Hinterrad / Felge
- Mitnehmerverzahnung: optisch soweit einsehbar kein Verschleiß an den Zähnen, jedoch Öl im Zahnbereich
- Trommelbremsfläche: optisch unauffällig, jedoch leicht ölig
- gesamter Bereich: leichter Öleintrag vorhanden

Trommelbremse
- Bremsschuhe: leicht ölig, ansonsten unauffällig
- Federn: intakt
- Dämpfungsgummi: intakt
- Funktion: Bremse wirksam (Rad blockierbar)
Hinterachsgetriebe (HAG)
- im ausgebauten Zustand: leichtgängiger Lauf, keine Geräusche, kein fühlbares Spiel
- Eingangsverzahnung von der Kardanwelle: unauffällig
- Mitnehmerverzahnung: leichter Verschleiß an den Zähnen ( gschätzt ca. 0,3 mm) Verzahnung innen und außen ölfeucht
- Öl tritt Innen im Bereich der Mitnehmerverzahnung aus: vermutlich Dichtring im Bereich Nadellager defekt
- Ablassgewinde für das Öl der Schwinge) beschädigt: die Gewindegänge können mit spitzem Pickwerkzeug bewegt werden beweglich






Kardanwelle / Schwinge
- Schrauben Kardan zum Mitnehmerflansch: Schrauben vorhanden und festgezogen, drei Schrauben mit grüner Farbe markiert
- Kreuzgelenk: kein Spiel fühlbar, gleichmäßiger Lauf ohne Ruckeln
- Verzahnung der Kardanglocke zum HAG: unauffällig, kein außergewöhnlicher Verschleiß erkennbar
- im Kardantunnel soweit von außen einsehbar: keine Fremdkörper sichtbar
- Schwinge konnte ich noch nicht demontieren, weil mir aktuell noch die spezielle dünne 27er Nuss fehlt
- Der auf den viertel Bild markiere Bereich mit den zwei Strichen, verdeutlicht den Winkel in dem ich das Kreuzgelenkt mit einem Ringschlüssel drehen konnte, obwohl die Fußbremse betätigt war. Vermutlich ist dies der Bereich wo der Knagendämpfer aktiv ist.





- Schwingenausrichtung (Abstand zum Rahmen)
- rechts: 43 mm
- links: 37 mm
Getriebe (konnte noch nicht demontiert werden)
- Kreuzschlitzschraube auf der Oberseite sitzt fest
- die unmittelbare Umgebung der Sechskanstschraube für den Luftfilterkasten war leicht ölfeucht

Radlagerung am Vorderrad
- Kegelrollenlager: beidseitig: beginnender Rost am Käfig
- Dichtungen: auf beiden Seiten verhärtet / nicht geschmeidig
- Druckstücke: auf beiden Seiten leichte Einlaufspuren
- Lagersitze (Felge): minimal beginnendes Rostpitting
- Steckachse vorne: guter Zustand, keine Auffälligkeiten


Das defekte bzw. totalzerstörte Lager hinten links passt zu meinen Symptomen und könnte meine wahrgenommen Geräusche erklären:
- Schaben / Reiben → Metallkontakt ohne Wälzkörperführung
- Knarzen / Quietschen → Trockenlauf + Überhitzung
- Klacken → Käfigreste / lose Rollen wandern durch den Lastbereich
Es würde auch erklären, warum die Geräusche immer erst nach längerer Fahrtzeit aufgetreten sind, dann schlimmer wurden und nach kurzem Abkühlen wieder verschwunden sind.
Auch mein Gefühl des "schwammigen Hecks zum Ende der letzten Fahrt könnte sich durch die gelöste Mutter der hinteren Steckachse erklären lassen. Möglicherweise hat sich die Mutter trotz Loctite durch das fressende Lager irgendwie gelöst.
Die gelöste Mutter am vorderen rechten Motorhaltebolzen halte ich eher für ein Symptom der Vibrationen, als für eine (Mit-)Ursache meines Geräusches.
Insgesamt sehen auch die anderen drei Radlager nicht mehr so gut aus. Ich vermute dass in den letzten 45 Jahren irgendwann die Dichtungen der Radlagerung hart wurden und dadurch Feuchtigkeit oder Dreck eindringen konnten.
Dazu ist die innere Dichtung des HAG defekt, da aus dem Inneren der Mitnehmerverzahnung Öl ausgetreten ist.
Sobald ich die Schwinge demontiert habe, demontiere ich dort die Kardanwelle, um mir die Feder und die Lauflächen des Knagendämpfers anzusehen. Hier vermute ich die Ursache meiner feinen glitzernden Partikel im Schwingenöl. Gleichzeitig kann ich im demontierten Zustand das Kreuzgelenk besser überprüfen. Das Material um mein eigenes Spezialwerkzeug zu bauen (Gewindestange und Vierkantstahl) habe ich bereits besorgt.
Da ich jetzt sowieso dabei bin und mich damit abgefunden habe, in dieser Saison nicht mehr zu fahren, werde ich auch noch das Getriebe demontieren und mir die Kupplung anschauen.
Das HAG möchte ich bei Patrick
@Elefantentreiber neu abdichten bzw. überholen lassen. Ich muss mal anfragen, ob er auch den Wechsel der Radlagerung durchführen könnte. Hier fehlen mir die entsprechenden Innenauszieher, Presswerkzeuge sowie ein Distanzstück-Sortiment. Eventuell kann er auch einmal einen Blick in mein Getriebe werfen bzw. überholen. Dann wäre der gesamte Antriebsstrang aus einer Hand überholt.
Ich demontiere also als nächstes die Schwinge und das Getriebe und schaue dann wie ich weitermachen werde. Gleichzeitig nutze ich die Gelegenheit um meine neue Ignitech-Zündung zu montieren und zu verkabeln.
Ich werde weiter berichten.
Viele Grüße
Jörn