... übrigens gibt es das Resonanzfrequenz-Problem auch bei grossen Schiffsmaschinen. Im Maschinenkontrollraum sind dann extra Schilder auf dem Fahrpult angebracht, dass die "kritische Drehzahl" schnell über- /unterschritten werden muss, da es sonst zu Schäden an den Triebwerksteilen kommen kann.
Nur mal so nebenbei, wir sind nicht die einzigen mit diesem Problem.
LG :wink1:
Martin
 
... übrigens gibt es das Resonanzfrequenz-Problem auch bei grossen Schiffsmaschinen. Im Maschinenkontrollraum sind dann extra Schilder auf dem Fahrpult angebracht, dass die "kritische Drehzahl" schnell über- /unterschritten werden muss, da es sonst zu Schäden an den Triebwerksteilen kommen kann.
Nur mal so nebenbei, wir sind nicht die einzigen mit diesem Problem. ...
Wir haben das Glück, daß es beim BMW-Motor nicht zu Schäden an den Triebwerksteilen kommt! ;)
 
@Marian: zu Deiner Frage "Wie vibriert beispielsweise die IFA BK350?"
Bei der BK 350 zünden die Zylinder gleichzeitig, ausserdem ein 2-Takter, nicht wie bei der BMW. Daher ist das m.E. nicht vergleichbar.
Die Vibrationen sind "feiner" (sorry, anders kann ich das nicht ausdrücken) als bei der BMW.

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@Marian: zu Deiner Frage "Wie vibriert beispielsweise die IFA BK350?"
Bei der BK 350 zünden die Zylinder gleichzeitig, ausserdem ein 2-Takter, nicht wie bei der BMW. Daher ist das m.E. nicht vergleichbar.
Die Vibrationen sind "feiner" (sorry, anders kann ich das nicht ausdrücken) als bei der BMW.

Anhang anzeigen 406767
Ein Grund dafür dürfte schon die geringere Masse der bewegten Triebwerksteile sein.
 
Da hier von einigen so kühne Theorien aufgestellt werden ….🥴


Ganz schön heiß isses heute wieder 😳
 
Zuletzt bearbeitet:
Guten Morgen (hüstl),
ich war gestern mit meiner Frau den Abend auf der Terrasse und haben den abkühlenden Abend genossen - ganz analog.

Dirk hat mich vorhin angerufen, er wird sich wohl selber direkt zu den Fragen äußern, gebt ihm etwas Zeit.

Noch was: Ich habe die Threadteile, da doch ein reges Interesse besteht, herausgelöst und (hier) in einen neuen Thread aufgemacht.

Hans
 
Zuletzt bearbeitet:
Während Hans den gestrigen Abend auf der Terasse genossen hat, habe ich ihn für eine 90-km-Feierabendrunde mit der G/S genutzt.

Angeregt durch diese Beitragreihe habe ich mal auf die Lebensäußerungen des Motors geachtet. Der vibriert ja tatsächlich mehr als sonst. Ich sollte mal wieder synchronisieren.
 
Hallo Zusammen,

da das Thema Motorvibrationen zwischen 2500-3000U/min ja doch einige interessiert, habe ich mal meine Erfahrungen mit diversen Modifikationen an meiner R75/7 zusammengeschrieben, wie schon von Hans angedeutet.

Ende 2016 habe ich das weitgehend unverbastelte Motorrad mit 33Tkm gekauft. In der ersten Winterpause habe ich den Motor zerlegt. Helmut Mader hat die Köpfe auf bleifrei umgerüstet und Kurbelwelle und Schwungrad feingewuchtet. Steuerkette und Kettenspanner sowie die Ventile wurden ersetzt. Haupt- und Pleuellager waren ok. Ich habe dann die Gewichte von Kolben, Pleuel und allen vier Ventilen auf kleiner als 0,5 Gramm angeglichen (was die Waage so hergibt) und die Federkräfte der Ventilfedern durch entsprechende Unterlegscheiben ebenfalls gleich eingestellt. Danach habe ich den Motor sorgfältig montiert, Axialspiel eingestellt, Rundlauf des Rotors geprüft, Verdichtung angeglichen, etc. Die Vergaser wurden auch komplett revidiert und Membran, Nadeldüse, Düsennadel, Schwimmer und alle O-Ringe ausgetauscht. Kontakte, Zündkerzen, Luftfilter, Ansauggummis, etc. wurden natürlich auch getauscht.

