Was mich in der ganzen Diskussion wundert ist, warum das überhaupt zur Disposition steht. Bremsflüssigkeit kostet jetzt nicht die Welt und der Wechsel ist bei unseren Kühen schnell selbst erledigt, deshalb stellt sich so eine sicherheitsrelevante Frage in meinen Augen nicht. Außerdem hätte ich mal gerne gewußt ob das was hier so verbreitet wird eigene Meinung, Expertenmeinung oder Erfahrung ist, das wäre durchaus entscheidend zu wissen in einem Forum das für jeden zu lesen ist.
Hallo …,
ein Forum ist ein Forum, d.h. es spiegelt nahezu immer die eigene Meinung, die eigene Erfahrung oder tatsächlich auch Expertenwissen wieder. Eine Klassifizierung erfolgt nicht bzw. selten.

Die im ersten Post gestellte Frage ist definitiv legitim. Das, was hier gemacht wurde, ist eine Risikoabschätzung. Und in meinen Augen erfolgten keinerlei gefährliche Hinweise. Denn eigentlich müsste hier geschrieben werden: Das Arbeiten an Bremsen ist nur Fachkräften erlaubt, alle anderen müssen die Finger davon lassen. Da wir aber wissen, dass solche Hinweise nicht ernst genommen, haben wir eben auch Anleitungen zur Bremsenreparatur in der Datenbank.

Und bis jetzt reden wir nur über eine in der originalen Dose gelagerten Bremsflüssigkeit mit 2 Jahren auf dem Buckel und nicht darüber, ob man von einem Spenderfahrzeug die Bremsflüssigkeit für eine Reparatur nehmen soll. DAS wäre eine echte Hausnummer.

Heißt: Das Arbeiten an der eigenen Maschine unterliegt der eigenen Gewährleistung und Risiko.

Hans
 
Heißt: Das Arbeiten an der eigenen Maschine unterliegt der eigenen Gewährleistung und Risiko.
Lieber Hans,

ich Schätze Dich, Dein Wissen und Deine Meinungen, auch aus dem Nachbarforum, sehr aber hier bin ich anderer Meinung. Es könnte ja ein Bremsversagen durchaus dazu führen das man Dritte gefährdet.
Aber das ist wie in jedem Forum, ein paar Ingenieure haben Dinge entwickelt, hier in diesem Beispiel ein hydraulisches Bremssystem, und geben Empfehlungen basierend auf Expertenwissen und ggf Forschung heraus. Das wird dann im Laufe der Zeit von "Laien", Hobbymechanikern und sonstigen "Fachleuten" in Frage gestellt. Das ist mir im Prinzip auch egal, solange der Schaden dann auf deren Seite bleibt (man sehe sich bloß mal die endlosen Diskussionen um Ölwechselintervalle an), bei sicherheitsrelevanten Dingen hört bei mir aber der Spass dann auf. Die Herren Dunning und Kruger lassen in diesen Diskussionen herzlich grüßen.
 
sehr aber hier bin ich anderer Meinung. Es könnte ja ein Bremsversagen durchaus dazu führen das man Dritte gefährdet.
Wenn du mir den Nachweis bringen könntest, wäre ich auf deiner Seite. Mir war der Hinweis von Wolfgang sehr wichtig. Die anderen Aussagen gehen in die Richtung Haftung - ein ganz anderes Thema.

Nochmal: Neu ist immer besser (auch da müsste dann neu hinterfragt werden, siehe die Frage nach dem Abfülldatum auf der Dose), nur ab wann darf es nicht mehr eingesetzt werden?

Hans
 
Bei bisher allen Gebraucht-KFZ waren die Bremsanlagen unterirdisch gewartet.
Rostige Kolben, undichte HBZ, Schmodder im ganzen System.
Da ist der regelmäßige Wechsel nur ein Aspekt.
Vielleicht sollte man empfehlen, wie in Japan die Bremsanlage alle 10 Jahre zu überholen?

