Muss das neu, oder geht das noch? (Diodenplatte)

Snoogle

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29. Juni 2014
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Ich hatte letzte Woche einen Totalzusammenbruch der Elektrik. Deshalb habe ich heute mal den Stirndeckel geöffnet und mit Erschrecken das festgestellt, was auf Bildern zu sehen ist. Äußerte sich zuletzt im Fahrbetrieb so, dass die Ladekontrolle minimal glimmte. Ladestrom in Richtung Batterie war zum Zeitpunkt der Messung da. Am Schluss hatte ich einen Totalausfall mit eine völlig toten Batterie.

Nun ist die Platine ja offensichtlich angekohlt. Trotzdem habe ich die Diodenplatte einmal komplett durchgemessen und an allen Anschlüssen wo es sein soll Werte zwischen 500 und 700 und da wo es keinen Wert geben soll, habe ich auch keinen Wert. Somit wäre die Diodenplatte zumindest nach Messergebnis noch funktionsfähig.

Allerdings sieht man sowohl am Lima-Kontakt als auch am Dioden-Kontakt eine deutlich rote Verfärbung was mich auf starke Hitze schließen lässt.

Die Frage wäre nun, ob ich die Diodenplatte noch verwenden kann oder lieber in eine neue Investiere. Und die zweite Frage wäre, woher die starke Hitze kam, dass das zu schmoren anfing?

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Kannst du einen von außen verursachten Kurzschluss sicher ausschließen,
z.B. durch ein leitendes Teil oder Wekzeug im Umfeld oder eine bereits
beschädigte Isolation?
Denn ohne eine solche Ursache kann dieses Schadbild nicht erklärt werden,
wenn die Diodenplatte völlig ok wäre.
Lass deine Messergebnisse mal von unserem Elektrolurch Hans gegenchecken.
 
PS nach genauerem Betrachten der Bilder:

Wenn die betroffenen Kontakte schon vorher schlecht waren (Oxidation und oder mangelnde Klemmung der Kabelschuhe),
könnte die Temperatur alleine durch die Übergangswiderstände entstanden sein.
 
Uiiii, da wurde aber etwas seeehr warm. Da es die Wechselspannungsleitung erwischt hat, denke ich nicht, dass es zu einem Kurzschluss kam, sondern der Kabelschuh keinen guten Kontakt hatte und ein Übergangswiderstand sich bildete. An der Stelle wird es damit dann richtig heiss, wie man am verschmorten Kabelschuh sehen. Auch auf der anderen Seite am Stator kann man die Hitzeentwicklung erkennen.

Was machen? Auf jeden Fall die drei Kabel austauschen. Die Diodenplatte sieht recht neu aus, wenn die Werte OK sind, die wieder einsetzten. Die Kabel wurden wohl auch getauscht, nimm mal welche aus anderer Quelle, denen würde ich nicht wirklich trauen. Sobald du neue Kabel hast, auf jedem Fall die Stecker auf festen Sitz prüfen, die dürfen sich nur schwer abziehen lassen. Auch die Anschlussfahnen am Stator und Diodenplatte sorgsam reinigen. Alle Lötstellen der Diodenplatte prüfen.

Hans
 
Noch was: Die drei Kabel NIE mit Klebeband so umwickeln. Entweder lose hochführen oder mit einem Mantelstück nicht zu eng umgeben.

Hans
 
Hier sind ganze Bilder. Die Kabel waren so fest, dass ich sie mit einer Zange abziehen musste

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Nach dem Bild könnte auch die Diodenplatte der Übertöter Übeltäter sein, d.h. die Fahne könnte keinen korrekten Kontakt gehabt haben.

Hans
 
OK, mit den Bildern gibt das ein anderes Bild: Diodenplatte auch tauschen, denn die Platine ist deutlich verschmort. Die kannst du als Reserve nutzen.


Nur an dem verschmorten (das wäre klar) oder auch an den anderen?
Der verschmorte Kabelschuh ging nur mit Gewalt runter. Die anderen beiden saßen sehr fest
 
Dann Problem am Stift der Platte

Hans
Also, das kam vor wenigen Jahren alles mal neu, d.h. Kabelbaum, Diodenplatte, Zündung. Seit dem wurde der Deckel nur noch einmal zum Steuerkettenwechsel geöffnet.

