 U/min.

Am Ortsschild dann Hahn 3/4 und mehr auf, bei 2500 U/min Schüttelt es kurz und nach etwa der Zeit die du für dieses Satz gebraucht hast dann bei etwa 80 - 90 km/h den 4. Gang rein.
 
In der Bedienungsanleitung stehen 800 U/min. ...
Im WHB der 1000er Paralever stehen als Leerlaufdrehzahl 800 bis 1000 1/min. Trifft man sich in der Mitte, so wären das 900 1/mim.

Im WHB der G/S findet man die Angabe 950 +/- 150 1/min. Diese Angabe empfiehlt also sehr deutlich die 950 1/min als Leerlaufdrehzahl. Nun hat die 800er ja etwas weniger Schwungmasse, weil die Kolben leichter sind. Eine Schwungmasse bzw. ein Schwungrad im ursprünglichen Sinn haben ja beide Motorräder nicht mehr. Das ist nur noch eine Kupplungsträger, ausgeführt als Blechpreßteil. Deswegen drehen diese Motoren ja auch etwas spontaner hoch. Allerdings fehlt auch ein gewisses Maß an Rotationsergie, was zu einem stärkeren pulsieren der Winkelgeschwindigkeit während einer Kurbelwellenumdrehung führt. Deshalb die Empfehlung, dies LDZ lieber etwas höher einzustellen, was Dir ja schon von mehreren Foristen empfohlen wurde.
 
An der R80 G/S hier kann man in jeden Fahrzustand den Hahn voll aufdrehen und sie beschleunigt völlig problemlos.

Hier hier gibt es viele Dörfer mit durchweg 30 km/h.
Die fahre ich im 3. Gang mit etwa 1500 U/min.

Am Ortsschild dann Hahn 3/4 und mehr auf, bei 2500 U/min Schüttelt es kurz und nach etwa der Zeit die du für dieses Satz gebraucht hast dann bei etwa 80 - 90 km/h den 4. Gang rein.
Ich habe nur alte Motorräder, zum Teil noch mit Unterbrecherzündung. Deswegen konnte ich Peters Beitrag nicht auf mich beziehen.
Ich fahre seit über drei Jahren unter anderem auch eine R65LS. Diese reagiert perfekt auf jeden Gasbefehl und zieht je nach gewähltem Gang bei 2000 Umdrehungen gleichmäßig hoch. Wenn ich dabei abrupt auf Vollgas gehe zieht sie richtig ab.
Deswegen war mir klar, dass die R100R ein richtiges Problem hat. Obwohl ich fast jedes Bauteil an den Vergasern gewechselt habe, die Vergaser, die Zündung, die Ventile nach Vorschrift eingestellt habe und die Vergaser synchronisiert habe, lief sie unter Last eben nicht. Sie sprang gut an, hatte ein stabiles Standgas aber sobald man stark beschleunigen wollte, kam nichts. Einer der ersten Vorschläge von Florian war, etwas größere Hauptdüsen einzubauen, 155 statt 150. Das habe ich am Ende auch gemacht und das war die Lösung. Jetzt läuft sie super.
 
Irgendwie kann ich es nicht glauben. HD von 150 auf 155 und alles okay?
Meine 90/6 habe ich damals umgebaut auf mehr PS. Andere NW, andere Vergaser ( 40ziger) Kopf wurde bearbeitet. Dann auf den Prüfstand.Da kamen 72PS raus. Dann wurde die HD von 160 auf 155 getauscht. Raus kamen 75PS.
Betrachtet man die Diagramme genau stellt man fest das die 3 Mehr PS im oberen Bereich raus kamen. Ich glaube über ( 5500U/min) Bis zu diesem Punkt waren beide Kurven deckungsgleich. Man verzeihe mir meine Ungläubigkeit.
Manfred
 
Irgendwie kann ich es nicht glauben. HD von 150 auf 155 und alles okay?
Meine 90/6 habe ich damals umgebaut auf mehr PS. Andere NW, andere Vergaser ( 40ziger) Kopf wurde bearbeitet. Dann auf den Prüfstand.Da kamen 72PS raus. Dann wurde die HD von 160 auf 155 getauscht. Raus kamen 75PS.
Betrachtet man die Diagramme genau stellt man fest das die 3 Mehr PS im oberen Bereich raus kamen. Ich glaube über ( 5500U/min) Bis zu diesem Punkt waren beide Kurven deckungsgleich. Man verzeihe mir meine Ungläubigkeit.
Manfred

Hi Manfred,
vielleicht waren die alten Hauptdüsen im Querschnitt trotz Reinigung kleiner und haben den Durchfluss begrenzt.
Mit den neu gekauften konnte beim Aufziehen die benötigte Menge Sprit durchfließen.

