Stösselstangendichtungen tauschen - Minimalvariante?

Doxer

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12. März 2013
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328
Guten Morgen

Wollte mit minimalen Aufwand die Stösselstangendichtungen meiner PD tauschen – hab mich mal mit dem Rep.-handbuch und der Abdichtanleitung hingesetzt, aber auch ein paar Hinweise gefunden, dass es (wenn auch nicht ganz so ordentlich) auch mit etwas weniger Aufwand (ohne Kopfdemontage und Kolbenziehen) geht. Plane folgende Schritte, bitte um kurze Info ob das geht oder ob ich was ergänzen muss. Danke

- Auspuff und Vergaser ab (Sternmuttern sind schon lose)
- Einen Zylinder auf OT
- Ventildeckel ab
- Lösen der 4 Muttern oberhalb der Kipphebelachsen
- Kipphebel und Stangen raus
- Zylinder/Kopf rausziehen bis die Gummis freiliegen
- Gummis tauschen,
- Zylinderfuss neu abdichten (3Bond), O Ringe oben werden nicht getauscht (ist das schlimm)
- Zylinder/Kopf wieder aufschieben und mit Drehmoment montieren
- Stangen und Kipphebel montieren
- Ventilspiel einstellen und Ventildeckel montieren
- das gleiche am zweiten Zylinder wiederholen
- nach der ersten Fahrt Muttern mit Drehmoment nachziehen und Ventilspiel kontrollieren

Müssen die Motorschutzbügel (BMW) ab um die Zylinder zu ziehen oder geht sich das aus?

Würde bedeuten ausser den Gummidichtungen wird nichts gekauft, korrekt.

Herzlichen Dank

Doxer
 
Hi,
Ich würde die Zylinder komplett ziehen und die O-Ringe mit wechseln.
Dazu bei OT langsam die Zylinder soweit ziehen, das du an die Kolbenbolzensicherung kommst, die Ringe sind dann noch im Zylinderhemd. Dann den Kolbenbolzen rausschieben und Zylinder gemeinsam mit Kolben abziehen. Die Seegeringe zur Bolzensicherung hab ich gleich mit erneuert.
Wenn ich mich recht entsinne musste ich bei dem linken Sturzbügel die Halterung lösen, damit ich mit dem Stösselstangengummi vorbeikam.

schöne Grüsse
Dirk
 
Ob mit alten oder neuen O Ringen, in jeden Fall beim Eindichten des Zylinderfuß mit 3 Bond darauf achten das dir nichts davon in die Aussparungen für die Ölversorgung gerät und diese möglicherweise verstopft. Ich habe nach solchen Reparaturen immer den Motor (ohne Zündkerzen ) mit Anlasser drehen lassen bis auf beiden Seiten an der Kipphebelwelle Öl gekommen ist.

Gruß
Ingo
 
Danke für die Tipps - aus der kleinen Baustelle ist Ruck Zuck eine große geworden, Stehbolzen unten rechts auf der linken Seite kommt bereits bei 15NM, das geht so nicht.

Mal sehen wie es weitergeht, bin für Tipps dankbar.

Doxer
 
Schutzbügel müssen nicht ab.

Zu deinem Vorgehen: Wenn die Gummiteile noch nie unten waren, wirst du so eine Menge Spass haben. Die gehen nähmlich wirklich +++BEEP+++ weg. Der meiste Aufwand ist, die Krümmer und Vergaser zu demontieren. Den Kopf könntest du am Zylinder lassen, um die Demontage der Kolben vom Pleuel wirst du nicht rumkommen (siehe oben).

Probier es aus, aber ich vermute, dass du in kurzer Zeit wieder dran musst. Die Mehrarbeit ist nicht wirklich groß.

Hans
 
Ganz einfach.
Motor raus aus dem Rahmen, sauber machen.
Komplett zerlegen, Timesert oder Helicoil einsetzten.

Bei der Gelegenheit alle Lagerstellen vermessen und Normalien ersetzen...
 
