Vorderradständer

Moin,
Was sagt die Bedienungsanleitung zum Einsatz dieses Teils? Das was darin aufgeführt wird ist wichtig und sollte auf alle Fälle umgesetzt worden sein, z.B. der Klassiker, keine verdrehten Gurte, sonst sieht man im Kontrollfall schnell alt aus.
Ich gehe Mal davon aus, das diesesTeil nach der Norm 12195 gekennzeichnet ist
Das drehen des Rades ist nicht verhindert, so sieht es auf Foto zumindest aus. Also muss das verrollen, nach vorne und hinten verhindert werden. Das erledigt dann der eingesetzte Vorderradständer oder eine diagonale Verzurrung in Kombination der blockierten Fahrzeug bremsen oder oder...
Genau das macht Ladungssicherungskontrollen so schwierig. Ein Problemfall, z.B. Motorrad sichern und es gibt mehr als zwei richtige Lösungen. Der Kontrollierende hat sich darauf einzulassen um es abschließend bewerten zu können.
Ich erinnere mich gut an Kontrollen, wo Kontrollierende zu allerst die fehlenden Rutschhemmenden Matten bemängelten. Ich bin da immer zwischen gegangen, es gibt keine Vorschrift die Das fordert. Ich habe dann den Kontrollierenden oft vorgerechnet, das mit den fehlenden rutschhemmenden Matten trotzdem die Ladungssicherung passt. Auch heute noch gibt es da ganz seltsame Legenden, die nicht stimmen.
 
Ja, es gibt leider immer weniger Sachverständige und immer mehr Normen- und Vorschriftenausleger.
Ich sehe das hier und auch im Reifenhüllkurven Thread.
Ich finde das bedrohlich.
 
Ja, es gibt leider immer weniger Sachverständige und immer mehr Normen- und Vorschriftenausleger.
Ich sehe das hier und auch im Reifenhüllkurven Thread.
Ich finde das bedrohlich.
Moin,
und was ist die Schlussfolgerung?
Wenn die Kontrollierenden "Paragraphenreiter" hoch drei sind, und eine gewisse Macht haben, dann kannst du, wir nur versuchen die Paragraphen, Vorschriften oder what ever, zu erfüllen. Oder, auch das ist ein Weg, die Paragraphen ändern, heißt politisch tätig werden.
 
Hi,

wenn man einen speziellen Motorradtrailer hat, dazu das passende Befestigungsmaterial, kann man und sollte man auch die Anleitung buchstabengetreu befolgen.
Aber viele Leute können sich diesen Luxus nicht leisten. Sie haben einen 08/15 Vielzweckanhänger so wie wir einen haben, eine Nutzfläche von etwa 1x2m, mit oder ohne Aufbau.

Vorrichtungen zum Verzurren gibt es nicht und man muss sie, so wirksam wie möglich, selbst installieren.
Einfach Gurte um den kompletten Anhänger spannen geht nicht, weil die Verzurrung mittels dafür vorgesehener Mittel* geschehen muss.

Habe ich auch gemacht aber Löcher in den Boden bohren um da Zurrbügel oder Zurrmulden anzubringen, mochte ich nicht.
Also die Seitenwänden oben auf den Kanten mit Zurrbügeln ausgestattet. Von dort führe ich Gurte nach unten zur Gabel und den unteren Befestigungen der Federbeine.
Oben auch zur Gabel und hinten zum Gepäckträger, so steht die Karre recht stabil aber vorsichtiges, sanftes Fahren ist trotzdem angesagt.
Da der Anhänger einen Planen Aufbau hat, sieht die Obrigkeit nicht gleich sofort im vorbeifahren was transportiert wird, einer genauen Prüfung würde die Befestigung kaum stand halten.

*Ich bin einmal mit dem Boot am Haken auf dem Weg zur HU angehalten und belehrt worden.
Das Boot war sicher mit vier neuwertigen Gurten, jeder 4T Zugkraft, verzurrt. Weil ich den 8mm starken Zurrösen nicht traute habe ich die Gurte um den Anhängerrahmen geführt. Der Rahmen war stabil und die Gurte konnten sich nicht aushängen, der Kahn lag wie verschraubt auf dem Trailer.
Aber falsch!
Dadurch dass ich im Grunde Recht hatte, blieb mir ein Bußgeld erspart, musste aber direkt mindestens zwei der Gurte umlegen, in die dafür vorgesehenen Zurrösen.

Wer wirklich sicher gehen will, muss sich genau informieren, falsche Ladungssicherung kostet Geld mit etwas Pech gibts sogar einen Punkt in Flensburg. Wenn man eine falsche Ladungssicherung nicht in eine richtige ändern kann, könnte es passieren dass die Fuhre stehen bleiben muss.

