R80 G/S Antriebstrang macht tock tock

Tandil

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10. Aug. 2026
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Hallo,

nach Jahren des Stillstands bin ich heute die ersten 100 km Landstraße mit der R80 G/S gefahren.
Fährt sich völlig tadellos mit ihren über 137.000 km.

Kurz vor zu Hause habe ich getankt und dann das Moped von der Zapfsäule weggeschoben um das Kerzenbild anzuschauen und selbst etwas zu trinken.
Da machte es ein gut vernehmbares tock tock.

Beim drehen des Hinterrades brachte das Abhorchen mittels großem Schraubendreher-Stethoskop die Erkenntnis dass es irgendwo zwischen HAG und Getriebeausgabg die Ursache haben muss.

Also ab nach Hause gefahren.
Beim Fahren völlig störgeräuschfrei.

Vor den 100 km hatte ich alle Öle gewechselt, jetzt wo sich alles bewegt hat, habe ich das Öl vom Karadan und dem HAG wieder erneuert.
Das von HAG war immer noch sauber.
Das alte Öl aus dem Kardan war schon schwarz, das nun 100 km alte ebenso.

Noch mal gehorcht, immer noch keine bessere Erkenntnis.

Was auffällt:
- Pro Radumdrehung macht es etwa 4 Mal tock-tock
- Je kälter die Maschine wurde, desto weniger war es zu provozieren. Als alles nur noch gut Handwarm war, war es ganz weg
- schon bei geringer Last ist es weg. Als es schon etwas Kühler war, reicht bereits das Schleppmoment des 1. Gangs (bei gezogener Kupplung natürlich) aus damit nichts mejr zu hören war. Gleich warm war es im 3 und 4 Gang gut hörbar, aber sobald die Kupplung auch nur ein Hauch schliff (ich drehte das Rad weiterhin mit nur einem finger) war das tock tock weg


Rein nach Bauchgefühl und angucken der Zeichnungen hätte ich auf ein defektes Kreuzgelenk getippt.
Da ich aber Teileweitwurf (vorallem bei den Preisen) nicht mag würde ich das gerne erstmal näher befunden.

Habt ihr dazu noch Tipps?

Und ganz praktische Frage:
Würdet ihr erstmal noch weiter fahren (30 km zur Arbeit und zurück z.b.) oder die Kiste erstmal (leider) stehenlassen?

Vielen Dank für eure Hilfe!
 
Nicht weiterfahren, im Zweifel geht nur mehr kaputt. Kann durchaus das Kreuzgelenk sein, ich würde die Schwinge Auseinandernehmen und die Ursache suchen, die Reparatur des Kardans ist zu (meiner Meinung nach) überschaubaren Kosten möglich, beispielsweise hier: Meine Homepage - Kardanwellen Überholung

Womöglich findest du schon etwas, wenn du den Faltenbalg löst und die Verschraubung zum Getriebe kontrollierst.
 
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Die Schwinge ist herausoperiert:
Das Gelenk macht beim hin und her verdrehen leise tick tack tick tack
Auch ist ein Lager des Sterns weiter reingewandert.
Das Getriebeausgangslager geht schön sämig gleichmäßig sauber, das HAG ebenso.

Morgen gibt's ein neue Welle und dann bin ich sehr zuversichtlich.

Zum Drehmoment der Schrauben:
Im WHB stehen 40 Nm.
So ein "Ringschlüssel-Krähenfuß" habe ich nicht,
Deshalb würde ich die Schrauben mittels Ringschlüssel und Federkraftmesser festziehen.
Ist hier Loctite sinnvoll, wenn ich nicht sicher das nötige Drehmoment aufbringen kann?

Das Lösen der Schrauben war sehr schwer, weil sie richtig festgeknallt waren.

Die Muttern zum HAG waren für die angegeben 60 Nm eher lose (12 er Ringschlüssel war zum Lösen völlig ausreichend). Auch hier: Loctite ja/nein oder einfach nur mit Ringschlüssel und Federkraftmesser festziehen?

Die Schrauben sind von ESKA...
... DDR Schrauben im Westmoped?
Nicht das ESKA Schrauben schlecht wären, aber da hat man wohl für das Werk in Spandau im Umland eingekauft :D

IMG-20260817-WA0015.jpg
 
... Deshalb würde ich die Schrauben mittels Ringschlüssel und Federkraftmesser festziehen.
Ist hier Loctite sinnvoll, wenn ich nicht sicher das nötige Drehmoment aufbringen kann? ...
Das mit dem Federkraftmesser kann man so machen.

Loctite kannst Du nehmen. BMW hat das bei den Schrauben auch schon gemacht. Allerdings dient Loctite nicht dazu, ein falsches Drehmoment zu kompensieren.
 
Sie fährt wieder :)

Am getriebeseitigen Ende des Kardanrohrs ging es für das Kreuzgelenk sehr eng zu.
Schon das originale muss mal Kontakt mit der Wand gehabt haben.
Die von Andreas Mattern überholten Wellen scheinen etwas breiter zu sein. Da hat es dann im voll ausgefederten Zustand sachte gestreift.
Deshalb habe ich etwa 0,2-0,3 mm Material an der Innenseite auf Höhe der Gummibalgs an den entsprechenden Stellen weggeschliffen.
Bis ich das herausfand und behoben hatte, war die Schwinge samt Welle und HAG 5 mal draußen und wieder drin.

Insgesamt hätte man die Schwinge aber deutlich wartungsfreundlicher fertigen können...

Aber jetzt ist alles wieder in bester Ordnung:)
 
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Die von Andreas Mattern überholten Wellen scheinen etwas breiter zu sein.
Sind sie nicht. Sonst hätte ich bei einer seiner Wellen das gleiche Problem gehabt und das bei längeren Federwegen.
Bist du sicher, die Schwinge entsprechend ausgerichtet zu haben? Ich hatte übrigens selbst schon eine oval verbogene Schwinge in dem Bereich.


Insgesamt hätte man die Schwinge aber deutlich wartungsfreundlicher fertigen können...
Ja. Dann mach mal, bitte.
 
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