Sack

Einsteiger
Hi,

ich habe mich frisch angemeldet und bin der Marc aus OWL. Ich habe eine R100GS '93 als neues Projekt erworben. Sie wurde mit Getriebeschaden verkauft. Ich bin aber eher der Meinung, dass es im Bereich der Kupplung etwas gibt, was so nicht sein soll.

Die Symptome:
Laut Verkäufer ist während der Fahrt plötzlich ein schleifendes Geräusch aus dem Bereich des Getriebes aufgetreten, er hat die Maschine dann sofort angehalten und aus gemacht. Bei der Besichtigung haben wir sie laufen lassen. Im Stand bei Leerlauf läuft der Motor ruhig und unauffällig, der Starter macht auch keine komischen Geräusche beim Anlassen. Die Kupplungsbetätigung fühlt sich normal an. Sobald man dann die Kupplung zieht, kommt ein schleifendes Geräusch aus dem Bereich rund um Getriebe/Kupplung. Wenn der Motor aus ist und ein Gang eingelegt wird und man dann am Hinterrad dreht, hört man ein schabendes Geräusch Richtung Kupplung.

Also heute Getriebe raus und nachgeschaut.

Das Getriebe schaltet sauber und lässt sich von Hand in allen Gängen sauber drehen. Die Kupplung sieht eigentlich auch unauffällig aus, Im Gehäuse sind wenige Messingspäne zu sehen. Ich habe mal ein paar Bilder gemacht, vielleicht habt Ihr ja einen Tipp.

Ich vermute, dass das schleifende Geräusch vom Federteller kommt, der sich in der Schwungscheibe dreht. Sollte die Einheit Schwungscheibe/Federteller/Druckplatten nicht eigentlich immer fix zueinander stehen? Auch wundert es mich, dass ich im Federteller den Abdruck der Getriebeeingangswelle so deutlich sehe.

Ich kenne Kupplungen allerdings nur vom Auto und auch da nur vom gelegentlichen tauschen, von der Kuh habe ich bislang nahezu null Ahnung.

Gruß Marc


IMG_7146.JPGIMG_7139.JPGIMG_7144.JPGIMG_7142.JPGIMG_7141.JPGIMG_7145.JPGIMG_7138.JPG IMG_7137.JPG
 
Naja..einfache Nummer..die Verzahnung der Kupplungsscheibe hat sich aufgelöst...

Gruß, Hendrik

PS: Eingangswelle Getriebe genau untersuchen, oft ist hier auch schon ein netter Bogen drin bei dem Befund.
 
Sieht aus, als wäre die Verzahnung von Kupplung und Getriebe vollkommen trocken gelaufen und dadurch völlig verschlissen. Die Reibscheibe ist Schrott, die Verzahnung der Eingangswelle muss sorgfältig geprüft werden. Die umlaufenden Schleifspuren der Tellerfeder sind nicht kritisch, lassen sich aber durch einen gaaanz feinen Strich Kupplungsnabenfett vermeiden, ebenso der Abrieb an den Federspitzen. Die Verzahnung und die Schulter der Druckstange wird auch damit geschmiert.
 
Wie schon geschrieben ist die Reibscheibe, möglicherweise auch die Eingangswelle den Trocken-Tot gestorben

Teil-1a.jpg

Teil-2a.jpg

Ersteres ist Müll, zweiteres bitte mal ein besseres Bild einstellen. Mit etwas Glück hast du nur mit dem ersten Teil für Ersatz zu sorgen ...

Hans
 
Danke für die vielen Hinweise und ja eigentlich auch schon die Lösung. Die Verzahnung in der Reibscheibe ist blank, die Verzahnung auf der Eingangswelle ist definitiv nicht mehr neuwertig. Das Moped hat gut 50k gelaufen, ich weiß nicht, was da "normal" ist, anbei Bilder.
IMG_7149.JPGIMG_7148.JPG
Die Kurbelwelle ist (noch) nicht verrutscht, ich habe jetzt als erstes eine Schraube mit passenden Distanzscheiben reingedreht, um alles in Position zu halten.
 
...Die Verzahnung auf der Eingangswelle ist definitiv nicht mehr neuwertig. Das Moped hat gut 50k gelaufen, ich weiß nicht, was da "normal" ist, anbei Bilder.
Anhang anzeigen 402013
"Normal" wäre bei der Laufleistung kein sichtbarer Verschleiß. Da die Reparatur der Eingangswelle aber definitiv kein Schäppchen wird, würde ich es mit der Welle nochmal versuchen. Kontaktstellen wie zuvor erwähnt erst gründlich reinigen, dann schmieren.
 
Die Eingangswelle allein ist z.B. bei Siebenrock m.E. gar nicht so teuer, die könnte ich direkt zusammen mit der Kupplungsscheibe bestellen. Keine Ahnung, wie aufwendig der Einbau ist. Eigentlich wollte ich das Moped aber erstmal etwas fahren, um festzustellen, ob und was ich denn ändern will, vielleicht ja dann auch wieder die Übersetzung...
 
Die Welle würde ich nicht mehr benutzen. Da hilft auch eine neue Kupplungsscheibe nichts mehr. Die wird im Nu wieder hin sein! Abzieher für den Kardanflansch, Messplatte leihen/besorgen und das Getriebe gleich mit neuen Lagern und Eingangswelle versehen.
 