Gruß
Willy
 
Es geht meiner Ansicht auch noch viel einfacher das Motorrad auf den Hauptständer zu bringen.
Hierzu braucht es nur ein Brett in passender Stärke.
Das wird vor dem Aufbocken hinter (oder vor) das Hinterrad geschoben - dann die Maschine mit dem Hinterrad auf das Brett gerollt (man kann das Brett auch noch anschrägen).
Nun den Hauptständer absenken und dann das Krad "normal" auf den Ständer ziehen. Dafür ist wegen des geänderten Winkels des Hauptständers nur noch wenig Kraft nötig.
Vorteil hierbei - der Reifen mit dem das Motorrad steht wird nun noch sehr gering belastet

Grusz

Bernd
 
Es geht meiner Ansicht auch noch viel einfacher das Motorrad auf den Hauptständer zu bringen.
Hierzu braucht es nur ein Brett in passender Stärke.
Das wird vor dem Aufbocken hinter (oder vor) das Hinterrad geschoben - dann die Maschine mit dem Hinterrad auf das Brett gerollt (man kann das Brett auch noch anschrägen).
Nun den Hauptständer absenken und dann das Krad "normal" auf den Ständer ziehen. Dafür ist wegen des geänderten Winkels des Hauptständers nur noch wenig Kraft nötig.
Vorteil hierbei - der Reifen mit dem das Motorrad steht wird nun noch sehr gering belastet

Grusz

Bernd

Soll heißen:
wenn das Hinterrad beim Aufbocken 15 mm höher steht als das Vorderrad, bockt sich der Bock fast von alleine auf den Hauptständer?

Gruß
Hannes
 
Stimmt soweit, wenn du alleine bist, was das Aufbocken angeht.
Wenn du aber auf einem normalen Hänger, ohne nix, ein Motorrad stellt, (was eigentlich grenzwertig ist), steht die Ladung ohne Anschlag.

Ich finde, da müsste zumindest eine Vorderrad - Wippe her.
Egal, ob das Teil 40€ oder ü. 100€ kostet.
Anschlag, ohne das die Ladung Anlauf nehmen kann, ist schon ein immenser Vorteil.
Wie man nun weiter verfährt, macht jeder auf seine Verantwortung.

Auf normalem Anhänger sind Bohrlöcher, für den gesicherten, z.B. Motorrad -Transport, kaum zu vermeiden. Es gibt fast alle was man braucht, eine Schiene mit verschiebbaren Ösen ist da schon Luxus.

Für einen Nachbarn, den ich überreden konnte, durfte ich 4 Löcher bohren, habe dann 4 M8 Langmuttern verbaut und von unten, mit Unterlage befestigt.
(um das stramme Loch und Mutter, kam Bootssilikon).
4 Ösen waren nun montierbar, aber auch schraubbare Stopfen, wenn dann mal wieder Sand gefahren wird.

Kurz um, die Wippe und Hinterrad standen auf Anti- Rutsch Matten, 4 gute Gurte und Fußbremse zu. Bis Spanien keine Vorkommnisse.....

Sanft und umsichtig fahren ist toll, verhindert im Ernstfall, keine Probleme, von Schädigung dritter ganz zu schweigen.
Gruß Beem.
:)
 
Ein Anhänger ohne Zurrpunkte finde ich wertlos. Da gehören rahmenfeste Ösen dazu. Ich nutze bisher diese U-Bügel (der Shop nur als Beispiel wegen der Bilder) und bohre acht Löcher passend durch. Aufpassen, das von unten nix im weg ist.
Löcher ausreichend groß, dann liegen die Ösen am Boden an und Schüttgut kann man einwandfrei fahren und fegen. Sand setzt gern die Löcher zu und blockiert dann die Ösen, kann man von außen mit nem Hammer lösen.

Das taugt für Schränke, Waschmaschinen und vieles mehr. Für Motorräder kommt der Vorderradständer dazu. Zwei kleine Gurte an den Lenker um die Position erstmal zu halten und dann vier Gurte an Rad oder Tauchrohr oder so, also unter der Federung abspannen. In die Federn ziehe ich nur, wenn es gar nicht anders geht.

 
Tach,
auf dem Hänger allein festzurren ohne Wippe o.ä.:
Wenn Mopped auf Hänger(wer das allein nicht hinbekommt, hier zu Ende), auf Seitenständer stellen, 2 Spanngurte links(vorn und hinten) nur ein bisserl fest, dann mit zwei Spanngurten rechts(hinten und vorne) Mopped in die Dämpfer und die Senkrechte ziehen, ggfs Nachspannen, Vorderrad und Hinterrad gegen seitliches verrutschen sichern, fertig.
Wiederholt praktiziert, auch in Anwesenheit von vermeintlich qualifizierten Prüfingenieuren.