Prinzipiell habe ich keine Not damit, die Diodenplatte zu tauschen. Ich frage mich nur, woher der Schaden kommt? Die lief ja so jetzt einige Jahre
 
Prinzipiell habe ich keine Not damit, die Diodenplatte zu tauschen. Ich frage mich nur, woher der Schaden kommt? Die lief ja so jetzt einige Jahre
Wie geschrieben: Kabel nicht korrekt gecrimpt, Kabelschuh zuwenig festen Kontakt, Anschlussfahne hat sich gelöst, Lötung hat sich gelöst. Bei allen Möglichkeiten ist es der gebildete Übergangswiderstand.

Hans
 
Ok. Heißt…
- Neue Diodenplatte
- Neue Kabel
- LiMa-Anschlüsse reinigen

Richtig? Kann man da noch was verbessern bzw. optimieren?
 
Wieso nimmt man ein Kabel mit mieser Crimpung oder eher Quetschung?
Dafür gibt es sowas.
Wed
1243178 (1).JPG
 
Frage: was ist mit den Lima-Anschlüssen, speziell dem im Bild ganz unten, geschehen ? der scheint auch etwas Korrosion und Hitze abbekommen zu haben. war das der, wo die angekokelte Leitung dran war ?
Auch die Anschlussfahnen am Stator und Diodenplatte sorgsam reinigen.


an der gleichen Stelle: die Lötstelle, wo die Wicklung angelötet ist,
Das sieht für das Alter noch ganz OK aus

die Diodenplatte würde ich genauestens durchmessen,
Nach dem Bild könnte auch die Diodenplatte der Übertöter Übeltäter sein, d.h. die Fahne könnte keinen korrekten Kontakt gehabt haben.
nö, einmal ersetzen, da nicht mehr wirklich zuverlässig

bei den nächsten selbstgebauten Leitungen würde ich echte Crimpkontakte verwenden, Quetschverbinder
Das kann man anhand der Bilder nicht erkennen, denn die Farbe der Kontakte kann täuschen. Dennoch auch hier:
Die Kabel wurden wohl auch getauscht, nimm mal welche aus anderer Quelle, denen würde ich nicht wirklich trauen.


Hans
 
So... ich hab' jetzt eine neue optimierte Diodenplatte von Motoren Israel samt Kabelsatz verbaut.

Es gab zusätzlich ein paar kleine Anpassungen: B+ geht nicht mehr hoch zum Relais sondern zum Magnetschalter des Anlassers. Die Diodenplatte sollte mit 2 Kabeln geerdet werden. Zusätzlich habe ich sämtliche Kontakte an der Zündung blitzeblank geschliffen und jeden Stecker mit Kontaktspray gereinigt.

Ergebnis:
Motor aus: 12,6 V
Motor Standgas: 12,8 V
Motor @3000 upm (nach Tacho): 13,8V

Es besteht weiterhin das Problem, dass die Ladekontrolle auch bei hohen Drehzahlen minimal glimmt.

Also habe ich B+ gegen Batterie + gemessen. Ergebnis: 0,02V Unterschied => Passt, oder?
Dann habe ich D+ gegen Batterie - gemessen. Ergebnis: 0,7V Unterschied => ist das die Ursache für das glimmen.
Danach habe ich noch Durchgangsmessungen und eine Messung zur Kurzschlusskontrolle gemacht.

Bei den 0,7V Unterschied habe ich mir dann mal das Kabel am Relais angeschaut. Sämtliche Kontaktzungen des Relais waren korrodiert. Also habe ich auch diese Kontakte alle penibel gereinigt und wieder zusammengebaut. Geholfen hat es nichts. Dafür stottert nun aber der Motor und läuft nicht mehr rund.

Wo kann ich denn nun weitersuchen?

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Dann habe ich D+ gegen Batterie - gemessen. Ergebnis: 0,7V Unterschied => ist das die Ursache für das glimmen.
Ja, liegt entweder am Regler oder aber an den Ringen a, Rotor: Stator runternehmen, etwas Politur nehmen und die Ringe polieren. Dann sollten das Glimmen der Vergangenheit gehören.