Gruss, Frank
 
Nun ja, ich würde mal behaupten eine neue Dose Bremsflüssigkeit ist ja luftdicht, mittels eines Siegels, meist aus Plastik, verschlossen. Wenn man dieses Siegel bricht dann wird man diese Dose nie wieder wirklich luftdicht verschließen können und Ergo wird die Bremsflüssigkeit Feuchtigkeit aufnehmen. Wie lange dieser Prozess in Anspruch nimmt bis die BFL unbrauchbar wird weiß ich nicht. Das werde ich aber beim nächsten mal wenn ich BFL übrig habe mal austesten. Was man machen kann ist die Bremsflüssigkeit aus der angebrochenen Dose vor dem Verwenden mit dem bereits erwähnten Bremslüssigkeitstester auf ihren Wassergehalt testen. Immerhin besser als blind ins Bremssystem kippen.
 
.....
Da hätte ich auch nach längerer Lagerung keine Bedenken.
Hersteller wollen sich halt aus jeder Form von Gewährleistung freihalten.
...und wollen doch nichts lieber. als das der Konsument so schnell wie möglich wegschmeißt/wegschüttet/austauscht....und neu kauft.
Wer hat Huxleys Buch - "Brave New World" gelesen: "the less stitches the more riches".
 
Hallo
Ich habe so wie die meisten hier auch wenig Ahnung 😁, wechsle aber alle 2 Jahre die Bremsflüssigkeit.
Ist ja nicht viel Arbeit und schnell erledigt.

Angebrochene und gut verschlossene Gebinde verwende ich auch nach 3 Jahren wenn noch genügend Inhalt vorhanden ist. Geringe Mengen hebe ich nicht so lange auf.
*Ungeöffnet hätte ich auch nach 5 Jahren oder mehr keine Bedenken die Bremsflüssigkeit noch zu verwenden.
Das war auch bei der alljährlichen Messung beim TÜV immer im grünen Bereich.
Ja, die nehmen das hier sehr genau. 🙃

Ich verwende auch schon lang DOT 5.1
Ein Ablauf oder Produktionsdatum hab ich noch nicht entdeckt.

Ansonst halte ich mich (meist) nach den Herstellerangaben. 😉

*Ergänzung
 
Zuletzt bearbeitet:
und geben Empfehlungen basierend auf Expertenwissen und ggf Forschung heraus.
Das sind meinesErachtens häufig keine technisch notwendigen Dinge. Grund für die Intervalle sind aftermarket-umsätze und Haftungsausschluss. Tesla Model3 kennt keine Wartungsintervalle, gar keine. Nicht mal für Bremsflüssigkeit. Es wird empfohlen, die Bremsflüssigkeit alle 4 Jahre zu prüfen... Kann man beurteilen wie man will.

Ja, Bremsflüssigkeit nimmt Wasser auf und altert nur durch herumstehen alleine deshalb. Meiner Meinung nach sind in den 2 Jahren jedoch alle Eventualitäten und Einsatzbedingungen eingerechnet, die auftreten könnten. Dementsprechend halte ich trocken und verschlossen gelagerte Bremsflüssigkeit für völlig unbedenklich.

Und nein, es geht mir nicht um 2 Euro 50. Bremsflüssigkeit ist übel zu entsorgen und ein echt mieses Zeug.

Ich bin auch der festen Überzeugung, dass in 40-50 Jahren ein gewisser Fortschritt bei Bremsflüssigkeit erzielt worden ist und diese inzwischen haltbarer ist. Sollte man als Hersteller deshalb auf Umsatz verzichten?

Zur Klarstellung: das ist nur meine persönliche Meinug. Wer auf Nummer sicher gehen will wechselt jährlich (So, wie bei unserem Hyundai) die Bremsflüssigkeit mit frisch Gekaufter. Das ist bei entsprechendem Einsatz sicher sinnvoll (keine Ironie!). Ansonsten wie immer: unabhängig eine eigene Meinung bilden und danach handeln.
 
Zuletzt bearbeitet:
Außerdem hätte ich mal gerne gewußt ob das was hier so verbreitet wird eigene Meinung, Expertenmeinung oder Erfahrung ist, das wäre durchaus entscheidend zu wissen in einem Forum das für jeden zu lesen ist.
Dann ist unser Forum die falsche Informationsquelle für Dich.

Halte Dich ausschließlich an die (verfügbaren) Betriebsanleitungen und Werkstatthandbücher von BMW selbst, das sind die von Dir gewünschten qualifizierten Ersthand–Informationen vom Hersteller selbst.

Florian
 
Ich habe heute Abend meine Plastikflasche mit Liqui Moly DOT 4 betrachtet. Die Flasche ist gestempelt mit Batchnummer, Datum 07/24 und mit Expiry Date 07/26.

