Moin,
Theoretisch ja, praktisch nein. Phosphatierbäder sind chemisch einigermaßen anspruchsvoll aufgebaut und wegen des Nickelsalz-Anteils und der Beschleuniger auch gefährlich. Such dir einen KTL Lohnbeschichter, der eine "Tri-Kationenphosphatierung" im Spritzverfahren (für innen, weil sich Hohlkörper schlecht tauchen lassen) als Vorbehandlung durchführen kann. In der 4ma können wir das, aber unsere Behandlungsbecken sind zu klein.
nun ja - je nachdem, was man unter anspruchsvoll versteht.
Die Chemikalien für eine Zn-Mn-Phosphatierung kosten Centbeträge, zeichnen sich nicht durch Giftigkeit oder Kanzerogenität aus und sind ohne Giftschein oder Gefahrstoffnachweis im Chemikalienhandel und teilweise sogar in jedem Baumarkt erhältlich. (Der freundliche Apotheker um die Ecke hilft wahrscheinlich auch gerne weiter, so er denn kann - der Großhandel ist diesbezüglich zunehmend schlecht sortiert ...)
Gut funktionierende Rezepte und Verfahrensanleitungen finden sich z.B. in 'Ullmanns Enzyklopädie der Technischen Chemie'.
Braucht es noch eine gut belüftete Garage o.ä. ohne Zündquellen (Vorsicht, es entsteht Wasserstoff, besonders bei der Vorbehandlung!), eine hinreichend großes Wanne, ggf. eine Badheizung (Aquariumheizstab) und Schutzbrille und Handschuhe.
Und was die Entsorgung angeht: Salz- und Phosphorsäure sind nach/mit hinreichender Verdünnung vollkommen legal und ohne Umweltgefährdung in der Kanalisation zu Entsorgen und der (nur theoretisch) anfallende Phosphatschlamm ist ebenfalls unbedenklich.
Ob man sich den Aufwand antun möchte und vor allem ob sich das in der Gesamtbetrachtung dann auch noch rechnet, steht auf einem anderen Blatt - ich tue es für Teile die ich (selber) pulvern möchte, aber ich hab den Chemiekram dafür (und insbesondere demineralisiertes Wasser in größeren Mengen) auch berufsbedingt im direkten Zugriff.
Grüße,
Jörg.