Die Diodenplatte sollte mit 2 Kabeln geerdet werden
hoffentlich nicht, denn ansonsten schleifst du den Erdungshaken funkend hinter dir her. Mach ein Kabel wieder ab und mach ein 4mm2 Kabel an eine Seite. Zwei Kabel sind kontraproduktiv. Gibt in der Datenbank unter LiMa ein Eintrag dazu von mir.

Bei den 0,7V Unterschied habe ich mir dann mal das Kabel am Relais angeschaut.
Ich dachte, du hast B+ mit dem Anlasser verbunden?

Zum stottern: Zieh mal den Reglerstecker ab, d.h. fahr mal ohne die LiMa. Wenn dann alles OK, gib Bescheid. Wenn es immer noch stottert, ist die LiMa eigentlich unschuldig.

Hans
 
Noch was zu den Massekabeln: Hast du Gummidämpfer oder feste Verschraubung. der Diodenplatte? Wenn feste Verschraubung, mach die Kabel wieder raus - sind sinnfrei.

Hans
 
@Hans, hier meine Antworten:
Ich werde jetzt soweit möglich noch mal das Relais, die Kabel und den Regler prüfen.

Verkabelung zur Ladekontrolle ist ja so:
  1. Anschluss D+ an Diodenplatte ==> Platte ist neu, Kabelschuh gereinigt und mit Kontaktspray behandelt. Von diesem Stecker gehen zwei blaue Kabel weg. Eines führt zur Zündbox der Ignitec, das andere zum Anlasser-Relais
  2. Am Anlasserrelais steckt das blaue Kabel von der Diodenplatte (quasi "Eingang") und direkt daneben geht das blaue Kabel in Richtung Ladekontrollleuchte ab (quasi "Ausgang") - der Hauptkabelbaum ist erst ca. 5 Jahre alt.
Dementsprechend wäre es nach meiner laienhaften Logik so, dass eigentlich nur das Kabel zwischen Diodenplatte und Relais in Fragen kommen könnte oder das Relais selbst oder der Anschluss an der Ladekontrolle. Ladestrom habe ich ja 13,8V.

Ansonsten:
B+ (rotes Pluskabel) ist nun nicht mehr mit dem Relais verbunden, sondern direkt mit dem Schaltmagneten des Anlassers.

Gemessen habe ich die Stromdifferenzen zwischen Batterie - und D+ (0,7V) und zwichen Batterie + und B+ (0,02V) was für mich heißt ich verliere irgendwo über die D+-Leitung 0,7V.

D+ habe ich am Relais-Eingang gemessen, weil die Platte ja bereits verschaubt war. Also schwarze Messleitung an Batterie - und rote Messleitung an die "Eingangslasche" des blauen D+ Kabels.

Ich habe eine 72er /5. Meine Diodenplatte war ohne Gummipuffer. Dementsprechend habe ich die neue auch wieder ohne Puffer verbaut.

Das mit den Massekabeln leuchtet mir ein, weil die Platte ja schon Masse vom Motorgehäuse bekommt. Die Anleitung hatte es aber explizit so verlangt. Ich denke, ich werde die Kabel wieder ausbauen.

Das mit dem Ringe polieren, klang für mich zunächst komisch, macht aber wahrscheinlich Sinn. Allerdings steht die BMW derzeit zuhause in meiner Garage und nicht in meiner Werkstatt. Dementsprechend habe ich hier nur Bordwerkzeug.

Den Fahrversuch mit abgestecktem Regler kann ich gerne machen. Die BMW lief aber zuerst normal und erst als ich angefangen habe, die Kontakte alle zu reinigen, lief sie nicht mehr richtig. Das verhält sich so ähnlich wie bei der mechanischen Zündung, wenn der Kondensator kaputt ist.

Heute ist aber erstmal Pause. Wird eben die R80 GS mal bewegt.
 
  1. Anschluss D+ an Diodenplatte ==> Platte ist neu, Kabelschuh gereinigt und mit Kontaktspray behandelt. Von diesem Stecker gehen zwei blaue Kabel weg. Eines führt zur Zündbox der Ignitec, das andere zum Anlasser-Relais
dick: Passt
  1. Am Anlasserrelais steckt das blaue Kabel von der Diodenplatte (quasi "Eingang") und direkt daneben geht das blaue Kabel in Richtung Ladekontrollleuchte ab (quasi "Ausgang") - der Hauptkabelbaum ist erst ca. 5 Jahre alt.
Ist eigentlich umgekehrt, d.h. LKL ist Ausgang und D+ Eingang - reine akademische Sicht.