1770593015460.gif
 
Original verpackte und versiegelte ATE-Bremsflüssigkeit in der Blechdose ist bei sachgemäßer, kühler und trockener Lagerung in der Regel bis zu 5 Jahre haltbar. Die Blechdose bietet einen besseren Schutz vor Feuchtigkeitsaufnahme (Hygroskopie) als Kunststoffbehälter.

LG Uwe
 
Die Scheibenbremsen der 2-Ventil Boxer sind vielleicht nicht besonders wirksam, schon gar nicht im Vergleich zu modernen Bremsanlagen. Trotzdem oder vielleicht sogar deshalb sind sie sehr konservativ ausgelegt im Hinblick auf Überhitzung. Entweder gibt es thermisch nur wenig leitfähige "organische" Bremsbeläge (36/38 mm ATE und Brembo Festsattelbremse) oder eben wenig thermisch leitfähige Bremskolben (edit aus Phenolharz) kombiniert mit Sintermetallbelägen (48 mm Festsattelbremse). BMW hat also viel Wert drauf gelegt, dass möglichst wenig Wärme zur Bremsflüssigkeit gelangt. Hinzu kommt, dass sich der Klebstoff der Beläge längst zersetzt hat, bevor eine frisch aufgefüllte DOT4 BFL den Siedepunkt erreicht.

Wer das nicht glaubt, soll sein Motorrad auf freier Strecke gern mehrfach aus hoher Geschwindigkeit voll herunterbremsen und danach den Bremssattel anfassen. Seid aber bitte nicht enttäuscht ....
 
Zuletzt bearbeitet:
Update 09/02/2026 18:35h

Ich mache mal ein kleines Gedankenexperiment, hier bitte seitens Wolfgang (Wolfgang H.) und Frank (FrankR80GS) mit einem besonders kritischen Blick darauf schauen.

Nehmen wir mal an, dass ein Gebinde mit 250 ml BF zur Hälfte für einen Wechsel benutzt und das Behältnis danach wieder fest verschlossen wird. Es gelten folgende Voraussetzungen:
  • Der Behälter ist dicht, d.h. es erfolgt keinerlei Austausch mit der Umgebung
  • Der Behälter wird bei 20 Grad dunkel ganzjährig aufbewahrt und bleibt unangetastet
  • Der Behälter wird nach zwei Jahren wieder geöffnet
  • Im Behälter befindet sich zu Beginn bzw. Kauf 250 ml BF mit 0% Wasseranteil, die eingeschlossene Restluft im Behälter ist ebenfalls "trocken"
Um mir das rechnen etwas einfacher zu machen, gelten folgende Annahmen
  • 1 m3 Luft entspricht 1.000 Liter Wasser (Flüssigkeit)
  • 1 Liter BF entspricht 1 Liter Wasser
  • 1 g entspricht 1 ml

Bremsflüssigkeit darf maximal einen Wasseranteil von 3,7% haben (Quelle 1 Wicki)
Des weiteren hat ein m3 Luft folgenden Anteil an Wasser (in g bei einer bestimmten relativen Luftfeuchtigkeit): (Quelle 2 Wicki)

1770644870791.png

Was passiert, wenn aus dem Behälter die Hälfte entnommen wird, d.h. wie hoch könnte theoretisch durch die hineinströmende Luft der Wasseranteil in der Bremsflüssigkeit sein.

Hier nun eine Annahme, die physikalisch gar nicht möglich ist: Der Wasseranteil der Luft geht komplett in die Bremsflüssigkeit über.
  • Dose [ml] 250,00 ml
  • Restflüssigkeit [ml] 125,00 ml
  • "Luft" [ml] 125,00 ml
  • Max- Menge Wasser in BF [%] 3,70%
  • Anteil Wasser in BF [ml] 4,63 ml
  • Anteil Wasser in BF [g] 4,63 g
Nimmt man die Tabelle oben, so ergäben sich folgende Werte
  • 30 Grad / 100% Luft im Behälter [g] 0,0038 g Wassereintrag in BF
  • 20 Grad / 100% Luft im Behälter [g] 0,0022 g Wassereintrag in BF
  • 20 Grad / 80% Luft im Behälter [g] 0,0013 g Wassereintrag in BF


Im Schnitt hat z.B. Jena eine rel. Luftfeuchte zwischen 68% und 81%, Schnitt 75% (Quelle Hochschule Jena), wobei um die Mittagszeit auch nur 7% gemessen wurden. Annahme: 60% rel. Luftfeuchte.

