R100 GS PD Baujahr 1996: Radiale und Axiale Abstände der Reifen

Vergie

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18. Aug. 2016
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Albstadt
Hallo zusammen,
ich habe hier schon lange nichts mehr geposted. In den letzten Jahren war es mir immer möglich über die Dokumente der Datenbank oder der Suche im Forum meine Probleme zu lösen. Vielen Dank an alle, die daran mitgewirkt haben.

Aber jetzt stehe ich vor einem Problem bei dem ich nicht mehr weiter weis.
Ich war gestern beim Tüv. Neben der fälligen Hauptuntersuchung wollte ich auch die Fabrikationsbindung der Reifen aus dem Fahrzeugschein löschen lassen.
Aktuell fahre ich einen Conti Trail Attack 3, vorne 90/90-21 (diagonal) und hinten 130/80 R 17 (Radial). Der Prüfer wollte für den Fahrzeugschein diagonal vorne und radial hinten für diese Größen und alle Hersteller auch so bescheinigen. Eine Freigabe unabhänig von diagonal bzw. radial wäre mir zwar lieber gewesen, aber damit kann ich leben.

Dann hat sich der Prüfer das Motorrad angeschaut und die Abstände der Reifen bemängelt. Folgende Abstände sind nach seine Angaben nötig:

Hinten:
axial größer gleich 7mm (also Abstand bis zur Schwinge) waren bei mir 5 mm -> nicht ok
radial größer gleich 10mm -> ok

vorne:
axial größer gleich 5mm -> ok
radial größer gleich 17 mm (also Abstand zum Gabelstabilistor) waren bei mir 15mm -> nicht ok

Also kein TÜV und keine Änderung des Fahrzeugsschein.

Beim Vorderrad würd ich einfach mit Unterlegscheiben den Gabestabilisator höher legen.
Beim Hinterrad weis ich nicht wie ich das TÜV konform hin kriegen soll.
Mit geringerem Luftdruck (aktuell 2,3 hinten) geht auch nichts mehr.

Was mich noch interessieren würde ist ob jemand ähnliche Probleme hatte.

Gruß
Ralf
 
Hallo,

ich kenne das Thema nur zu gut und habe es als Mitarbeiter beim
TÜV Rheinland bereits mehrfach bei meinem Fachvorgesetzten angesprochen.

Die Abstandsmaße kommen aus einem TÜV-Tool und sind für die 2V nicht anwendbar.
Geh noch mal zu diesem Kollegen und sag ihm, er soll mal dabei die tatsächlichen Felgengrößen
eingeben. Dann wird er sehen, dass gar kein Ergebnis kommt...

Für mich gab es zumindest soweit eine Lösung, dass ich nach sachgerechter Beurteilung einen
axialen Freiraum größer 2 mm akzeptieren darf.

Die Ergebnisse aus dem genannten Tool passen bei fast allen Motorrädern, aber eben nur fast.
Die Forderungen sind gemessen an den Realitäten überzogen.
 
Wenn diese Abstände eingehalten werden sollten, müssten "einige" 2 V mit 4.00 X 18 Bridgestone bereifte aus dem Verkehr gezogen werden. Denn da sind Abstände zur Schwinge teilweise gar nicht vorhanden.
Leider hilft gesunder Menschenverstand heute immer weniger.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein 120er, sofern nicht schon eingetragen, Probleme machen würde.
Man könnte glauben, manche Prüfer gehen morgens zur Arbeit und haben schon den Stift rausstehen.
Gruß
Klaus
 
Hatte vor 4 Wochen mit meiner Guzzi dieselbe Problematik. Allerdings war der Abstand zur Hinterradschwinge kein Problem sondern vorne am Schutzblech waren 20 mm vorgegeben. Vmtl. ab 450 km/h könnte sich bei einem Diagonalreifen die Kontur so verformen,
Der Prüfer hatte zwar Verständnis, dass ich seit 40 Jahren ohne Probleme nur mit Reifenfreigaben überlebt habe, trotzdem hat mich der "Spass" unnötige, abzockerische € gekostet, wobei für den nun notwendigen neuen Schein/Brief nur 15€ abverlangt wurde. Allerdings mit einer Bearbeitungszeit von 1 Stunde. Dazu kommt der Umbau des Schutzblechs und die nochmalige Vorführung. Insgesamt so ca. ein ganzer Tag. Aufwand, ganz abgesehen von den Kosten.
Ich habe immer noch einen Hals von derart frecher beördlicher Abzocke.
 