Aloha Jochen
 
Ein Anhänger ohne Zurrpunkte finde ich wertlos.

Moin,
Wertlos ist er nicht, es kann vielleicht Schüttgut, Kaminholz gefahren werden, wenn ein Netz über der Ladung befestigt werden. Aber er ist eben nicht geeignet stückiges Gut zu transportieren.
Bei nachträglich selber nachgerüsteten Ladungssicherungösen ist das Problem des Festigeitsnachweises. Durch die Bodenplatt geschraubt? Durch den Boden und Rahmen ( wenn der Hersteller dieses erlaubt ) geschraubt?
Bei den empfohlenden Zurrbügel steht eindeutig, die Belastbarkeit hat der Fahrzeugbauer sicherzustellen. Das ist genaugenommen der Anhängerhersteller.
Bei den guten Anhängern ist ein blaues Schild mit weißer Schrift angebracht, z. B. 400 daN, circa 400kg. Hin und wieder werden auch max und min Winkel angegeben, diese sind dann einzuhalten.
So wie bei dem, von Hans gezeigten Ladungssicherungsmaterial, in der verlinkten Bedienungsanleitung werden Vorgaben gemacht. Max, Min Entfernung der Ladungssicherungsösen, Fahrtrichtung beachten. Was nicht drin steht, Gurte nicht verdrehen, nach welcher Norm berechnet und gefertigt, Kennzeichnung der max Belastung ( LC ). Aber, für mich, ein gutes Teil in verbindung mit dem Vorderradständer. Nicht viel "getüddel".
Bitte, nicht verkehrt verstehen, geht nicht um rechtfertigen, es geht, für mich darum das erfast wird, dass Kleingedruckte dazu gehört. Bei nichteinhaltung kann es zum Bummerang werden.
Die guten Kontrolleure lassen sich ersteinmal von dem leiten was sie sehen, ggf auf Nachfrage das ein oder andere erklärt bekommen.
Und dann gibt es die Anderen, aber das kennt der ein oder andere von HU Prüfungen.
 
... Genau das macht Ladungssicherungskontrollen so schwierig. Ein Problemfall, z.B. Motorrad sichern und es gibt mehr als zwei richtige Lösungen. ...
Hallo Claus,

da Du in diesem Thema ja zu hause bist: wie sieht es mit der Unfallsicherheit aus, wenn ein Motorrad z.B. im Innenraum eines Transporters mitgenommen wird und nach den gültigen Regeln der Ladungssicherung verzurrt ist.

Oder anders gefragt: wie muß ein Motorrad gesichert sein, damit man im Falle eines Falles nicht vom eigenen Motorrad erschlagen wird.
 
Tach,
auf dem Hänger allein festzurren ohne Wippe o.ä.:
Wenn Mopped auf Hänger(wer das allein nicht hinbekommt, hier zu Ende), auf Seitenständer stellen, 2 Spanngurte links(vorn und hinten) nur ein bisserl fest, dann mit zwei Spanngurten rechts(hinten und vorne) Mopped in die Dämpfer und die Senkrechte ziehen, ggfs Nachspannen, Vorderrad und Hinterrad gegen seitliches verrutschen sichern, fertig.
Wiederholt praktiziert, auch in Anwesenheit von vermeintlich qualifizierten Prüfingenieuren.

Aloha Jochen
Moin,
klassisches Diagonazurren. Baumaschinen, Bagger etc werden so festgemacht. Wenn die Winkel stimmen passt das.
Ich blockiere zudem Vorder und Hinerradbremse. Dann kann der Reibbeiwert ähnlich einer rutschhemmenden Matte eingerechnet werden.
 
Oh, oh, wenn du in das rein Technische gehst, wird es interessant.
Ist deine Wippe verschraubt, oder aufgelegt, was hält die Bordwand, wenn bündig geladen wird.
Kann dein Motorrad "Anlauf" nehmen.
Was halten deine Gurte im Doppelstrang, und die Befestigungspunkte, verwendest du Anti Rutschmatten..... usw.
 
Hallo Claus,

da Du in diesem Thema ja zu hause bist: wie sieht es mit der Unfallsicherheit aus, wenn ein Motorrad z.B. im Innenraum eines Transporters mitgenommen wird und nach den gültigen Regeln der Ladungssicherung verzurrt ist.

