Wahrheit oder Märchen

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Liebe Freunde,
ich befinde mich z.Z. wiedermal in einer Zwickmühle.
Neulich war ich mit meiner erst dieses Jahr erstandenen R100GS PD, Bj 94 bei einem von einem Freund als BMW Spezialisten apostrophierem Mechaniker. Da ich im allgemeinen sehr schlechte Erfahrungen mit Vertretern dieses Berufstandes habe, fuhr ich mal vorbei um mich und mein Bike vorzustellen und mal die Leute persönlich kennenzulernen.
Beim Anblick von knapp 100T Km am Tacho, fragte der Mechaniker, der sich als Fachman für ältere Modelle vorstellte, mich wann denn der Motor überholt worden wäre. Als ich dies verneinte erklärte er mir diese Motoren sollten bei erreichen der 80 bis100T Km Grenze grundsätzlich überholt (Ventilschaftführungen, Kolben.+-ringe, Ventil.+-sitz zumind überprüfen u. ggfalls einschleifen od tauschen, Kopf müsse geplant)werden.
Nun, mein Motor "schwitzt" nicht, Ölverbrauch ist maginal, der Kompressionsdruck liegt bei etwas über 8 bar (der Verkäufer sagte damals etwas von ca.7 bar), wenn Sie läuft hängt Sie meiner Meinung nach recht gut am ´Gas`. Allso weshalb aufmachen (KV ca.700€)?
Auf meine Frage ob bei solchen Arbeiten der Einbau eines Siebenrocksatzes nicht sinnvoll wäre, meinte er, daß dieser zu teuer für die tatsächliche Leistung wäre. Um einern besseren Drehzahlverlauf zu bekommen müsse man lediglich nur einen anderen, modifizierten, Auspuff verwenden. Da ich als Laie und Normalfahrer mehr an Langlebigkeit und Laufruhe als an Motorleistung interessiert bin war ich ob dieser Antwort etwas erstaunt. Als bei einem meiner anderen Bikes solcherartige Reparaturen anstanden, die neuen orig. Kolben eine Gew.Diff von über 8 Gramm aufwiesen u. deshalb entsprechende Nacharbeitungen die mehrere Stunden beanspruchten,nötig wurden, merkte ich den Unterschied zum Origal sofort. Die aus diesen Arbeiten resultierende Laufruhe und Drehfreudigkeit entschädigte aber für vieles. Damals kannte ich d. Fa. Siebenrock und ihre Produkte noch nicht. Eine Ausgewogenheit der beweglichen Massen bei gleichzeitig max. sinnvolle Gewichtsreuktion und guter Produktqualität scheint mir logisch und wünschenswert.
Nun wüsste ich gerne Eure Erfahrungen über die Notwendigkeit solch schwerwiegende Motorarbeiten.
Warum wurde was bei wieviel Km gemacht/notwendig.
Hat vielleich jemand den Siebenrock-kitt (bezieht sich auf den normalen Kolbensatz f.1000ccm, nicht big B.) bei sich verbaut? Wie sind seine Erfahrungen?

Vielen Dank im voraus, Georg
 
Hallo Georg,

ja, die Ventilführungen verschleißen mit der Zeit, die Sitzringe ebenfalls und auch die Ventile und ihre Federn selbst haben nicht das ewige Leben. Soweit kann ich dem von Dir befragten Mechaniker zustimmen.

Aber: der Zeitpunkt läßt sich nicht nach dem Kilometerzähler festlegen. Es gibt Motoren, deren Köpfe sind nach 60.000 km fertig, andere nach 160.000, das hängt entscheidend von der Vorgeschichte und Behandlung des Motors ab.

Wenn Du Gewißheit haben willst, nimm einen Kopf ab, baue das Auslaßventil aus, miß das Kippspiel und unterziehe Ventil und -sitz einer Sichtprüfung. Vom Zustand eines Ventils kann man mit ziemlich großer Sicherheit auf die anderen schließen. Das dauert eine Stunde und dann kennst Du den Zustand Deiner Köpfe.