Nicht wirklich ;)

Wer seine Griffel tiefer in Motorinnereien steckt, der sollte schon eine solide handwerkliche Vorbildung und das entsprechende Werkzeug besitzen.

Wenn sich die Stehbolzen ziehen, muss man bevor man mit Helicoil/Buchsen zugange ist zumindest eine Rißprüfung im Bereich der Gewinde im Gehäuse durchführen und meist auch die Passung vom Zylindereinpass nacharbeiten. Hat oftmals eine kleine Delle (2-3/100mm), weil die mitgerissenen Gewindegänge Material verdrängen.
Dann braucht man auch eine Bohrvorrichtung, die über die anderen drei Gewinde zentriert wird - und passende Bohrbuchsen...
 
Guten Abend,
Text ist von 04.2008

(bei meiner rs/77 wurden bei 186000km im Winter 85/86 des letzten Jahrhunderts zum ersten mal die ZK demontiert. Grund war, dass nach 2maligem Wechsel der KW-Dichtung immer noch Ölverlust zwischen Motor und Getriebe auftrat. Dann bei genauerem hinsehen wurde ein feiner Haarriss vom KW-Lagersitz nach unten bemerkt. Kollega hat gebrauchtes Motorgehäuse aufgetrieben und nach Tausch einiger Verschleissteile das Dingens montiert. Dann am 30.10.07 vor Italienreise früh schnell noch mal Ventile kontrolliert und rechts am Auslass ca 1,5 mm Spiel festgestellt. Etwas genauer hingeguckt und bemerkt dass der Ventilschaft bis zur obersten Nut im Ventilschaft abgenützt war. Kollega in Emmering angerufen, Problem erklärt, abends nach Em gefahren Ankunft bei 2°+ um 10e nachts. 1.11. bei 328500km Ventilführung Auslass erneuert und gute gebrauchte Venile an E+Alass montiert, anschließend 2500 km Tour nach bella Italia. In 02/08 bei Heimfahrt von Wintertreffen Unterheimbach anormalen Motorlauf bemerkt. Bei 334330 festgestellt, das beide Stehbolzen rechts unten aus dem Motorblock gezogen waren. Motor lief aber noch, wenn auch mit Geräuschen. Zylinder runter, Lumpen ins Kubelgehäuse Handbohrmaschine angesetzt und anschließend Helicoils reingedreht. Seitdem 4000 km ohne Probleme. Linke Seite seit 86 nicht mehr geöffnet)

Seit dem mit der Lumpenreparatur 198000 km gefahren.

Gruß Vitus
 
Handbohrmaschine?
Hast du in Russland schrauben gelernt? :entsetzten:


Wenn die Gewinde im Gehäuse nicht genau fluchten,werden die Stehbolzen gebogen und wirken damit Scherkräfte auf die Gewindegänge...dann kommt der Kram erst recht.
 
... eine genau gefertigte dicke Platte mit dem Bohrbild der vier Stehbolzen, anstelle des defekten Gewindes eine Bohrbuchse, die den Bohrer führt, ausrichten und fixieren über die drei verbliebenen Stehbolzengewinde und dann los ???

... bevor ich für ein Gewinde den ganzen Motor ausbaue und zerlege würde ich den Weg zumindest näher in Betracht ziehen.

Auch wenn es russisch erscheint ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Selbiges schrieb ich...

Zusätzlich kann man sich auch Führungsbuchsen für den Gewindebohrer bauen, dann klappt das sehr ordentlich. Einfach 4 Passungen 24H7, dann mit passenden Bohrbuchsen. Müssen auch nicht hart sein, bei einmaliger Anwendung genügt ein schnödes Drehteil.

Allerdings sollte die Lehre im Bohrbild die 5/100 Toleranz halten, also eher ein Frästeil.
 
Handbohrmaschine? ...
Wenn die Gewinde im Gehäuse nicht genau fluchten,....

Sag' Freund, was ist Theorie?
Wenn's gehen soll und geht doch nie.
Und was ist Praxis?
Frag' nicht dumm. Wenn's geht und keiner weiß warum.