Oder anders gefragt: wie muß ein Motorrad gesichert sein, damit man im Falle eines Falles nicht vom eigenen Motorrad erschlagen wird.
Moin Wolfram,
Das fängt schon damit an, dass ich nicht weiss wasfür einen Kastenwagen du hast.
Geschlossene Stahltrennwand?
Ausgerüstet mit Ladungssicherungsösen?
Welche maximale Belastung weisen die Ladungssichrungsösen auf?
An welcher Stelle auf der Ladefläche sind diese angebracht?
Letztendlich, immer Diagonalzurren, wenn Trennwand vorhanden, dann mit dem Vorderrad an die Trennwand (auf die Gewichtsverteilung achten, Stützlast, Achslasten sind die Stichworte )
Der Winkel Alpha (Boden bis Ladungssicherungselement), empfehle ich 45 Grad. Ein größerer Winkel zurrt eher nieder, bildet eine geringere Gegenhaltekraft aus.
Der Winkel Beta ( Draufsicht, seitliche Bodenkante bis Ladungssicherungselement), empfehle ich 45 Grad. Wenn kleiner, dann mehr in Fahrtrichtung, weniger zur Seite. Wenn größer, dann weniger in Fahrtrichtung, mehr zur Seite.
45 Grad ist ein bischen die Eierlegende Wollmilchsau, sichert gut in alle Richtungen, zieht die Ladung auf die Ladefläche (kein Niederzurren, nur Niederhalten, damit die Reibkraft erhalten bleibt, die Ladung nicht abheben kann).
Wer Lust hat.
Überschlägige Rechnung.
Maximale Belastung , LC, Gurt 500daN (gerader Zug, z.B. Winkel Alpha und Beta 0), da der Winkel Alpha und Beta 45 Grad ist, muss das gute alte Kräfteparalellogram bemüht werden. Winkel Cosinus, Winkel Sinus hilft. Bei 45 Grad (sin 45, cos 45 = 0,7). 0,7 x 0,7 = 0,49, also 0,5.
500 x 0,5 = 250 daN Haltekraft pro Gurt, einfach geführt.
Achtung, was halten die Ladungssicherungsösen? Wenn weniger 250daN, dann gilt dieser Wert (sofern im Winkel Kräfte eingeleitet werden dürfen, Bedinungsanleitung Zurrösenhersteller)
Zu allen Seiten sichern immer zwei Gurte, also 500daN Gesamthaltekraft in jede Richtung.
Die Reibkraft ist teil der Ladungssicherung, wenn dafür gesorgt wird, das die Ladung nicht abheben (Bodenwellen, Ein und Ausfedern) kann.
Reifen Reibbeiwert nehme ich 0,5 an.
Bei der Sicherung des Motorrades heißt das, die Bremsen sind blockiert!
Reibbkraft einfach gerechnet, Masse x Reibbeiwert, genaugenommen Gewichtskraft x Reibbeiwert.
Moppedgewicht 250 kg/daN
250 x 0,5 = 125 daN Reibkraft als Ladungssicherungsanteil, der Rest geht in je zwei die Gurte.
Wenn an die Frontwand gestellt, dann kann diese rechnerisch berücksigt werden, sofern die Werte von Fahrzeughersteller bekannt sind. Achtung, der Wert der Fahrzeughersteller bezieht sich auf eine definierte Fläche. Oft, gesamte Fahrzeugbreite, zweidrittel Höhe.
In Fahrtrichtung ist von einer negativen Beschleunigung von 1g auszugehen, also wirken bei einer Vollbremsung 250daN Trägheitskraft.
Setlich wirken 0,5g, aber das Motorrad ist kippgefährdet, also volles Gewicht.
Nach hinten wirken 0,5g. Die Ladungssicherung ist eigentlich durch die Reibkraft erfüllt.
Die Lösung in Zeichnung 2 ist zu vermeiden, da zwei Gurte in einer Ladungssicherungsöse befestigt sind.

20260909_095932.jpg 20260909_095924.jpg 20260909_095918.jpg
 
Hallo Claus,

vielen Dank für Deine ausführliche Auskunft!

Gedanklich war ich bei einem VW T4 oder T5. Man sieht es ja des Öfteren, daß in solch einem Fahrzeug eine Motorrad transportiert wird. Ohne Trennwand, mit 2 Sitzen vorne, Vorderrad teilweise zwischen den vorderen Sitzen.

Bei normaler Bremsung hätte ich da keine Bedenken, wenn so befestigt wie von Dir geschildert. Bei einem Unfall treten ja schnell Verzögerungen von über 100 g auf. Kann mir nicht vorstellen, daß dann das Motorrad sich nicht los reißt. Wie wird denn generell der Transport solcher Lasten im Innenraum im Sinne der Ladungssicherung gesehen?
 
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