Das Angebot einer Werkstatt, diese Überprüfung zu einem vorher festgelegten Preis zu erledigen, hielte ich für wesentlich seriöser als irgendwelche Allgemeinplätze über nach einer bestimmten Kilometerzahl notwendige Generalüberholungen.

Zum Siebenrock-Kit: Wenn der Motor schon offen ist, bietet sich eine weitere Optimierung natürlich an, zumal bei frisch überholten Köpfen.
Der Ansatz, moderne, wesentlich leichtere Kolben mit maßvoll erhöhter Versichtung zu verbauen und dabei die rotierenden und oszillierenden Massen der Pleuel anzugleichen, ist tausendfach erprobt und bewährt. Der Motor fährt sich nach diesem Eingriff kultivierter (weniger Vibrationen) und spritziger (etwa so, als hättest Du eine kürzere Übersetzung im HAG verbaut).

Dieses Ziel kann man mit dem Siebenrock-Kit erreichen, oder durch moderne Kolben der Fa. Wössner in den Originalzylindern. Zu beiden Varianten liefert die Suchfunktion des Forums jede Menge detaillierter Erfahrungsberichte.

Gruß,
Florian
 
Der 1. April war doch schon:schock:

Das halte ich für ziemlich dämlich einen Motor aufzumachen der einwandfreien läuft. Zumal kaum damit zurechnen ist das bei den angegebenen Schäden der Motor Schlagartig stehenbleibt sondern sich diese Probleme vorher ankündigen.

Die Siebenrock Teile kann ich nur empfehlen und das muss doch schließlich jeder Kunde selbst wissen was ihm die Sache wert ist.
Solche Sprüche disqualifizieren doch jeden Mechaniker.
 
Zuletzt bearbeitet:
Leider nicht Reinhard, der erste Ventilabriss den ich erfahren durfte, war bei ca. 80 tkm, auf der linken Streifen der Autobahn bei 130 km/h. Der Motor war bis dahin noch nie geöffnet worden und lief einwandfrei.:schimpf:

Insofern blieb der Motor nicht schlagartig stehen, dass er auf den linken Zylinder weiter lief im Leerlauf :entsetzten:. Der Ventilteller vom rechten Auslassventil hatte ein Loch in den Kolben geschlagen und war im Kolbenboden verklemmt. Große Brocken vom Kolben lagen auf der Ölwanne :entsetzten:. Das war 1987 ein Kostenpunkt von ca. 1.350 DM beim :D.


Der :D hat mir dann (hinterher :schimpf:) gesagt "passiert öfters bei den 800er Motoren bei ca. 80 tkm". In diesem Sinne macht eine Kontrolle wie Florian beschreibt schon Sinn. Zuerst den rechten Zylinderkopf kontrollieren würde ich sagen und dann beim geringsten Zweifel über den Zustand beide Köpfe machen lassen.

Grüße, Ton :wink1:

... Zumal kaum damit zurechnen ist das bei den angegebenen Schäden der Motor Schlagartig stehenbleibt sondern sich diese Probleme vorher ankündigen...
 
Kann ich so nicht bestätigen, erste G/S 185000 km dann verkauft, zweite G/S 165000 km auch weiter verkauft, beide Motoren ungeöffnet. Vollgasanteil seinerzeit bei etwa 35% ( Autobahn ). Die aktuelle hat momentan 135000 km, soll ich die jetzt öffnen? Läuft noch prima. Ach so, Sprit habe ich immer das billigste getankt, Öl auch nur NoName. Wartung regelmäßig aber selbst. Ich denke ich :evil:werde auch weiterhin erst reparieren wenn was kaputt ist.

Udo
 
Neulich war ich mit meiner erst dieses Jahr erstandenen R100GS PD, Bj 94 bei einem von einem Freund als BMW Spezialisten apostrophierem Mechaniker. Da ich im allgemeinen sehr schlechte Erfahrungen mit Vertretern dieses Berufstandes habe, fuhr ich mal vorbei um mich und mein Bike vorzustellen und mal die Leute persönlich kennenzulernen.