Damit würde ein halb leerer BF-Behälter unter der Annahme, dass bei der Aktion 20 Grad und 60% Luftfeuchte herrschen ca. 0,0013 g Wassereintrag im Gebinde maximal nachweisbar sein.

Bei Bedingungen mit 30 Grad Temperatur und 100% Luftfeuchte (Nebel) käme man schon an 3,8 mg, d.h. da wären die Reserven schon deutlich geringer.

Die gleiche Rechnung mit einem nahezu leeren Behälter (50 ml Restflüssigkeit BF) ist ein möglicher Wassereintrag bei 60% rel. Luftfeuchte und 20 Grad um 11% überschritten.


WICHTIG: Alle Werte oben sind theoretische Werte und zeigen max. Grenzwerte auf.

Interessant an den Werten finde ich den Zusammenhang von rel. Feuchte, Temperatur und Wasseranteil - d.h. bei Regen oder Nebel eher keinen Wechsel machen. Und auch klar ist, dass ein Mini-Rest zur Nutzung ausgeschlossen werden sollte.

Ich hoffe, dass das kleine Rechenbeispiel in der Einschätzung helfen kann.

Was nicht betrachtet wurde: Die mögliche Zersetzung des Gebinde, dazu habe ich leider nichts gefunden.

Hans
 
Zuletzt bearbeitet:
Gut ausgestattete Weinliebhaber könnten an hygroskopischer Bremsflüssigkeit einen Vorteil haben - wenn sie, wie bei ihrem angebrochenen Burgunder oder Bordeaux - das Bremsflüssigkeitsdöschen mit der CO2-Kartusche versorgen. CO2 ist schwerer als Luft, damit wird der feuchtehaltigen Luft der Zutritt zur hygroskopischen DOT 4 verwehrt.

Jux beiseite: Hans hat zwar sicherlich mit den Modellrechnungen recht, aber in Kenntnis der ATE-Döschen wäre meine ... Annahme, dass das sehr kleine Luftvolumen über einer angebrochenen Dose kaum relevant viel Feuchte spendet, sodass durch hygroskopische Wasseraufnahme die Siedetemperatur sinken könnte. Passiert nicht, oder kaumst. Behaupte ich mal, unberechnet. In der Annahme, dass ein einfacher kräftiger Griff beim Zudrehen des Döschens es auch wieder luftdicht verschließt.

Es ist sicherlich ein eminenter Unterschied, wenn die z.B. zwei jahre Verbleib einer Bremsflüssigkeit in der Dose stattfinden (gut verschlossen = nicht belüftet...), versus zwei Jahre im Einsatz, mit gewollter Belüftung per kleiner Bohrung, damit die BF dem Bremsverschleiß nachlaufen kann. Da wird konstant aus der Luft Wasser gezogen ... ... egal, ob gefahren wird oder nur herumgestanden.

= = =

Härtefall: Die BF, ATE DOT 4, die ich hier seltenst nutze, ist >>20 Jahre alt. Die könnte ich mal zu einem "Kochversuch" zur Verfügung stellen - ich wette, sie hat kaum bis gar nicht gelitten.

Denn darum geht es: der Wassereintrag in DOT 4 senkt den Siedepunkt. Irgendwas von 190° "normal neu" bis runter in die Gegend von 140 oder 130, wo es gefährlich werden kann, insbesondere auf dem Kringel, bei Passabfahrten, wo derbe Hitze eingetragen wird.

NB - Tesla könnte auf die Wechselei ggfs. dann verzichten, wenn sie DOT 5 drinhaben - das ist dann (nicht-hygroskopische) Silikon-Bremsflüssigkeit.
 