Ich hab den Helicoil für den zentralen Stehbolzen vom Ventildeckel auch freihändig gebohrt.
 
War ja klar, dass der Theorie-Hammer kommt.

Mein "treuer Freund",
auch wenn du es nicht glauben magst,
faselst lieber von der Praxis du verträumt,
freue dich - keinen Schaden du beklagst.

Bohrvorrichtung - so sieht die handwerkliche Praxis aus.
Irgendwie hinpfuschen mit unsicheren Ergebnissen mag in 50% der Fällen klappen.
Zu wenig, wenn man für seine Arbeit die Hand ins Feuer hält (oder damit sein täglich Brot verdient) - in diesem Falle orientiert man sich an den Regeln des Maschinenbaus. Das funktioniert.


In dem "Loch" das du da händisch reingegnittelt hast ist kein definiertes Gewinde zu erzielen, vielleicht 60-80% der Nennzugfestigkeit.


Dichten kann ich nicht, Werkzeugbau schon.
 
Ich buchse Porsche-Zuganker schon seit eh und je freihändig, da ist noch nie einer nochmal abgerissen oder rausgekommen - aber ich mache auch keine Serienmotoren, nur Rennmotoren, da ist bestimmt alles anders..,.%hipp%
 
weder die Maximal- noch die Minimalvariante muss es ja unbedingt sein. Wir wollen ja weder zum Mond, noch sind wir irgendwo in der Wüste.
Mein Tipp: Das Motorrad zu einem kompetenten Motoreninstandsetzer/Werkstatt bringen. Der weiß im Zweifel auch wie man einen Gewindeeinsatz korrekt lotrecht einsetzt, ohne den Motor auszubauen.
Und weil es ein unteres Gewinde ist, gibt es auch keine Besonderheiten hinsichtlich der Ölversorgung zu beachten. Also alles Standard.

Gruß Gerd
 
Bohrvorrichtung - so sieht die handwerkliche Praxis aus.
....
In dem "Loch" das du da händisch reingegnittelt hast ist kein definiertes Gewinde zu erzielen, vielleicht 60-80% der Nennzugfestigkeit.
....
Dichten kann ich nicht, Werkzeugbau schon.

1.) Klar, würde ich auch so machen. Der Kunde zahlt den Mehraufwand und bekommt dafür seriöse Arbeit. Einfacher und billiger wäre vllt. auch möglich gewesen, aber warum unnötiges Risiko gehen, wenn man mit weniger mehr Umsatz macht?
2.) Die Zugfestigkeit war auch beim werksseitigen Gewinde nicht ausreichend für das angegebene Drehmoment - sonst hätte ich's nicht reparieren müssen.
3.) Ja. :D

/Frank
 
Sag' Freund, was ist Theorie?
Wenn's gehen soll und geht doch nie.
Und was ist Praxis?
Frag' nicht dumm. Wenn's geht und keiner weiß warum.

Ich hab den Helicoil für den zentralen Stehbolzen vom Ventildeckel auch freihändig gebohrt.

Wie schon oft gesagt...kann klappen, muss aber nicht.

Gerade bei Aluminium ist freihändiges Ausbohren einer vorhandenen Bohrung mit nicht besonders für Alu geschliffenem Bohrer allein schon kniffelig. Selbst wenn man die Winkel einhält kann es schnell passieren, dass sich der Bohrer hinein zieht, kantet und damit eine nicht Lehren haltige Bohrung entsteht.....so mir passiert, als ich auf die Schnelle das Gewinde des Stehbolzens des Ventildeckels im Kopf mit Helicoil erneuern wollte. Zum Glück ist das Gewinde nur gering belastet, da hält es...

Bei kritischen Reparaturen sollte man an Kosten / Nutzen Folgen denken und den Mut dämpfen. Schlechte Grundbohrungen sind in beinahe 100% aller Probleme mit Timesert, Helicoil o.ä. die Ursache von Fehlschlägen.

Gruß
Volker
 
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