Hallo Georg,
Dein Problem sind Deine Erfahrungen mit den Mechanikern. Ich lese ein großes Mistrauen gegen den Mechaniker. Dann ist es besser für Dich einen anderen zu suchen.
Seine Vorschläge sind nicht unbegründet, es sind schon einige Motoren bei geringerer Laufleistung defekt geworden. Toleranzen, Fahrstil der Vorbesitzer, etc. können schon zum vorzeitigem Ende des Motors führen.

@Reinhard, auch wenn es bei 100MM nicht immer zum Totalausfall kommt, ist es angebracht, mal alles nachzuprüfen(lassen). Wenn es sonst zu den gefürchteten Ausfällen kommt, die ja nicht gerade ein kleines Taschengeld kosten, ist der Frust groß.
 
So ein Mechaniker hat leider auch nicht leicht!

Wenn er jetzt nichts sagt, von wegen Motor aufmachen und es ist kurz hinterher ein Defekt, dann kann er sich womöglich anhören, dass das Motorrad doch erst kürzlich bei ihm in der Werkstatt war und er sowas doch hätte erkennen können. ER sei ja schließlich der Fachmann.

Empfiehlt er vorsorgliche Revisionsarbeiten, heißt es er will womöglich nur etwas Angst schüren, um an einen Auftrag zu kommen.

Wie er es macht, macht er es verkehrt.
 
Hallo Georg,

ich kann mich da im Grunde meinen Vorschreibern auch nur anschließen.

Meine G/S von ´86 hat ungeöffnet mittlerweile 166 TKm gelaufen und tut dies immer noch wie ein Dopp.

Sogar das Getriebe schaltet immer noch sauber und ohne zu hakeln durch.

Aber auch hier habe ich schon viele anders lautende Erfahrungen gehört, und frage ich einen Fachmann, würde mir dieser anhand der Laufleistung wahrscheinlich, und aus seiner Sicht zumindest nicht unbegründet, auch sofort zu einer Getrieberevision raten.

Letztendlich wissen kann man dies aber erst, wenn man die Sachen in der Hand hält, von daher haben es Mechaniker wirklich nicht leicht.

Gruß

Christian
 
So ein Mechaniker hat leider auch nicht leicht!

Wenn er jetzt nichts sagt, von wegen Motor aufmachen und es ist kurz hinterher ein Defekt, dann kann er sich womöglich anhören, dass das Motorrad doch erst kürzlich bei ihm in der Werkstatt war und er sowas doch hätte erkennen können. ER sei ja schließlich der Fachmann.

Empfiehlt er vorsorgliche Revisionsarbeiten, heißt es er will womöglich nur etwas Angst schüren, um an einen Auftrag zu kommen.

Wie er es macht, macht er es verkehrt.

Da ist natürlich was dran, vielleicht beruht alles ja auch alles auf einem Missverständnis!

Trotzendem halte ich es nicht für nötig einen einwandfreien Motor aufzumachen. Wenn sich natürlich das Ventilspiel ständig verändert, Kompression nicht OK, ungewöhnliche Geräusche, Ölverlust, Qualmen usw. dann sollte man das keinesfalls ignorieren.
Ein seltener Ventilabriss kann einem immer passieren sogar nach einer Motorrevision wenn irgendwo was falsch gemacht wurde oder der Motor überdreht wurde.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Georg,
"Motorflüsterer" müsste man sein.;) ... nicht, dass man dem Motor was flüstern will. Nein, vielemehr kann man dann das Flüstern des Motors hören, ob er ankündigt, dass da bald was "fällig" ist.
Aber, ob der Motor, dei den Fertigungstolleranzen, die im Serienbau erlaubt sind, dass selber merkt ...?

Ich habe immer, schon zu VW-Käferzeiten, den Motor erst ins Herz geschaut, wenn er es selber verlangt hat.
Ich würde, wenn Dir Dein Motor nichts verdächtiges "sagt", seine Mess- und Einstellwerte ok sind, weiter fahren. Da gibt es doch diesen Spruch über das "Running System..."
Wenn es jemandem so ergeht, wie Ton, dann ist das Pech. Dagegen gibt es wohl kein Mittel.
 