Hmmm,

irgendwas läuft hier anders. Noch nie, auch nicht damals als ich gezwungen weil es nix anderes gab noch zum TÜV fuhr, hat jemand Reifenabstände zu irgendwas nachgemessen.
Habe gestern noch das Hinterrad, ein "normaler 4.00 K112 auf Serienfelge, ausgebaut und musste die Luft ablassen damit ich es aus der Schwinge zerren konnte. Beim BT45 den ich vorher mal fuhr, habe ich eine große Zange benutzt um den Reifen zusammen zu drücken, da war sonst nix zu wollen und ich bin es gewohnt zuzupacken.
Die Schwinge, ich war grad extra draußen und habe nachgesehen, hat trotz des breiten BT keinerlei Farbschäden erlitten.

Gruß
Willy
 
Der TÜV ist ein Wirtschaftsunternehmen, keine Behörde. 20mm? Die hätten Post von meinem Anwalt.
Glaubst Du mit dem Anwalt kommst Du weiter? Hatte ich erst beim Auto. Dauert mindestens 1,5 Jahre und vorher darf nichts gemacht werden.

Es hilft nur einen verständigen Prüfer zu suchen. Die werden leider weniger, da auch die kontrolliert werden. Und eingetragen muß nicht endgültig sein.

Früher war auch nicht alles besser.
An meiner XS 1100 S war nur ein untauglicher Brettstein eingetragen. Es gab 2 Gutachten für die normale XS. Die waren für meine S ungültig. Bin dann 5 Jahre illegal gefahren. Möchte ich heute nicht mehr.
 
Hallo,

such dir einen anderen AaS bei einer andern Prüforganisation, die hoffentlich das Tool nicht nutzen. Ich habe das mit drei R100R durch, bei der muss man wg. der Fabrikatbindung / Bauweise die Eintragungen ändern lassen. Da hat sich einer von der GTÜ geweigert, Reifen in Seriengröße abzunehmen, hat was von zu wenig Freigang und Hüllkurvenberechnung erzählt. Bin dann halt zu einer anderen Prüforganisation. Beim TÜV ging es dann.

Interessant finde ich, dass das von Michael erwähnte Tool anscheinend Maße für den Freigang ermittelt, die ab Werk konstruktiv bei den Paralevern nicht vorhanden waren. Eigentlich hat hier beim Paralever BMW m.M. Murks konstruiert (und der TÜV bei der Erteilung der ABE abgenommen), weil ab Werk die Freigang sehr gering war. Kennen ja einige noch vom TKC 80, der gerne mal am Schwingarm gestreift hat.

Bei den GS ist meine Strategie, die Serienbauweise (Diagonal) zu fahren, dann muss man nix eintragen lassen. Die Reifenauswahl wird hat deutlich kleiner.

Jetzt kann man darauf warten, wie lange es dauert, bis der Freigang bei der normalen HU unter Zugrundelegung der "neuen" Mindestmaße (die es offenbar bei der Prüfung zur Erteilung der Fahrzeug ABE nicht gegeben hat) bemängelt wird. Wenn es so weit kommt, könnte man noch auf der GS ein R100R Hinterrrad fahren und bei der R100R von 140er auf 130er Breite runtergehen. Das holt beides ein paar Millimeter raus.

Gruß
Marcus
 
Ausgehend von einem unverändertem Motorrad kann es nicht sein, dass die Prüfgesellschaften uns (als Käufer und Nutzer des Produktes von Fahrzeugherstellern) Ärger machen. Irgendjemand hat vor Produktverkauf das fertige Produkt geprüft - oder sollte geprüft haben. Entweder war diese Person blind oder unfähig oder, oder, oder ...
Scheinbar zählt das im hier und heute nicht mehr. Viele Mitbewohner dieses Planeten sind einfach nur von Gier befallen ...





Musste ich mal loswerden, damit der Hals wieder normale Maße annehmen kann ...
 
Ausgehend von einem unverändertem Motorrad kann es nicht sein, dass die Prüfgesellschaften uns (als Käufer und Nutzer des Produktes von Fahrzeugherstellern) Ärger machen. Irgendjemand hat vor Produktverkauf das fertige Produkt geprüft - oder sollte geprüft haben. Entweder war diese Person blind oder unfähig oder, oder, oder ...
Scheinbar zählt das im hier und heute nicht mehr. Viele Mitbewohner dieses Planeten sind einfach nur von Gier befallen ...