Bevor es dieses Forum gab, hab ich die Bremsflüssigkeit alle 5 oder noch mehr Jahre geweGSelt.
Auch die Vorschrift der Hersteller, die Bremsleitungen alle 3 Jahre oder so zu weGSeln hab ich bisher ignoriert.
Ich hab halt irgendwann auf Stahlflex umgebaut. Bei meiner Suzi mach ich das jetzt nach 34 Jahren. Da ging letztes Jahr nach einem Transport im Transit die Bremse vorne nimmer auf. Nach leichtem Öffnen der Bremsleitung wars dann wieder ok. Aber deshalb mach ich da jetzt auch Stahlflex rein.
Also, habt euch nicht so :piesacken::entsetzten::entsetzten::entsetzten:
 
Bremsflüssigkeits-Temperaturdrift:

Wenn ich so überlege: mein Keller liegt direkt neben dem Heizungskeller, nur getrennt durch eine FH-Tür... Da die Heizanlage ganzjährig eingeschaltet ist (selbst im Sommer wegen Warmwasser) beträgt die "Keller-Temperatur" im Winter ca. 17°C +/- 2°C, im wärmsten Sommerwetter ca. 24°C +/- 2,5°C... (Das ist eine relativ konstante Lagertemperatur).. Wenn ich jetzt z.B. die B-Flüssigkeiten im Bf-Behälter am Bremsgriff, den Sätteln, den Leitungen nehme, dann kommen enorme Temperatur-Differenzen in der freistehenden Garage täglich zwischen Tag und Nacht zusammen: der Behälter mit seiner Be/Entlüftung "atmet" enorm Luftfeuchte ein und es sind je nach Jahreszeit enorme Temp.-Differenzen: im Schnitt täglich ca. 8°C im Winter und ca. 15°C im Sommer..

Bei meiner/6 mit dem BF-Behälter unter dem Tank: hier wird die BF im Sommer-Fahrbetrieb enorm aufgeheizt...

LG Uwe
 
Bevor es dieses Forum gab, hab ich die Bremsflüssigkeit alle 5 oder noch mehr Jahre geweGSelt.
Auch die Vorschrift der Hersteller, die Bremsleitungen alle 3 Jahre oder so zu weGSeln hab ich bisher ignoriert.
Ich hab halt irgendwann auf Stahlflex umgebaut. Bei meiner Suzi mach ich das jetzt nach 34 Jahren. Da ging letztes Jahr nach einem Transport im Transit die Bremse vorne nimmer auf. Nach leichtem Öffnen der Bremsleitung wars dann wieder ok. Aber deshalb mach ich da jetzt auch Stahlflex rein.
Also, habt euch nicht so :piesacken::entsetzten::entsetzten::entsetzten:
Wenn eine Hydraulikbremse nach dem Betätigen nicht wieder aufgeht, ist der Fehler meisten im HBZ zu suchen, weniger in den Bremsleitungen. In der Regel ist der Druckkolben hinüber und lässt keinen Druckausgleich zu nach dem Öffnen der Bremse. Nur so als gut gemeinter Hinweis aus Erfahrung.
 
der Behälter mit seiner Be/Entlüftung "atmet" enorm Luftfeuchte ein
Kommt auf den Behälter an. z.B. an der GS ab 91 ist ein Faltenbalg im BF-Behälter, der mit dem Schwinden der Flüssigkeit (Belagreduktion) mit abtaucht, d.h. von oben kommt Luft in den Behälter, aber die Membran schützt so vor neuer Aussenluft.

Hans
 
Kommt auf den Behälter an. z.B. an der GS ab 91 ist ein Faltenbalg im BF-Behälter, der mit dem Schwinden der Flüssigkeit (Belagreduktion) mit abtaucht, d.h. von oben kommt Luft in den Behälter, aber die Membran schützt so vor neuer Aussenluft.

Hans
Das kenn ich eigentlich nur so. G/S, GS1, Ducati, Suzuki, G650X ...
 
Wenn eine Hydraulikbremse nach dem Betätigen nicht wieder aufgeht, ist der Fehler meisten im HBZ zu suchen, weniger in den Bremsleitungen. In der Regel ist der Druckkolben hinüber und lässt keinen Druckausgleich zu nach dem Öffnen der Bremse. Nur so als gut gemeinter Hinweis aus Erfahrung.
Sowohl, als auch: nach meinen Erfahrungen wachsen die Bremsschläuche (Gummimischung) durchschnittlich nach 16-20 Jahren soweit zu, daß die Beläge nicht mehr selbstständig zurückgehen; Bei den HBZ konnte ich im gleichen Zeitraum gequollene Manschetten feststellen, sehr oft auch Undichtigkeiten die so gering waren, daß man es erst am aufgeblühten Lack oder am Rost erkennt.