Zum Auspuff

Die einzige Anlage, die nachgewiesenermaßen etwas Leistungs/Drehmomentzuwachs bringt, ist die SR-Anlage.

Allerdings gibt es die nicht zu dem Preis, zu dem man den Powerkit von Siebenrock bekommt. ((Gut geplant, bekommt man den Siebenrock-Kit noch mit 20% von Louis, einmal im Sommer und einmal im Winter)

Alle anderen Zubehör Auspuffanlagen sind objektiv den Beweis der Leistungssteigerung (ohne weitere Maßnahmen ) noch schuldig, auch wenn das von den Händlern gerne propagiert wird.

Daher ist der Replacement-kit m.E der preiswerteste Weg zu Leistungserhöhung. Außerdem läuft der Motor damit auch gleich viel geschmeidiger.
Hier hat dich der Mechanikus m.E nicht ganz gut beraten.

Der Zeitpunkt der großen Motorrevision ist dagegen Ansichtsache; meine kam bei 230000km, da es vorher keinen größeren Anlass dazu gab.

)(-:
 
Zuletzt bearbeitet:
Zum Auspuff

Die einzige Anlage, die nachgewiesenermaßen etwas Leistungs/Drehmomentzuwachs bringt, ist die SR-Anlage.

Allerdings gibt es die nicht zu dem Preis, zu dem man den Powerkit von Siebenrock bekommt. ((Gut geplant, bekommt man den Siebenrock-Kit noch mit 20% von Louis, einmal im Sommer und einmal im Winter)

Alle anderen Zubehör Auspuffanlagen sind objektiv den Beweis der Leistungssteigerung (ohne weitere Maßnahmen ) noch schuldig, auch wenn das von den Händlern gerne propagiert wird.

Daher ist der Replacement-kit m.E der preiswerteste Weg zu Leistungserhöhung. Außerdem läuft der Motor damit auch gleich viel geschmeidiger.
Hier hat dich der Mechanikus m.E nicht ganz gut beraten.

Der Zeitpunkt der großen Motorrevision ist dagegen Ansichtsache; meine kam bei 230000km, da es vorher keinen größeren Anlass dazu gab.

)(-:

Dazu muss noch gesagt werden, das der Peter mit dem Qlein mit der Laufleistung noch bedenkenlos in Urlaub gefahren ist.
Danach wurde die Q zerlegt.

Und bei um die 100tkm kann man sehrwohl noch einen siebenrock satz druffschieben.
Ich hatte bei 185tkm auf BBK umgebaut und lauft.Allerdings wurden die Köpfe da schonmal gerichtet.Das war so bei 120tkm.
 
kleiner Tipp zur Orientierung: Verschlissene Ventilführungen hört man nicht und merkt man nicht. Auf den Motorlauf haben sie keine Auswirkung. Leider jedoch auf den Ventilschaft. Und wenn der bricht, dann gibt es im Motor dummerweise zusätzlich Kleinholz. Je nach Mentalität kann man nun nichts machen und es darauf ankommen lassen, oder man überprüft den Verschleißzustand.

Gruß Gerd
 
Bei 800er kommen gebrochene Ventile öfters vor.

Dann gibt eine Inspektion und überholung der Köpfe mit neue Ventile Ruhe.

Mein R100S hat auf jedem Fall mehr als 250000 km gefahren. Ölverbrauch, Geräusche machen eine Überhohlung notwendig.Mit neue Kolben, Ventile usw wird er sich besser fühlen.
In September wird es gemacht.
 
Nach vielfachen Erfahrungen ist zu erwarten, dass es an den Ventilführungen bei der Laufleistung Verschleiß vorhanden ist. Wegen der möglichen unangenehmen Folgen würde ich daher die Köpfe wie beschrieben prüfen. Der Aufwand ist überschaubar und beruhigt.
Sollte sich Bedarf zeigen, ist auch die kpl. Überholung der beiden Köpfe ein bezahlbarer Posten.
Der Rest des Motors ist eher unauffällig; eine Gewichtsangleichung der bewegten Teile ist auch eine sinnvolle und preiswerte Option.
 
