mk66
Nr. 121
Hallo,
hatte diese Woche auch so ein Erlebnis. War mit einer R100GS beim TÜV Süd, weil die so nett waren und bei drei meiner R100R (gegen einiges an Geld) Fabrikatbindung auszugtragen und alle möglichen Bauarten einzutragen. Und den dämlichen V-Speedindex gegen einen H zu ersetzen.
Ist eine kleinere Prüfstelle, der Motorrad AaS war nicht da.
Die R100GS ist ja ein "Spezialfall", weil bei jüngeren Baujahren eine Reifenbindung für die Mischung Diagonal vorn und Radial hinten existiert, die Standard Bereifung in Diagonal/Diagonal hat ja bei der GS keine Reifenbindung (@hg_filder: Aus dem Grund ist das Austragen des "Reifenbindungs Satzes" bei einer R100GS ohne Gutachten m.M. fachlich falsch). Im Fall meiner R100GS kommt erschwerend dazu, dass ein Vorbesitzer einen weiteren Reifen hat nachträglich eintragen hat lassen. Der steht jetzt explizit in der ZB drin, allerdings mit "A.GEN." das heißt "auch genehmigt" also "wahlweise". Montiert waren K60 Scout also Diagonal/Diagonal. Nach kurzem Blick in die ZB kam dann schon Ungemach: "Oh je, die hat ja eine Reifenbindung". Ich war natürlich mit altem KFZ Brief und Auszug der ABE gerüstet. Kurzer Blick darauf: Nein kann er so nicht akzeptieren, er muss die ABE an seinem System prüfen. OK, das wurde es dann beschwerlich. Nachdem er ewig klickte und schon die Reifengrößen nicht fand, durfte ich über die Schulter schauen und habe dann angemerkt dass er die ABE der normalen 247 Modelle auf hatte, nicht der 247E. Dann die richtige aufgemacht, aber die ist ja ewig kompliziert zu lesen, weil sie mehrere Fahrzeugtypen umfasst (R65GS, R80/100GS, R80/100R). Nach einigem Hin und Her hat er dann die HU verweigert. Ich muss dazu sagen, die Atmosphäre war von beiden Seiten freundlich und sachlich, aber der Prüfer war schlicht unsicher, hat hat sich mehrfach über den Unfug mit der Reifenbindung beschwert und seine Sorge geäußert, dass er bei Abnahme der HU nachträglich eine auf den Deckel bekommt, wenn das doch falsch war. Er hat mir dann aber sogar einen Ad Hoc Termin bei einem AaS in der Hauptstelle beschafft. Bei dem war ich dann. Der hat dann nach kurzer Prüfung der ABE und meiner Papiere meine Einschätzung bestätigt (keine Reifenbindung bei Diagonal/Diagonal), dann gefragt ob das nicht doch autragen lassen will, weil ich damit ja Probleme bei Kontrollen vermeiden könnte. Nein will ich nicht! Aus Prinzip nicht. Ich lasse doch keine Reifenbindung austragen, die gar nicht zutrifft. Dann hat er die HU abgenommen. Danach noch ein bisschen Small Talk. Er kannte die spezielle Problematik bei den BMWs mit werksseitig schon sehr wenig Freigang zwischen Reifen und Schwingarm. Er hat die 6mm erwähnt, die Micheal hier im Forum auch mal genannt hat, die aber die R100R R100GS teilweise mit Serienreifendimensionen deutlich unterschreitet.
Fazit: Das wird noch lustig die nächsten Jahre mit der tollen Reifenbindungsthematik.
Btw.: Bezüglich der obigen Diskussion Speed Index = Vmax + 10 Km/h. Hier eingetragen Vmax 189 Km/h (Fallert Motor) mit SI T (190 Km/h) Reifen. Das mit dem Aufschlag ist vermutlich eher Wunschdenken. Was es gibt und ich mal bei einem Auto lernen musste: Bei Vmax > 240 Km/h gibt es einen gestaffelten "Lastabschlag" beim LI (Load Index) von bis zu 15%.
