Bei mir steht schon lange eine Emco Maximat Drehbank mit einer Exzentrizität von 0.07mm. Manchmal - wenn es präzise sein muss - ist dies dennoch störend. Das ist passiert beim Vorbesitzer der den Schlüssel hat stecken lassen.

Habe einiges versucht - auch richtschlagen (oder wie nennt man das auf deutsch?). Konnte es nicht übers Herz bringen wirklich beherzt zuzuschlagen mit schwerem Hammer und Kupfer Unterlage.

Gibt es im Forum den alten Hasen mit goldenem Tipp wie ich die Exzentrizität rausbekomme?

Danke im Voraus.... Stijn

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Die Schrauben vom Futter lockern und mittels eingespannter Welle/Bolzen und Uhr das Futter durch Prellschläge ausrichten. Schrauben anziehen und kontrollieren.
Man kann auch das zu drehende Teil direkt mittels Uhr und Schonhammer ausrichten.
 
Einen (neuen) Zwischenflanschrohling maßgenau bearbeiten.
Ich persönlich würde das Dreibackenfutter vom Flansch lösen, dann den Zentrieransatz vom Flansch abdrehen und einen neuen Ansatz drehen.
Dann läuft das Futter wieder schlagfrei (sofern nicht die Backen einen Hau haben).
Da diese Drehbank nicht der stärksten eine ist und der Flansch relativ dick ist würde ich es wagen. Der Ansatz ist ja auch nur einige Millimeter lang.
Wed
 
Das funktioniert aber alles nur, so lange wie die Spindel keinen Schlag hat.
Nur so am Rande: wir mussten schon vor Jahren feststellen, daß die Reparatur einer Drehbank ein äußerst schwieriges Unterfangen sein kann wenn man keine funktionierende Drehbank hat. Wenn dann der Nachbar aushelfen kann oder eine eigene Zweitmaschine da ist, sieht es besser aus.
 
Einen (neuen) Zwischenflanschrohling maßgenau bearbeiten.
Ich persönlich würde das Dreibackenfutter vom Flansch lösen, dann den Zentrieransatz vom Flansch abdrehen und einen neuen Ansatz drehen.
Dann läuft das Futter wieder schlagfrei (sofern nicht die Backen einen Hau haben).
Da diese Drehbank nicht der stärksten eine ist und der Flansch relativ dick ist würde ich es wagen. Der Ansatz ist ja auch nur einige Millimeter lang.
Wed

Der Zentrieransatz kann 0,1mm kleiner gedreht werden, das Futter dann nur leicht auf dem Flansch festschrauben und Höhenschlag ausrichten, dann fest anziehen. Das Futter hält ohne Zentrierung trotzdem sicher und falls das Futter selbst nicht mehr das Beste ist, kann ein eingespanntes Teil so einfach zusammen mit dem Futter ausgerichtet werden.

LG
Rainer
 
Das funktioniert aber alles nur, so lange wie die Spindel keinen Schlag hat.
Nur so am Rande: wir mussten schon vor Jahren feststellen, daß die Reparatur einer Drehbank ein äußerst schwieriges Unterfangen sein kann wenn man keine funktionierende Drehbank hat. Wenn dann der Nachbar aushelfen kann oder eine eigene Zweitmaschine da ist, sieht es besser aus.

Solange sich der Futterflansch in seiner Position nicht ändert, hilft ein überdrehen des Flansches auch bei krummer Spindel.

Oh, Wed war schneller...

LG
Rainer
 
Davon ausgehend, daß die Spindelwelle einen Schlag hat, wäre es das beste diese auszubauen und zu richten.
Mit Abdrehen der Spindelnase bleibt das Problem im Spindelkasten und ruiniert auf Dauer das vordere Lager.
Mit Draufkloppen gibt man zumindest dem vorderen Spindellager den Rest.
 
Ich würde vorerst sicherstellen, ob die Spindel wirklich krumm ist, indem das Futter abgenommen und an der Spindelnase gemessen wird.

Um die Spindel krumm zu bekommen, bedarf es in der Regel mehr als ein stecken gebliebener Futterschlüssel, deswegen tippe ich auf ein ausgelutschtes Futter.

LG
Rainer
 
Ich würde vorerst sicherstellen, ob die Spindel wirklich krumm ist, indem das Futter abgenommen und an der Spindelnase gemessen wird.

Um die Spindel krumm zu bekommen, bedarf es in der Regel mehr als ein stecken gebliebener Futterschlüssel, deswegen tippe ich auf ein ausgelutschtes Futter.

LG
Rainer
Das man erst mal was kontrolliert, bevor man was macht, ist doch eigentlich klar.

Also erst mal schauen, ob der Spindelflansch taumelt und wieviel.

Da kann alles mögliche krumm, verschoben, ausgenudelt oder sonstwie nicht mehr in Ordnung sein.

Sind die 7 hundertstel Exzentrizität mit der Uhr von Min nach Max gemesssen?
 
Die 0.07 mm sind von Min nach Max gemessen. Die Exzentrizität auf der Hohlspindel - zwischen Lager und Flansch - beträgt 0.02mm wieder Min - Max.

Ich bin begeistert von eurem Fachwissen.... Die Tipps und Ratschläge hier oben angeführt zeugen ausnahmslos von viel Erfahrung.

Das wird eine harte Nuss zum knacken, zumal hier keine zweite Drehbank anwesend ist. Stijn
 
Ich gehe mal davon aus, daß die vordere Spindellagerung eine Gleitlagerung ist, war bei den alten Dingern bis in die 50er üblich.
Die kann man meist ein wenig nachstellen, unter 1/100 Lagerspiel bekommst Du die nicht eingestellt, dann klemmt es.
Manche haben auch einen eigenen Ölvorrat, der wird gerne vergessen aufzufüllen.

Die 2/100 Radialspiel würden mich also nicht irritieren, da musst Du das Futter ausrichten.
 
Mal ne grundsätzliche Frage, wie genau wollt / könnt ihr eigtlich eure Scheibchen und Bölzchen drehen?
Ja, ich verstehe, man muss die Zeit schon mit was füllen.
 
Ich kann dir gar nicht sagen, wie viel Schlag mein Futter hat. Ich richte immer direkt das Teil aus, wenn ich es genau haben möchte.....
Aber alleine durch umspannen, oder spannen ohne einen Flansch welchen man gegen das Futter drückt, schlägt ein Teil ja schnell.
 
Früher nach dem Krieg hat man Zigarettenpapier unter die Spindelaufnahme gelegt.

Hat mir ein Dreher erzählt, keine Ahnung, ob der den Elektriker veräppeln wollte, oder ob das stimmt. :D
 
Früher nach dem Krieg hat man Zigarettenpapier unter die Spindelaufnahme gelegt.
Hat mir ein Dreher erzählt, keine Ahnung, ob der den Elektriker veräppeln wollte, oder ob das stimmt.
Simmt.
Hab auch noch gezeigt bekommen, beim einrichten der Fräse, unter das Werkstück Zigarettenpackungsfolie oder auch das Stanniol unterzulegen an der benötigeten Ecke. (Natürlich handgeführte Maschine, nix NC/CNC)
Ist zwar ein "Kordelpatent", funktionierte aber.