Hallo Georg,

einfach fahren ! Schwitzen ist Kosmetik, wenn´s nicht stört, lassen. Kurbeltrieb inkl. Kolben und Zylinder Finger weg lassen, da gibt es in der Regel bis 300 tkm nix zu tun. Ventile - okay, ich habe da bei 80 tkm immer mal reingeschaut. Aber, Ventile reissen nur ab, wenn sie misshandelt werden, also mit zu wenig Spiel gefahren werden. Heisst, wenn Du Deine Q schon ne weile gefahren bist, das Ventilspiel sich nicht verändert, Du keinen übermäßigen Ölverbrauch (<=0,8 l/1000km) hast - weiter fahren. Ich kenne Motoren, die bis 200 tkm nicht geöffnet wurden, also mit den ersten Ventilen und -Führungen 200 tkm gelaufen sind.
Wenn es keine Auffälligkeiten gibt, fahren. Und alle prophylaktische Schrauberei hilft auch nicht vor Defekten wie ner gebrochenen Feder im Schaltautomaten. ;)

Grüße
Claus
 
Ich kenne Motoren, die bis 200 tkm nicht geöffnet wurden, also mit den ersten Ventilen und -Führungen 200 tkm gelaufen sind.

kann ich bestätigen.
Mein eigener GS-Motor wurde nach 40tkm überholt - der hatte aber auch 5tkm im mörderischen Wüstensand hinter sich und war mess-&spürbar ausgelutscht.

Dazwischen bewegt es sich - und die Entscheidung müsst du also ganz alleine entsprechend deiner Mentalität und Vorleben des Motors treffen.
Prinzipiell ist deinem Mechaniker nichts vorzuwerfen, es sei denn er verkauft dir den Check durch Klappern mit dem Sargdeckel. Das - und nur das - wäre m.E. unseriös.

Schöne Grüße
Stephan
 
Aber, Ventile reissen nur ab, wenn sie misshandelt werden, also mit zu wenig Spiel gefahren werden. Heisst, wenn Du Deine Q schon ne weile gefahren bist, das Ventilspiel sich nicht verändert, Du keinen übermäßigen Ölverbrauch (<=0,8 l/1000km) hast - weiter fahren.

Die Aussage will ich so nicht unterschreiben. Ventile reissen meist deswegen ab, weil sie durch ausgeschlagene Führungen nicht mehr vollflächig auf dem Sitz auftreffen, sondern nur mit einer Seite, dadurch entstehen am Schaft Biegebelastungen, die irgendwann zum Ermüdungsbruch führen (wie beim Stück Draht, das mehrmals hin- und hergebogen wird, damit es bricht). Mir sind schon Motoren untergekommen, die nachweislich einen extrem geringen Ölverbrauch hatten, die Ölkohleschicht auf Kolben und Kalotte war sehr dünn und mühelos zu entfernen, deren Ventile aber in den Führungen ganz erhebliches Spiel hatten, die Bohrungen waren bereits sichtbar oval. Am Ölverbrauch mach ich seither nicht mehr den Zustand der Führungen fest, das geht definitiv nur durch Demontage.
Was die Aussagen des Mechanikers betrifft: Klar, er kann schlecht sagen, daß alles in Butter ist, im Schadensfall muss er für die Aussage Prügel einstecken. Also wird er die der Erfahrung nach auftretenden Mängel und Schäden benennen.
Klappern mit dem Sargdeckel (find ich gut, die Umschreibung) lernt man in jeder Marketingschulung, hab ich auch gerade wieder mal hinter mir. Langsam zweifle ich daran, ob ich dabei mitmachen will, ist nicht mehr meine Welt X(
 
Im algemeinem: was gut funktioniert sollite man in Ruhe lassen.

Fuer 800er mache ich eine Ausnahme. Da wuerde ich bei 80-100Tkm die Koepfe ausbauen und neue Ventile einbauen.
Fuehrungen auch falls es da Verschleiss gibt.
Die Kosten sind nicht gross, die Ruhe unbezahlbar.
 