LG Uwe
 
Ich mache mal ein kleines Gedankenexperiment, hier bitte seitens Wolfgang (Wolfgang H.) und Frank (FrankR80GS) mit einem besonders kritischen Blick darauf schauen.

Nehmen wir mal an, dass ein Gebinde mit 250 ml BF zur Hälfte für einen Wechsel benutzt und das Behältnis danach wieder fest verschlossen wird. Es gelten folgende Voraussetzungen:
  • Der Behälter ist dicht, d.h. es erfolgt keinerlei Austausch mit der Umgebung
  • Der Behälter wird bei 20 Grad dunkel ganzjährig aufbewahrt und bleibt unangetastet
  • Der Behälter wird nach zwei Jahren wieder geöffnet
  • Im Behälter befindet sich zu Beginn bzw. Kauf 250 ml BF mit 0% Wasseranteil, die eingeschlossene Restluft im Behälter ist ebenfalls "trocken"
Um mir das rechnen etwas einfacher zu machen, gelten folgende Annahmen
  • 1 m3 Luft entspricht 1.000 Liter Wasser (Flüssigkeit)
  • 1 Liter BF entspricht 1 Liter Wasser
  • 1 mg entspricht 1 ml

Bremsflüssigkeit darf maximal einen Wasseranteil von 3,7% haben (Quelle 1 Wicki)
Des weiteren hat ein m3 Luft folgenden Anteil an Wasser (in g bei einer bestimmten relativen Luftfeuchtigkeit): (Quelle 2 Wicki)

Anhang anzeigen 398501

Was passiert, wenn aus dem Behälter die Hälfte entnommen wird, d.h. wie hoch könnte theoretisch durch die hineinströmende Luft der Wasseranteil in der Bremsflüssigkeit sein.

Hier nun eine Annahme, die physikalisch gar nicht möglich ist: Der Wasseranteil der Luft geht komplett in die Bremsflüssigkeit über.
  • Dose [ml] 250,00 ml
  • Restflüssigkeit [ml] 125,00 ml
  • "Luft" [ml] 125,00 ml
  • Max- Menge Wasser in BF [%] 3,70%
  • Anteil Wasser in BF [ml] 4,63 ml
  • Anteil Wasser in BF [mg] 4,63 mg
Nimmt man die Tabelle oben, so ergäben sich folgende Werte
  • 30 Grad / 100% Luft im Behälter [mg] 3,7975 mg Wassereintrag in BF
  • 20 Grad / 100% Luft im Behälter [mg] 2,1500 mg Wassereintrag in BF
  • 20 Grad / 80% Luft im Behälter [mg] 1,2875 mg Wassereintrag in BF
  • 20 Grad / 80% Faktor Sicherheit -72%

Im Schnitt hat z.B. Jena eine rel. Luftfeuchte zwischen 68% und 81%, Schnitt 75% (Quelle Hochschule Jena), wobei um die Mittagszeit auch nur 7% gemessen wurden. Annahme: 60% rel. Luftfeuchte.

Damit würde ein halb leerer BF-Behälter unter der Annahme, dass bei der Aktion 20 Grad und 60% Luftfeuchte herrschen ca. 1,3 mg Wassereintrag im Gebinde maximal nachweisbar sein. Was 72 % weniger wäre, als die 3,7% Regel vorgeben würde.

Bei Bedingungen mit 30 Grad Temperatur und 100% Luftfeuchte (Nebel) käme man schon an 3,8 mg, d.h. da wären die Reserven schon deutlich geringer.

Die gleiche Rechnung mit einem nahezu leeren Behälter (50 ml Restflüssigkeit BF) ist ein möglicher Wassereintrag bei 60% rel. Luftfeuchte und 20 Grad um 11% überschritten.

WICHTIG: Alle Werte oben sind theoretische Werte und zeigen max. Grenzwerte auf.

Interessant an den Werten finde ich den Zusammenhang von rel. Feuchte, Temperatur und Wasseranteil - d.h. bei Regen oder Nebel eher keinen Wechsel machen. Und auch klar ist, dass ein Mini-Rest zur Nutzung ausgeschlossen werden sollte.

Ich hoffe, dass das kleine Rechenbeispiel in der Einschätzung helfen kann.

Was nicht betrachtet wurde: Die mögliche Zersetzung des Gebinde, dazu habe ich leider nichts gefunden.

Hans
Du hast sehr viel Zeit.