Musste ich mal loswerden, damit der Hals wieder normale Maße annehmen kann ...
Hat schon mal jemand bei BMW wegen der Abstände gefragt?
 
Was Marcus schreibt, stimmt soweit,
hier scheiden sich die Geister.
Bei meinem Sohn an der Triumph Street Triple 765 RS, bekommt man,die Spitze des kleinen Fingers, nicht zwischen Kette und Reifen-Kante.
Und das bei einem Teil, dass 130 PS hat und gegen 240 streben kann.
Also würde hier die Stilllegung, bei diesem Prüfer drohen....?

Nun zur R100R, da ist es ein besonderer Umstand mit den Reifen, der dann noch, von Bundesland zu Bundesland und natürlich Prüfer unterschiedlich gehandhabt wird.
Der eigentliche ab Werk eingetragene 140 ziger Reifenbreite, wird nur nach Sichtung und Prüfung ( Abstand Schwinge) neu eingetragen. Mal abgesehen von der Bauweise.

Wenn man Glück hat, bekommt man einige Größen, aber nur mit mitzuführender, Hersteller Bescheinigung/Montage-Freigabe und, und....
Wie gesagt, verschiedene Vorgehensweisen, Prüferabhängig, ein langer Weg und sehr nervig....
 
Moin,
immer wenn solche und ähnliche Fälle lese, dann frage ich mich, ob die Prüforganisationen überhaupt so unterschiedlich bei ein und derselben Sache entscheiden dürfen. Prüfung, Abnahme, GEbühren sind doch keine Themen die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sein dürfen, oder irre ich mich? Das im förderalistischen Deutschland jedes Bundesland seine eigene Suppe kochen darf. Es sind doch hoheitliche Aufgaben die, die Prüforgaisationen für den deutschen Staat wahrnehmen. Da Frage ich mich, ob das Ganze nicht bei dem zuständigen Ministerium vorgetragen werden sollte. Wie müsste man es aufziehen ist dann die Frage.
 
Distanzscheibe 2 mm:
Distanzscheibe Hinterrad für Montage von breiteren Reifen BMW Monolever und Paralever - Sport Evolution

Es gibt sicher noch andere Anbieter, soll keine Werbung sein.

Gruß

Werner
Ich hatte letzte Woche für die Eintragung der Conti Classic Attack in 90/90 R 18 und 120/90 R 18 vorsichtshalber auch ein Hilfsmittel verwendet. Der Prüfer hat sich gefreut, ergab fast 10 mm Freigang. Ich kam beim Messen ohne Hilfsmittel auf 6,5 mm, auf die Diskussion um die 7,0 mm hatte ich keine Lust. Jetzt sind die Grössen ohne Hersteller und Typ generell für alle Radialreifen in dieser Grösse eingetragen.
Die auch eingetragenen 100/90 R 18 und 130/90 R 18 hatten hinten keine 2,5 mm Platz an der Schwinge! Wurden aber vor der Änderung der StvZO eingetragen. Sind aber auch nie angelaufen!

Jetzt ist das Hilfsmittel wieder raus.
Weiter fahren.
 
Eventuell möchte unser Michel Schenk eine 2. Aktion für solch ein günstìges Hilfsmittel für G/S, RxxR & GS in die Wege leiten.
Ich habe mir damals seine angebotene Distanzscheibe jedenfalls gegönnt. Aber sicher nicht wegen des TÜVs.

VG
Guido
Diese Scheibe gibt es sogar ganz offiziell bei BMW. Die wurden nämlich bei den HAG der K Modelle teilweise verwendet. Wenn du im Lebmann Katalog schaust bei den K, wirst du die Scheibe finden – mit BMW Teilenummer. Nur eine Freigabe bekommst du auch nach drei Telefonaten mit dem BMW Kundendienst und der technischen Abteilung nicht, weil sie eben bei den Boxen nie verwendet wurden und BMW daher keine Freigabe erteilt.

Also schaut man halt, wo es solche Dinger sonst noch gibt. Kleiner Hinweis: mehr als 3 mm Dicke wird sportlich, dann entsteht nämlich am Übergang von der Felge zum HAG ein offener Spalt und der sollte selbst einem Jungprüfer auffallen.
 
Die Bremsbeläge werden dann auch nicht mehr komplett genutzt und Dreck fliegt überall durch die Trommel
So ist es.
Eine dauerhafte Verwendung würde auch ich nicht anraten.