Moin!

Falls nicht wirklich was defekt ist würde ich es lassen. Allerdings musste an meiner 80er GS bei ca. 125tsd letztendlich wirklich was gemacht werden.

- alle Ventile und -schaftführungen wurden getauscht (Kosten um die 400 Euro); gut die Einlassventile hätten drin bleiben können und die Materialkosten wären um ca. 50 Euro geringer gewesen. War meine Entscheidung die gleich mit zu machen. Ruhe für die nächsten 125tsd km.
- Kolben und Zylinder habe ich dann tauschen lassen. Jetzt arbeiten Wössner Sportkolben und passende Zylinder am Rumpfmotor.
- davor hat es Öl zwischen Zylinder und -kopf raus gedrückt, was an fehlendem Zug des vorderen, oberen Zugankers lag. Das Gewinder im Rumpfmotor war defekt. Jetzt sitzen Stahlbuchsen drin und halten wieder ordentlich.
- Getriebe musste wegen einer gebrochenen Schaltfeder bei 113tsd km raus und wurde gleich Revesioniert. Mehrkosten gegenüber nur dem Austausch der Schaltfeder - gering zu dem Aufwand alles ein paar tausend km später noch mal ausbauen zu müssen.

Dein Mechaniker hat m. E. nach nur erklärt, was sich an Erfahrung innerhalb der letzten Jahrzehnten bzgl. der Boxermotoren angesammelt hat. Dabei scheint er auch gar nichts ausgelassen zu haben, was möglich ist. Stopp: Doch was vergessen: Pleulagerschalen! :D Die kosten allerdings nur noch wenig mehr als zwei Kästen Bier. Und ich meine kein Öttinger.

Das alles muss bei dir nicht unbedingt zutreffend sein, kann allerdings auch zu einer versauten Saison ohne Motorrad führen, wenn es dich denn dann erwischt. Letzendlich entscheidest du dich ganz alleine, was du an deiner Q an Arbeiten durchführen wirst oder durchführen lässt.
 
Hallo Leute,

aus eigener Erfahrung kann ich die schon mehrfach betonte Meinung "Was lauft - das läuft, also Finger weg!" nur unterstreichen.
Zu den bereits ebenfalls angesprochenen Laufleistungen kann ich ebenfalls aus eigener Erfahrung mit meiner R80RT Baujahr 1984 berichten, dass bei mir nach 21 Jahren und einer Laufleistung von 80 tkm das Getriebe einer gründlichen Revision bedurfte, da die Lager fertig waren. Läuft seitdem 35 tkm butterweich. Nach 105 tkm war nach 26 Jahren der Auslassventilsitzring im linken Zylinder quasi nicht mehr vorhanden mit der Folge des Leistungsverlustes, da die Kompression logischerweise nicht mehr vorhanden war. Gott-sei-Dank kein Abriss. Habe dann die Köpfe gründlich überholen lassen und seit dem läuft die Q super!
Bei meiner R80/7 Baujahr 1978 soll angeblich ein Vorbesitzer die Köpfe überholen lassen. Da mir an anderen Stellen ebenfalls Revisionsarbeiten aufgefallen sind, glaube ich das auch. Da der Motor super läuft und es auch keine Anzeichen dafür gibt, dass etwas nicht stimmen könnte, zerlege ich ihn auch nicht, nur um nachzuschauen, ob die Kolben und Ventile noch da sind. Da verlasse ich mich auf den klinischen Zustand in der Praxis.
 