Gruß
Marcus
hatte diese Woche auch so ein Erlebnis. War mit einer R100GS beim TÜV Süd, weil die so nett waren und bei drei meiner R100R (gegen einiges an Geld) Fabrikatbindung auszugtragen und alle möglichen Bauarten einzutragen. Und den dämlichen V-Speedindex gegen einen H zu ersetzen.
Ist eine kleinere Prüfstelle, der Motorrad AaS war nicht da.
Die R100GS ist ja ein "Spezialfall", weil bei jüngeren Baujahren eine Reifenbindung für die Mischung Diagonal vorn und Radial hinten existiert, die Standard Bereifung in Diagonal/Diagonal hat ja bei der GS keine Reifenbindung (@hg_filder: Aus dem Grund ist das Austragen des "Reifenbindungs Satzes" bei einer R100GS ohne Gutachten m.M. fachlich falsch). Im Fall meiner R100GS kommt erschwerend dazu, dass ein Vorbesitzer einen weiteren Reifen hat nachträglich eintragen hat lassen. Der steht jetzt explizit in der ZB drin, allerdings mit "A.GEN." das heißt "auch genehmigt" also "wahlweise". Montiert waren K60 Scout also Diagonal/Diagonal. Nach kurzem Blick in die ZB kam dann schon Ungemach: "Oh je, die hat ja eine Reifenbindung". Ich war natürlich mit altem KFZ Brief und Auszug der ABE gerüstet. Kurzer Blick darauf: Nein kann er so nicht akzeptieren, er muss die ABE an seinem System prüfen. OK, das wurde es dann beschwerlich. Nachdem er ewig klickte und schon die Reifengrößen nicht fand, durfte ich über die Schulter schauen und habe dann angemerkt dass er die ABE der normalen 247 Modelle auf hatte, nicht der 247E. Dann die richtige aufgemacht, aber die ist ja ewig kompliziert zu lesen, weil sie mehrere Fahrzeugtypen umfasst (R65GS, R80/100GS, R80/100R). Nach einigem Hin und Her hat er dann die HU verweigert. Ich muss dazu sagen, die Atmosphäre war von beiden Seiten freundlich und sachlich, aber der Prüfer war schlicht unsicher, hat hat sich mehrfach über den Unfug mit der Reifenbindung beschwert und seine Sorge geäußert, dass er bei Abnahme der HU nachträglich eine auf den Deckel bekommt, wenn das doch falsch war. Er hat mir dann aber sogar einen Ad Hoc Termin bei einem AaS in der Hauptstelle beschafft. Bei dem war ich dann. Der hat dann nach kurzer Prüfung der ABE und meiner Papiere meine Einschätzung bestätigt (keine Reifenbindung bei Diagonal/Diagonal), dann gefragt ob das nicht doch autragen lassen will, weil ich damit ja Probleme bei Kontrollen vermeiden könnte. Nein will ich nicht! Aus Prinzip nicht. Ich lasse doch keine Reifenbindung austragen, die gar nicht zutrifft. Dann hat er die HU abgenommen. Danach noch ein bisschen Small Talk. Er kannte die spezielle Problematik bei den BMWs mit werksseitig schon sehr wenig Freigang zwischen Reifen und Schwingarm. Er hat die 6mm erwähnt, die Micheal hier im Forum auch mal genannt hat, die aber die R100R R100GS teilweise mit Serienreifendimensionen deutlich unterschreitet.
Fazit: Das wird noch lustig die nächsten Jahre mit der tollen Reifenbindungsthematik.
Btw.: Bezüglich der obigen Diskussion Speed Index = Vmax + 10 Km/h. Hier eingetragen Vmax 189 Km/h (Fallert Motor) mit SI T (190 Km/h) Reifen. Das mit dem Aufschlag ist vermutlich eher Wunschdenken. Was es gibt und ich mal bei einem Auto lernen musste: Bei Vmax > 240 Km/h gibt es einen gestaffelten "Lastabschlag" beim LI (Load Index) von bis zu 15%.
Gruß
Marcus