Michel's Distanzscheibe war jedoch extrem günstig. Und was man hat, das hat man.
Sofern man bei Bedarf noch weiß, dass und wo man es hat. :D

VG
Guido
 
Und wie siehts bei Verwendung dieses "Hilfsmittels" mit den Radbolzen bzw. -muttern aus?
Die haben ja dann weniger Gewindegänge im Eingriff :entsetzten:
 
Nanana, wenn sich der Dampfkesselprüfverein und seine Mitmarktteilnehmer begründet dagegen aussprechen würden, dann hätten solche Vorgaben wohl keinen Bestand.
Aber, es ist halt einfacher das Problem nach unten weiter zu reichen, solange es nicht die Einnahmen schmälert.
 
Und wie siehts bei Verwendung dieses "Hilfsmittels" mit den Radbolzen bzw. -muttern aus?
Die haben ja dann weniger Gewindegänge im Eingriff :entsetzten:
Die Schrauben sind 55 mm lang, Das sind n.m.E ca. 5 mm länger als erforderlich. An der Einschraubtiefe fehlen dir dann exakt die 3 mm. Für ganz ängstliche gibt es aber auch Radschrauben in 60 mm Länge. Aber für die Fahrt zur Prüforganisation und die Vorführung sollte es immer reichen. Fährst ja keine Beschleunigungsrennen damit, oder 😏
 
Da das Thema für mich auch relevant ist (R80GS und R1100GS, beide ohne EU-Typgenehmigung), habe ich mal recherchiert und folgendes gefunden:

In einem relativ neuen Beitrag des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) zum Thema Beurteilung von Rad-/Reifenkombinationen an Krafträdern (Klick) steht ziemlich zum Schluss unter der Überschrift Hinweise des BMV für Motorräder mit Reifenfabrikatsbindung:

... Bei älteren Motorrädern sieht es oft anders aus: Viele von ihnen haben noch eine nationale Genehmigung ohne diese Hüllkurvenprüfung. Deshalb ist in ihren Zulassungsbescheinigungen häufig eine Reifenfabrikatsbindung vermerkt.

Inzwischen wird für diese Fahrzeuge durch Technische Prüfstellen oder Technische Dienste eine neue vereinfachte „Hüllkurvenprüfung“ angeboten, damit eingetragene Reifenfabrikatsbindungen ggf. ausgetragen werden können, um im Anschluss - wie bei Fahrzeugen mit EU-Typgenehmigung - alle Reifenfabrikate der eingetragenen Größen verwenden zu können. ...

Es wäre interessant, ob das im vorliegenden Fall von Ralf aus #1 bei seiner Prüforganisation bekannt ist und ob die nicht bestandene Prüfung bereits nach der neuen vereinfachten Hüllkurvenprüfung erfolgte oder noch nach der "normalen" Hüllkurvenprüfung. Im letzteren Fall würde ich dort nochmal mit dem Hinweis auf das BMV vorstellig werden.

Gruß

Werner
 
Moin zusammen,
habe eine Frage die halbwegs in dieses Thema passt. Möchte deswegen kein neues Thema aufmachen.
Hat sich in der Reifenbreite was geändert bei den Brückensteinen, also von BT 45 zu BT 46?
Den derzeitigen Hinterreifen 4.00/18 an meiner orig. 100 RS habe ich mal nachgemessen, da sind es satte 123 mm. Zwischen Reifen und Schwinge ist kaum Platz. War dieser Tage beim TÜV und habe mich gewundert, wieso das nicht beanstandet wurde, zumal der Prüfer sich die Reifengröße genau angeschaut hat.
Gruß und schönen Sonntag
Klaus
 
Moin zusammen,
habe eine Frage die halbwegs in dieses Thema passt. Möchte deswegen kein neues Thema aufmachen.
Hat sich in der Reifenbreite was geändert bei den Brückensteinen, also von BT 45 zu BT 46?
Den derzeitigen Hinterreifen 4.00/18 an meiner orig. 100 RS habe ich mal nachgemessen, da sind es satte 123 mm. Zwischen Reifen und Schwinge ist kaum Platz. War dieser Tage beim TÜV und habe mich gewundert, wieso das nicht beanstandet wurde, zumal der Prüfer sich die Reifengröße genau angeschaut hat.
Gruß und schönen Sonntag
Klaus
Der hat wohl den knappen Spalt gesehen und deshalb die Größe genau geprüft.
Dann war er zufrieden.
 
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