Eines führt zur Zündbox der Ignitec, das andere zum Anlasser-Relais
Das dürfte dein Zündungsproblem sein: Die Zündung muss auf B+, da es auf D+ es zu Spannungsschwankungen (Regelung der LiMa) kommen kann.

B+ (rotes Pluskabel) ist nun nicht mehr mit dem Relais verbunden, sondern direkt mit dem Schaltmagneten des Anlassers.
Das wäre das dünne Fähnchen - du hast es eher am dicken Schraubanschluss angeschlossen, d.h. das ist B+, der auch über den Anlassermagnet den Starter versorgt.

Das mit den Massekabeln leuchtet mir ein, weil die Platte ja schon Masse vom Motorgehäuse bekommt. Die Anleitung hatte es aber explizit so verlangt. Ich denke, ich werde die Kabel wieder ausbauen.
Mach dem - mehrere Wege führen langfristig zu Problemen.

Hans
 
So... Motor läuft wieder rund... lief nur auf einem Zylinder. War ein Kabel bei Abbau des Tanks...

Am Rest bin ich noch dran
 
Update: Ich habe mir in der DB das "Das kleine Handbuch - Messungen am Drehstromgenerator" heruntergeladen und arbeite daran.

Auf Seite 23 - Kapitel 5 Reglertests habe ich die Tests gemacht. Wenn ich den Stecker überbrücke und den Motor laufen lasse, geht die LKL zwar aus, glimmt aber genauso wie mit Regler. Die Kabel und Anschlüsse haben alle Durchgang bzw. Messwerte.

Dann habe ich den auf Seite 25 beschriebenen Reglertest mit dem Labornetzteil gemacht. Ergebnis hier: Zunächst unauffällig. Der Regler regelt mit einem hörbaren surren auf 13,7 Volt ein. Allerdings habe ich festgestellt, dass die Spannung einbricht, wenn ich auf bis zu 15 Volt gehe. Dann habe ich am Regler plötzlich nur noch 11,6V. Würde im Alltag bedeuten, dass der Regler nur im unteren bis mittleren Drehzahlbereich korrekt lädt, bei höheren Drehzahlen aber nicht mehr.

Mir ist aber nicht klar, was das nun für den Brückentest mit dem Stecker bedeutet? Denn da ist der Regler ja nicht angeschlossen und trotzdem glimmt die LKL noch kaum sichtbar (für meinen Nachbarn war sie aus, ich konnte noch ein leichtes glimmen erkennen).

Ich habe nun die Zündung und den Stator demontiert. Beim Rotor-Test (Seite 27) komme ich wiederholt auf 7 Ohm zwischen den beiden Kontaktringen. Außerdem ist mir aufgefallen, dass die hintere Schleifkohle ca. 5mm höher steht, als die vordere. (Bosch ...-001)
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Problem scheint gelöst.

Da ich den Stator jetzt ohnehin draußen hatte, habe ich alles zerlegt und genauer begutachtet. Dabei habe ich endteckt, dass bei den U,V,W Anschlüssen bei der Lasche, bei der das Kabel verbrannt war, die Lötstelle komisch aussieht. Ob die nun die Ursache für das verbrannte Kabel war oder das Kabel die Ursache für die Löststelle kann ich nicht sagen.

Auf jeden Fall habe ich die Anschlüsse neu gelötet, zusätzlich ein paar neue Kohlen und einen neuen 14V-Regler spendiert. Auch die Schleifringe für die Kohlen habe ich einmal blank gemacht. Ansonsten alles einmal gründlich gereinigt, wieder eingebaut, die Zündung eingestellt und siehe da - die Ladekontrolle geht aus und bleibt auch aus. Ladestrom an der Batterie exakt 14V. Motor läuft prima.

Im Moment bin ich zwar noch etwas skeptisch, ob der Fehler wirklich gefunden ist. Aber morgen werde ich mal ein Probefahrt machen und dann den Deckel vorne noch mal öffnen.

Danke erstmal für die vielen Tipps und Hinweise...
 
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