So, jetzt weiß ich mehr.
Züge und Chokefeder ausgehängt, Domdeckel abgeschraubt: picobello Membranen!
Membranen mitsamt Gasschieber-Kolben rausgezogen, da drunter sieht es schon schmuddeliger aus!
Alles schön sauber machen (und halten):
- Nadel sieht aus wie neu, alles symmetrisch und glänzend;
- Nadel hängt in der 2.ten Kerbe;
- Nadeldüse ragt 5 mm in die Mischkammer
Den Kolben probehalber wieder in seinen Zylinder in die Mischkammer einsetzen und den Leichtlauf prüfen:
Naja! Ziemlich viel Spiel! Ich würde sagen 1 mm nach links/rechts und 2 mm wenn ich den Gasschieber-Kolben in Fahrtrichtung im Zylinder senkrecht zu seiner "Schieberichtung" bewege. Dabei im rechten Vergaser noch mehr Spiel in Fahrtrichtung als im linken Vergaser.
Betrachte ich den Kolben genauer, finde ich Querriefen auf der Kolbenfläche.
(in der angehängten Bilddatei als rote Halbringe eingemalt).
Diese Riefen können aber eigentlich nur haken, wenn der Kolben ganz schliesst. Ist der Kolben schon leicht geöffnet, sind diese Riefen schon "im Freien", also ausserhalb der Zylinderführung in der Mischkammer.
Bei Rein-Raus-Spiel kann ich dann doch ein Haken feststellen, wenn ich den Kolben in seinem Zylinder kippe und zugleich an ihm ziehe. Mache ich dies, während der Kolben schon fast ganz öffnet, hakt es (passt das zum 5ten Gang bei 110 km/h? (VMax = 135, nur 27 Pferde leider)
Die Betrachtung der Zylinderwand (mit Lesebrille!) und der Kolbenfläche ergeben aber keine Anhaltspunkte, wo es hakt.
Also meine Fragen an die Vergaserpäbste

hier im Forum:
Wieviel Kippspiel darf der Gasschieber-Kolben haben?
Würden die Riefen euch Sorgen machen?
Haltet ihr folgendes Szenario für plausibel:
- Der Gasschieber-Kolben verklemmt sich im Fahrbetrieb durch zuviel Kippspiel in seinem Lauf.
- Der Zylinder auf der anderen Motorseite, dessen Vergaser korrekt arbeitet, beschleunigt weiter
- Der Unterdruck im defekten Vergaser steigt also an, der Lufttrichter aber kann sich infolge des verklemmten Schiebers nicht weiter öffnen.
- Das Gemisch im defekten Vergaser überfettet bis zur Zündunwilligkeit und "schlagartiger Leistungsverlust" tritt ein.
- Durch Vibration löst sich die Verklemmung und der Gasschieber öffnet wieder.
- Ist die kritische Stelle überwunden, funktioniert wieder alles tadellos...
Und wie kann ich meine Bedüsung feststellen? Auf den Teilen steht ja nix drauf... Hab ich nun eine 2,68er nadel drin oder ne 2,66er?
Achso, fast hätt ichs vergessen: Bisschen an den Riefen geglättet, alles wieder zusammengebaut, springt auf den 5ten Kick an und läuft wunderbar, dank neuer Vergaserfedern seidenweicher Übergang beim Wechsel von Leerlauf zu Teillast, bei 110 km/h dann wieder "Leistungsverlust" - ich meine, nicht mehr ganz so schlagartig wie früher...
Tja... Man soll eh nicht so schnell fahren...