Die Eingangswelle allein ist z.B. bei Siebenrock m.E. gar nicht so teuer, die könnte ich direkt zusammen mit der Kupplungsscheibe bestellen. Keine Ahnung, wie aufwendig der Einbau ist. Eigentlich wollte ich das Moped aber erstmal etwas fahren, um festzustellen, ob und was ich denn ändern will, vielleicht ja dann auch wieder die Übersetzung...
Für den Einbau braucht es noch ein wenig Spezialwerkzeug, Fingerspitzengefühl, die Anleitung aus der Datenbank und los gehts.

Fingerspitzengefühl für das was man da tut sollte vorhanden sein, ggf. auch das Grenzwissen wo man aufhört und es ggf. machen lässt.
 
....Abzieher für den Kardanflansch, Messplatte leihen/besorgen und das Getriebe gleich mit neuen Lagern und Eingangswelle versehen.

... Fingerspitzengefühl für das was man da tut sollte vorhanden sein, ggf. auch das Grenzwissen wo man aufhört und es ggf. machen lässt.
Warum gebt ihr solche Empfehlungen? Eine Eingangswelle zur wechseln ist keine Bastelarbeit für den entspannten Feierabend und ich würde daraus auch keine Challenge für einen Einsteiger mit 3 Beiträgen machen. Aber ich hoffe ihr fühlt Euch besser damit.
 
Die Eingangswelle allein ist z.B. bei Siebenrock m.E. gar nicht so teuer, die könnte ich direkt zusammen mit der Kupplungsscheibe bestellen. Keine Ahnung, wie aufwendig der Einbau ist. Eigentlich wollte ich das Moped aber erstmal etwas fahren, um festzustellen, ob und was ich denn ändern will, vielleicht ja dann auch wieder die Übersetzung...
Die Getriebeüberholung mit Wechsel der Welle kostet dich 1000 €. Dafür kannst Du auch gleich ein Tauschgetriebe bestellen. Ich würde an deiner Stelle zunächst eine neue Reibscheibe (@frankenboxer) versuchen, falls das Kupplungsgehäuse noch zu gebrauchen ist.
 
ich tendiere auch dazu, die ca. 100,-- für eine Kupplungsscheibe zu investieren, auch wenn die Verzahnung nicht ewig halten wird und später weiter zu schauen. Der Aufwand des Getriebeausbaus ist ja ziemlich überschaubar.
 
Bei den erwähnten Schrauben geht es um die M10 Dehnschrauben. Die GS hat M11 und das sind definitiv keine Dehnschrauben.
Hatten wir gerade, viel Spass beim lesen 👍😉

 
Warum gebt ihr solche Empfehlungen? Eine Eingangswelle zur wechseln ist keine Bastelarbeit für den entspannten Feierabend und ich würde daraus auch keine Challenge für einen Einsteiger mit 3 Beiträgen machen. Aber ich hoffe ihr fühlt Euch besser damit.
Ich hoffe auch, dass du dich besser fühlst, wenn du ihm die Weiterverwendung der verschlissenen Verzahnung empfiehlst!
 
Die Ursprunsgsverzahnung siehst du ja auf den letzten mm der Welle, ich persönlich finde den Großteil davor schon ziemlich schmal geraspelt und wo jetzt alles auf ist, würde ich persönlich das Getriebe aufmachen und mich dann gut geschmiert auf die nächsten 100.000 km freuen. Auch wenn die Sonne draußen gerade rauskommt und ich dich verstehen kann, mit einer neuen Scheibe auf der verschlissenen Verzahnung tust du dir und der Karre aber keinen Gefallen. Sei froh, dass es nur das ist und klapp das Getriebe auf. Wie Patrick geschrieben hat, mit ein wenig Spezialwerkzeug, Distanzscheiben und zwei rechten Händen ist das an einem Nachmittag erledigt. gleich neue Lager drauf und ab dafür.:gfreu:
 
@Gimpel - kein Grund, sich zu echauffieren, hier geht's nicht um die Vorbereitung einer Weltreise und auch nicht um Raketenwissenschaft. Schlimmstenfalls ist die neue Scheibe nach kurzer Zeit genauso im Eimer wie die alte, aber dann weiß ich veilleicht, ob ich einen kurzen ersten Gang oder einen langen fünften oder doch noch wieder was anderes haben will.
Ich habe das Ding gekauft, weil ich Spaß am Schrauben nach Feierabend habe und ich beim besten Willen nicht noch ein altes Auto unterbringen kann.
 
Warum gebt ihr solche Empfehlungen? Eine Eingangswelle zur wechseln ist keine Bastelarbeit für den entspannten Feierabend

Zeigt mir, dass du noch nie ein Getriebe offen hattest und alle Bedenken nur erlesen und erwikipediert sind. Selbst als Einsteiger ist das mit Gewissenhaftigkeit und Lust an der Materie eine entspannte Feierabendaktion.
 
Ich sehe das genau so wie Amir. Du darfst es natürlich probieren und demnächst wieder das Getriebe ausbauen.
 
Ja, da habt Ihr einen Punkt, vor dem nächsten Handgriff lese ich die Doku. Andererseits steht dort, dass zum Ausbau des Getriebes der Motor nach vorne geschoben werden soll, dann wird das nix mit den 30 Minuten :bitte:
 
Für den Einbau braucht es noch ein wenig Spezialwerkzeug, Fingerspitzengefühl, die Anleitung aus der Datenbank und los gehts.

Hans