Grüße Jan
 
Irgendwie kann ich es nicht glauben. HD von 150 auf 155 und alles okay?
Glaub' das ruhig. Der Rat von mir kam ja nicht aus der hohlen Hand, sondern weil ich etwas sehr vergleichbares selbst erlebt und genau so behoben habe. (Und hätte Jens das ebenso eingeschätzt, wäre der Thread nach drei Beiträgen zu Ende gewesen...) :D

Gruß
Florian
 
@ Jan. Sämtliche Düsen und andere Teile waren neu.
Ich habe die HD von 160 auf 155 verkleinert!
Egal, ich bin jetzt raus.
Manfred
 
Waren es vielleicht keine originalen BING Düsen, sondern die bösen Reproteile?

Die sind nach Durchmesser gestempelt....

Grüsse, Hendrik

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Waren es vielleicht keine originalen BING Düsen, sondern die bösen Reproteile?

Die sind nach Durchmesser gestempelt....
:entsetzten:

Wenn man eine "Düsenlehre" verwendet sind die 150er Bing nicht 1,5mm. Ich glaub die OEM Bing Düsen waren auf Durchflussmenge kalibriert.

Die oben angesprochenen 800 U/min Leerlaufdrehzahl sind bei der R100R (leichter Schwung) eher zu gering. Im WHB gibt BMW 800-1100 U/Min an und empfiehlt für den Sync-Prozess 900/Umin, weil die Vergaser dann am Besten auf Änderungen der LL-Gemischschraube reagieren.

Meine Erfahrung (R100R seit 1992, aktuell sechs zugelassene R100R/R100GS im Bestand): So zwischen 900 - 1.000 U/Min sind optimal. Wer weniger will und einen Tucker-Leerlauf eines Langsamläufer-Motors hören möchte, sollte sich besser einen Gleitlager Boxer mit "schwerem Schwung" kaufen oder gleich einen "Rollenboxer".

Gruß
Marcus
 
Irgendwie kann ich es nicht glauben. HD von 150 auf 155 und alles okay?
Meine 90/6 habe ich damals umgebaut auf mehr PS. Andere NW, andere Vergaser ( 40ziger) Kopf wurde bearbeitet. Dann auf den Prüfstand.Da kamen 72PS raus. Dann wurde die HD von 160 auf 155 getauscht. Raus kamen 75PS.
Betrachtet man die Diagramme genau stellt man fest das die 3 Mehr PS im oberen Bereich raus kamen. Ich glaube über ( 5500U/min) Bis zu diesem Punkt waren beide Kurven deckungsgleich. Man verzeihe mir meine Ungläubigkeit.
Manfred
 
Ich verstehe Deine Skepsis Manfred. Wäre ich davon gleich hundert Prozent überzeugt gewesen, hätte ich es sofort versucht. Bestellt hatte ich die 155er Düsen aber gleich. Womöglich hätte es ohne die Vorarbeiten nicht mit der Düse geklappt. Aber Florian hatte ja genau das selbe Problem und bei ihm waren auch die Düsen die Lösung. Ich habe ja vorher alles andere versucht auszuschließen und nichts half. Spritmangel unter Last war ja die wahrscheinlichste Ursache, denn im Stand lief sie perfekt. Deswegen habe ich mich zunächst auf die Vergaser konzentriert und die Zündung nur oberflächlich kontrolliert.
Die tatsächliche Leistung würde mich auch interessieren aber hier in der Gegend gibt's nur Prüfstände für große Traktoren 🚜 und die nutzen wir öfter. Dank der Literatur und den zusätzlichen wirklich guten Ratschläge hier, konnte ich alle Fehler an den Vergasern beheben. Sie hatten einen erheblichen Wartungsstau. Die Hälfte der O-Ringe waren zerbröselt, die Zerstäuber ziemlich verdreckt, die Membranen verklebt, die Kanäle weitgehend verharzt und die Leerlaufluftschrauben damit wirkungslos. Außerdem hatten die Einlassventile viel zu viel Spiel und die Zündung stimmte nicht. Viele Teile hätte ich vermutlich nicht wechseln müssen, wie Nadeln, Nadeldüsen, Leerlaufluftschrauben, Schwimmerventile. Das sind nun Ersatzteile. Ganz schlimm sahen auch die Muffen aus, porös und verzogen. Luftfilter- und Kerzenwechsel hatten aber auch sofortigen Erfolg. Naja nun läuft sie super und ich werde als nächstes die Optik des Motors verschönern.
Gruß Jens
 
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