Die Aussage will ich so nicht unterschreiben. Ventile reissen meist deswegen ab, weil sie durch ausgeschlagene Führungen nicht mehr vollflächig auf dem Sitz auftreffen, sondern nur mit einer Seite, dadurch entstehen am Schaft Biegebelastungen, die irgendwann zum Ermüdungsbruch führen (wie beim Stück Draht, das mehrmals hin- und hergebogen wird, damit es bricht). Mir sind schon Motoren untergekommen, die nachweislich einen extrem geringen Ölverbrauch hatten, die Ölkohleschicht auf Kolben und Kalotte war sehr dünn und mühelos zu entfernen, deren Ventile aber in den Führungen ganz erhebliches Spiel hatten, die Bohrungen waren bereits sichtbar oval. Am Ölverbrauch mach ich seither nicht mehr den Zustand der Führungen fest, das geht definitiv nur durch Demontage.
Was die Aussagen des Mechanikers betrifft: Klar, er kann schlecht sagen, daß alles in Butter ist, im Schadensfall muss er für die Aussage Prügel einstecken. Also wird er die der Erfahrung nach auftretenden Mängel und Schäden benennen.
Klappern mit dem Sargdeckel (find ich gut, die Umschreibung) lernt man in jeder Marketingschulung, hab ich auch gerade wieder mal hinter mir. Langsam zweifle ich daran, ob ich dabei mitmachen will, ist nicht mehr meine Welt X(

Sicher richtig, was Du da schreibst Hubi, aber in dem Zustand fährt man dann sicher keine 1000 km, ohne dass sich das Ventilspiel aufzehrt. Das ist für mich immer das Indiz, dass ich mal nach dem Kopf schauen muss.

Gruß
Claus
 
Sicher richtig, was Du da schreibst Hubi, aber in dem Zustand fährt man dann sicher keine 1000 km, ohne dass sich das Ventilspiel aufzehrt. Das ist für mich immer das Indiz, dass ich mal nach dem Kopf schauen muss.

Gruß
Claus

Beim vom Hubi beschriebenen Fall merkst Du am Ventilspiel mit großer Wahrscheinlichkeit gar nix und was das Geräusch angeht, müsstest Du wohl ein _sehr_ feines Gehör haben.
 
Herrlich,

etwas böse zusammengefasst :
Mit 18:3 Stimmen wurde jetzt beschlossen, daß eine Verschleissüberprüfung nicht notwendig ist.
Ohne das Fahrzeug und die Fahrweise der Vorbesitzer zu kennen.
Das nenne ich mal eine klare Aussage.:hurra:
 
Wenn Technik sich beim Verrecken nach Mehrheitsentscheiden richten würde, hätten die Werkstätten nix mehr zu tun :D
 
Führungen oder Sitze, alles eins :D

"Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien!"
 
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Es gibt noch eine unbeachtete Fehlerquelle im Zyl. Kopf:
Das Röhrchen des Stösselstangen Führung.
Wenn dieses Röhrchen nach oben rutscht kann der Kipphebel anstehen (bekommt also einen kurzen Schalg auf den Däätz) und rutscht dadurch wieder zurück, der Ventilschaft hat dann aber schon einen Hau weg.
Das führt zum abriss des Ventils.
Das hat nix mit Verschleiß zu tun, und es kündigt sich auch nicht an.
Mir ist es mit fast frisch überholten köpfen passiert.
U.U. sieht man noch nicht mal was.
Wie das aus zu schließen ist weiß ich nicht....ist mir aber so passiert, der Koben ist jetzt auf einer Südspanischen Drehmaschine als warnendes Beispiel montiert.
 

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Es gibt noch eine unbeachtete Fehlerquelle im Zyl. Kopf:
Das Röhrchen des Stösselstangen Führung.
Wenn dieses Röhrchen nach oben rutscht kann der Kipphebel anstehen

Mir ist es mit fast frisch überholten köpfen passiert.
U.U. sieht man noch nicht mal was.
Wie das aus zu schließen ist weiß ich nicht...

Bei mir standen die Röhrchen bei frisch überholten Köpfen zu weit in Richtung Ventildeckel :schimpf:
Das so etwas Probleme bereiten kann hatte ich das bis dato als eingefleischter Fahrer von Einzylindern mit OHC auch noch nicht gewusst ! Letztendlich betrifft es jedoch nur die Dichtigkeit hin zum Kopf !

Köppe heiß gemacht, die Teile zurück bugsiert und zur Sicherung die Röhrchen mit einem gezielten Hammerschlag verkantet.

Einfache Sache, die man selbst kontrollieren und beheben kann.

ABER: machen sollte man es !
 
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