In Erwartung eines schön laufenden Motors wurde ich bei der ersten Probefahrt ernüchtert. Der Motor lief insgesamt recht rau und die Vibrationen zwischen 2500-3000 U/min waren immer noch so hoch wie vorher. Helmut Heusler hat mir dann attestiert, dass das Motorrad wirklich ziemlich beschiss… läuft (er hat es etwas höflicher ausgedrückt).

In den folgenden Jahren habe ich dann diverse Umbauten vorgenommen:
leichter Schwung (weniger Handkraft und kein Rupfen mehr),
800er Nikasilzylinder,
Ignitech-Zündung mit Sensor an der Kurbelwelle, leichte Kolben und Pleuel von Israel (Verdichtung erneut geprüft und angepasst, sehr schöner Motorlauf oberhalb von ca. 3000 U/min),
verripptes Getriebe mit langem 5. Gang, Kardanwelle mit Ruckdämpfer (wg. Schaltbarkeit).
Außerdem habe ich testweise andere Vergaser montiert (kein Unterschied) und letztendlich die Vergaser nochmals penibel gereinigt und Nadeldüsen (jetzt 2.64, vorher 2.66) und Düsennadeln getauscht. Vor allem die letzte Revision am Vergaser hat subjektiv am meisten gebracht.

Der Motor läuft inzwischen wesentlich besser und Helmut hat ihn sogar für i.O. befunden. Die Vibrationen zischen 2500-3000 U/min haben sich aber nicht nennenswert verbessert. Das Problem ist subjektiv vielleicht sogar noch etwas größer geworden. Der Motor läuft von 2000-2500 U/min und dann oberhalb von 3000 U/min sehr schön, sodass dieser schmale Resonanzbereich noch etwas stärker wahrgenommen wird als z.B. bei der ein oder anderen 1000er, die im gesamten Drehzahlbereich vibriert.

Weitere Versuche habe ich mit unterschiedlichen Hinterachsgetrieben (37/11, 32/10 und 32/11) gemacht, wobei mir die 37/11 eigentlich am besten gefällt. Die 32/11 ist natürlich Unsinn, da ging es mir nur ums ausprobieren. Letztendlich bin ich wieder bei der Serienübersetzung 32/10 gelandet. Da kann ich in den Ortschaften meistens im 5. Gang rollen.

Nach vielen Gesprächen und Überlegungen habe ich vor zwei oder drei Jahren dann mal eine App auf mein Smartphone geladen, mit der man Schwingungen messen kann. Das Telefon habe ich am Lenker befestigt und mit dem Kunststoffhammer vertikal/mittig auf die Zylinder geklopft, was eine Anregung durch eine Kolbenseitenkraft simulieren soll. Bei stehendem (!) Motor hat sich dann wunderbar die Resonanzfrequenz von ca. 41Hz gezeigt. Damit war mir klar, dass das Hauptproblem nicht in der Anregung durch den Motor sondern im Übertragungsweg vom Motor zum Lenker und den Fußrasten liegt. Dort vibriert mein Motorrad stärker als an Tank und Sitzbank. Im ersten Schritt habe ich mir dann Lenkergewichte gedreht, die aber nichts gebracht haben.

Die einzige Maßnahme, die deutlich im Problembereich wirkt, ist eine Drehmomentstütze, die den Kettenkastendeckel seitlich fasst und sich dann am darüberliegenden Rahmenunterzug abstützt. Das Ding herzustellen war eine furchtbare Fummelei, da ich kaum Platz zwischen den ganzen Kabeln gefunden habe. ist. Die Wirkung ist aber frappierend. Von 2000 - 3500 U/min kann man das Motorrad jetzt „normal“ fahren und auch Beschleunigen in dem Drehzahlbereich geht ohne diese nervige Resonanzüberhöhung. Der große Nachteil ist aber, dass der Motor jetzt im Drehzahlbereich um die 4000 U/min (also Landstraße, 100km/h) stärker vibriert als vorher. Bei der ersten Tour war das aber weniger schlimm als die Rappelei bei 2500-3000 U/min. Ich bin aber noch unentschlossen, ob ich die Drehmomentstütze drin lasse, da sich der Motor ja nicht mehr so einfach ausdehnen kann, wenn er heiß wird. Ich hoffe, dass der Deckel die Belastung aushält und die Rahmenrohre nachgiebig genug sind.

Das waren jetzt meine Erfahrungen mit dem Thema. Ich kann bei Interesse noch etwas aus dem Buch von Küntscher/Hoffmann „Kraftfahrzeugmotoren“ zitieren, um das Geheimnis von Gas- und Massenkräften und wie die auf das Motorgehäuse wirken, etwas zu lüften.

Viele Grüße
Dirk